in WG deutlich schlechter gestellt als in Einzelwohnung?

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Enda

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Tach zusammen,

Kurzzusammenfassung:
Gelten für WG-Bewohner andere Mietobergrenzen als für Einzelwohnungen, und auf welcher Grundlage werden diese festgelegt?

Folgender Sachverhalt:
Bin Alg2-Empfänger und wohne in einer 3er-Wg in einer 3-Zi-Wohnung. Ich besitze das kleinste Zimmer mit 11qm und zahle Kaltmiete plus Betriebskosten ~160 Euro und dazu Heizkosten von 26 Euro, in der Summe also 186 Euro. Dies wird von meiner ARGE übernommen. Ich wohne in einer Stadt, wo in der Regel KdU von der ARGE in einer Höhe bis zu ~270 Euro gezahlt werden.

Wegen einer geplanten Existenzgründung möchte ich innerhalb der WG in ein größeres Zimmer mit 16qm umziehen. Mir ist klar, dass das kein superwichtiger Grund ist, aber da auch praktisch keine Umzugskosten entstehen, hoffte ich auf eine Ermessensentscheidung der ARGE. Die Kosten des größeren Zimmers sind 198 Euro KM+BK sowie 32 Euro Heizkosten, summiert 230 Euro.

Mein Antrag wurde abgelehnt mit der Begründung, dass bei 3er-WGs lediglich eine Gesamtmietobergrenze von 418 Euro (ohne Heizkosten!)akzeptiert wird. Geteilt durch 3 ergibt das ~140 Euro für eine Person. Laut Mietangebot wären meine Kosten aber 198 Euro.

Jetzt die Fragen:
- Gibt es eine rechtliche Grundlage für diese offensichtliche Schlechterstellung von WG-Bewohnern? Klar hat man Vorteile in einer WG durch Kostenteilung (z.B. Telefon) und Gemeinschaftsräume, aber ja auch Nachteile (z.B. WG-Stress halt).
- Wie kommen diese Zahlen zustande? 270 Euro Mietobergrenze (inkl. Heizkosten) bei Einzelwohnungen, klar: steht wohl im Mietspiegel. Aber 140 Euro (ohne Heizkosten) in einer 3er-WG?
 

Enda

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Nachtrag:
Ich hab jetzt rausgefunden, wie die Zahlen zustande kommen.
Für einen 1-Personenhaushalt in meinem Haus (vor 1976 gebaut) werden in meiner Stadt 273 Euro gezahlt.
Für einen 2-Pers-HH 327 Euro,
für einen 3-Pers-HH 379 Euro
und für einen 4 Pers-HH 418 Euro.

Da z.B. 3er WGs nicht mit echten 3-Personen-Haushalten gleichgesetzt werden können (in einer WG gibt es Privaträume, in gemeinsamen Haushalten wird in der Regel die gesamte Fläche von allen Bewohnern benutzt), behandelt meine ARGE 2er-WGs einfach wie 3-Pers-HH, 3er-WGs wie 4 Pers-HH usw. So kommen also die oben genannten 418 Euro für meine 3er-WG zustande.

Ob das nun eine angemessene Berechnung der KdU für WG-Bewohner ist, ist wohl eine recht schwierige Frage. Kennt jemand irgendwelche Gerichtsurteile zu dem Thema?
 

Ralf Hagelstein

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Bundessozialgericht stärkt Rechte von arbeitslosen WG-Bewohnern

Empfängern von Arbeitslosengeld II muss für ein WG-Zimmer genauso viel Miete bewilligt werden wie für eine eigene Wohnung. Für das Leben in einer Wohngemeinschaft dürften keine niedrigeren Mietobergrenzen festgesetzt werden, urteilte das Bundessozialgericht am Mittwoch in Kassel. Für diese vielerorts übliche Praxis der Behörden gebe es keine Rechtsgrundlage, befanden die Kasseler Richter
(Az.: B 14/11b AS 61/06 R).
Quelle: ad-hoc-news
 

Enda

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Danke für den Link!

Na, ich warte jetzt erstmal, was für eine schriftliche Begründung ich bekommen werde. Der Sachbearbeiter murmelte auch irgendwas von die Sache mit den Mietspiegeln würde sowieso derzeit irgendwie verändert/angepasst (eventuell ja auf der Grundlage solcher Urteile). Er meinte aber auch, dass er zum jetzigen Zeitpunkt halt nicht anders entscheiden könnte.
 
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