Im Arbeitsvertrag ist eine Verpflichtung zu Überstunden und Rufdienst festgehalten. Es gibt auch keinen Vermerk bezüglich Homeoffice. Ist das seriös?

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FrauStahl

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Hallo zusammen,

ich habe mich auf einen Vermittlungsvorschlag von der Agentur für Arbeit beworben.
Ich war ganz positiv überrascht, dass die Firma grundlegend sehr freundlich und nicht unseriös gewirkt hat. Auch dir mir angedachte Arbeit schien ganz vernünftig zu sein :):):)

Ich habe heute einen dicken Umschlag im Postkasten gehabt, dass die Firma mich gern einstellen will und ich habe dazu auch einen Vertrag bekommen.
Was mich an dem Vertrag aber verwundet ist, dass dort pro Monat 15 Überstunden mit dem Gehalt abgegolten werden und gleichzeitig gesagt wird, dass der Arbeitgeber solche bei Bedarf auch anordnen kann.

Dazu kommt noch, dass dort steht, dass ich mit der Leistung von Rufbereitschaft einverstanden bin, der Umfang wird nicht genau genannt.

Ich denke mir jetzt, wenn die Firma das alles ausreizt, dann habe ich im Monat einmal eine 50 und eine 45 Stunden Woche und beliebig oft Rufbereitschaft.

Was auch im Vertrag nicht festgehalten ist, ist dass ich vereinbart hatte drei Wochen im Monat von zu Hause aus zu arbeiten, weil die Firma in Kiel sitzt und ich nicht so einfach umziehen kann. Eine Woche im Monat sollte ich vor Ort sein. Das steht aber nun garnicht drin. :confused::confused::confused:

Ich hab in der Vergangenheit ja gemerkt, dass viele hier sich gut mit Arbeitsrechtlichen Dingen auskennen und vor allen Dingen, dass man nie etwas unterschreibt, was einem komisch vorkommt ;););)

Wie ist denn eure Meinung dazu???

LG
 
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Ruhrpottmensch

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Hallo
Was mich an dem Vertrag aber verwundet ist, dass dort pro Monat 10 Überstunden mit dem Gehalt abgegolten werden und gleichzeitig gesagt wird, dass der Arbeitgeber solche bei Bedarf auch anordnen kann.
Steht das wirklich bis zu 10 (Zeit)Stunden pro Woche?!
"Das übliche Maß" ist zwar nicht näher definiert (10 ÜS pro Wochen sind schon... Hmm... Grenzwertig!), aber es gab mal ein Urteil vom BAG, in dem 3h pro Woche bzw. max. 10h pro Monat (mit dem Lohn abgegolten!) als noch tragbar sind. Kommt daher auf die genaue Formulierung im AV an...
Dazu kommt noch, dass dort steht, dass ich mit der Leistung von Rufbereitschaft einverstanden bin, der Umfang wird nicht genau genannt.
Rufbereitschaft heißt außerhalb der im AV genannten Rahmenarbeitszeiten? Auch hier: Steht da sonst noch was dabei, ob die Rufbereitschaft als Arbeitszeit gilt, die RB an den Arbeitsort (Das Büro etc.) gebunden und insbesondere, wie eine solche Rufbereitschaft vergütet werden soll?
(Im Grunde reicht allerdings -leider- folgende "Phrase", um die Rufbereitschaft "rechtlich sicher" zu machen: "Der Arbeitnehmer verpflichtet sich, Rufbereitschaft zu erbringen, sofern erforderlich")
Was auch im Vertrag nicht festgehalten ist, ist dass ich vereinbart hatte drei Wochen im Monat von zu Hause aus zu arbeiten, weil die Firma in Kiel sitzt und ich nicht so einfach umziehen kann. Eine Woche im Monat sollte ich vor Ort sein. Das steht aber nun garnicht drin. :confused::confused::confused:
Das ist ein Punkt, den ich persönlich nicht so akzeptieren würde. Wenn das (mündlich) vereinbart worden ist, dann würde ich da um "Nachbesserung" bitten...
 
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FrauStahl

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Hallo

Steht das wirklich bis zu 10 (Zeit)Stunden pro Woche?!
Tut mir leid, da hat mir meine Autokorrektur ganz gut etwas verdreht und ich habe es nicht ordentlich nochmal gelesen, weil ich es gerade schnell am Handz getippt habe.
Es sind 15 Stunden pro Monat. Ich bessere es auch im Originalpost aus.

