Inkasso Forderung, ohne vorherige Zahlungsaufforderung oder Mahnung (1 Betrachter)

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Hallo,

mit ist heute ein Inkassoschreiben ins Haus geflattert.
Ich soll über 50 EUR Bezahlen.
Habe vorher aber nie eine Zahlungsaufforderung oder Mahnung erhalten.
Kann man da gleich ein Inkassounternehmen einschalten?
Die Ursprung Forderung beträgt 22 EUR .
Es hat was mit meinen PayPal Konto zu tun.
Außerdem soll ich das Geld bis zum 02.4.2010 überwiesen haben.
Ist die Frist nicht zu Kurz?
 

Speedport

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Hallo,

mit ist heute ein Inkassoschreiben ins Haus geflattert.
Ich soll über 50 EUR Bezahlen.
Habe vorher aber nie eine Zahlungsaufforderung oder Mahnung erhalten.
Kann man da gleich ein Inkassounternehmen einschalten?
Die Ursprung Forderung beträgt 22 EUR .
Es hat was mit meinen PayPal Konto zu tun.

Natürlich kann man gleich ein Inkassounternehmen einschalten, sollte sich aber nicht wundern, wenn man auf den Inkassokosten sitzenbleibt.

Wenn die Forderung berechtigt ist, wäre es das Vernünftigste, die Grundforderung sofort zu zahlen. Damit dürfte die Sache für Dich erledigt sein. Mahnkosten sind ja keine angefallen. Die Inassokosten kann man Dir nicht anhängen, da kannst Du beruhigt sein.
 
E

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Gast
Hallo,
es handelt sich um ein Lastschriftstorno.
Ich habe bei einer Zahlung aus versehen mein altes Konto nicht gelöscht.
Kann ich jetzt noch die 22 EUE Überweisen, ohne die Gebühren?
Wenn das noch möglich ist, wie soll ich gegenüber den Inkassobüro argumentieren?
 

Inkasso

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KSP sind leider Anwälte
Anwaltsgebühren sind im Verzugsfall im Gegensatz zu Inkassogebühren leider durchsetzungsfähig
Ich würde zahlen

lg
 
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Nee, es ist nicht KSP.
Hinter der Forderung steckt die Firma:
BFS risk & collection GmbH
Gütersloher Str. 123
33415 Verl

Wie sieht es denn jetzt aus, nur die Hauptforderung oder alles bezahlen?
 

Inkasso

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Nee, es ist nicht KSP.
Hinter der Forderung steckt die Firma:
BFS risk & collection GmbH
Gütersloher Str. 123
33415 Verl

Wie sieht es denn jetzt aus, nur die Hauptforderung oder alles bezahlen?
Sorry - Wie komm ich nur auf ksp ?
Dann würde ich : HF plus 5 € unangekündigt direkt aufs Ursprunsgskonto überweisen und nach Erhalt des kommenden Briefes die Forderung gegenüber BFS - ohne auf das 1 Inkassoschreiben einzugehen - mangels Vorlage der GLäubigervollmacht zurückweisen und den Inkassoladen im selben Schreiben darüber in Kennntnis setzen das es keine offene Forderung gibt.#
Schläft nach 2 oder 3 Bausteinbriefen ein.
Am Besten dann nochmal posten

lg
 
E

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Hallo,
deinen Rat habe ich befolgt und das Geld Überweisen.
Bei PayPal ist der Fall abgeschlossen.
Heute bekam ich ein Schreinen von BFS.
Soll ich darauf reagieren, und wie?

Das Schreinen stimmt auch nicht, denn ich habe 27 EUR Überwiesen und nicht nur 22 EUR.
 

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Inkasso

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Schau mal nach ob die 5 € auf dem pay pal konto gutgeschrieben sind ?
Falls nein - dann würde ich die Forderung gegenüber dem Inkassobüro per fax UND email mangels Vorlage der Gläubigervollmacht zurückweisen und ebenfalls im selben Schreiben darüber in kenntnis setzen das es keine offene Forderung gibt
 
E

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Hallo,
die 5 EUR sind meinen PayPal Konto gutgeschrieben wurden.
In den 22 EUR sind 5 EUR für die Ruckbuchung inbegriffen.
Also hat PayPal keine Mangebühren berechnet.
Wie soll ich jetzt weitermachen?
 

