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"In Deutschland gibt es keine Chancengleichheit"

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Gast
  Th.Starter/in  
#1
Interview mit Julia Friedrichs

Sie recherchierte fünf Jahre lang in der selbsternannten Elite und der Unterschicht Deutschlands. Ihr Buch "Gestatten Elite" wurde ein Bestseller. Im April erschien ihr neues Buch "Deutschland dritter Klasse" gemeinsam mit Boris Baumholt und Eva Müller. Im Interview mit Cicero spricht Julia Friedrichs über das Leben in der Unterschicht, Gerechtigkeit und fehlende Chancengleichheit.

Sie haben letztes Jahr ein viel diskutiertes Buch über die sogenannte Elite in Deutschland geschrieben und dieses Jahr eines über die Unterschicht. Dabei tauchen erstaunliche Parallelen auf...
Das ist auch so, das hat mich auch gewundert. Für die Menschen, die sehr wenig haben, gibt es ein komplett paralleles System. Für die Leute, die sehr viel haben, gibt es das auch - mit eigenen Kindergärten, mit eigenen Schulen, mit eigenen Wohnvierteln und auch mit eigenen Lebensläufen. Wenn man in eine arme Familie geboren wird, muss man schon gewaltige Kräfte haben, um sich da rauszuziehen. Wenn man in eine Familie geboren wird, wie diejenigen, die ich für das Elitebuch getroffen habe, muss man schon ganz schön wenig auf die Reihe kriegen, um da wieder rauszufallen.
Diese Vorhersehbarkeit ist schon eine extreme Parallele. Auch mit der Mitte haben beide Seiten relativ wenig Berührungspunkte. In den fünf Jahren, in denen ich an beiden Enden der Gesellschaft recherchiert habe, hatte ich den Eindruck, dass sich die beiden Extreme stärker vom großen Rest der Gesellschaft entfernen.

Ihr Buch trägt den Untertitel "Leben in der Unterschicht". Gibt es in Deutschland überhaupt eine Unterschicht?

Ich finde „Unterschicht“ ist das passendste Wort. Man spricht von Ober- und Mittelschicht, wieso soll man dann nicht von Unterschicht sprechen? Der Begriff soll auf keinen Fall abwertend gemeint sein. Auch, wenn die Gefahr besteht, dass manche das so empfinden. Aber ich glaube, dass man Worte braucht. In Deutschland wurde lange so getan, als gäbe es die Unterschicht nicht – aber wenn man etwas verschweigt, wird es dadurch nicht besser. Wir sind zu den ersten Menschen, die wir getroffen haben, hingefahren und wussten nicht, was wir sagen sollen. Die Menschen selbst haben gesagt: „Wir sind Unterschicht, was sollen wir anderes sein?“
Wie definieren Sie Unterschicht, wer gehört dazu?
Das sind Menschen, die von ihrer Arbeit nicht leben können, das sind teilweise Menschen, die arbeitslos sind. Das ist das eine, was sie charakterisiert. Das andere ist, dass sie das Gefühl haben, von der restlichen Gesellschaft isoliert zu sein, dass sie nicht sehen, wie es besser werden soll und kann.
Cicero - Magazin für politische Kultur
 
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