Immer die gleiche Vorlade-Floskel. „Ich möchte mit Ihnen Ihre aktuelle berufliche Situation besprechen.“ Was kann ich dagegen tun?

Besucher und registrierte Nutzer in diesem Thema...

G

Gelöschtes Mitglied 67605

Gast
Hallo zusammen, ich bekomme alle 6-8 Wochen immer Meldetermine mit der gleichen Vorlade-Floskel s.o.

Was kann ich dagegen tun?

Gibt es aktuelle enscheidungen dazu von dem Bundessozialgericht oder von den Ländern?
Was ich dazu finden konnte ist.






Hätte ein Wiederspruch erfolg mit....?

der angegebene Meldezweck „Ich möchte mit Ihnen Ihre aktuelle berufliche Situation besprechen“ im § 309 („Allgemeine Meldepflicht“) Absatz 2 SGB III (Drittes Buch Sozialgesetzbuch) nicht vorgesehen ist. Denn dort heißt es:

„Die Aufforderung zur Meldung kann zum Zwecke der
1. Berufsberatung,
2. Vermittlung in Ausbildung oder Arbeit,
3. Vorbereitung aktiver Arbeitsförderungsleistungen,
4. Vorbereitung von Entscheidungen im Leistungsverfahren und
5. Prüfung des Vorliegens der Voraussetzungen für den Leistungsanspruch

erfolgen."
 

HermineL

Super-Moderation
Mitglied seit
4 September 2017
Beiträge
7.207
Bewertungen
21.380
der angegebene Meldezweck „Ich möchte mit Ihnen Ihre aktuelle berufliche Situation besprechen“ im § 309 („Allgemeine Meldepflicht“) Absatz 2 SGB III (Drittes Buch Sozialgesetzbuch) nicht vorgesehen ist.
Na klar ist der dort vorgesehen. Hier ist sowohl Punkt 1 als auch Punkt 2 zutreffend. Bei beiden geht es um die berufliche Situation.
Da wirst du schlechte Karten haben denn die sind mit dieser Form der Einladung auf der sicheren Seite.
 
H

HowEver0815

Gast
Hallo,

dazu mal eine Rechtsprechung des Bundessozialgerichtes ( es ging um die 7 Meldetermine in 8 Wochen incl. Sanktionen wegen Meldeversäumnisse):

BUNDESSOZIALGERICHT Urteil vom 29.4.2015, B 14 AS 19/14 R

44
a) Die "Einladungsdichte" selbst von nahezu einer Meldeaufforderung pro Woche ist nicht zu beanstanden, wie das LSG zu Recht ausgeführt hat, weil es Gründe für einen solchen engmaschigen Kontakt zwischen der leistungsberechtigten Person und dem Jobcenter geben kann und eine Meldeaufforderung ferner - die meldepflichtige Person begünstigend - zu einem Anspruch auf Übernahme der Reisekosten (vgl § 59 SGB II, § 309 Abs 4 SGB III) und zu Unfallversicherungsschutz auf dem Weg zum und vom Jobcenter (§ 2 Abs 1 Nr 14a Siebtes Buch Sozialgesetzbuch - Gesetzliche Unfallversicherung) führt.

45
b) Die Abfolge von siebenmal derselben Meldeaufforderung mit denselben Zwecken in nahezu wöchentlichem Abstand an die Klägerin verstößt jedoch gegen die vor einer Meldeaufforderung notwendige Ermessensausübung wegen einer Ermessensunterschreitung, weil relevante Ermessensgesichtspunkte nicht berücksichtigt worden sind (zu den Voraussetzungen für die gerichtliche Überprüfung von Ermessen vgl 5. a) bb).
 

