Informationen für alle, die Eigentümer sind und den neuen Grundsteuerbescheid abgeben müssen (Bayern)

Leser in diesem Thema...

  • Oll

franzi

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Ich konnte heute folgende Details in Erfahrung bringen (nur gültig für Bayern):

  • Der Vordruck bei ELSTER "Grundsteuer Bayern" ist erst ab 1. Juli verfügbar
Folgende Daten werden benötigt:
  1. Einheitswertbescheid. Erhältlich beim Lagefinanzamt
  2. Kaufvertrag
  3. Gemeinde
  4. Gemarkung. Zu ermitteln über den Bayernatlas, indem man die jeweilige Grundstücksadresse eingibt
  5. Flurnummer. Erhältlich über das Grundbuchamt mittels Grundbuchauszug. Gebühr hiefür dzt. ca. 21 €
  6. Alternativ: Katasterauszug. Erhältlich über das Vermessungsamt München
  7. Angabe der Art des Gebäudes (Einfamilienhaus, Mehrfamilienhaus etc.)
  8. Wohnfläche. Als Wohnfläche gelten: Küche, Schlafzimmer, Bad, Toilette, Arbeitsraum, Balkon. Jedoch nicht der Keller (außer man hat im Keller einen Raum, den man häufig nutzt, z. B. Fitnessraum oder Arbeitszimmer). Der Flur der Wohnung zählt nicht zur Wohnfläche und kann abgezogen werden. Die Wohnfläche ist entweder dem Kaufvertrag zu entnehmen oder man misst die Räume selber aus
Die Abgabefrist für die Grundsteuererklärung endet am 31.10.2022

Nach Abgabe der Erklärung bekommt man eine Eingangsbestätigung. Die Festlegung der Höhe der neuen Grundsteuer wird einige Monate in Anspruch nehmen. Dann bekommt man wieder einen Bescheid. Insgesamt kann davon ausgegangen werden, dass die zu zahlende Grundsteuer eher steigen wird. Eine detaillierte Prognose dazu kann jedoch noch nicht abgegeben werden.
Die Höhe der Grundsteuer hängt von der jeweiligen Gemeinde ab.
 

Claus.

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Vordruck bei ELSTER "Grundsteuer Bayern"
Das muß aber hoffentlich nicht online abgegeben werden, oder?
Ansonsten bräuchts u.a. "ganz auf die schnelle" auch noch eine Elster-Zugangskennung ... schnell in der Art von "nur 3-6 Wochen und schon ist se da".


Hab schon etwas länger nicht mehr in den Bayernatlas reingeschaut, aber ich meine - daß das die Webanwendung ist, die (auch in der kostenlosen Version) auch Luftbildaufnahmen mit Katasterdaten-Overlay (Grundstücksgrenzen /Flurnummer_n) beherscht.

... die Flurnummern sind kurioserweise nicht vertraulich o.ä ; eigentlich ein Wunder daß mit denen bislang noch nie Schindluder getrieben worden ist.

- Das bringt mich gleich zu der Frage: welche Wohnflächenberechnungs-Formel ist hier anzuwenden?

Denn die Art der Wohnflächenberechnung ist im Laufe der Jahrzehnte /Jahrhunderte^^ ein paar mal geändert worden. Ist nun die zum Zeitpunkt des Erwerbes /Eigentumsüberganges gültige Wofläber-Formel anzuwenden (Bestandsschutz?), oder ist die derzeit aktuelle Wofläber-Formel zu nutzen?

Ohne selber die qm ausmessen wird es wohl nicht laufen ... außer man hat 'nen Goldesel. Die bislang gemeldeten qm dürften wohl in ü75% der Fälle nicht stimmen /"etwas" zu hoch sein; war ja bislang auch immer völlig egal (bei was war das bisher - irgendwas zwischen 20 und 40 Euro pro Jahr?).

Als Wohnfläche gelten:
Attenzione ...

