Im Krankengeldbezug Urlaub und lückenlose Krankschreibung vergessen jetzt ALG1?? (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

DeQuill

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Hallo,

ein Freund ist seit Augut 2016 im Krankengeldbezug. Er bezog zuvor seit Februar 2016 ALG1.
Da im Januar eine länger gelpante OP anstand mit anschließender Reha, wollte er dann im Dezember nochmal eine Woche Urlaub machen (vom 20. - 26.12) und verreisen und hat das zuvor auch der Krankenkasse mitgeteilt.
Er wollte für den Zeitraum des Urlaubs auch kein Krankengeld und hat das telefonisch besprochen.
Nach dem Urlaub hat er am 27.12. eine erneute Krankmeldung (Erstbescheinigung) eingereicht bei der Krankenkasse. Zwischenzeitlich hatte er seine OP und er ist in der Reha.

Er hat sich jetzt gewundert, dass für Januar noch rein Krankengeld eingegangen ist. Telefonisch wurde Ihm von der TK mitgeteilt, dass er keinen Anspruch mehr auf Krankengeld hat und auch nicht mehr versichert ist. Er ist natürlich aus allen Wolken gefallen, da er jetzt quasi vor dem Nichts steht.
Soweit ich da richtig verstanden habe, war es sein Versäumnis dass er sich nicht auch während der Urlaubs hat krankschreiben lassen. Die Krankenkasse ist hier wohl also im Recht.
Mein Freund beruft sich auf die telefonische Auskunft, die Ihm vor seinem Urlaub gegeben wurde.

Aber hätte Sie nicht einen Bescheid erlassen müssen, anstatt stillschweigend die Zahlung einzustellen?

Und kann mein Freund sich jetzt wieder arbeitslos melden, obwohl er ja noch absehbar länger krank ist und dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung steht? Schließlich muss er ja krankenversichert sein und für seinen Lebensunterhalt aufkommen.

Ganz zu schweigen von den Krankenhauskosten, die infolge seiner OP entstanden sind.

Danke für Hilfe.
 

Machts Sinn

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Die Krankenkasse ist hier wohl also im Recht.
Eine solche unterstellende Äußerung hört sich nach nur wenig Engagement für einen Freund an!

Auch hier gilt wie immer: es kommt darauf an. Was wurde konkret besprochen und lässt sich dies
glaubhaft machen?
 

DeQuill

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Es wurde nur telefonisch besprochen und er weiß auch nicht mehr den Namen des Ansprechpartners.

Das ist ja keine Unterstellung, sondern nur dass was ich aus den bisherigen Recherchen schließen konnte.
 

bla47

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Krankengeld ist ein ganzes Leistungspaket. Zu der monatlichen Zahlung gibt es noch dazu: Beiträge zur Arbeitslosenversicherung, Rentenversicherung UND weiterhin beitragsfreie Mitgliedschaft in der Krankenkasse.
Aber nur bis zum Ende der Krankschreibung oder Aussteuerung nach 78 Wochen.
Eine Möglichkeit zur Unterbrechung gibt es nicht. Auch keine genehmigte Ortsabwesenheit wie bei ALG 1 / 2.
 
G

Gelöschtes Mitglied 58736

Gast
Eine solche unterstellende Äußerung hört sich nach nur wenig Engagement für einen Freund an!

Auch hier gilt wie immer: es kommt darauf an. Was wurde konkret besprochen und lässt sich dies
glaubhaft machen?
Wird trotzdem schwer.

In letzter Zeit lese ich immer sehr oft "TK".
Sicher eine subjektive Meinung von mir, aber mir drängt sich der Verdacht der Methodik mit Anweisung von oben auf.
Leider auch wieder nur schwer belegbar.

Mir stösst das Thema trotz Verbesserungen (Krankengeldfalle entschärft), sehr sauer auf.
Gerade auch im Hinblick auf depressive Erkrankungen, wo auch der Arzt auf sowas achten müsste, da der Erkrankte sich manchmal zurückzieht.
 

Machts Sinn

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.
Auch wenn es nicht einfach ist, wäre zunächst beim Naheliegendsten anzusetzen:

Falls der Sachverhalt offen und ehrlich mit der Krankenkasse besprochen wurde, könnte
diese die Pflicht zur Spontanberatung verletzt haben, wenn sie nicht auf naheliegende
günstige Dispositionsmöglichkeiten hinwies, die der Freund bei Kenntnis genutzt
hätte.

Während der Arbeitsunfähigkeit ist es nicht ausgeschlossen, sich auch auswärts aufzuhalten.
Nach § 16 Abs. 4 SGB V https://dejure.org/gesetze/SGB_V/16.html ruht der Anspruch auf
Krankengeld nicht, solange sich Versicherte nach Eintritt der Arbeitsunfähigkeit mit Zu-
stimmung der Krankenkasse im Ausland aufhalten.

Was schließen wir daraus?
 

DeQuill

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Erstmal danke, dass mit der Spontanberatung ist schonmal ein guter Ansatzpunkt.

Unbestritten ist, dass er beim Telefonat von sich aus auf das Krankengeld für die eine Urlaubswoche verzichtet hat.

Leider hat er halt vergessen sich nahtlos krankschreiben zu lassen. Er dachte halt er kann sich das für die eine Woche sparen, da er eh kein Krankengeld bezieht.

Aber hätte nicht zumindest ein Bescheid ergehen müssen, dass er nicht mehr krankenversichert ist?
Er hätte sich ja um Alternativen (Agentur für Arbeit oder freiwillige Weiterversicherung) kümmern können.
Schliesslich hatte er eine OP mit einer Woche Krankenhausaufenthalt. Das alleine kann einen vielleicht schon ruinieren.
 

Muzel

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Gehe zum Anwalt. Mündliche Auskünfte sind nicht verwertbar.
 

Machts Sinn

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.
Wenn er nur auf das Krankengeld für die eine Urlaubswoche verzichtet hat,
hat er wohl erkennen lassen, dass er danach Krankengeld weiter beansprucht.
Also nochmals: es kommt darauf an.

"Bescheid": man kann mit guten Gründen die Auffassung vertreten, dass der
frühere Krankengeld-Anspruch nach wie vor bewilligt fortbesteht, solange kein
Aufhebungsbescheid erteilt wurde:

https://www3.mjv.rlp.de/rechtspr/DisplayUrteil_neu.asp?rowguid={BD2FFA7A-3E0E-426F-AEF4-0DA7E4CCFF61}

https://www3.mjv.rlp.de/rechtspr/DisplayUrteil_neu.asp?rowguid={B415E6FE-37DF-443C-BB58-5082AABAD587}

https://www3.mjv.rlp.de/rechtspr/DisplayUrteil_neu.asp?rowguid={1B9170A0-4FB4-408B-A160-DFC31976559C}

https://www3.mjv.rlp.de/rechtspr/DisplayUrteil_neu.asp?rowguid={EA3D5B21-E60E-4D51-890A-8F29286A92FA}
 
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