4ever29

Elo-User*in
Mitglied seit
15 September 2019
Beiträge
183
Bewertungen
336
dazu mal eine Rechtsprechung des Bundessozialgerichtes ( es ging um die 7 Meldetermine in 8 Wochen incl. Sanktinen wegen Meldeversäumnisse):

BUNDESSOZIALGERICHT Urteil vom 29.4.2015, B 14 AS 19/14 R

Super spannendes Urteil, aber in der Situation schon sehr einzigartig. So viele Aufforderungen in so kurzer Zeit und immer wieder Sanktionen und der/die Betroffene nie erschienen. Wenn ich die Entscheidung richtig im Kopf habe, sagt das BSG: in dieser speziellen Situation musste sich als Alternative eine ärztliche Untersuchung aufdrängen.

Ist jedenfalls nichts für den TE um damit "normale" Meldetermine abzulehnen...

Trotzdem Interessantes Urteil :)
 

Texter50

Super-Moderation
Mitglied seit
1 März 2012
Beiträge
7.667
Bewertungen
8.832
Es könnte weniger werden, wenn zu jedem Meldetermin Fahrtkosten beantragt werden, dass schmeckt einigen SB´s nicht.
Und weiter sollte man sich doch mal die Gesprächsvermerke ausdrucken lassen. :icon_lol:
Da könnte drin stehen, was denn da angeblich passiert ist.
Auch das ärgert son SBchen und bereitet ein wenig Arbeit.
 

Texter50

Super-Moderation
Mitglied seit
1 März 2012
Beiträge
7.667
Bewertungen
8.832
Am besten immer am Einladetag mitgeben lassen..." Ich warte dann eben draussen drauf...."
Egal wie, nur eben fordern...

Ja und dann ist das der Antrag auf den Bildungsgutschein - natürlich nachweislich schriftlich stellen.
Auch das beschäftigt dann wieder und gib Gesprächsstoff für die Termine... :icon_kinn:
 

Otto27

Elo-User*in
Mitglied seit
29 Juni 2019
Beiträge
306
Bewertungen
527
Auch das beschäftigt dann wieder und gib Gesprächsstoff für die Termine... :icon_kinn:
Frage ist ob viel Gesprächsstoff evtl. nicht auch gegenteiligen Effekt haben kann, Sb fühlt sich dann gut unterhalten und lädt dich dann zum netten plaudern halt mal öfters ein^^...hatte mir mal überlegt einfach auf nix einlassen, quasi nur kurze Antworten geben und ansonsten nur mit ja oder nein antworten, Arme vor Brust verschränken und grimmingen Blick aufsetzen...aber noch keine praktischen Erfahrungen gesammelt, da bisher nur Erstgespräche gehabt und da dachte ich mir, ist evtl. nicht schlecht erst mal paar mehr Informationen zu sammeln und so auch besser verstehen können wie Sb's so ticken...

Beim letzten Gespräch dann auch kurz die unnötigen Meldetermine angesprochen und dass das ja nur unnötige Schikane und ineffizient ist. Wollte nur mal sehen wie Sb so reagiert, hat dann viel mit Gegenfragen gearbeitet und ansonsten war seine Antwort in der Art, Meldetermine sind super wichtig, weil er so natürlich auch die Verfügbarkeit prüfen kann, dass ist ja wichtige Voraussetzung um ALG beziehen zu dürfen, ich dann gefragt, ob es nicht evtl. der falsche Ansatz ist, alle Betroffenen erst mal zu unterstellen, dass sie nicht verfügbar sind, weil sie z. B. schwarz arbeitern, er dann, nein, macht er natürlich nicht, nur durch die schriftliche Einladung, kann er ja dann auch prüfen ob die Meldeadresse noch stimmt, weil könnte ja sein, dass wer vergessen hat, seinen Briefkasten mit Namensschild zu versehen oder es sich evtl. gelöst hat. Außerdem müssen lt. Gesetz regelmässig Meldetermine erfolgen das ist so vorgeschrieben... naja ok, war dann auf solche Argumente nicht wirklich vorbereitet...

