Infoveranstaltung (Kleiner Bericht)

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Ein Hartzianer

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Hallo Mitstreiter,
nun ist auch bei mir eine Einladung zu einer Infoveranstaltung
über Zalando eingelaufen.
Selbstverständlich mit Sanktionsandrohung.
Hatte zwar vorher gegen Empfangsbestätigung ärztliche Bescheinigung
vorgelegt, daß ich wg. gesundheitlicher Gründe keine Schichtarbeit machen
kann, zum Infotermin lag (und liegt) aber keine Rückmeldung vor.

Ich also um keine Sanktion zu riskieren und aus Neugier da hin. :icon_kinn:
Zuerst wurde ein Werbefilm gezeigt, wie toll ja doch die Arbeit da wäre,
die Belegschaft wäre eine ach so tolle Gemeinschaft und was man dort
erst an Karriere machen könnte ! :icon_twisted:

Danach kamen noch so einige Punkte, wie z.B. das den Probearbeitern
Sicherheitsschuhe bereitgestellt werden, die jedoch nicht etwa neu sind,
nur aufgearbeitet. Was immer das heissen mag.
Dann gab es noch die Info, daß dort ein einheitlicher Dresscode
einzuhalten wäre, sowie einen Hinweis auf die dort wohl täglich stattfindende
CHAKKA ! Veranstaltung. Obendrein scheint dort auch die nahezu
perfekte Beherrschung von DEnglisch üblich zu sein.

Mir standen die Haare zu Berge.

Dann kamen die für mich interessanten Fragen.
Eine davon war natürlich die Bezahlung. Sie liegt bei 8,50€/Stunde,
der Durchschnittslohn für Lagerarbeiter liegt zum Vergleich bei
11,30€/Stunde (West natürlich). Man muß ja schließlich auch
zu Westpreisen leben.

Schicht- und sonstige Zuschläge soll es auch geben, allerdings (teils ?)
nur bei freiwilliger Mitarbeit. Bei Regulärdienst scheinen diese
nicht vorgesehen zu sein. Während der Probearbeit laufen
Fragen wie Fahrkosten über einen Maßnahmeträger.
Zudem bekam ich den Eindruck, das JC unterhält bei Z.
ein eigenes Büro. Würde mich jedenfalls nicht wundern.

Nachdem diese Punkte abgehandelt waren, stellte jemand die Frage
nach der Bezahlung in der Probearbeit. Dazu kam in rüdem Ton
von der dort auch anwesenden Jobcenter-MA:
"Sie erhalten ALG II, Z. bezahlt nichts,
sonst würde ihr Anspruch wegfallen."
Auf meinen Einwurf, dazu gäbe es die Probezeit, kam keine Antwort.
Zum Schluß wurden noch Zuweisungen zur Probearbeit verteilt,
die unterschrieben werden sollten. Natürlich tat ich dies nicht.
Habe sie kommentarlos eingesteckt.

Nachlesen könnt ihr sie bei Interesse im Anhang.

Nachtrag zum Dresscode: Probearbeiter bekommen die
dort üblichen Pullis natürlich nicht. Die "dürfen" also nicht nur
für lau da arbeiten, sondern sich auch die eigenen Klamotten versauen.
Wir habens ja. :icon_evil:
 

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G

Gelöschtes Mitglied 30227

Gast
Also willste dann Widerspruch und aW gegen die Zuweisung einlegen?
 
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Für aW wird wohl zu eng, geht ja schon in ein paar Tagen los, würde mitmachen, mich dumm anstellen, und wenn möglich a bissl Spionage betreiben wies dort abgeht und dann den zuständigen zukommen lassen.........
 

Ein Hartzianer

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Hatte vorher belegt, daß meine Gesundheit das nicht hergibt.
Abgabebestätigung liegt auch vor. Frage beim JC noch mal nach,
ob entsprechende SB den Schrieb auch bekommen hat.
Lasse mir die Antwort natürlich schriftlich geben.

Selbst wenn da ein Sanktionsversuch kommt,
dürfte das JC nicht unbedingt damit durchkommen.

Attest ist Attest. :icon_evil:

Erstmal abwarten. :icon_pause:
 
G

Gelöschtes Mitglied 30227

Gast
Im Moment hast du die Zuweisung und bist verpflichtet da hin zu gehen. Lasst dir dann schriftlich geben das die Zuweisung aufgehoben wird.