Inkasso

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Dann geht das nicht mit der Zurückweisung wg fehlender Vollmacht
Ich würde dann insgesamt 10 € ans Inkassobüro überweisen
Im Verwendungszweck : Rücklastschrift /Mahngebühr
Mehr halte ich nicht für durchsetzbar
 
E

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Gast
Was ist denn jetzt los?
Als ich mich nochmal an PayPal via E- Mail wandte, erhalte ich jetzt folgende E- Mail:
Guten Tag,
Vielen Dank für Ihre Anfrage an PayPal.

Herr *****, nach Durchsicht Ihres PayPal-Kontos konnte ich feststellen,
dass Sie das letzte Mal am 22.03.2010 von uns bezüglich Ihres negativen
Kontostandes hingewiesen wurden.

Weil Ihr PayPal-Konto seit längerer Zeit einen negativen Kontostand
aufweist, haben wir die Angelegenheit an das Inkassounternehmen
KSP-Rechtsanwälte übergeben. Bitte zahlen Sie daher den offenen Betrag
direkt an KSP-Rechtsanwälte.

Hier noch einmal die Kontaktdaten:

KSP-Rechtsanwälte
Kaiser-Wilhelm-Straße 40
20355 Hamburg
Telefon: 040 - 450 65 796
Fax: 040 - 41 46 67 84
E-Mail: paypal@ksp.de

Viele Grüße,
Doreen Kaiser
PayPal-Kundenservice
Von den Anwälten war bis jetzt noch keine Rede ein Schreiben von denen habe ich auch nicht bekommen.
 
E

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Gast
Sollte das mit den hinweisen stimmen, ist die Frist dann nicht ein bisschen kurz?
Am 22. der letzte Hinweis und am 26. wurde schon der Brief von Inkassobüro geschrienen.
Da kann man ja gar nicht reagieren.
Habe jetzt PayPal einmal gebeten, ob ich Kopien von den Hinweisen bekommen kann.
Ich Frage mich wie jetzt die Anwälte ins Spiel kommen.
 

Inkasso

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Warte erst mal ab was die RAs einfordern
Möglicherweise hat der Call Agent etwas verwechselt
paypal arbeitet ja mit Inkassobüro UND RAs zusammen
 

Inkasso

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Folgenden Beitrag habe ich im 123recht Forum gefunden
Hallo,es ist wie in den anderen Paypal Beiträgen!Du möchtest dein Paypalkonto noch nutzen dann zahl das minus darauf ein !Du möchtest dein Paypalkonto nicht mehr nutzen dann zahl nicht darauf ein!Da Paypal in Deutschland nicht klagt ( Firmensitz Luxemburg / Gerichtsstand England) kannst du/ihr euch die Inkassokosten schenken.
Paypal, KSP usw.. Das ist ja schlimm ... :D Inkasso Forum 123recht.net
 

Traum

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Habe eben die Beiträge durchgelesen und möchte gerne auch einen Rat kriegen.

Kämpfe seit Mitte Februar gegen Übernahme von Inkassogebühren. Nachdem ich am 30.03.10 die Forderun zurückgewiesen habe:

"hiermit weise ich die Forderung mangels Vorlage der Gläubigervollmacht bzw. Abtretungsurkunde (§§ 174, 410 BGB) zurück. Des Weiteren besteht keine offen Forderung."

habe ich heute die Vollmacht (Original) bekommen sowie die Aufstellung der offenstehenden Forderung.