Ansonsten hatte mir mal überlegt, ob man nicht evtl. die Formulierung Einladung angreifen kann, weil Einladung ist ja normalerweise ein freiwilliges Angebot und wenn das gleich im Betreff steht und man es nicht in Anspruch nehmen möchte, dann könnte ja sein, dass man sich den Rest vom Schreiben gar nicht mehr durchliest (macht man ja analog bei anderen Einladungen die man in Werbebriefen usw. erhält ja z. T. auch...),sondern gleich entsorgt. Und eigentlich wäre es ja dann nicht meine Schuld, wenn AfA/Jobcenter hier falsche Formulierungen verwendet (richtig wäre der Begriff "Vorladung") und es dadurch dann Missverständnisse gibt^^...nur rein praktsich wirds vermutlich so sein, dass Sb's und Richter das anders sehen und du dann erst mal fette Sanktion bekommst....
 
Zuletzt bearbeitet:

ZynHH

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
6 Juli 2011
Beiträge
19.408
Bewertungen
27.087
Meine letzten beiden Termine mit der AfA waren telefonisch, stand schon so auf der Einladung.
Mein SB meinte, ihm reicht der kurze telefonische Kontakt mit mir, er kann etwas eintragen und ich muss nicht extra durch die ganze Stadt fahren....

Als ich beim jc war, habe in der Regel ich den Ablauf des Termins bestimmt.
Vorher ein spannendes Thema ausgesucht und drauf vorbereitet.

Zum Schluss kam meistens vom SB " Ach, ich wollte ja noch... machen wir nächstes mal...."
 
G

Gelöschtes Mitglied 67452

Gast
Sb fühlt sich dann gut unterhalten und lädt dich dann zum netten plaudern halt mal öfters ein^^
Also dient der Elo dann als entsprechende Beschäftigungstherapie für den SB, meinst du? :LOL:
Da würde ich doch als Elo gleich nach Kaffee und Kuchen fragen und natürlich auch: "Kann man hier auch duschen..."?!? ;)

...quasi nur kurze Antworten geben und ansonsten nur mit ja oder nein antworten, Arme vor Brust verschränken und grimmingen Blick aufsetzen...
Na auf diese Weise wirst du aber von SBchen wahrscheinlich nie mal zum gemeinschaftlichen Grillen und/oder Golf spielen eingeladen..., eine vertane Möglichkeit...!^^ :icon_lol:

Meine letzten beiden Termine mit der AfA waren telefonisch, stand schon so auf der Einladung.
Mein SB meinte, ihm reicht der kurze telefonische Kontakt mit mir, er kann etwas eintragen und ich muss nicht extra durch die ganze Stadt fahren....
Das ist aber auch eher die absolute Ausnahme, oder? Habe ich bisher so noch nie gehabt oder von jemanden in dieser Form gehört...

@anett88 Ich persönlich würde beim nächsten Termin den SB direkt und unverblümt fragen, was genau mit diesen extrem kurz aufeinanderfolgenden Meldeterminen bezweckt werden soll. Wenn keine handfeste Begründung von SBchen zurück kommt, würde ich einen Befangenheitsantrag nach §17 Abs. 1 SGB schriftlich beim Teamleiter einreichen.
 

Otto27

Elo-User*in
Mitglied seit
29 Juni 2019
Beiträge
306
Bewertungen
527
Wenn man gut labern kann, ist Sb totquatschen vermutlich schon das beste, nur nicht jeder hat diese Fähigkeiten...beste wäre vermutlich, weil man ja eh schon da ist, dann auch die Kollegen etwas unterstützen, z. B. spontan anbieten noch etwas länger dazubleiben und als Beistand dienen...oder evtl. paar Flyer im Wartebereich verteilen, mit Frage- und Rechteliste, die man dem Sb vortragen kann oder Infos über hilfreiche Internet-Seiten (elo-Forum...), oder spontante Demo gegen menschenunwürdige Sanktionen ausrufen...könnte mir vorstellen, wenn man das paar mal gemacht hat, dass dann die Melde-Termine etwas weniger werden...
 

