In Holland kippt die Stimmung gegen Sparmeister Deutschland

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Knapp einen Monat vor den Regierungswahlen braut sich in Holland ein Klima gegen Deutschlands harten Euro-Sparkurs zusammen. Umfragen zufolge unterstützen immer mehr Bürger die linksgerichtete Sozialistische Partei, die sich deutlich gegen die Spardisziplin in der Eurozone stemmt. Die Niederlande zählen zu den reichsten Ländern der Eurozone. Sie finanzieren einen Großteil der Rettungsschirme für die angeschlagenen Staaten im Süden. Bisher hatte sich Deutschland, das einen harten Sparkurs zur Lösung der Schuldenkrise propagiert, auf die Unterstützung seines kleineren Nachbarn verlassen können. Doch viele Holländer scheinen die anhaltende Spardebatte satt zu haben wenden sich nun den Linken zu, die Schluss machen wollen mit der Kürzungswut. Den Anti-Sparparteien des Landes beschert die Wirtschaftsmisere guten Zulauf. Die Sozialisten dürften zwar allein nicht genug Stimmen zusammenbekommen, um eine eigene Mehrheit zu stellen. Aber als Koalition könnten die Spargegner durchaus mehr als ein Drittel der Abgeordneten ausmachen, belegt eine Wahlumfrage von TNS Nipo. Sie wollen unter anderem die Unabhängigkeit der Europäischen Zentralbank abschaffen und mit einer „demokratischen Aufsicht” ersetzen. Die Notenbank soll nach dem Willen der Sozialisten künftig auch Wirtschaftspolitik machen und für mehr Wachstum und Arbeitsplätze sorgen. Dafür soll ihr eingeschränktes Mandat, Preisstabilität herzustellen, gelockert werden. – Beobachter winken aber vorsichtig ab. Sie glauben, dass es Parteiführer Emile Roemer mit diesen Plänen nicht leicht haben wird, in der zersplitterten holländischen Parteienlandschaft eine Mehrheit aufzustellen. Entsprechend könnte es sein, dass die Sozialisten mit ihrem Parteiprogramm noch stärker in die Mitte rücken müssen, um mehr Wählerstimmen abzugraben, vermutet Rick van der Ploeg, Volkswirt an der Oxford University und ehemaliger Bildungsstaatssekretär der holländischen Sozialdemokraten Partij van de Arbeid. Er glaubt nicht, dass es zu einer reinen Sozialistenregierung kommen werde und kann sich auch vorstellen, dass der amtierende Premierminister Rutte noch genügend Koalitionspartner findet, um eine eigene Regierung zu bilden. „Es ist bei weitem nicht ausgemacht, dass die größte Partei auch automatisch am Hebel sitzt”, sagt van der Ploeg. ...
In Holland kippt die Stimmung gegen Sparmeister Deutschland - Wallstreetjournal.de
 
E

ExitUser

Gast
Nicht nur die Niederländer, sondern auch die Deutschen sind gegen die strikten Sparkurse und die Rettungsschirme.
 
R

Rounddancer

Gast
Sagen wir so: Die Mehrheit des Volkes ist dafür, daß die anderen Länder ihre Finanzen in Ordnung bringen, daß die dort kräftig sparen. Damit wir Deutschen nicht über die Rettungsschirme denen immer noch mehr Geld zuschieben müssen.

Die Mehrheit der Deutschen ist auch gegen Rettungsschirme für unsere Großbanken, -

und sie ist für Sparmaßnahmen, die die Gruppen betreffen, denen sie selbst nicht (oder für sie nicht sichtbar) angehören: Der Reiche hat nichts gegen Sparmaßnahmen für Arme und den Mittelstand, der Mittelständler hat nichts gegen Sparmaßnahmen an den Arbeitslosen und anderen Armen und nichts gegen Steuererhöhungen für Reiche.
Der Arme hat nichts gegen Steuererhöhungen für Mittelständler und Reiche, und nichts gegen Sparmaßnahmen bei Ausländern, Asylbewerbern, etc.

Aber alle haben was gegen sich selbst betreffende Sparmaßnahmen und Steuererhöhungen.
 