Ich würd ja gern Widerspruch und aW machen. Zuweisung in eine Maßnahme der Eignungsfeststellung mit nur einer monatlichen Probearbeit bei nur einem Arbeitgeber. Ob Zalando oder Amazon - immer druff da.
 

Ein Hartzianer

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Im Moment hast du die Zuweisung und bist verpflichtet da hin zu gehen. Lasst dir dann schriftlich geben das die Zuweisung aufgehoben wird.
Wird Montag erledigt.
Ich würd ja gern Widerspruch und aW machen.
Erstmal Ahnung davon haben... :confused:
Jedenfalls ist die ganze Geschichte dermaßen eng angelegt, daß
jegliches Vorgehen dagegen verpufft.
Zuweisung in eine Maßnahme der Eignungsfeststellung mit nur einer monatlichen Probearbeit bei nur einem Arbeitgeber. Ob Zalando oder Amazon - immer druff da.
Ja, vor allem auch noch unbezahlt !
 

gelibeh

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Ich würd ja gern Widerspruch und aW machen. Zuweisung in eine Maßnahme der Eignungsfeststellung mit nur einer monatlichen Probearbeit bei nur einem Arbeitgeber. Ob Zalando oder Amazon - immer druff da.
So komm ich auch an billige Arbeitskräfte. Und das soll alles so rechtens sein?
 

Ein Hartzianer

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Nach Ansicht des Mobcenters ja.
Im EP hatte ich ja bereits beschrieben, wie Kritik daran behandelt wird.

Ein paar Feinheiten hatten wir auch schon mal hier behandelt.
Genau in diesen Sumpf bin ich reingeraten. :icon_neutral:
 
G

Gelöschtes Mitglied 41016

Gast
Während der Probearbeit laufen
Fragen wie Fahrkosten über einen Maßnahmeträger.
Sieht für mich fast aus wie ANÜ. Erlaubnis der AfA vorhanden?

Nachtrag zum Dresscode: Probearbeiter bekommen die
dort üblichen Pullis natürlich nicht. Die "dürfen" also nicht nur
für lau da arbeiten, sondern sich auch die eigenen Klamotten versauen.
Wir habens ja. :icon_evil:
Versuch doch mal Kostenerstattung für Arbeitskleidung zu beantragen. :icon_party:

Ja, vor allem auch noch unbezahlt !
Mal beim Zoll anrufen, Verdacht auf Schwarzarbeit. :biggrin:
 

gismo41

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Das ist Zwangsarbeit und verboten .Probearbeiten wo kommen wir denn dahin? Es gibts die gesetzliche Probezeit , das hätte ich lautstark dort geäußert . Was ist wenn dort ein Unfall eintritt ? Greift dann die gesetzliche Unfgallversicherung .

Das sind ja Methoden wie 1933 . Ich wäre dort nicht alleine aufgeschlagen ,sondern hätte Beistände mitgenommen. Fragt dort bitte am Montag ,wenn du da doch aufschlägst nach dem Arbeitsschutzgesetze nach .Ich würde dort nicht ein Finger krum machen .
Ich habe schon seit Jahren bei Amazon nicht mehr bestellt ,und werde ich auch nicht mehr tun. Wunder mich laufend warum ich laufend von Amazon ,wegen Angebote angeschrieben werde. :icon_confused:
Ich schreibe denen mal eine nette Email ,ebenso Zalando .Vielleicht sollten wir in massen , die Geschäftsführer von Zalando und Amazon deswegen anschreiben , damit der exkrement mit der Ausbeutung dort Schluss ist.:icon_motz:
 

Ein Hartzianer

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Du wirst lachen, grade wegen dieses großen Sklavenangebots
hat sich Z. hier erst angesiedelt. Die örtliche Busgesellschaft hatte
eine Buslinie dahin eingerichtet unter der Bedingung, daß es sich wg.
der Fahrgastzahlen auch lohnt. Nuja, die Busse fahren aber so, daß
einer 20min. vor und 2 Stunden nach Schichtende fährt. Egal bei
welcher Schicht, und da wird 3-Schicht gefahren.
Du kommst da also nur per eigenem Auto oder Fahrgemeinschaft
hin oder weg. Sehr motivierend. :icon_motz:

Nachtrag: Diese Jobs sind außerdem nur und exclusiv über das
örtliche JC zu bekommen, incl. über einen Maßnahmeträger
laufender Probearbeit. Verpackt als Eingliederungsmaßnahme.
 