Zur Vorgeschichte: Der Lieferant konnte den Betrag mangels Deckung nicht abbuchen. Ich bin davon ausgegangen, dass er entweder den Betrag erneut abbuchen wird oder wie üblich mir eine Mahnung mit dem Gesamtbetrag inkl. Rücklastschriftkosten zuschickt. Danach verlor ich es aus den Augen und habe irgendwann gleich ein Schreiben von Inkasso bekommen. Habe anschließend den Betrag an den Lieferanten inkl. Rücklastschriftkosten überwiesen.

Inkass Institut fordert mich nun auf, die offenstehende Forderung bis 30.04 auszugleichen und drohen mir mit Verfahren.

Würde mich freuen, wenn ich einen Tipp bekommen könnte, wie ich weiter vorgehen kann.
 

Inkasso

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Habe anschließend den Betrag an den Lieferanten inkl. Rücklastschriftkosten überwiesen.
Hätte ich ebenso gemacht
Dieser Betrag ist auch nicht retourniert worden ?
Inkass Institut fordert mich nun auf, die offenstehende Forderung bis 30.04 auszugleichen und drohen mir mit Verfahren.
Der Inkassoladen macht nur noch die Inkassogebühren geltend ?
Ist es ein extern beauftragtes Inkassobüro ?
Also kein zum Lieferanten gehörendes Inkassobüro
Liste mal die gebühren auf
 

Traum

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Es handet sich um eine Internet-Bestellung bei Foto.com. Die Briefe habe ich von der Hanseatischen Inkasso-Treuhand GmbH bekommen.
Aus dem 1. Brief von Inkasso:

Hauptforderung: 47,08
Mahnkosten des Auftraggebers: 5,00
Bankrücklastkosten: 5,00
10 % Zinsen seit Verzug am 10.02.10: 0,08
Inkassokosten:
Grundvergütung: 18,00
Aslagepauschale: 2,70
Bonitätsprüfung: 3,90

Habe am gleichen Tag ein unangenehmes Gespräch mit einer Dame von Inkasso geführt. Habe dann sofort Hauptforderung 47,08 + 5,00 Bankrücklastkosten an den Lieferanten überwiesen und an Inkasso ein Fax geschickt, dass die Rechnung sowieso bereits beglichen ist. Irgendwann haben Sie nach dem Beleg gefragt, habe den ebenso rübergefaxt.
Dann kam von Inkasso folgendes: "mit der erbrachten Zahlung ist die Gesamtschuld nicht getilgt" ... "Die Abrechnung wurde gemäß § 367 BGB erstellt."
Daraufhin habe ich Inkasso angeschrieben und sie drauf hingewiesen, dass ich mit der restlichen Forderung nicht einverstanden bin, und auch die Gründe dafür genannt (keine Mahnung bzw. keinen Gesamtbetrag inkl. Bankrücklastkosten, diese variiren halt, bekommen; sowie, dass ich über die Folgen des Zahlungsverzuges nicht informiert wurde).
Dann kamm von Inkasso: "Der Verzug ist zum einem aufgrund §242 BGB eingetreten. Demnach ist eine Mahnung entbehrlich, wenn der Schuldner, wie er weiß, eine falsche oder ffehlerhafte Leistung erbracht hat, die geschuldete Leistung aber nicht bewirkt. Die Verzugszinsen sind gemäß § 288 BGB ebenfalls zu erstatten. Der Gläubiger kann Zinsen aus anderen Rechtsgründen geltend machen. Andere Gründe sind zum einen Anlagezinsen asl auch insbesondere Kreditzinnsen. Die Kosten unserer Inanspruchnahme rechtfertigen sich aufgrund des eindeutig vorliegenden Zahlungsverzugs." dann das Übliche... inkl. Forderungsaufstellung abzüglich geleistete Zahlung und zuzüglich der Zinsen, die bis zu dem Tag angefallen waren.
Daraufhin habe ich die Zinsen Pi mal Daumen 0,80 Euro an den Lieferanten überwiesen und anschließend das Schreiben, welches ich in meinem ersten Beitrag genannt habe abgeschickt: "hiermit weise ich die Forderung mangels Vorlage der Gläubigervollmacht bzw. Abtretungsurkunde (§§ 174, 410 BGB) zurück. Des Weiteren besteht keine offen Forderung."
Die Vollmacht liegt nun im Original vor und ich weiß nicht, wie ich weiter vorgehen kann.
 