ZynHH

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
6 Juli 2011
Beiträge
19.408
Bewertungen
27.087
anbieten noch etwas länger dazubleiben und als Beistand dienen...oder evtl. paar Flyer im Wartebereich verteilen, mit Frage- und Rechteliste, die man dem Sb vortragen kann oder Infos über hilfreiche Internet-Seiten
Das solltest du hier in Hamburg besser im jc unterlassen und nur draussen vor der Tür machen, sonst stehst du ganz schnell auf der Strasse.... aus mir völlig unerfindlichen Gründen, mögen die das nicht.... :icon_mrgreen: :icon_lol:
 
G

Gelöschtes Mitglied 66109

Gast
oder evtl. paar Flyer im Wartebereich verteilen, mit Frage- und Rechteliste, die man dem Sb vortragen kann oder Infos über hilfreiche Internet-Seiten (elo-Forum...), oder spontante Demo gegen menschenunwürdige Sanktionen ausrufen..

Bei allem was du innerhalb des JC machst solltest du darauf achten, daß du nicht gegen die Hausordnung verstößt bzw. sogar einen Hausfriedensbruch begehst.

Was die spontane Demo angeht:

Hierzu sei noch angemerkt, daß es dir nichts nützen wird, hier im Forum die Bestätigung dafür zu finden, welche Anlässe so aktuell sind, daß sie eine augenblickliche Spontanversammlung rechtfertigen. Im Fall der Fälle gilt es ein Gericht (im Nachhinein) zu überzeugen.
 
G

Gelöschtes Mitglied 67452

Gast
...bzw. sogar einen Hausfriedensbruch begehst.
Das wäre NUR der Fall, wenn man nach Aufforderung das JC nicht verlässt. Das wäre dann Hausfriedensbruch per Unterlassung. So lange niemand was sagt, kannst du machen, was du willst. ;)

...daß du nicht gegen die Hausordnung verstößt...
Also mir persönlich würde dieser Umstand jetzt keine schlaflosen Nächte bereiten.

...welche Anlässe so aktuell sind, daß sie eine augenblickliche Spontanversammlung rechtfertigen...
Ach, so'n nett gemachter Flashmob im JC hat doch auch was für sich...:p:ROFLMAO:
 

Bernd the Beast

Elo-User*in
Mitglied seit
5 August 2017
Beiträge
138
Bewertungen
144
Vorladung mit falscher Deklaration „Einladung“ vom <Datum Einladung>

Sehr <geehrte oder geehrter> <Frau oder Herr> <Nachname>,

die euphemistische Formulierung „Einladung“ ist nach gültiger Rechtsprechung
(SG Nürnberg - S 10 AS 679/10 ) eine Vorladung und sollte so auch deklariert werden.
Sie sind im übrigen nicht dazu befugt mich vorzuladen. Egal was auf diesen Vorladungen steht, sie sind nichtig!

Zitat „Einladung“:
Bitte den nachfolgenden Text entsprechend dem Text in der Einladung anpassen.

"Ich möchte mit Ihnen Ihre aktuelle berufliche Situation besprechen."

Zu unbestimmt gehalten um die Anforderungen nach § 309 SGB III zu erfüllen.

Auch das Jobcenter hat sich an das Verwaltungsverfahrensgesetz ( VwVfG) zu halten und genießt keine Sonderstellung!

Dürfen Hilfeempfänger nunmehr daraus schließen, dass das Jobcenter <Ort-Jobcenter> der Meldeaufforderung nicht den Charakter einer Rechtspflicht
zum Erscheinen im Termin im Sinne der §§ 31, 59 SGB II beimisst oder ist die Begründung der Widerspruchsbescheide diesbezüglich nur unvollständig,
weil bei einer Erörterung dieser Rechtsfrage etwa eine Klassifizierung der angefochtenen Einladungen als Verwaltungsakt hätte erfolgen müssen?

Wichtiger Hinweis:

23.09.1990, mit Verkündung im BGBl. I S. 895, wurde auch der grundgesetzliche

Anspruch auf Schadensersatz aufgehoben.