(Im Grunde reicht allerdings -leider- folgende "Phrase", um die Rufbereitschaft "rechtlich sicher" zu machen: "Der Arbeitnehmer verpflichtet sich, Rufbereitschaft zu erbringen, sofern erforderlich") Ist leider genau der Satz, der bei mir im Vertrag steht :confused:
 

Admin2

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Was mich an dem Vertrag aber verwundet ist, dass dort pro Monat 15 Überstunden mit dem Gehalt abgegolten werden und gleichzeitig gesagt wird, dass der Arbeitgeber solche bei Bedarf auch anordnen kann.

Mit derlei "Regelungen" würde z.B. ich mich nicht einverstanden erklären denn ich kann im Gegensatz dazu auch nicht 15 Stunden weniger Arbeiten, wenn ich will und trotzdem den vollen Lohn kassieren.
Nach meiner Erfahrung sollten Regelungen im Arbeitsvertrag immer explizit nach dem Motto keine Leistung ohne Gegenleistung auch im Umfang genau vereinbart werden.

Laut meinem Wissen kann ein AG zwar eine gewisse Anzahl Überstunden anordnen, wenn die Firma davon abhängt, die aber müssen dann auch entsprechend bezahlt werden.

Dazu kommt noch, dass dort steht, dass ich mit der Leistung von Rufbereitschaft einverstanden bin, der Umfang wird nicht genau genannt.

"Rufbereitschaft" ist dann kostenlos zu erbringen, wenn der Arbeitgeber nicht verlangt, dass diese von einem bestimmten Ort aus zu erbringen ist. Auch hier würde ich eine genaue Definition von Ort, Länge und Entlohnung erwarten.

Mit einem Arbeitsvertrag kauft sich ein Arbeitgeber eine Leistung ein. Daher sollte der Leistende genau darauf achten das all seine Pflichten und die Entlohnung exakt bezeichnet werden.

Du kaufst ja auch kein Möbel wo dir der Hersteller im Kaufvertrag einen ungefähren Preis und ein ungefähres Aussehen des Möbel zusichert, erst recht nicht wenn es dann heißt dass die Lieferung erfolgt wenn er es für nötig erachtet.

Ein Arbeitsvertrag ist wie ein Kaufvertrag zu behandeln.
 

Ruhrpottmensch

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Es sind 15 Stunden pro Monat.
Das wären ja runtergerechnet (bei einer 5 Tage Woche) max. 45 Min am Tag... Daher sollten die 15 Stunden pro Monat noch im Rahmen sein (Siehe dazu auch mein Vorschreiber)
Ist leider genau der Satz, der bei mir im Vertrag steht :confused:
Ist halt schwierig, da es bei "Rufbereitschaft" keine genaue Definition gibt, gerade wenn sie nicht am üblichen Arbeitsort abzuleisten ist. Es gibt halt gewisse "Spielregeln" (RB nur, wenn es auch "Sinn" macht - Das Unternehmen quasi davon "lebt" (Serverwartung, Notdienste etc.) - Und das eben in der Belegschaft "rotiert" werden soll). Vergütung dabei ist immer so eine Sache... Wie gesagt: Die tatsächlich abgeleistete "Rufbereitschaft" ist als Arbeitszeit zu werten, vom AG auch zu dokumentieren und dementsprechend zu vergüten.

Aber das sind ja auch ein Punkt, neben dem nicht schriftlich festgehaltenen "Homeoffice" (Bzw. abweichenden Arbeitsort), den man noch klären könnte (und sollte)...
 

Sodele

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Ich denke es kommt immer auf die Branche (Tarifvertrag?) und die Hierarchiestufe an, ob und wie viel (Über)Stunden ohne extra Bezahlung verlangt werden.
Ich war scho öfter als Personalrat in Vorstellungsrunden - auch für Führungspositionen - dabei. Da wurden ganz unterschiedliche Maßstäbe diesbezüglich genannt. Wenn ein Bewerber für eine Führungsposition sich nach Überstunden bzw. deren Grenzen erkundigte, hatte er gleich ein paar Minuspunkte auf dem Zettel.
Also: ohne nähere Angaben zu den vorgenannten Punkten ist eine objektive Beurteilung nicht möglich!
 

