Informationsbrief zum Thema Unterstützung Alleinerziehende im Jobcenter"

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merleperle

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Heute habe ich das beigefügte Schreiben von meinem Jobcenter erhalten. Hier soll ab diesem Jahr besonders auf Eltern und Alleinerziehende „eingegangen“ werden.
Klingt auf den ersten Blick danach, als ob ich mit Argusaugen beobachtet werden kann oder soll. Von Hilfe oder ähnlichem bin ich seitens der SB dort ja ohnehin überhaupt weit entfernt.

Ist so etwas ähnliches aus anderen Jobcentern bekannt? Auf was für „Freuden“ kann ich mich da gefasst machen?
 

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Couchhartzer

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Ist so etwas ähnliches aus anderen Jobcentern bekannt?
Ja, ist es.
Aber nicht nur als "Informationsbrief für Alleinerziehende", sondern auch gerne mal als "Informationsbrief für selbständige Aufstocker" o. Ähnliches.
Und auch da steht nicht mehr als substanzloses Geschwafel drin. ;)

Klingt auf den ersten Blick danach, als ob ich mit Argusaugen beobachtet werden kann oder soll.
Na ja, derartige Veranlagung zur Paranoia sollte man wegen solchen popeligen Werbeflyern mit nichtssagenden Geschwurbel gar nicht erst aufkommen lassen, denn sonst könnte ja auch ebenso paranoid veranlagte Verdacht aufkommen, dass jeglicher Pizzaservice in der Umgebung einen ganz genau beobachten, wann, ob und wieviel Pizza man bestellt oder auch nicht und deswegen ständig im Briefkasten deren Flyer zu finden sind (was ebenfalls genauso schei**egal wäre). ;)


Auf was für „Freuden“ kann ich mich da gefasst machen?
Nach "frag doch mal die Maus" kommt immer "frag doch mal die Glaskugel".
Nur das wirst du dann wohl alleine machen müssen, denn Spekulation ist nichts Greifbares und damit komplett sinnfrei.
 

gila

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Für mich heißt das nach derzeitiger aktueller Erfahrung mit 2 jungen Müttern im Umland nix anderes als:

Wir laden nun mal VERSTÄRKT die Alleinerziehenden ein, die bisher eher in "Schlummerland" gedümpelt sind und schauen denen mal
genau auf die Klötze, was bisher so selbst initiiert wurde, damit es bald mal mit einem Job klappt.
Wenns an Betreuung der Kiddies fehlt, dann machen wir schöne Angebote (das sind dann die "kommunalen Akteure") - für Betreuungsplätze,
an denen es in der Regel sowieso fehlt - aber ein schlechtes Gewissen machen, wenn noch keine Betreuung da ist, ist ja nicht verboten...
Dann schei..ss..en wir die Muttis mit Maßnahmen zu - damit sie "gut aufgehoben" sind (unter dem Mäntelchen einer "Qualifizierung") - und am
besten über mehrere Monate - dann gewöhnen die Kids sich auch daran und alle kriegen "Tagesstruktur".
(Hat man ja als Mami/Papi allein zu wenig).

Dann folgen noch die "familienfreundlichen Arbeitsangebote" ... bisher gab es die hier für die 2 Mütter jedoch NICHT, sondern massenhaft
Vermittlungsvorschläge - zumeist völlig unpassend - und .... natürlich, wie soll es anders sein: im Niedriglohnsektor bei den üblichen Verdächtigen:
KIK, Takko, TEDI, Dämliches Bettenlager und Co.

Paranoia? Ne - leider "ziemlich beste Realität" :icon_rolleyes:
 

Couchhartzer

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Paranoia? Ne - leider "ziemlich beste Realität"
Für mich ist hier die tatsächliche Erfahrung solcher "Infobriefe" an sechs von mir betreuten Fällen bisher, dass es ausschliesslich bei diesen Infobriefen blieb und sich ansonsten rein gar nichts für die Betreuten änderte (weder zum Besseren noch zum Schlechteren).
Daher zeichnet sich für mich ab, dass das versenden dieser Infobriefe mal wieder eher mißbräuchlich vorgegaukelter Fleiß von irgendwelchen Mitarbeitern am JC sein soll, mit denen sie ihre Fleißstatistiken in ihren Personalakten aufhübschen wollen.
 