Inkasso

Super-Moderation
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"hiermit weise ich die Forderung mangels Vorlage der Gläubigervollmacht bzw. Abtretungsurkunde (§§ 174, 410 BGB) zurück
Durch das - vor Einforderung der Vollmacht - Zuschicken der Ktoauszugskopie hast du die Legitimation qwasi anerkannt ;)

Die HF plus Stornogebühren sind zweckgebunden beglichen
Die Wahrscheinlichkeit das es expl wg Inkassogebühren zur Klage kommt sind sehr gering
Die meisten Gerichte dezimieren Inkassogebühren erheblich bzw streichen sogar komplett

AG Osnabrück
Az.: 44 C 307/00
Verkündet am: 11.01.2001
Ein Anspruch auf Ersatz der Inkassokosten besteht nicht. Nach ständiger Rechtsprechung des
Gerichts werden Inkassokosten nicht als Verzugsschaden anerkannt, wenn ein Schuldner auf Mahnungen nicht zahlt.
Die Tätigkeit des Inkassobüros erschöpft sich nur darin, den Schuldner zur Zahlung aufzufordern.
Durch Einschaltung eines Inkassobüros entstehen demnach nur zusätzliche Kosten.
Nach § 254 BGB hat der Gläubiger vielmehr sofort einen Rechtsanwalt einzuschalten
(wie hier OLG Düsseldorf OLGZ 87, 494; OLG Karlsruhe Rechtspfleger 87, 422; OLG Dresden NJW-RR 94, 1939).
******
(AG Berlin Mitte vom 01.09.2009
Geschäftsnr. 8 C 118/09)
“Auch wenn sich der Beklagte zum Zeitpunkt der Beauftragung des Inkassoinstitus am 09.02.2009 in Zahlungsverzug befunden hat,
kann die Klägerin Schadenersatz nicht beanspruchen, den der Anspruch ist unter dem Gesichtspunkt des Verstoßes gegen die
Schadensminderungspflicht gemäß §254 BGB ausgeschlossen….
Ein Gläubiger darf sich zur Betreibung einer Forderung nur der Mittel bedienen, die der Rechtsverfolgung zweckdienlich sind,
wenn er die damit verbundenen Kosten mit Erfolg vom Schuldner ersetzt verlangen will.Ein Inkassobüro verfügt aber nicht über Möglichkeiten,
die denen des Gläubigers überlegen wären.
*****
AG Zossen: Az. 2 C 229/06 vom 13.12.2006
Kosten eines Inkassounternehmens nicht erstattungsfähig
Das Amtsgericht Zossen hat entschieden, dass ein Gläubiger, der zunächst ein Inkassounternehmen mit dem Einzug
seiner Forderung beauftragt, bevor er anschließend den Schuldner auf Zahlung verklagt, nicht den Ersatz der Kosten des Inkassounternehmens verlangen könne.
Das Gericht argumentierte, dass zwar der Schuldner, der sich - etwa in Folge einer Mahnung - in Zahlungsverzug befindet, dem Gläubiger sämtliche Kosten zu erstatten habe,
die diesem durch die erforderliche Rechtsverfolgung entstehen. Zu diesen erforderlichen Rechtsverfolgungskosten zählten jedoch nicht die
Kosten eines Inkassounternehmens. Statt ein Inkassounternehmen zu beauftragen könne der Gläubiger genauso gut sofort ein gerichtliches Mahnverfahren einleiten,
wodurch die Kosten des Inkassounternehmens eingespart werden.
Das Verfahren wurde an die 6. Zivilkammer Az. 6 S 2/07 (LG Potsdam) abgegeben und endete mit Berufungsrücknahme (Beschluss vom 07.06.2007).
*****
AG Krefeld
6 C 407/06 vom 29.08.2006
Die Klägerin hat gegen den Beklagten einen Anspruch auf Zahlung von 9 € als Verzugsschaden.
Die Klägerin hatte den Beklagten nach Fälligkeit drei Mal gemahnt, je Mahnung hält das Gericht einen Betrag von 3 € angemessen.
Soweit die Klägerin auch Inkassokosten als Verzugsschaden geltend macht, war die Klage abzuweisen.
Denn bezüglich der geltend gemachten Inkassokosten ist die Klage nicht schlüssig.
Gerichtsbekannt wird oftmals auch dann vorgerichtlich ein Rechtsanwalt eingeschaltet, wenn bereits zuvor ein Inkassounternehmen beauftragt