Elgaucho

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Das kommt drauf an was du verdienst und wie die Überstunden und nicht bezahlte Mehrarbeit in Relation zum Gehalt stehen. Ist das Gehalt für die Position eher mickrig würde ich mich nicht auf noch zusätzlich unbezahlte Überstunden und unbezahlte Rufbereitschaft einlassen. Würde der Chef der dich einstellenden Firma auch so einen Vertrag unterzeichnen und ist er ansonsten großzügig und fürsorglich zu seinen Mitarbeitern ? Oder ist der Chef ein Knauserich und möchte am liebsten das du noch Geld mitbringst und immer Überstunden machst ohne Bezahlung ? Wie wird die Firma bei Kununu bewertet ?
 

Sodele

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unbezahlte Rufbereitschaft
Generell gibt es keine unbezahlte Rufbereitschaft... dies ist in Tarifverträgen geregelt. Wer Leistung erbringt (Bereitstellung der Arbeitskraft) hat Anspruch Gegenleistung (Entlohnung)! Steht bestimmt auch im BGB - zumindest glaube ich, dass ich darin sowas schon mal gelesen habe.
 

FrauStahl

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"Rufbereitschaft" ist dann kostenlos zu erbringen, wenn der Arbeitgeber nicht verlangt, dass diese von einem bestimmten Ort aus zu erbringen ist. Auch hier würde ich eine genaue Definition von Ort, Länge und Entlohnung erwarten.

Ich habe dazu auch schon etwas im Internet gestöbert. Meistens ist es ja wohl so geregelt, dass man innerhalb einer bestimmten Zeit "arbeitsbereit" sein muss, also in meinem Fall wohl am PC sitzen. Was das aber auch voraussetzt ist, dass man eben immer erreichbar ist.

Und das zusammen gibt mir schwer zu denken. Ich verbringe meine Freizeit nach 8 Stunden am PC selten zu Hause. Ich bin oft mit den Hunden unterwegs oder in unserem Schrebergarten, Joggen, Rad fahren, Schwimmen oder Klettern. Aus Erfahrung weiß ich, dass ich dabei nur seltenst Handyempfang habe, obwohl ich schon extra im D1 Netz bin, was hier auf dem Dorf noch am Besten geht. :rolleyes::rolleyes::rolleyes:

Es steht zwar immer Rufbereitschaft gilt nicht als Arbeitszeit, aber wenn ich mir nicht komplett neue Hobbys suche, kann ich meinen normalen Freizeitthemen aber auch nicht nach gehen :censored::censored::censored:
 

Admin2

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aber es gab mal ein Urteil vom BAG, in dem 3h pro Woche bzw. max. 10h pro Monat (mit dem Lohn abgegolten!) als noch tragbar sind. Kommt daher auf die genaue Formulierung im AV an...
Exakt und dazu kommt der Umstand, dass und wenn man derlei schwammiges im Arbeitsvertrag durch Unterschrift akzeptiert man damit selbstverschuldet zurechtkommen muss. Eine Verpflichtung, unbezahlte Überstunden im Arbeitsvertrag zu akzeptieren, gibt es hingegen nicht.

Auch sollte man sich dahingehend, für ein besseres Verständnis, das hier zu Gemüte führen.
 

Admin2

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Es steht zwar immer Rufbereitschaft gilt nicht als Arbeitszeit, aber wenn ich mir nicht komplett neue Hobbys suche, kann ich meinen normalen Freizeitthemen aber auch nicht nach gehen :censored::censored:

Daher hast du die Wahl derlei im Arbeitsvertrag zu vereinbaren, oder auch nicht.
"Rufbereitschaft" hat durchaus seine Berechtigung, z.B. bei Feurwehrleuten. Auch dort gilt sie an sich noch nicht als Arbeitszeit, im Gegensatz dazu gilt "Bereitschaft" durchaus als Arbeitszeit, da man diese in diesem Beispiel im Bereitschaftsraum der Feuerwehr verbringen muss.
Jetzt gibt es faire Arbeitgeber die zwar unbezahlte Rufbereitschaft verlangen, diese aber zugleich auf bestimmte, annehmbare Zeiten und Zeiträume eingrenzen, sodass man sich darauf einrichten kann.
Wenn ganz einfach verlangt wird jederzeit Rufbereitschaft anordnen zu können, oder akzeptieren zu müssen, ist das in meinen Augen höchst unseriös und dem sollte man so keinesfalls zustimmen.
 

avalanche

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Rufbereitschaft habe ich auch in meinem Arbeitsvertrag (ÖD) stehen, Einsatz- bzw. Arbeitsort ist eine Gemeinde im Landkreis München und ich wohne in der Nähe von Mühldorf, Oberbayern. Wegen der A94 fahre ich normal ca. 1 h in eine Richtung.