Franka Norente

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Nachdem diese Punkte abgehandelt waren, stellte jemand die Frage nach der Bezahlung in der Probearbeit. Dazu kam in rüdem Ton von der dort auch anwesenden Jobcenter-MA:
Auf meinen Einwurf, dazu gäbe es die Probezeit, kam keine Antwort.
Zum Schluß wurden noch Zuweisungen zur Probearbeit verteilt,
die unterschrieben werden sollten. Natürlich tat ich dies nicht.
Habe sie kommentarlos eingesteckt.

Wie haben denn die anderen Mitstreiter reagiert? Ich war mal bei "so einer" Veranstaltung und war entsetzt wie angepassst und unterwürfig die Leute waren. Die haben Applaus gespendet (nicht ironisch) als der Vortrag beendet war.
 

Ein Hartzianer

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Franka Norente äußerte:
Wie haben denn die anderen Mitstreiter reagiert? Ich war mal bei "so einer" Veranstaltung und war entsetzt wie angepassst und unterwürfig die Leute waren. Die haben Applaus gespendet (nicht ironisch) als der Vortrag beendet war.
Zwei Leute außer mir wußten wohl, daß das Ganze eine heikle Angelegenheit ist.
Einer fragte ja auch unter Hinweis auf einen §§ im BGB nach der Bezahlung
der Probearbeit. Leider habe ich diesen § nicht, konnte ich mir in der Hektik
dort auch nicht notieren. :icon_sad:

Dann habe ich selbst der JC-Tante gesagt, es geht bei mir gesundheitlich nicht,
damit bekam ich zwar den Zuweisungszettel, aber nur das Fahrgeld zum MT
zurück. Alle weitere Info zu Schuhgröße (es sollten ja aufgearbetete
Sicherheitsschuhe bereitgestellt werden), und ähnliches wollten die
von mir nicht mehr haben.
Auch die Geschichte mit dem Sozialticket lief an mir vorbei.
Dieses sollte es geben, um überhaupt zu Z. zu kommen.
Ebenso bekam ich auch das Infopaket (Busfahrzeiten, etc.) nicht.

Die Übrigen haben fast alle unterschrieben. Was aus den Kundigen wurde,
kann ich leider nicht sagen. Wollte da nur noch weg.

[Edith:] @paulchen111, danke für das Filmchen, hätte es für die
Infoveranstaltung gebrauchen können. :biggrin: [/Edith]
 
G

Gelöschtes Mitglied 41016

Gast
Einer fragte ja auch unter Hinweis auf einen §§ im BGB nach der Bezahlung
der Probearbeit. Leider habe ich diesen § nicht, konnte ich mir in der Hektik
dort auch nicht notieren. :icon_sad:

Das müsste dann einer von diesen beiden gewesen sein:
§ 138 Sittenwidriges Rechtsgeschäft; Wucher
(1) Ein Rechtsgeschäft, das gegen die guten Sitten verstößt, ist nichtig.
(2) Nichtig ist insbesondere ein Rechtsgeschäft, durch das jemand unter Ausbeutung der Zwangslage, der Unerfahrenheit, des Mangels an Urteilsvermögen oder der erheblichen Willensschwäche eines anderen sich oder einem Dritten für eine Leistung Vermögensvorteile versprechen oder gewähren lässt, die in einem auffälligen Missverhältnis zu der Leistung stehen.

§ 611 Vertragstypische Pflichten beim Dienstvertrag
(1) Durch den Dienstvertrag wird derjenige, welcher Dienste zusagt, zur Leistung der versprochenen Dienste, der andere Teil zur Gewährung der vereinbarten Vergütung verpflichtet.
(2) Gegenstand des Dienstvertrags können Dienste jeder Art sein.
 
G

Gelöschtes Mitglied 30227

Gast
https://www.arbeitsrechte.de/fileadmin/Dokumente/Urteile/Urteil_LAGSH_4-Sa-11-05_vom_17-03-2005.html

Der Beklagte möchte mit dem Hinweis auf die behauptete Vereinbarung eines unentgeltlichen Praktikums diese Rechtsbeziehung aus dem Arbeitsrecht lösen. Ihm ist zuzustimmen, dass es grundsätzlich denkbar ist, auf der Grundlage der Vertragsfreiheit zu einer Vereinbarung zu gelangen, wonach sich ein potentieller zukünftiger Arbeitnehmer im Betrieb aufhält, ohne dafür eine Gegenleistung zu erhalten. Es handelt sich dabei um ein so genanntes „Einfühlungsverhältnis“ (vgl. zum Begriff: LAG Bremen, Urt. v. 25. Juli 2002, 3 Sa 83/02, in: LAG Report 2002, S. 357; LAG Hamm, Urt. v. 24. Mai 1989, 15 Sa 18/89, in: BB 1989, S. 1759).


