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Im Hamsterrad Hartz IV

Kaleika

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#1
Im Hamsterrad Hartz IV
Von Susanne Stiefel
Datum: 08.07.2015
Seit Jahren sucht Jürgen G. vergeblich einen Job. Und manchmal steht der gelernte Krankenpfleger verbittert vor den Hürden, denen er sich als Langzeitarbeitsloser gegenübersieht. Mancher beim Jobcenter Ost in Stuttgart wird ihn für einen Querulanten halten. Doch der Mann ist vor allem eins: verzweifelt.
Sein Aufbegehren hat er sorgfältig in Ordnern und Klarsichtfolien abgeheftet. Die unzähligen Bewerbungen und Absagen, die Widersprüche gegen das Jobcenter, den Schriftverkehr mit den Anwälten, die Antwort auf die "gelbe Karte", als er sich bei der Stadt über seine Sachbearbeiter beschwerte. Es ist der Versuch, Ordnung in ein Leben zu bringen, das ihm mit andauernder Arbeitslosigkeit immer mehr aus den Händen zu gleiten droht. Er schleppt sie mit in die Redaktion als Beweis, dass er nichts Unmögliches verlangt. Dass er keine Rache will, niemanden beleidigen oder anschwärzen will. "Ich möchte, dass man mir mit Respekt begegnet", sagt Jürgen G. mit ruhiger Stimme, während er seine Geschichte erzählt. So klingt einer, der nicht nur um einen Job, sondern auch um seine Würde kämpft.
(...)
KONTEXT:Wochenzeitung - Ausgabe 223 - Im Hamsterrad Hartz IV
 

Kaleika

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#3
Die würde ich auch gerne geben!
 
E

ExitUser

Gast
#4
Es hat nicht viel mit Resignation zu tun, wenn man sich daran erinnert, daß jeder für seine psychische Gesundheit und sein Wohlergehen selbst sorgen muß.

Dazu gehört auch, den Bewerberzirkus als das zu sehen, was er ist:

Ein Zaubertrick zur Verarschung der Massen, mit oder auch mal ohne aktive Beihilfe der Politiker und der Presse. Der Fachkräftemangel, das weiß jeder, ist ein Plagiat aus den gesammelten Werken der Brüder Grimm. Und eine Stellenanzeige hat in etwa den Hintergrund wie die herzliche Einladung der Waldhexe an Hänsel und Gretel - meistens. Die dient in der Regel dazu, das eigene Personal unter Druck zu setzen und sich in der Öffentlichkeit zu sonnen. Manchmal wird sogar jemand gesucht. Aber dann stellt der "Glückliche" fest, daß derweil alle entlassen wurden, die ihn hätten einarbeiten können und daß er da, vom Geschwätz des Chefs abgesehen, nicht wirklich willkommen ist.

Wenn man das einmal verinnerlicht hat, wird einen die Absageorgie auch als examinierter Krankenpfleger nicht mehr überraschen und demzufolge auch nicht mehr aus den Stiefeln werfen.
 

flandry

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#5
Die Aussage des JC (Pressesprecher), dass Arbeitslosigkeit ein individuelles und kein strukturelles Problem ist, ist Unsinn.
Das muss jeder merken, der sich die Zahlen der Arbeitsuchenden und der offenen Stellen miteinander vergleicht.
Pikant ist in dem Zusammenhang der Beruf: Krankenpfleger. Soll doch angeblich ein Mangelberuf sein.

Interessant ist unter "ähnliche" auch der Artikel das KO-System. Auch im Bereich betreuter Menschen liegt einiges im Argen, wie ich aus dem Bekanntenkreis weiß. Ich habe von mehr als einem Betreuer gehört "Stopft sich die Taschen voll, tut nichts."
 
E

ExitUser

Gast
#6
Sicher ist es ein individuelles Problem, vor allem, weil die Mensche mit ihren Nöten alleingelassen und gegängelt werden. Sie reagieren ganz individuell mit Resignation, Krankheiten etc.

Mit einem kollektiven Bewustsein und Solidarität könnte es den Menschen trotz materieller Einbußen sicher besser gehen.

Die Verantwortung für Erwerbslosigkeit ist alles andere als individuell.
 
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