Matt45

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Bei Kindern gibt es Probleme auf beiden Seiten nach der Trennung. Die Mutter hat das Kind(in 90% der Fälle) daheim und der Vater muss /soll Unterhalt zahlen bzw. hat oft titulierte Unterhaltsurkunden(noch schlimmer für ein JC). Damit hat auch ein JC extreme Probleme, weil der Lohn/Sozialleistungen immer zusammen gelegt werden. Der Fehler liegt im System. Solange Kindergeld/Unterhalt angerechnet werden wird sich nicht viel ändern.
 

merleperle

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Wenns an Betreuung der Kiddies fehlt, dann machen wir schöne Angebote (das sind dann die "kommunalen Akteure") - für Betreuungsplätze,
an denen es in der Regel sowieso fehlt -

Ah, vielleicht liegt deshalb mein Antrag auf Übernahme von Betreuungskosten seit Dezember im Brachen...Weil man sich denkt "die kann das Kind doch nach dem Hort noch mal Fremdbetreuen lassen - von Personal, das WIR ausgesucht haben, und dem wir n Appel und n Ei bezahlen". Würde mich jetzt nicht wundern.
 

erwerbsuchend

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Es ist richtig, dass die Hauptverantwortlichen für die Erziehung die Eltern sind. Allerdings haben ALG 2-Bezieher die Pflicht, alles Legale und Zumutbare zu unternehmen, um ihr Einkommen möglichst selbst zu erwirtschaften. Ich sehe in dem Angebot des JC, welches hier gepostet wurde, bisher nichts Unzumutbares. Falls du dort Unzumutbarkeiten entdecken solltest, dann wäre es hilfreich, wenn du diese nennen könntest. Letztlich ist die Betreuung von Kindern in KiTas oder Horten nichts Unzumutbares. Viele Eltern wären froh, wenn sie eine solche Unterstützung bekommen könnten, damit sie ihrer Erwerbsarbeit nachgehen können oder einfach mal ein paar Stunden für sich haben. Ich verstehe nicht, woher diese Abneigung gegen KiTas, Hort und dergleichen von einigen Mitmenschen herkommt.
 

Kerstin_K

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Ich habe keine Abneigung gegen Kitas und Horte. Das kann sogar förderlich sein für Kinder, weil sie dort zum Beispiel lernrn, sich in eine Gruppe einzufügen.
Ich habe allerdings etwas dagegen, dass man den Eltern und Kindern eine Frembetreuung aufzwingt. Jedes Kind ist anders. Das eine findet das vielleicht sogar gut, den ganzen Tag in der Kita usw. zu verbringen, das andere braucht auch viel Zeit für sich alleine. Das kann kein JC einschätzen. Ausserdem setzt nieman Kinder in die Welt, um sie dann nur noch abends ins Bett zu bringen.

Die Verpflichtung des ALG II Empfängers, sich zu bemühen, aus der Bezug herauszukomen, hat aus meiner Sicht hinter dem Kindeswohl zurückzustehen.
 
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erwerbsuchend

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Deine Einstellung in allen Ehren, aber es zählt nur, was der Gesetzgeber beschließt und Gerichte urteilen. Generell ist jeder in Deutschland verpflichtet, sein Einkommen möglichst selbst zu erwirtschaften. Dies schließt Eltern mit ein. Warum sollten Eltern hier eine Extra-Rolle haben? Als Eltern hat man eben auch eine Verpflichtung gegenüber seinen Kindern, schließlich hat man diese in die Welt gesetzt.
 

gila

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Es betrifft ja meist Alleinerziehende und hier vor allem die Mütter. Man könnte viel weiter ausholen bis dahin, dass viel zu wenig Kindesunterhalt fließt und dieser auch in ALG II angerechnet wird, ebenso wie das Kindergeld.
So werden gerade die Alleinerziehenden bewusst in Armut gehalten.
Dass sich viele Väter auch deshalb den Zahlungen entziehen, weil sehr viele Kinder in der Trennung instrumentalisiert werden und der Kindesumgang möglichst nicht statt finden soll, ist auch zu verstehen und auch das liegt an der Gesetzgebung und am Procedere und dass hier seit vielen Jahren die Forderungen von Vätern weitgehend versandeln. Kein Umgang, kein Unterhalt - oft das einzige Kampfmittel.
Hier gibt es viel zu tun.