- Balkon, Terasse, Wintergarten -> hat sich was vonwegen einfach; erstere gehen m.E.n. lediglich zu ¼ in die qm mit ein; bei letzterem (auch wenn er ggf. erst später errichtet worden sein sollte) hat der stolze Besitzer dagegen die A-Karte gezogen - der zählt "plötzlich" zu vollen 100% mit zur Woflä. Und

- Keller -> "häufig genutzte" ... mit der schrottigen Vereinfachung^^ würde plötzlich auch ein z.B. Wäschetrocknungskeller als Woflä gelten, tut es aber gottseidank nicht;
es gibt m.W.n. vielmehr nur 'als Wohnraum geeignete Keller' und 'Keller /Abstellräume'. Erstere sind bei uns wohl so gut wie gar nicht existent.
Für illegal^^, z.B. als weiteres Kinderzimmer, genutzte Kellerräume kann die Wofläber wohl nur schwerlich Anwendung finden. Daneben kommt es darauf an ob der Keller /Abstellraum nur über die Wohnung zugänglich ist oder einen davon unabhängigen Zugang hat. Das ist beim Arbeitszimmer /Büro schon so; Zugang (nur) durch die Wohnung - Wohnraum, und infolge dessen in der Wofläber mit drin; eigener wohnungsunabhängiger Zugang - m.W.n. eben kein Wohnraum, und ggf. steuerlich absetzbar.

?
 
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franzi

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Katasterauszug gibt es auch manchmal bei den Hausverwaltungen. So spart man sich die Gebühr.
Die Flurnummer heißt auch Flurstückungsnummer oder Gemarkung.

Wäschetrocknungskeller kann nicht zur Wohnung zählen, weil er zum Gemeinschaftseigentum zählt. Daher ist es egal, wie oft oder wie wenig er genutzt wird. Üblicherweise hat man als Wohnungseigentümer nur einen normalen Keller und kein Arbeits- oder Kinderzimmer im Keller.
 

franzi

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Laut Auskunft des Vermessungsamtes werden ab 1. Juli sämtliche Daten im Bayernatlas zur Verfügung gestellt sein. Mal sehen ...
 

Mainzelmännchen

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Flurnummern/Gemarkung sind auch im " Hausplan " zu finden, wie ich in Erfahrung bringen konnte.
Wieder eine " Aufgabe " die Hürden mit sich bringt - inzwischen werden schon Infoveranstaltungen angeboten..

Liebe Grüsse Mainzelmännchen
 

Claus.

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Ich hab jetzt lange überlegt, woher das kommen könnte daß scheinbar etliche ihre Flurnummer nicht wissen.

Das Nummernzeug steht doch alle Nase lang auf irgendwelchen Bescheiden mit drauf. Z.B. auf dem jährlichen Grundsteuerbescheid, in dem stolz der aktuelle /neue /zukünftige Hebesatz verkündet wird.

... kann es evtl. sein daß nu auch jede Menge Leute in Panik sind, die überhaupt gar nicht grundsteuerveranlagt sind? Oder allenfalls indirekt, weil sie zwischen sich und der Gemeinde noch einen "Gebäude- und Grundstücks- Verwalter" sitzen haben (müssen)?
 

franzi

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UPDATE:
Habe nun heute meine Grundsteuererklärung via ELSTER erledigt.
Arbeitsaufwand: ca. 2,5 Stunden
Ich fand das Erklärvideo zur jeweiligen Grundstücks- bzw. Gebäudeart sehr hilfreich.
In meinem Fall war es das Video Eigentumswohnung.

Zum Glück entspricht mein Fall dem Musterbeispiel im Video.
Ich konnte also schrittweise vorgehen.
Hilfreich ist es, wenn man sich zuvor schon alle Unterlagen bereitlegt.

Im Grunde braucht man nur den Hauptvordruck + 1 Anlage
Die Angaben im Bayernatlas sind auch sehr übersichtlich dargestellt, sodass man sich gleich zurechtfindet.

Bezüglich der Berechnung der Wohnfläche bin ich so vorgegangen, wie es mir der Mitarbeiter zuvor erklärt hatte: Balkon nur 25 % ansetzen, Wohnungsflur fällt komplett weg.
Die Gesamtsumme darf dann abgerundet werden.

Durch das Video habe ich viel Neues gelernt und kann jetzt auch mit den Begriffen konkret etwas anfangen.
Grundbuchauszug oder Katasterauszug habe ich nicht extra benötigt bzw. anfordern müssen und dadurch Gebühren gespart. Den Katasterauszug bekam ich in Kopie von der Hausverwaltung.
Die Grundbuch-Daten waren auch im Kaufvertrag angeführt.

Alles in allem war es nicht so schlimm wie befürchtet. :)
 
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