Das Einfühlungsverhältnis verfolgt einen sehr ähnlichen Zweck wie das Probearbeitsverhältnis. Auch hier haben die Vertragsparteien das Bedürfnis, die Voraussetzungen der Zusammenarbeit zu klären, bevor sie sich endgültig binden. Unterstellt man den Vortrag des Beklagten als wahr, so war dies auch sein Ziel. Auch beim so genannten „Einfühlungsverhältnis“ haben die Vertragsparteien das Bedürfnis, die Voraussetzungen der Zusammenarbeit zu klären, bevor sie sich endgültig binden (Preis/Kliemt/Ulrich, AR-Blattei SD, Probearbeitsverhältnis, Rdnr. 22). Dem Arbeitnehmer soll Gelegenheit gegeben werden, sich mit den betrieblichen Verhältnissen vertraut zu machen, insbesondere soll er seinen Arbeitsplatz kennen lernen. Das Einfühlungsverhältnis ist kein echtes Arbeitsverhältnis, sondern ein loses Rechtsverhältnis eigener Art. Der Arbeitnehmer wird in den Betrieb aufgenommen, ohne seinerseits Pflichten zu übernehmen. Er unterliegt während dieser Zeit lediglich dem H... srecht [Hausrecht?], nicht aber auch dem Direktionsrecht des Arbeitgebers. Er muss regelmäßig keine bestimmte Arbeitszeit einhalten und ist auch nicht zur Arbeitsleistung verpflichtet (LAG Hamm, Urt. v. 24. Mai 1989, a. a. O.; LAG Bremen, Urt. v. 25. Juli 2002, a. a. O., unter 2. a. der Gründe). Zur Vergütungszahlung ist der Arbeitgeber nur verpflichtet, wenn eine entsprechende ausdrückliche Vereinbarung getroffen wurde. Dies gilt selbst dann, wenn der Arbeitnehmer verwertbare oder nützliche Tätigkeiten verrichtet hat. Man kann es deshalb als unverbindliche Kennenlernphase bezeichnen (Preis/Kliemt/Ulrich, a. a. O.).




Der Beklagte kann sich auch nicht darauf berufen, auch im Rahmen eines Arbeitsverhältnisses sei eine unentgeltliche Tätigkeit vereinbar, weil dies nicht gegen zwingendes Gesetzesrecht, insbesondere nicht gegen ein gesetzliches Verbot verstoße. Insoweit ist darauf hinzuweisen, dass im Rahmen eines echten Arbeitsverhältnisses – sei es auch nur in Form eines Probearbeitsverhältnisses – der Schutzzweck des Arbeitsrechts es verbietet, mit dem Arbeitgeber Vereinbarungen zu treffen, wonach der Arbeitnehmer sich zwar verpflichtet, für ihn weisungsabhängig tätig zu sein, der Arbeitgeber allerdings keine Gegenleistung erbringt. Zwar schließt § 612 BGB nicht aus, unentgeltliche Dienstleistungen zu vereinbaren. Die Vereinbarung eines Arbeitsverhältnisses führt jedoch stets zu einer Vergütungspflicht (ErfK-Preis, § 612 Rdnr. 1 a. E.). Nur dann, wenn keine Verpflichtung zu Erbringung der Arbeitsleistung besteht (Einfühlungsverhältnis), ist die Unentgeltlichkeit nicht zu beanstanden.

§ 612 BGB Vergütung - dejure.org

(1) Eine Vergütung gilt als stillschweigend vereinbart, wenn die Dienstleistung den Umständen nach nur gegen eine Vergütung zu erwarten ist.
 

Ein Hartzianer

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Also verstehe ich es richtig, selbst wenn der ganze Papierkram
(vermutlich läuft auch der Probearbeitsvertrag über den Maßnahmeträger
und nicht über Z.) als Eingliederungsmaßnahme läuft, wäre Z.
zu einer Bezahlung verpflichtet ? Bzw. der Maßnahmeträger ?

Langsam verliere ich den Überblick...

EDIT: Wie sähe der Fall aus, wenn im Probearbeitsvertrag drinsteht,
die PA wäre unentgeltlich ? Damit hätte man sich ja auch vertraglich verpflichtet,
auf sein Geld zu verzichten... Fragen über Fragen.