E

ExitUser

Gast
Wenn man sich jetzt nach und nach das Geld zurückholen würde das wir Steuerzahler hier und in anderen Ländern seit 2008 in
die Banken gesteckt haben bräuchte wir gar nicht weiter über die Eurokrise diskutieren.

Es ist schon lange überfällig diese Bankster zur Verantwortung zu ziehen und die sogenannte Eurokrise so zu nennen wie es richtig
ist. Bankenkrise !!!
 

Speedport

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Sagen wir so: Die Mehrheit des Volkes ist dafür, daß die anderen Länder ihre Finanzen in Ordnung bringen, daß die dort kräftig sparen. Damit wir Deutschen nicht über die Rettungsschirme denen immer noch mehr Geld zuschieben müssen.

Die Mehrheit der Deutschen ist auch gegen Rettungsschirme für unsere Großbanken, -

und sie ist für Sparmaßnahmen, die die Gruppen betreffen, denen sie selbst nicht (oder für sie nicht sichtbar) angehören: Der Reiche hat nichts gegen Sparmaßnahmen für Arme und den Mittelstand, der Mittelständler hat nichts gegen Sparmaßnahmen an den Arbeitslosen und anderen Armen und nichts gegen Steuererhöhungen für Reiche.
Der Arme hat nichts gegen Steuererhöhungen für Mittelständler und Reiche, und nichts gegen Sparmaßnahmen bei Ausländern, Asylbewerbern, etc.

Aber alle haben was gegen sich selbst betreffende Sparmaßnahmen und Steuererhöhungen.
So wird ein Schuh draus.
 

Regelsatzkämpfer

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Besonders haben sie etwas gegen Sparmaßnahmen die alle betreffen nur grundsätzlich die Verursacher der Probleme nicht.
 

pinguin

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Jedes Land der EU wird begreifen müssen, daß sich jedwede Sparmanie letztens gegen einen selber wendet. Denn die, die großartig exportieren, sind darauf angewiesen, daß jene, die entsprechend importieren, das auch bezahlen können. Wird also die Importfähigkeit der Länder torpediert, stört man gleichzeitig damit die Exportfähigkeit des eigenen Landes bzw. der eigenen Wirtschaft.

Wenn Ihr alle also wollt, daß Eure Produkte Absatz finden, dürft Ihr denen, die diese Produkte abnehmen würden, keine Knüppel zwischen die Beine werfen.

Aber denkt Ihr soweit? :icon_kinn: Wenn nicht, Euer kurzes Denken werdet Ihr bitter bezahlen.
 

arbeitslos in holland

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aus dem artikel:

Am rechten Rand mobilisiert Geert Wilders mit seiner rechtspopulistischen Freiheitspartei die Wähler. Er fährt eine aggressive Kampagne gegen den Euro in den Niederlanden und ist für den Zusammenbruch der Regierung im April mitverantwortlich. Seine Partei war es, die Ruttes Sparpläne im Frühjahr blockierte. Seitdem aber sind die Rechtsextremen in den Wahlumfragen wieder zurückgefallen, weil die Partei untereinander zerstritten ist und die Anti-Euro-Kampagne offensichtlich doch nicht so viele Bürger begeistert wie erhofft.
wilders war es gewesen, der mit einer unabhängigen kommission berechnen lassen wollte, was der austritt der NL aus dem € kosten würde.

die hochgejubelten sozialistischen schlaftabletten haben rein gar nix gemacht. scheinbar handelt es sich bei dem schmierfink um jemanden, der dem linken politischen spektrum zuzurechnen ist. aus GR hat man in D insgesamt nur die partei von zypras(linke) im fokus, während man über den einzug der griechischen nazis in das parlament nur gleichgültig die schultern zuckt.

aber zurück zu wilders und sein gebrochenes versprechen zur rente mit 67 und seinem widerstand, vor der wahl.
nach der wahl erklärte er das thema als "nicht die nr. 1-priorotät der pvv"(wilders-partei) :icon_neutral:

mal schauen, wie saublöd der wähler in den NL im herbst sein wird :icon_party:
 
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