worden war. Dies kann auch durchaus sinnvoll sein, weil der durchschnittliche Bürger gegenüber einem Schreiben von einem Rechtsanwalt anders
reagiert als gegenüber demjenigen eines Inkassounternehmens, denn bekanntermaßen hat der Rechtsanwalt, der ein Organ der Rechtspflege darstellt,
eine umfassendere Prüfung des Anspruchs anzustellen. Die Inanspruchnahme eines Rechtsanwaltes kann dementsprechend auch in derartigen Fällen nicht als Verstoß gegen die Pflicht zur Schadensminderung angesehen werden. Vielmehr sind in solchen Fällen – eine Erstattungsfähigkeit beider Positionen nebeneinander kommt ersichtlich nicht in Betracht – die Kosten für die Einschaltung des Inkassounternehmens nicht ersatzfähig.
Nach Ansicht des Gerichts kann jedoch auch dann nichts anderes gelten, wenn es im konkreten Fall nicht zu einer vorgerichtlichen Tätigkeit eines
Anwaltes kommt, denn dies ist vorab nicht absehbar. Wenn daher ein Gläubiger ein Inkassounternehmen beauftragt, um seine Forderungen schnell
durchsetzen zu können, so geschieht dies daher generell auf sein eigenes Kostenrisiko.
*****
AG Bochum Urteil 75 C 187/06 v. 06.10.2006
Ein Unternehmen hat grundsätzlich keinen Anspruch auf Erstattung von Inkassokosten. Bei Inkassokosten handelt es sich um Eigenaufwand des Unternehmens.
Dieser kann nicht dadurch erstattungsfähig werden, dass das Unternehmen mit der Einziehung von Außenständen einen Dritten beauftragt. (tku)
BGB § 254, BGB § 280, BGB § 286 Abs. 1, BGB § 286 Abs. 3
Das AG Bochum hatte mit Urteil vom 6.10.2006 (75 C 187/06, JurBüro 2007, 91) über geltend gemachte Inkassokosten zu entscheiden.
Dabei kam es zu dem Ergebnis, dass Inkassokosten einen grundsätzlich nicht erstattungsfähigen Aufwand des Kaufmanns darstellten.
Es gehöre zum täglichen Geschäft des Kaufmanns, sich um Außenstände selbst zu kümmern.
Durch eine Verlagerung dieser Tätigkeit auf Dritte könne man die Nichterstattungsfähigkeit nicht umgehen.
*****
AG Jever vom 21.08.97 AZ.: 5 C 368/97
AG Cottbus vom 18.05.99 AZ.: 38 C 455/98
Ein Gläubiger verstößt gegen die Schadensminderungspflicht, wenn er nach
erfolglosen Mahnungen ein Inkassounternehmen mit der Geltendmachung seines
Anspruchs beauftrag und kann deshalb in einem späteren Klageverfahren die
durch das Inkassounternehmen entstandenen Kosten nicht verlangen
*****
AG Wiesbaden 92 C 3458/07 - 22 - vom 15.11.2007
"Die Klage war hinsichtlich der geltend gemachten Inkassokosten in Höhe von 130,50 € abzuweisen.
Innkassokosten sind dann nicht erstattungsfähig, wenn der Gläubiger geschäftserfahren ist und die Sache aus der Sicht zum
Zeitpunkt der Einschaltung des Dritten zu Inkassozwecken keine besonderen Schwierigkeiten aufwies.
Eine Erstattungspflicht für eigene Aufwendungen des Gläubigers besteht nur insofern, als ein wirtschaftlich denkender Mensch
bei der Betrachtung ex ante (im Zeitpunkt der Einschaltung des Inkassobüros) diese für notwendig halten durfte.
Das Überwachen von Zahlungspflichten und die Übersendung von Mahnungen sind einfachste kaufmännische Tätigkeiten,
die zum eigenen Pflichtenkreis der Klägerin gehören. Ein beachtenswertes Interesse, diese Tätigkeiten auf eine andere Rechtsperson
zu verlagern
*****
LG Cottbus, Beschl. v. 25.10.2004 – 10 T 36/04
Zur Beitreibung einer Forderung bedarf es nicht der Inanspruchnahme eines Inkassobüros; Inkassokosten sind daher