Wegen der im EP erwähnten Gesundheitsgeschichte
muß ich heute eh noch mal zum JC.
Drückt Däumchen................................................................
 

Paolo_Pinkel

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Dieses Modell scheint seit Amabzock Schule zu machen. Das Problem ist, dass wir uns hier nicht mehr nur im Sozialrecht befinden, sondern auch im Arbeitsrecht. Du hast aber geschrieben, dass das JC das als Eingliederungsmaßnahme verkauft. Auf welchen § berufen die sich da explizit? Um das aber abschließend zu klären wäre es wohl unumgänglich, dass man so einen Fall mal vor das Gericht zerrt, denn hier wir systematisch versucht die Probezeit zu umgehen und den Elo um seinen ordentlichen Lohn (wenn man überhaupt davon sprechen kann) zu prellen. Vielleicht, und das halte ich für die beste Idee, solltest du - Hartzianer - heute mal bei Ver.di anrufen und mal nachfragen, ob das ok ist. Vielleicht sagen die dir - auch als Nichtmitglied was -, wenn die von diesen Verstrickungen erfahren?
 
G

Gelöschtes Mitglied 41016

Gast
Also verstehe ich es richtig, selbst wenn der ganze Papierkram
(vermutlich läuft auch der Probearbeitsvertrag über den Maßnahmeträger
und nicht über Z.) als Eingliederungsmaßnahme läuft, wäre Z.
zu einer Bezahlung verpflichtet ? Bzw. der Maßnahmeträger ?

Langsam verliere ich den Überblick...
Die (arbeitsrechtlich) entscheidende Frage ist, ob du dem Weisungsrecht des AG unterliegst.
Bist du nur dort, um dir den Laden mal anzusehen und die innerbetrieblichen Abläufe kennenzulernen, dann ist das ein sog. Einfühlungsverhältnis (siehe Post #16 von swavolt). Du kannst/darfst dann etwas arbeiten, bist aber nicht dazu verpflichtet.
Bekommst du aber konkrete Arbeitsanweisungen (dazu gehören auch verbindliche Arbeitszeiten), dann ist das ein Arbeitsverhältnis und du hast Anspruch auf den üblichen Lohn, welchen du dann auch einklagen kannst.

EDIT: Wie sähe der Fall aus, wenn im Probearbeitsvertrag drinsteht,
die PA wäre unentgeltlich ? Damit hätte man sich ja auch vertraglich verpflichtet,
auf sein Geld zu verzichten... Fragen über Fragen.
Im Falle eines Einfühlungsverhältnisses (siehe oben) ist das zulässig und wirksam, im Falle eines Arbeitsverhältnisses sittenwidrig (BGB §138 > Post #15) und damit unwirksam, außerdem auch strafrechtlich relevant: Lohnwucher ---> StGB §291.

Soweit die rein arbeitsrechtliche Betrachtung. Durch das Zusammenspiel mit dem Sozialrecht wird's komplizierter, aber ich persönlich würde hier dem Arbeitsrecht stärkeres Gewicht beimessen, da es sich ja um regläre Arbeit handelt (im Gegensatz z.B. zum Ein-Euro-Job).
Rechtssicherheit gibt's wohl erst, wenn das mal jemand gerichtlich klären lässt.

Wie ich weiter oben schon geschrieben habe, könnte man in einem solchen Fall auch mal beim Zoll nachfragen wegen Verdacht auf Schwarzarbeit ---> reguläre Arbeit, keine Zahlung von Steuern und Sozialbeiträgen.
Wenn die Herrschaften vom Zoll dann zu der selben Ansicht kommen, hätte man auch gleich was gegen das JC in der Hand :biggrin: ---> Beihilfe zur Hinterziehung von Steuern und Sozialbeiträgen: AO §370 & StGB §27 & §266a.
 

hartaber4

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Nach einem Bericht der SZ (Thomas Öchsner) seien unter den Fällen bei SG Berlin auch mehr und mehr Klagen gegen Arbeitgeber, die versuchten, mit bemerkenswerter Kreativität an der sozialen Absicherung ihrer Arbeitnehmer zu sparen. "Erhebliche Teil des Arbeitsmarkts werden bewusst an der Sozialversicherung vorbei organisiert", kritisiere Sabine Schudoma, Präsidentin des SG Berlin.