Das Staatshaftungsgesetz der BRD wurde 1982 aufgehoben.

Stattdessen wurde § 839 BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) Amtshaftung, die persönliche Haftung des Beamten wieder eingeführt.
Damit ist der gesetzliche Anspruch auf Entschädigung durch Schäden des Staates grundsätzlich entfallen.
Jeder Beamte haftet somit persönlich und gesamtschuldnerisch nach BGB (Bürgerliches Gesetzbuch).

§ 839 Amtshaftung:
BGB § 839 Haftung bei Amtspflichtverletzung


Verletzt ein Beamter vorsätzlich oder fahrlässig die ihm einem Dritten gegenüber obliegende Amtspflicht,
so hat er dem Dritten den daraus entstehenden Schaden zu ersetzen.


Für Angestellte eines Gerichts oder anderen Behörde gilt.

BGB § 823 Schadensersatzpflicht

(1) Wer vorsätzlich oder fahrlässig ….ein sonstiges Recht eines anderen widerrechtlich verletzt,
ist dem anderen zum Ersatz des daraus entstehenden Schadens verpflichtet.


Ich weise Sie ausdrücklich auf Ihre Remonstrationspflicht hin:
Remonstrationspflicht nach BBG §56 meinte:
Hierunter wird die Pflicht des Beamten verstanden, Bedenken gegen die Rechtmäßigkeit dienstlicher Anordnungen unverzüglich bei dem unmittelbaren Vorgesetzten geltend zu machen.
Für Bundesbeamtinnen und Bundesbeamte ist diese in § 63 BBG geregelt. Grundsätzlich trägt der Beamte die Verantwortung für die Rechtmäßigkeit seiner dienstlichen Handlung.
Von dieser Verantwortung wird er freigestellt, wenn er seiner Remonstrationspflicht nachkommt und Bedenken zum Beispiel gegen die Rechtmäßigkeit dienstlicher Anordnungen geltend macht.
Die Remonstrationspflicht besteht bereits dann, wenn der Beamte die Weisung als möglicherweise rechtswidrig ansieht. Die Remonstration verläuft in drei Stufen.
Zunächst muss der Beamte Bedenken gegen die Rechtmäßigkeit einer amtlichen Weisung beim unmittelbaren Vorgesetzten erheben. Bleibt dieser bei seiner Anordnung,
hat er sich an den nächst höheren Vorgesetzten zu wenden. Wird die Weisung auch von diesem bestätigt, muss der Beamte diese ausführen. Etwas anderes gilt lediglich dann,
wenn die dienstliche Anordnung auf ein erkennbar strafbares oder ordnungswidriges Verhalten abzielt, die Menschenwürde verletzt oder sonst die Grenzen des Weisungsrechts überschreitet.
Die Remonstrationspflicht hat eine Doppelfunktion – einerseits dient sie der behördeninternen Selbstkontrolle, andererseits dient sie zugleich
der haftungs- und disziplinarrechtlichen Entlastung des Beamten bei rechtswidrigen Weisungen. (Quelle & Link: dbb.de)

Moderationshinweis...

Quelle nachgetragen. Urheberrecht beachten!




An dieser Stelle verweise ich auch zusätzlich auf § 56 (1) des Bundesbeamtengesetzes

Der Beamte trägt für die Rechtmäßigkeit seiner dienstlichen Handlungen die volle persönliche Verantwortung.“
Ich würde Sie deshalb dringend bitten bei Ihrem Vorgesetzten gegen diese Praxis der „Einladungen“ zu remonstrieren.

Bitte nehmen Sie zum vorgetragenen Sachverhalt schriftlich Stellung!