Während der Winterzeit müssen wir (meist 2er Gruppen) oft raus, um Straßen und ähnliches zu räumen. Die Bereitschaftswochen werden vorher angekündigt, sind mit Zusatzlohn vergütet und die Arbeitszeit gilt als Überstunden. Klingt gut, Reibereien gibt es trotzdem.

Wenn ich da jetzt um 3h nachts per Anruf einen Einsatz bekomme, fahre ich deutlich über eine Stunde, um andere Verkehrsteilnehmer nicht zu gefährden. Beim Schneeräumen bin ich auch nicht der schnellste, aber das sieht ja nachts keiner und mit dem Kollegen stelle ich mich sowieso gut. Wenn wir dann nach etwa 6 Stunden fertig sind, ist es dann heller Morgen und wegen des Arbeitzeitgesetzes machen wir dann Ruhezeit von mindestens 11h geltend, weil wir ja auch Auto fahren.

Damit möchte ich eigentlich nur darlegen, dass man sich mit Rufbereitschaft und Überstunden arrangieren kann, aber nicht muss.
Wenn Überstunden geleistet werden, sind diese eben auch abzugelten und zwar nicht irgendwann, sondern in der darauffolgenden Woche. Geht das nicht, läuft das vermutlich so oder so auf eine Kündigung hinaus.

Als Arbeitnehmer kann man einiges ertragen, aber eben immer nur für einen vorübergehenden Zeitraum und ob man nun in der Probezeit wirklich jede Überstunde mitnimmt, sollte man sich gut überlegen. Nähe von der eigenen Wohnung zum Arbeitsort spielt auch eine Rolle, die Vergütung insgesamt ist zu beachten und wenn der Arbeitnehmer erst mal mit Überstunden anfängt,
kann das schnell immer mehr werden.

Mein Fazit: Für einen vorübergehenden Zeitraum (Probezeit) kann man das machen, aber dann sollte schon ein geregeltes Arbeitsverhältnis her, wo Überstunden entweder abgegolten oder abgefeiert werden.

SG ave
 

Matt45

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Was auch im Vertrag nicht festgehalten ist, ist dass ich vereinbart hatte drei Wochen im Monat von zu Hause aus zu arbeiten, weil die Firma in Kiel sitzt und ich nicht so einfach umziehen kann. Eine Woche im Monat sollte ich vor Ort sein. Das steht aber nun garnicht drin. :confused::confused::confused:

Es steht zwar immer Rufbereitschaft gilt nicht als Arbeitszeit, aber wenn ich mir nicht komplett neue Hobbys suche, kann ich meinen normalen Freizeitthemen aber auch nicht nach gehen :censored::censored::censored:

Genau dies erfordert Klärung mit dem AG!

Einen AV sollte man immer mit einem Textmarker lesen! >>> Vorher eine Kopie machen!
>>> Alles was markiert ist, muss mit dem AG geklärt werden oder erfordert einen neuen AV oder Ergänzung.....

Ich hab in der Vergangenheit ja gemerkt, dass viele hier sich gut mit Arbeitsrechtlichen Dingen auskennen und vor allen Dingen, dass man nie etwas unterschreibt, was einem komisch vorkommt ;););)

Genau so sollte es sein!

Ich weiß aber, es liest sich kaum jemand mal den AV durch bzw. ändert Punkte/lässt sich mündliche Absprachen schriftlich in den AV fixieren usw. !

Ergebnis: Nach 2-3 Wochen beginnt ein "Theater" und Gejammer vom Betroffenen der Firma, weil vieles nicht so positiv verläuft beim neuen AG! Lese immer wieder hier im Forum traurige Geschichten!

Ich habe damals erst den 3. AV unterschrieben, weil ich mit diesen einverstanden war!
Meine Chefin hat mich damals sehr gelobt, weil sich jemand mal Gedanken gemacht hat!

Ich sehe einen AV als langfristig an, deshalb muss er für mich auch zutreffend sein!
 

Ruhrpottmensch

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Zum Thema Überstunden hab/mache ich mir das ziemlich "einfach":

- Bei "Mindestlohn" werden keine unbezahlten bzw. mit dem Lohn abgegoltende ÜS akzeptiert. Da sehe ich einfach nicht ein, dass ich auch noch "gratis" arbeiten soll. Also entweder ab der ersten Minute bezahlt oder alternativ Ausgleich mit Freizeit.

