In welche Jobs können 15-jährige vermittelt werden?

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Steckrübe

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Folg. nur aus Interesse meinerseits, kein konkreter Fall.

Angenomen Vater und Mutter beziehen beide ALG2 und haben ein 15 jähriges Kind. Aus welchen Gründen auch immer besucht dieses die Schule nicht mehr. Jetzt kann das JC ja verlangen, dass das Kind eine Arbeit aufnimmt. Die Frage die sich mir stellt ist welchen Job ein 15 jähriger ausüben könnte. Unabhängig von diversen Jugendschutzrichtlinien: Wer würde ein "Kind" einstellen?
 
G

Gelöschtes Mitglied 28373

Gast
In dem Alter ist man teils sogar noch vollzeitschulpflichtig, mindestens aber teilzeit-/berufsschulpflichtig.
Da kann das JC drängen wie es will, wenn das Kind keine Ausbildung hat, gibts BVJ oder BGJ, aber sicher keine Arbeit.

Und ja, es gibt Betriebe, die auch 15-jährige für eine Ausbildung einstellen.
 

Steckrübe

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Schulpflicht ist ein guter Punkt! Habe ich gar nicht bedacht.

Dann Frage ich mich jedoch warum man ab 15 beim JC als erwerbsfähig (oder wie auch immer sich das schimpft) zählt.

Welchen Hintergrund hat das?
 

HermineL

Super-Moderation
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Weil man mit 15 im Sozialrecht seine eigenen Anträge stellen kann, und das für manchen jungen Menschen ganz gut so ist.
Das ist zwar auch richtig aber hier geht es mehr um § 7 Abs.1 SGB II der da lautet:

§ 7 Leistungsberechtigte SGB II
(1) Leistungen nach diesem Buch erhalten Personen, die
1. das 15. Lebensjahr vollendet und die Altersgrenze nach § 7a noch nicht erreicht haben,
2. erwerbsfähig sind,
3. hilfebedürftig sind und
4. ihren gewöhnlichen Aufenthalt in der Bundesrepublik Deutschland haben (erwerbsfähige Leistungsberechtigte).
.....

Mit anderen Worten wer das 15 Lebensjahr vollendet hat bekommt ab da kein Sozialgeld mehr sondern ALG II und steht,
zumindest theoretisch, der Vermittlung zur vollen Verfügung.
Geht das Kind noch zur Schule muss man dies ab dem 15 Lebensjahr mit einer Schulbescheinigung nachweisen und dann
steht das Kind auch der Vermittlung nicht mehr zur Verfügung. Unter 15 Jahren und ab & Jahren greift die Vollzeitschulpflicht
und eine Schulbescheinigung ist obsolet.
 

grün_fink

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So regelt es das SGB II.
Außerdem gilt ja für die Lehrzeit, auch wenn man noch unter 18 ist, dass mit dem Einkommen die Eltern nicht unterstützt werden müssen aus der Ausbildungsvergütung, im Fall wenn man man als Kind für sich gesehen fähig wäre, mit dem verdienten Geld sich selbst zu unterhalten. Auch wäre es schwierig, wenn dann die Kinder wegen Ausbildung weiter weg wohnen müssen, wenn sie keine Anträge stellen können ganz allgemein.
Manche fangen vielleicht mit 15 wirklich schon eine Ausbildung an. (Ich wurde am Beginn der 9. Klasse 15 und war da nicht die jüngste, die meisten dürften je nach Schuleintrittsalter spätestens mit Ende Klasse 9 schon 15 sein, eventuell manche noch jünger).
Deshalb gehören die beiden Paragrafen aus SGB II und X zusammen.

Diese doofen Notwendigkeiten bezüglich des Nachweises der Schulpflicht und des Kämpfens um den Behalt des eigenen Ausbildungsverdienstes liegen daran, dass es das ALG II überhaupt gibt.
 
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