Hort? OK. Da sind die Kinder in einem anderen Alter... Aber Kita? Nur wenn es wirklich sein muss... Allein in meinem Umkreis sind 3 Erzieherinnen und 2 Therapeuten, die vehement die Haltung vertreten, dass sie ihre eigenen Kinder NIE in eine Kita tun würden. Das hat viele Gründe...

Aber das alles sind Auswirkungen einer unbeweglichen Gesellschaft und Gesetzgebung. Wir denken hier in Deutschland wir wären ja soooo fortschrittlich... Ja... Das ist bestimmt so... Aber das ist nur deshalb so, weil hier die Überheblichkeit regiert und niemand mal über den Zaun zu den Nachbarn schaut, von denen einige es viel besser können...

Aber um all das geht es hier nicht. Es geht um das Angebot, bei dem nichts "Unzumutbares" zu erkennen ist, vielleicht aber aus den Grund, weil außer hohlen Geschwafel noch NICHTS wirklich angeboten wurde und man gespannt sein darf... ? :icon_kinn:

Honi soit qui mal y pense...
 

Kerstin_K

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Aber Kita? Nur wenn es wirklich sein muss... Allein in meinem Umkreis sind 3 Erzieherinnen und 2 Therapeuten, die vehement die Haltung vertreten, dass sie ihre eigenen Kinder NIE in eine Kita tun würden. Das hat viele Gründe...
Im Einzelfall mag es sein, dass ein Kita nicht das richtige für ein Kind ist, aber das so generell abzuwertwn, finde ich auc wieder nicht gut. Muss ja nicht immer gleich ganztags sein.

Msl als Bespiel: Ich kenne eine türkischen Jungen, als ich ihn kennenlernte war es noch nicht ganz drei und sprach kein Wort Deutsch.Dan kam er in die Kita und innerhalb eines Jahres hatte das Kind siene Eltern, die schon lange in Deutschland sind und sich auch Mühe gegeben haben, Deutsch zu lernen, glatt überholt.

Inzwischen ist der kleien Mann sieben, besucht die 2. Klasse und kommt gut zurecht. Gut, man merkt noch, dass Deutsch nicht seine Muttersprache ist und wenn er spontan mit seinen Eltern spricht, passiert das immer noch auf türkisch und kurdisch, aber das fällt in seier Multi-Kulti-Klasse, in der es nur 2 deutsche Kinder gibt, gar nicht weiter auf. Ich denke jedenfalls nicht, dass er sich sprachlich so weit entwickelt hätte ganz ohne Kita. Und geschadet hat sie diesm Einzelkind auch nicht.
 

Matt45

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Ich kann gila hier nur zustimmen. Unsere Gesellschaft ist total unbeweglich und "hinkt" schon seit Jahrzehnten hinterher beim Thema Alleinerziehenden. Ich betrachte aber hier beide Seiten, Mütter und Väter die Kinder haben.

Es fängt an im Steuerrecht und endet im Sozialrecht und dazwischen liegt noch Familienrecht und Arbeitsrecht.

Wenn selbst eine bestehende Familie sich kaum eine Wohnung leisten kann(etwas übertrieben), wie soll dann dies nach der Trennung leichter werden?

Durch den mittlerweile großen Niedriglohnsektor gibt es natürlich auch große Probleme beim Unterhalt, egal ob Ehegattenunterhalt oder Kindesunterhalt. Unterhaltsurkunden sind schon das letzte "Drohmittel", meistens kommt die eine Seite "aus der Sache" nicht mehr raus. Dies kann sogar zum scheitern einer neuen Partnerschaft führen. Es ist nicht einfach für Patchworkfamilien.

Fängt schon an mit kleinen Arzt besuchen an(weil nicht sein Kind trotz gemeinsamer Haushalt). Aber unsere Gesellschaft "wacht" nicht auf. Unterhalt steigt jedes Jahr, Kindergeld steigt........aber trotzdem ändert sich nichts. Arme Familie bleibt Arm. Ich kenne viele Paare die mit der "zweiten Liebe" ab 40 gewisse Schwierigkeiten mit dem System haben, trotz Arbeit übrigens.

Mittlerweile werden aber schon seit längerer Zeit Unterhaltsurkunden akzeptiert vom JC, sehe ich als ersten Fortschritt.
 
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