- Wäre ich im üblichen Rahmen der Entlohnung (Nach Qualifikation, Ortsüblichen Lohndurchschnitt der Branche, Tarif etc.), dann würde ich wohl eine Regelung wie hier, mit max 1h am Tag und abgegolten mit dem Lohn akzeptieren. Alles was da aber drüber gehen würde an ÜS... Siehe oben...

- Würde ich wirklich gut bezahlt werden (über Tarif oder Ortsüblich), dann gilt das wie im zweiten Fall, da wäre ich dann sogar bereit die ein oder andere Stunde auch mal "extra" zu machen, ohne gleich den großen "Aufriss" zu machen.

Grundsätzlich darf es aber gerade bei ÜS nicht "einreißen". Man ist da halt auch schnell in der Schiene, dass man wegen dem vermeintlich guten Arbeitsplatz mehr als "notwendig" macht und damit dann eventuell auf "Cash" verzichtet, welches einem eigentlich zusteht.

Ähnlich würde ich das wohl auch bei "Rufbereitschaft" handhaben... Da würde ich zwar einsehen, ab & zu mal "Gewehr bei Fuß" zu stehen (gerade wenn es bei dem jeweiligen Unternehmen notwendig ist), allerdings würde ich eben dann die Zeit die da auch wirklich "arbeite", entlohnt haben wollen...

Es ist halt so, dass der ArbeitNEHMER noch immer das wertvollste Gut für einen Unternehmer/ein Unternehmen ist. Und dann muss man dieses wertvolle Gut auch entsprechend behandeln (und entlohnen)!
 

karuso

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Was mich an dem Vertrag aber verwundet ist, dass dort pro Monat 15 Überstunden mit dem Gehalt abgegolten werden und gleichzeitig gesagt wird, dass der Arbeitgeber solche bei Bedarf auch anordnen kann.

Frage: Hat der Arbeitgeber dich darüber in Kenntnis gesetzt im Vorstellungsgespräch mit den 15 Überstunden pauschal abgegolten? Sollte das nicht sein würde ich was den Verdienst angeht auf jeden Fall nachverhandeln.

Dazu kommt noch, dass dort steht, dass ich mit der Leistung von Rufbereitschaft einverstanden bin, der Umfang wird nicht genau genannt.


Ich denke mir jetzt, wenn die Firma das alles ausreizt, dann habe ich im Monat einmal eine 50 und eine 45 Stunden Woche und beliebig oft Rufbereitschaft.

Rufbereitschaft für klare Regeln sorgen im Arbeitsvertrag.Wie oft sollst du Rufbereitschaft machen. Was bekommst du an Geld für die Rüfbereitschaft.Du kannst deine Freizeit nicht voll nachgehen also soll der Arbeitgeber dafür zahlen.
Rufbereitschaft zählt in der Regel nicht als Arbeitszeit da du dann aber auf Abruf bist kannst du dafür auch was verlangen zwar nicht den vollen Lohn aber den halben Lohn damit würde ich erstmal in Verhandlung gehen. Und dann mal sehen was passiert.

Was auch im Vertrag nicht festgehalten ist, ist dass ich vereinbart hatte drei Wochen im Monat von zu Hause aus zu arbeiten, weil die Firma in Kiel sitzt und ich nicht so einfach umziehen kann. Eine Woche im Monat sollte ich vor Ort sein. Das steht aber nun garnicht drin. :confused::confused::confused:
Dann ändern lassen.
 

atasteofbunny

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Was auch im Vertrag nicht festgehalten ist, ist dass ich vereinbart hatte drei Wochen im Monat von zu Hause aus zu arbeiten, weil die Firma in Kiel sitzt und ich nicht so einfach umziehen kann. Eine Woche im Monat sollte ich vor Ort sein. Das steht aber nun garnicht drin. :confused::confused::confused:
Verstehe ich das richtig, du sollst jeden Monat 1 Woche in Kiel arbeiten und die übrigen 3 Wochen an deinem Wohnort? Bekommst du dann eine Unterkunft in Kiel? Was ist mit Fahrtkosten - rechnet sich das überhaupt?
 

Meisterbau

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Im Arbeitsvertrag ist eine Verpflichtung zu Überstunden und Rufdienst festgehalten. Es gibt auch keinen Vermerk bezüglich Homeoffice. Ist das seriös?
Das ist nie seriös, außer Du hast eine Position mit über 80.000 € p.a.

Ich hatte, aus jugendlichem Leichtsinn, schon mehrere solche Verträge unterschrieben. Das hat noch nie etwas außer Stress gebracht. Ist nur meine persönliche Meinung aufgrund meiner Erfahrungen.

VG
 
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