Ich wurde vor kurzem ausgesteuert (Krankengeldbezug), habe einen ALG1-Antrag gestellt, aber der ärztliche Dienst kommt nicht aus den Schuhen.

wotse

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Hallo ihr lieben,

möchte mich mal hier zu Wort melden, alle grüßen und meinen Fall zur Diskussion stellen.
Ist sowas ähnliches wie hier: SB will nun Leistungsfaehigkeit durch den Arztlichen Dienst abklaeren lassen. Gesundheitsfragebogen und Schweigepflichtsentbindungen sind auszufuellen und bis naechste Woche Freitag dem SB zu schicken! Muss ich so schnell antworten?

Ich wurde zum 04.05.2020 von der Krankenkasse ausgesteuert, da die 78 Wochen Krankengeldbezug geendet sind.
Daraufhin habe ich, (wohl nur noch Online möglich?) den Antrag auf ALG 1 gestellt. Die vergangenen 5 Jahre wurden ALG 1 Beiträge geleistet, Anspruch habe ich dementsprechend also, als nun 50 jähriger, für 15 Monate.
78 Wochen krank war ich wegen einer mittelschweren Deppression, von der ich nun "glücklicherweise" genesen bin.

Soweit, so gut, und soweit alles im Rahmen.

Das zweite Schreiben was ich erhielt war meine Mitwirkungspflicht bezüglich der Feststellung meiner Leistungsfähigkeit. Dem kam ich aus meiner Sicht in vollem Umfange nach indem ich dem ärztlichen Dienst meine medizinischen Unterlagen, ich führe selber meine Krankenakte, zur Verfügung stellte.
Darunter sind neben regulären medizinischen Befunden meiner Fachärzte auch der Reha-Entlassungsbericht meiner Reha von Februar 2019 dabei (arbeitsfähig über 6 Stunden),
ein psychologisch-neurologisches Gutachten von November 2019 worin auf psychisch-neurologischem Gebiet keine Beeinträchtigungen mit einer Dauer von mehr als 6 Monaten festzustellen sind (das musste ich über mich ergehen lassen wegen meines jetzigen GDB von 50).
Im Vordergrund stehen meine körperlichen Einschränkungen, so wird es auch in dem Gutachten festgehalten.
Eigentlich damit ein klarer Fall für die Nahtlosigkeit oder? Würdet ihr doch auch so sehen oder?
Oder alternativ für eine reguläre Vermittlung (für 6 Monate bis zu einem erneuten Anspruch auf Krankengeld) meinetwegen....

Nun werde ich bebettelt und fühle mich in Bedrängnis gebracht dahingehend das ich unbedingt alle meine Ärzte und die KK und die Rentenversicherung und so weiter von ihrer Schweigepflicht entbinden soll!

Was soll das werden? Was ist da los?
Den Teufel werde ich tun. Sämtliche medizinischen Unterlagen von mir liegen dem ärtzlichen Dienst vor. Und das wandert alles über meinen Schreibtisch, nicht irgendwo hinter meinem Rücken wo ich dann nicht mehr weiss was mit meinen Daten "angestellt" wird!

Einige von euch werden wohl noch wissen das mir die Arbeitslosigkeit nicht wirklich neu ist, und gerade von daher das ich von früher her meinte zu wissen wie das läuft bin ich heute umso erstaunter wie anonym das heute alles läuft mit den Anträgen und Einreichungen von Unterlagen.

Da bekam ich einen Anruf von irgendeiner Tippse die mich anbettelte doch die Schweigepflichtsentbindungen zu unterschreiben, und wenn der böse wotse nicht so spurt wird schon mal die Keule der fehlenden Mitwirkung mitbetont, aber als ich 5 Minuten nach dem Telefonat eine weitere Frage hatte und genau da zurückrufen wollte von wo aus ich angerufen wurde gibt es diese Telenummer nicht, was soll das? Telenummern die nur in 1 Richtung funktionieren? Gibt es sowas?
Dann erhielt ich am 11.05 einen Wisch mit dem Hinweis "fehlende Unterlagen", na was wird da wohl gefehlt haben? Klar, die Schweigepflichtsentbindung. Aber immerhin jetzt per Wisch, auf einem Blatt Papier. Unleserliche Parafe, keine Anprechpartner. Aber eine email.
Also die email angeschrieben. Und was kommt jetzt? Die email die auf dem Wisch angegeben ist existiert nicht. Da spielen die so schön Behörde und schauspielern was von Amt, aber noch nicht einmal die email-Adresse stimmt!