Die juristische Presseschau vom 11. Januar 2013: Rundfunkbeitrag vor Gericht



Hatte es am Freitag (11.01.13) in der SZ gelesen.... Artikel:

-Auf Kosten der Arbeitnehmer- (Wirtschaft)

konnte den online leider noch nicht finden.
 

Ein Hartzianer

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Hallo Gemeinde, erstmal eine kurze Info:
Meine Gesundheitsgeschichte ist vom Amt anerkannt, habs schriftlich. :icon_daumen:

@Paolo Pinkel: Die §§ stehen in der Kopie der Zuweisung, siehe Eingangspost. :icon_smile:
@all: Vielleicht hilft es, wenn ich mal die ganzen Zusammenhänge
so weit ich Bescheid weiss, aufdrösel.

JC lädt zu Infoveranstaltung ein, wo ein Mitarbeiter von Z.
den Laden vorstellt und etwas zur Arbeit dort erklärt.
Der Maßnahmeträger stellt dafür die Räumlichkeiten und
regelt die Fahrkostenfragen zur Infoveranstaltung, wie auch zu Z.
Einigen Berichten zufolge und einiger Anspielungen bei der
Infoveranstaltung hat das JC auch bei Z. jemanden zu sitzen.

Ob der Probearbeitsvertrag mit Z., dem JC oder der Maßnahmebude
zustande kommt, kann ich momentan nicht sagen.

Bei einem Vertrag mit Z. wäre die Sache klar, das wäre eindeutig Arbeitsrecht.
Beim MT wäre es ein Mischfall, den erstmal je ein Arbeits- und ein
Sozialrechtler zerpflücken müßten.
Beim JC wäre es Sozialrecht und zudem noch Zwangsarbeit.

So weit mein Gefühl.
 
G

Gelöschtes Mitglied 41016

Gast
Ob der Probearbeitsvertrag mit Z., dem JC oder der Maßnahmebude
zustande kommt, kann ich momentan nicht sagen.

Bei einem Vertrag mit Z. wäre die Sache klar, das wäre eindeutig Arbeitsrecht.
Beim MT wäre es ein Mischfall, den erstmal je ein Arbeits- und ein
Sozialrechtler zerpflücken müßten.
Beim JC wäre es Sozialrecht und zudem noch Zwangsarbeit.

Auch wenn der Vertrag mit dem MT oder JC abgeschlossen wird, ist das Arbeitsrecht im Spiel, genauer gesagt das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz.
(Probe-)Arbeitsvertrag mit MT + Arbeit bei Z = ANÜ
(Probe-)Arbeitsvertrag mit JC + Arbeit bei Z = m.A.n. ebenfalls ANÜ, insbesondere da die Fahrtkosten über den MT (=Verleiher) laufen.
Eine ANÜ-Erlaubnis der AfA haben MT und JC vermutlich beide nicht = illegale ANÜ.
Da das JC die Probearbeit unter Sanktionsandrohung durchsetzt, ist es in jedem Fall Zwangsarbeit, egal über wen der sog. "Vertrag" läuft. Die Sanktionsandrohung selbst erfüllt darüber hinaus den Tatbestand der Nötigung nach StGB §240.

Übrigens: In deiner Zuweisung ist im Betreff von §45 SGB3 die Rede = Maßnahme zur Aktivierung blabla. Weiter unten im Text heißt es dann ausdrücklich "Probearbeit", damit dürfte die Frage nach der fälligen Bezahlung geklärt sein. Aber du bist ja jetzt ohnehin raus aus der Sache. :icon_wink:
 

Ein Hartzianer

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Ja so gesehen bin ich raus.
Nur in der Nachbarschaft hat es noch eine Reihe anderer
mir bekannter Leute erwischt. Dummerweise interessiert
nur kaum einer dafür, um was für eine Sauerei es dabei geht. :icon_dampf:

Aber den Interessierten möchte ich schon fundierte Info zukommen lassen.
Das geht eben nur, wenn man auch belegen kann, was da abgeht.
 

Der Ratlose

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Hallo,

ich würde den Leuten mal empfehlen sich schnell bei der Firma normal zu bewerben.

Das Ergebnis wäre wohl sehr interessant.
 

Ein Hartzianer

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Da diese "Jobs" nur und exclusiv über das örtliche JC laufen,
kann ich dir in etwa schon verraten, was passiert.

Zwei Möglichkeiten:
1. Den Job gibt es nicht, oder kein Bedarf.
2. Der Bewerber wird in entsprechender Maßnahme landen.
Je nach Wohnort.

Such dir was aus. :icon_kinn:
 
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