aus dem Grunde der Schadensminderungspflicht nicht erstattungsfähig.
Die darüber hinaus geltend gemachten Inkassokosten hält die Kammer jedoch – in ständiger Rechtsprechung – für nicht ersatzfähig,
weil sie bei Beachtung der sich aus § 254 BGB ergebenden Schadensminderungsobliegenheit vermeidbar gewesen wären.
Ein Gläubiger darf sich zu der Beitreibung einer Forderung nur derjenigen Mittel bedienen, die der Rechtsverfolgung zweckdienlich sind,
wenn er die damit verbundenen Kosten mit Erfolg vom Schuldner ersetzt verlangen will.
Ein Inkassobüro verfügt nicht über Möglichkeiten, die diejenigen des Gläubigers gegenüber als
erweitert angesehen werden können. Es hat keinerlei legale Machtmittel, die beizutreibende Forderung zu realisieren.
Mehr, als eine Forderung anzumahnen, kann auch das Inkassobüro nicht tun.
*****
AG Wedding, Urteil vom 24.10.01 - 20 C 104/01 -
Der Klägerin steht darüber hinaus auch kein Anspruch gegen den Beklagten auf Zahlung von 87 DM vorgerichtlicher Inkassokosten aus § 286 Abs. 1 BGB zu.
Denn die Klägerin ist ihrer diesbezüglichen Schadensminderungspflicht nach § 254 Abs. 2 BGB nicht nachgekommen. Angesichts der dauernden
Leistungsverweigerung des Beklagten, u.a. auch auf Schreiben der Klägerin vom 14.4. 2000 hin sowie nach Einschaltung des Mietervereins,
welcher für den Beklagten unter dem 19.4.2000 die Weigerung der Betriebskostennachzahlung ohne nachträgliche Begründung erklärte, durfte die
Klägerin diesbezüglich keine weiteren Kosten verursachen. Es ist nicht ersichtlich, dass sie davon ausgehen durfte, dass der Beklagte durch die
Beauftragung eines Inkassobüros zahlungswillig würde. …
*****
Urteil des LG Berlin, AZ: 20 0 63/95 heißt es:
Die Kosten fürs Inkassobüro trägt d. Gläubiger.
Wer Schulden hat und sofort durch ein Inkassobüro zur Zahlung aufgefordert wird, braucht die sehr teuren Gebühren nicht zu bezahlen. Mit der Beauftragung des Inkassobüros hat d. Gläubiger es sich zu leicht gemacht und gegen seine Schadensminderungspflicht verstoßen.
Er hätte den Betrag erheblich kostengünstiger per Mahnbescheid anfordern können.
*****
Amtsgericht Bad Homburg (MDR 10 1983 Seite 840), wonach ein Gläubiger, der einen kaufmännisch organisierten Betrieb hat,
gegen die Schadensminderungspflicht verstößt, wenn er die Einziehung von Forderungen einem Inkassoinstitut überträgt
*****
OLG Düsseldorf AZ: 5 U 28/96 kann alleine ein bloßes Schweigen des Schuldners noch nicht den begründeten Eindruck hervorrufen, der Schuldner werde nach Beauftragung eines Inkassobüros zahlen
oder in weiterem Umfang Zahlungen leisten. Ein bloßes Schweigen des Schuldners auf Zahlungsaufforderung kann vielmehr damit gedeutet werden, daß der Schuldner nicht zahlen kann oder zahlen will und deshalb Zeit gewinnen möchte,
folglich auch durch Inkaufnahme eines aussichtslosen Prozesses ( Entscheidung vom19.09.1996, AZ: 5 U 28/96 ). -
*****
OLG Köln, Urteil vom 03.04.2006, Az. 16 U 65/05
Keine Erstattungsfähigkeit von Inkassokosten als vorgerichtliche Mahnkosten, wenn Notwendigkeit gerichtlicher Geltendmachung absehbar ist
Das UN-Kaufrecht stellt an die Notwendigkeit der Einschaltung eines Inkassobüros zur Schadensminderung strenge Anforderungen.
Bei einem Verzug des Käufers sind gem. Art. 74 CISG die Kosten für die Beauftragung eines Inkassobüros oder eines Rechtsanwalts mit der außergerichtlichen Geltendmachung des Kaufpreises in der Regel nicht erstattungsfähig.