Freundliche Grüße

<Vorname> <Nachname>
 

OldieButGoldie

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
18 Juli 2019
Beiträge
544
Bewertungen
770
Toll, wir sind bei # 17 und das meiste reines OT und Selbsbeweihräucherung.
@anett88
Der Link den du gepostet hast ist super. Die beiden NZB der Anwältin habe ich mir abgespeichert. Sie stellt dort sehr gut klar, dass das juristisch nicht tragbar ist.
Du kannst natürlich einen Widersrpcu einlegen, aber mach dich darauf gefasst, dass das JC mit der Argumentation überfordert ist und das ohne Urteil auch nicht akzeptieren wird.
Das muss du dann also durchklagen und trotzdem weiterhin diesen Meldeaufforderungen nachkommen.

Aber je mehr sich gegen diese Machenschaften und Standardformulierungen wehren, um so besser.
 

Otto27

Elo-User*in
Mitglied seit
29 Juni 2019
Beiträge
306
Bewertungen
527
@Bernd the Beast: Wenn ich das Urteil (SG Nürnberg - S 10 AS 679/10) richtig verstanden habe, dann gehts dort um eine Folgeeinladung (Sanktions-Anhörung) und das erfüllt dann die konkreten Anforderungen von § 309 SGB III nicht, weil zu unbestimmt. Nur auf normale Meldetermine kann man das so erst mal nicht übertragen.

Habe mir jetzt aber noch mal meine letzten Schreiben (um über meine berufliche Situation zu sprechen) angeschaut und dort wird 3 mal das Wort Einladung verwendet. Einmal mit dem Zusatz "Dies ist eine Einladung nach § 309 Abs. 1 SGB III...", die Frage ist letztendlich ob sich die allgemein verstandene Bedeutung vom Wort "Einladung" mit diesem Zusatz zwingend verändert und das auch für Laien klar erkennbar ist. Hier bestehen m. A. n. schon gewisse Zweifel (manche könnte ja z. B. denken, der Zusatz ist nur die gesetzliche Grundlage, mit der freiwillige Besuchsangebote verschickt werden dürfen^^), wobei ich ehrlich gesagt, für so was aber aktuell auch keine Sanktion und Prozess riskieren würde, wo man vermutlich bei aktuellen SBs/Richter höchstens Außenseiterchancen hätte.

Anderer Punkt der mir noch gerade aufgefallen ist (§ 309 Abs. 3 SGB III):

"(3) Die meldepflichtige Person hat sich zu der von der Agentur für Arbeit bestimmten Zeit zu melden. Ist der Meldetermin nach Tag und Tageszeit bestimmt, so ist die meldepflichtige Person der allgemeinen Meldepflicht auch dann nachgekommen, wenn sie sich zu einer anderen Zeit am selben Tag meldet und der Zweck der Meldung erreicht wird."

Also theoretisch könnte man damit auch einen 8 Uhr Termin erst mal sein lassen und dann am gleichen Tag später noch erscheinen und sagen man möchte jetzt gerne "über seine berufliche Situation sprechen". Das ist ja auch so allgemein (und war ja auch der im Schreiben genannte Meldezweck), dass das auch notfalls jeder andere Sachbearbeiter kurz übernehmen kann (also die wo Leute ohne Termin zugeteilt bekommen...). Und der hat dann vermutlich auch eher keine wunderschöne (Bewerbungs)Maßnahme für dich vorbereitet, die er dann spontan aus dem Hut zaubern kann^^. Und ansonsten gibt man ihm halt einfach kurz Liste mit seinen Bewerbungsbemühungen und sagt evtl. noch zusätzlich, man hätte noch gerne Umschulung für Beruf x. Andererseits ist halt noch die Frage ob man sich längerfristig mit solchen Aktionen nicht selbst ins Bein schießt, denke im allgemeinen sollte man schon einfach versuchen mit Sb klarzukommen und auf normale/freundliche Weise kommunizieren und solche Aktionen dann eher nur bei Ausnahme-SBs bringen...
 
Zuletzt bearbeitet:
E

ExUser 3872

Gast
Also theoretisch könnte man damit auch einen 8 Uhr Termin erst mal sein lassen und dann am gleichen Tag später noch erscheinen und sagen man möchte jetzt gerne "über seine berufliche Situation sprechen".