Über den Onlineservice der Arbeitsagentur findet man immerhin unter der Rubrik Post wer denn eigentlich der zuständige Sachbearbeiter sein sollte in diesem Puppentheater. Also den mal angeschrieben und ihn (männliche Form gewählt der besseren Lesbarkeit wegen) dazu aufgefordert mir umgehend die Ansprechdaten des ärtzlichen Dienstes rauszurücken, mit meiner Keule als chronisch kranker, wenn ich die nicht erhalte und dadurch meine Gesundheit leidet werde ich auch ihn persönlich zu Regress ziehen, ...
Darunter zählen eine Lungenerkrankung, Herzprobleme, Schilddrüse, Arteriosklerose, und und und, was noch so alles im Laufe der Jahre dazu gekommen ist. Aber selbstverständlich will ich dem Arbeitsmarkt voll zur Verfügung stehen oder aber meinetwegen geben die mir die vorzeitige Rente. Son Mittelding können die sich in die Haare schmieren.

Was kommt als Antwort?
Von ihm nichts. Rauschen im Walde.
Aber 2 Briefe von 2 unterschiedlichen Arbeitsagenturen. Jedesmal mit der Bettelei nach einer Entbindung der Schweigepflicht alle meine Ärzte betreffend.
Vorausgefüllt mit den Namen meiner Ärzte immerhin, und da hat sich eine Tippse auch noch die Mühe gemacht die Stellen von denen die träumen in ihren Vordrucken, also Unterschrift, Datum, ..., schön gelb markiert das auch jedes Schäfchen weiss das es dort doch bitte unterschreiben soll/kann/muss/Pistole auf die Brust....
Diese erhielt ich am 15 Mai 2020. Bemerkenswert: Darin wird darauf hingeweisen das zur Bearbeitung meines Antrages ein ärztliches Gutachten erforderlich ist (sonst kriegt der böse wotse kein Geld und auch keine Krankenversicherung mehr oder wie?), ein Satz weiter heisst es
"... der Azt der Agentur keine persönliche Untersuchung vornehmen wird" ..., blah blah Befunde und andere Unterlagen benötigt blahblah, und dazu zwingend alle Schweigepflichtsentbindungen benötigt. Unfassbar. Wie war das noch mit Freiwillig?

Mittlerweile hat schon meine Krankenkasse angefragt wo ihre Beiträge bleiben. Da war ich dann gestern und habe denen meine ALG 1 Meldung vorgelegt. Aber aber, mal sehen wie sich das entwickelt....

Echt alles abenteuerlich seit Beginn der C-Krise oder?
Alle zuständigen der als sozial ausgegebenen Agenturen (ich weigere mich dazu Behörde oder Amt zu sagen) verstecken sich buschäblich hinter verschlossenen Türen und eine Kommunikation, geschweige denn eine wirkliche Klärung von Fragen, ist nur per einseitigem Telefonat, wenn es denen passt, oder aber, und dann natürlich ohne Nachweis, per Abgabe eines Schritstückes in den Briefkasten so einer Agentur, möglich.
Nicht einmal online kann ich irgendwelche Unterlagen, bspw. den ALG 1 Antrag, einsehen und mir ausdrucken. Glücklicherweise habe ich von allem Bildschirmkopien angefertigt und sauber in meinen digitalen Unterlagen gespeichert.

Meine Fragen wären nun,
1. gibt es den ärztlichen Dienst überhaupt noch
(oder ? Hat einer von euch Lesern auch solche obskuren Schweigepflicht-Entbindung-Bitt und Bettelgesuche mitgemacht die jedweder Grundlage entbehren)?
Das kann ich mir nicht verkneifen: Das ist ja wie der Maurer der zwar Rechnungen schreibt aber nicht mehr auf die Baustelle geht um zu arbeiten. Schlicht und einfach Arbeitsverweigerung.
2. was meinen die alten Hasen hier? Wie würdet ihr weiter vorgehen?

Die Diskussion ist eröffnet =) .
 

abcabc

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Daraufhin habe ich, (wohl nur noch Online möglich?) den Antrag auf ALG 1 gestellt.
Geht noch offline.... aber manche SBs weigern sich die Formulare rauszurücken...