AG Saarbrücken v. 11.08.1998 Az.: 36 C 44/98, Erstattung der Inkassokosten BGB §§ 286, 254
Beauftragt ein Unternehmen oder sonst ein Berufsangehöriger oder eine Einrichtung mit hinreichender Geschäftserfahrung
ein Inkassobüro mit der Einziehung einer Forderung, so besteht gegen den Schuldner, wenn nachträglich noch ein Rechtsanwalt
beauftragt werden mußte, im allgemeinen kein Anspruch auf Ersatz der Inkassobürokosten. (OLG Dresden, Urteil vom 01.12.1993 - 5 U 68/93 ...
Allerdings : Auch wenn nicht geklagt wird werden die kommenden Briefe evtl sehr nervend sein - Kommt auf das Nervenkostim sein
Willst Du schnell Ruhe dann zahl den rest
20 € ist noch tolerierbar
 

Traum

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Ich bin mit der restlichen Forderung nicht einverstanden und möchte mich, soweit es geht, wehren.
Was meinst du, soll ich auf das letzte Schreiben von Inkasso reagieren oder das Mahnbescheid abwarten und dann Wiederspruch einlegen?
Kennst du dich mit den Kosten aus, die dann zusätzlich entstehen? So wie das aussieht, wird es meine erste Erfahrung sein...
 

Traum

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Wollte nur dazu sagen, dass die Inkassovolmacht mit 12.04.2010 datiert ist. Vielleicht ändert das was?
 

Inkasso

Super-Moderation
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Du kannst z.b abwarten und nichts machen !
Reagieren solltest Du spätestens bei einem gerichtlichen MB
mit fristgem Widerspruch vollumfänglich und begründungslos
Diesen Widerspruch nicht zurückziehen

Folgendes maximale Szenario ist m.M möglich wenn lediglich die Inkassogebühren eines extern beauftragten IBs offen sind :

2 oder3 Briefe vom Inkasso plus evtl Telefoninkasso plus 1 oder 2 Briefe des angeschlossenen Hausanwaltes. In seltenen Fällen wird ein Mahnbescheid beantragt. Diesen würde ich fristgem vollumfänglich UND begründungslos widersprechen.Diesen Widerspruch dann nicht wieder zurückziehen Eine erfolgreich durchgezogenen Klage expl wg Inkassogebühren eines ext beauftraften Inkassobüros ist mir nicht bekannt und aus wirtschaftlichen Gründen absurd.
 

Traum

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Danke für die Unterstützung!
Dann warte ich mal ab was kommt...
 
E

ExitUser

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@Inkasso, ich möchte mich bei die auch für deine Unterstützung bedanken.

Ich habe die Forderung zurückgewiesen, mal sehen was jetzt passiert.
 
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