Die Idee kam mir auch schon - ich probiere das besser nicht aus.
Vermutlich wird es nicht selten SO ablaufen:

Das JC wird sagen, dass dein SB jetzt keine Zeit mehr für dich hat.
Ein anderer SB, der nicht als dein Hauptbetreuer (oder weitere) eingetragen ist, kann nicht auf alle deine persönlichen gespeicherten Daten zugreifen und bearbeiten und somit das Gespräch nicht mit dir führen.

= 10% für 3 Monate.
 

Wuschelchen

Elo-User*in
Mitglied seit
31 Mai 2016
Beiträge
237
Bewertungen
62
Das wäre aber unfair, ich war vor über einem Jahr mal dort eingeladen und dann wurde ich angemeldet und nach einer halben Stunde kam dann eine andere SB und meinte, ich kann wieder gehen, die SB ist nicht oder nicht mehr da. Wahrscheinlich heimlich rausgeschlichen oder sich verleugnen lassen.
Daher wäre es interessant zu wissen, was man da an Fahrtkosten beantragen kann bzw. wann muss man das denn wie vorlegen ?
 

Otto27

Elo-User*in
Mitglied seit
29 Juni 2019
Beiträge
306
Bewertungen
527
@wolf77: So weit ich weiß, gibts innerhalb von AfA/JC keinen wirklichen Datenschutz und quasi alle können auf die Daten im System zugreifen. Ausnahmen sind evtl. höchstens paar Praktikanten, aber andere Sachbearbeiter haben da vollen Zugriff, muß ja auch auch sein, weil ja dein zuständiger Sb auch mal krank sein kann oder es dringende Dinge gibt, die man ohne Termin klären muss und dann z. T. auch die Sachbearbeiter von "Abteilung-Anliegen-ohne-Termin" zuständig sind, die ja dann auch die Daten aus dem System benötigen.

Und schon klar, das Ersatz-Sb dann nicht super vorbereitet ist, nur der Meldezweck war ja auch super allgemein, notfalls redest halt erst mal hauptsächlich selbst über seine berufliche Situation, schilderst kurz seine Bewerbungsbemühungen und betonst dass man da voll dabei bleibt und frägt dann noch kurz ob er irgendwelche Tipps für dich hat und dann ist der Meldezweck auf Papier erst mal erfüllt. Aber ja, gewisses Risiko bleibt natürlich, würde es auch nicht damit übertrieben,also z. B. 5 Minuten vorm schließen erscheinen^^, sondern so dass normaler unangemeldeter Termin noch möglich ist...wenn man trotzdem abgewiesen wird, zur Not mit Empfang kurz über berufliche Situation sprechen, dort Bewerbungsbemühungen-Liste abgeben und sich das und Anwesenheit quitieren lassen, glaube nicht dass dann Sanktionen zulässig sind (wobei wie gesagt, Restrisiko immer bleibt und ich würde es auch nur für sehr spezielle SBs machen und falls ich notfalls auch Sanktion überstehen kann...).

Wenn Sb frägt warum man nicht zum Termin da war, sagt man halt, es war ja eine Einladung und das habe ich als freiwilliges Angebot verstanden um x Uhr da sein zu dürfen, aber es spricht ja nix dagegen diese Einladung dann auch zu einer späteren Uhrzeit wahrzunehmen, der mir zeitlich besser passt und nach § 309 Abs. 3 SGB III ist das ja auch möglich.
 
Zuletzt bearbeitet:

Zermürbt38

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
8 Mai 2019
Beiträge
2.116
Bewertungen
2.680
Du könntest jedes Mal einen Blumenstrauß mitnehmen und freudig, ob des Wiedersehens, überreichen?
Ich würde meine Fallmanagerin fragen, wenn sie mich andauernd einladen würde! Warum laden sie mich dauernd ein, ich bin nicht lesbich!😂
 
Zuletzt bearbeitet:
Oben Unten