Das zweite Schreiben was ich erhielt war meine Mitwirkungspflicht bezüglich der Feststellung meiner Leistungsfähigkeit. Dem kam ich aus meiner Sicht in vollem Umfange nach indem ich dem ärztlichen Dienst meine medizinischen Unterlagen, ich führe selber meine Krankenakte, zur Verfügung stellte.
Darunter sind neben regulären medizinischen Befunden meiner Fachärzte auch der Reha-Entlassungsbericht meiner Reha von Februar 2019 dabei (arbeitsfähig über 6 Stunden),
ein psychologisch-neurologisches Gutachten von November 2019 worin auf psychisch-neurologischem Gebiet keine Beeinträchtigungen mit einer Dauer von mehr als 6 Monaten festzustellen sind (das musste ich über mich ergehen lassen wegen meines jetzigen GDB von 50).
Schade... Hättest besser vorher nachgefragt. An deiner Stelle hätte ich das psychisch-neurologische Gutachten weggelassen. Du willst ja schließlich über die Nahtlosigkeitsregelung ALG I beziehen....

Nun werde ich bebettelt und fühle mich in Bedrängnis gebracht dahingehend das ich unbedingt alle meine Ärzte und die KK und die Rentenversicherung und so weiter von ihrer Schweigepflicht entbinden soll!
Dazu gibt es KEINE Pflicht. Du hast sogar schon viel mehr gemacht, als du hättest machen müssen. Es hätte gereicht, wenn du den Gesundheitsfragebogen ausgefüllt hättest (zumindest teilweise) und im Anhang geschrieben hättest "Vorbefunde bringe ich zum persönlichen Termin zur Einsichtnahme mit." und garnichts mitgeschickt hättest....

Den Teufel werde ich tun. Sämtliche medizinischen Unterlagen von mir liegen dem ärtzlichen Dienst vor. Und das wandert alles über meinen Schreibtisch, nicht irgendwo hinter meinem Rücken wo ich dann nicht mehr weiss was mit meinen Daten "angestellt" wird!
Sehr gut Einstellung! Hast du schon daran gedacht dem äD einen Maulkorb zu verpassen? Also entweder dick auf den Gesundheitsfragebogen vorne drauf geschrieben "Hiermit untersage ich dem ärztlichen Dienst jegliche Weitergabe von Daten an Dritte, z.B. andere Sozialleistungsträger." oder schriftlich und nachweisbar als Fax o.ä.?
Falls du das nicht machst, darf der äD deine Daten einfach weitergeben an andere Sozialleistungsträger.

Da bekam ich einen Anruf von irgendeiner Tippse die mich anbettelte doch die Schweigepflichtsentbindungen zu unterschreiben, und wenn der böse wotse nicht so spurt wird schon mal die Keule der fehlenden Mitwirkung mitbetont,
In Zukunft einfach sagen: "Geben sie mir das bitte schriftlich, damit ich gegen sie wegen versuchter Nötigung vorgehen kann." Dann sollte Ruhe sein. ;)


2. was meinen die alten Hasen hier? Wie würdet ihr weiter vorgehen?
Bekommst du Geld ausgezahlt oder verweigert man dir jegliche Zahlung, bis du den Mist unterschreibst?
 

saurbier

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Hallo wotse,

Ich wurde zum 04.05.2020 von der Krankenkasse ausgesteuert, da die 78 Wochen Krankengeldbezug geendet sind.

Also wenn du seitens deiner KK am 04.05.2020 ausgesteuert wurdest, dann frag ich mich schon wie die Herrschaften heute bereits auf die Idee kommen ...

Mittlerweile hat schon meine Krankenkasse angefragt wo ihre Beiträge bleiben.

immerhin bist du seitens der KK zumindest mal noch 4 Wochen versichert. Der KK ist durchaus bekannt das sich die AfA mitunter recht viel Zeit mit der Antragsbearbeitung läßt, erst recht bei den Aussteuerungsfällen.

78 Wochen krank war ich wegen einer mittelschweren Deppression, von der ich nun "glücklicherweise" genesen bin.

Also wenn du das hier jetzt schreibst, dann frage ich mich schon wie du dir deine Zunkunft denn so weiter vorstellst.

Das zweite Schreiben was ich erhielt war meine Mitwirkungspflicht bezüglich der Feststellung meiner Leistungsfähigkeit. Dem kam ich aus meiner Sicht in vollem Umfange nach indem ich dem ärztlichen Dienst meine medizinischen Unterlagen, ich führe selber meine Krankenakte, zur Verfügung stellte.

