In Deutschland sollen über eine Milliarde Überstunden unbezahlt geleistet werden

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Regelsatzkämpfer

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Einsatz und Sporen geben!

Wie viel über die eigentlich ausgehandelte und auch gesetzlich vorgeschriebene Zeit hinaus tatsächlich gearbeitet wird, kann als Gesprächsthema manchmal eigenartige Kurven nehmen. Zwar ist die Klage über die Überforderung immer mit im Spiel, plötzlich kann aber schon im privaten Kreis die Stimmung umschlagen und plötzlich stehen die, die auf festgesetzte Arbeitszeiten insistieren und dies auch mit einigem Selbstbewusstsein beim Arbeitgeber durchsetzen, als unkollegial da ("Weil du Sport machen willst, müssen das die anderen büßen!"). Dazu kommt manchmal ein Wettbewerb, der von der traditionellen Wertschätzung der Arbeit unterlegt ist und vom Fleiß als Tugend befeuert wird ("Was du gehst schon um 19 Uhr nachhause?"). Schlechtes Gewissen, das wettbewerblich wichtige Ja zu Ehrgeiz und Leistung und vor allen Dingen die Angst, den Arbeitsplatz möglicherweise an jemanden zu verlieren, der mehr Zeit aufwenden will oder kann, ergeben ein leicht entfachbares Motivationsbündel, das viele mitmachen lässt beim außerordentlichen Einsatz und der Bereitschaft dazu. ...

Einsatz und Sporen geben! | Telepolis
 

Bambi_69

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Für manche scheint Arbeit wirklich eine Art Ersatzreligion oder gar eine Sucht geworden zu sein. Der Rest macht vor lauter Angst mit, bestimmten Erwartungen (von Geschäftsleitung und Gesellschaft) sonst nicht gerecht zu werden. "Nein!" sagen ist zugegebenermaßen für viele nicht einfach vor allem wenn man den Leuten dann noch ein schlechtes Gewissen macht. Da knickt so mancher ein. Aber spätestens mit 40+ stellen sich dann Burnout und Co. ein. Die Quittung wird nämlich immer am Ende präsentiert. :eek:
 

deepsleeper

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Für manche scheint Arbeit wirklich eine Art Ersatzreligion oder gar eine Sucht geworden zu sein. Der Rest macht vor lauter Angst mit, bestimmten Erwartungen (von Geschäftsleitung und Gesellschaft) sonst nicht gerecht zu werden. "Nein!" sagen ist zugegebenermaßen für viele nicht einfach vor allem wenn man den Leuten dann noch ein schlechtes Gewissen macht. Da knickt so mancher ein. Aber spätestens mit 40+ stellen sich dann Burnout und Co. ein. Die Quittung wird nämlich immer am Ende präsentiert. :eek:

Schexx auf alle "Erwartungen" von anderen, Du hast Du selbst zu sein und das mit allen Konsequenzen.

Gruß

Deep
 

Bambi_69

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Deep, ich gebe Dir absolut Recht! Genauso ist es. Den Mut zum "Selbstein" bzw. das "Selbstbewußtsein", das man als erstes dafür benötigt, scheinen leider offenbar sehr wenige zu haben. Viele stecken so tief im Hamsterrad drin, dass sie es nicht mal mehr merken. Und die Angst vor Konsequenzen egal wie diese aussehen ist so tief verwurzelt, dass man anscheinend mit allem zufrieden ist, was einen davon ein wenig ablenkt. Sei es die nun bevorstehende EM, sei es der nächste Urlaub (so man ihn sich leisten kann) oder was das Konsumleben sonst noch für Möglichkeiten bietet.
 

deepsleeper

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Deep, ich gebe Dir absolut Recht! Genauso ist es. Den Mut zum "Selbstein" bzw. das "Selbstbewußtsein", das man als erstes dafür benötigt, scheinen leider offenbar sehr wenige zu haben. Viele stecken so tief im Hamsterrad drin, dass sie es nicht mal mehr merken. Und die Angst vor Konsequenzen egal wie diese aussehen ist so tief verwurzelt, dass man anscheinend mit allem zufrieden ist, was einen davon ein wenig ablenkt. Sei es die nun bevorstehende EM, sei es der nächste Urlaub (so man ihn sich leisten kann) oder was das Konsumleben sonst noch für Möglichkeiten bietet.

So sieht's aus! Die Familie erwartet was von einem, der Chef, die Frau/Mann, Freund/Freundin, die Gesellschaft, neuerdings auch Politiker, alle erwarten Erfüllung ihrer Vorstellungen. Willste es allen recht machen, haste keine Zeit und Kraft mehr zum Selbstsein.Meine Lebenserfahrung.

Gruß

Deep
 

Nimschö

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Joa, Erfarung aus meinem letzten Job, für den ich in ein anderes Bundesland gezogen bin:

Erst hatte ich viel Zeit, weil Frau und eigene Wohnung noch nicht hier vor Ort war und hab manchmal 12h+ im Büro gesessen und noch dies und jenes erledigt und war liebstes Kind meiner Teamleitung...

...dann hatte ich nach einigen Monaten endlich ne eigene Wohnung hier und Frau&Haustiere waren vor Ort und ich ließ die extreme Überstunderei, zu Hause wartete ja das Leben auf mich => Nach drei Monaten erhielt ich die Ansage, dass mein AV nicht verlängert würde, wegen mangelndem Einsatz/Leistung.

Hab dann mit erhobenem Mittelfinger den Bau verlassen.

Diverse AG spekulieren darauf, dass die AN schon iwie Üverstunden machen, um das viel zu hoch gesteckte Leistungspensum zu erfüllen. Die AN spielen dann oft mit, weil sie denken, sie wären zu schlecht, wenn sie deses Pensum nicht erfüllen würden und ZACK, haben wir eine Art von Erpressungsszenario :icon_kotz:
 

Regelsatzkämpfer

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Ich kann mich noch an einen Arbeitsvertrag von 1994 erinnern. Darin hieß es, dass die Firma über Tarif bezahlt, dafür seien aber mögliche Überstunden automatisch mit abgegolten. (Damit wären aber höchstens 8 Überstunden im Monat bezahlt gewesen...und dann hätte man pro Stunde den Tarif bekommen)

Das Spielchen die Leute für Überstunden nicht bezahlen zu wollen ist kein neues Problem.
 

galadriel

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Im AV meiner Tochter hat gestanden, dass Überstunden erwartet werden.:icon_kotz:
Sie hat für einen Nettolohn von 700€ gearbeitet, 6 Stunden täglich, die fehlenden Stunden bis zur Vollzeit wurden täglich mehr gearbeitet , für 0€.
 

Regelsatzkämpfer

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Wobei man diese Überstunden dokumentieren sollte und hoffen, dass Kollegen sie schriftlich bestätigen. Dann kann man den Arbeitgeber freundlich beim Arbeitsgericht zur Ader lassen.
 

galadriel

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Könnte man, wenn nicht die ganze Belegschaft soviel Sch...s in der Hose hat und das Spiel ohne zu zucken mitmacht.
Diese ewige Angst um solche Scheissarbeitsplätze macht mich krank.
 
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