Nun ja, daß dich die AfA dazu aufgefordert hat war letzten Endes auch vollkommen korrekt, denn hier handelt man nach § 145 SGB III wonach man zuerst einmal deine Leistungsfähigkeit hinsichtlich einer Arbeitsvermittlung durch den eigenen ärztlichen Dienst festzustellen hat. Dieser hat dann der AfA SB als Vermittlungsfachkraft eine aussagefähige Leistungsbeurteilung zukommen zu lassen (Gutachten Teil-B) nach welcher eine Vermittlung im Rahmen des noch vorhandenen Restleistungsvermögen deinerseits zu erfolgen hat.

Dafür solltest du dem äD-Gutachter den gesundheitsfragebogen ausgefüllt zukommen lassen, als ggf. auch die eine oder andere Schweigepflichtentbindung für deinen/deine behandelnden Arzt/Ärzte, sofern du nicht bereits aktuelle Befunde dem Gesundheitsfragebogen deinerseits beilegen kannst. Nichts desto trotz sollte man sich überlegen eine Schweigepflichtentbindung für den Arzt seines Vertrauens beizufügen, falls der äD-Gutachter wieder erwarten noch Rückfragen haben sollte. Dabei ist dann jedoch unbedingt darauf zu achten, daß die Schweigepflichtentbindung zeitlich auf max. 3 Monate eingeschränkt wird.

Darunter sind neben regulären medizinischen Befunden meiner Fachärzte auch der Reha-Entlassungsbericht meiner Reha von Februar 2019 dabei (arbeitsfähig über 6 Stunden),
ein psychologisch-neurologisches Gutachten von November 2019 worin auf psychisch-neurologischem Gebiet keine Beeinträchtigungen mit einer Dauer von mehr als 6 Monaten festzustellen sind (das musste ich über mich ergehen lassen wegen meines jetzigen GDB von 50).

Nun ja, ob es hier jetzt sinnvoll war, einen solchen Reha-Abschlussbericht den Unterlagen beizufügen halte ich gelinde gesagt mal für nicht förderlich, denn danach hat man dich für 6 Std./tägl. und mehr arbeitsfähig eingestuft, was der AfA äD-Gutachter so auch sicherlich übernehmen wird, sofern nicht danach noch neuere medizinische Befunde deinerseits vorgelegt wurden die etwas anderes aussagen.

Eigentlich damit ein klarer Fall für die Nahtlosigkeit oder? Würdet ihr doch auch so sehen oder?

Nun ja, wie du darauf kommst vermute ich mal, nur würde ich die Sache keineswegs so beurteilen, denn wenn du seitens der Reha für mehr als 6 Std./tägl. leistungsfähig entlassen wurdest fällst du leider nicht in den Rahmen eines Nahtlosigkeitsfalles welcher lediglich dann vorliegt, wenn du für mehr als 6 Monate unter 3 Std./tägl. noch leistungsfähig bist.

Oder alternativ für eine reguläre Vermittlung (für 6 Monate bis zu einem erneuten Anspruch auf Krankengeld) meinetwegen....

Das würde dann schon eher hinkommen, was dann aber wieder an den Hürden der KK bezüglich KG gebunden ist, wo es eben eine Blockfrist von 3 Jahre gibt und zusätzlich eben noch die Hürde mit den 6 Monaten einer Arbeitaufnahme oder eben der Arbeitsvermittlung zur Verfügung gestanden zu haben bevor ein neuer KG-Anspruch wohlgermerkt für die zur Ausgesteuerung geführte Krankheit (Diagnosen) gegeben ist. Es ist halt nicht ganz so einfach wie man es sich mitunter denkt.

Nun werde ich bebettelt und fühle mich in Bedrängnis gebracht dahingehend das ich unbedingt alle meine Ärzte und die KK und die Rentenversicherung und so weiter von ihrer Schweigepflicht entbinden soll!

Nun ja, daß ist auch gar nicht notwendig, wenn du dem äD-Gutachter aktuelle medizinische Befunde vorlegen kannst. Da reicht es bestenfalls noch eine Schweigepflichtentbindung für den Arzt seines Vertrauens für den Fall von Rückfragen.

Dann erhielt ich am 11.05 einen Wisch mit dem Hinweis "fehlende Unterlagen", na was wird da wohl gefehlt haben? Klar, die Schweigepflichtsentbindung.

Nun ja, daß Spiel mit fehlenden Unterlagen kennt hier sicherlich so mancher aus eigener Erfahrung im Umgang mit Behörden wenn es um Leistungen geht. Nicht umsonst sagen wir immer wieder doppelt gemoppelt hält besser, also zuerst per Fax und im nachhinein noch per Einschreiben hinterher, denn dann hat man den Beweis das man alles verschickt hat und der SB kann nichts unterm Tisch fallen lassen.

Im übrigen verfährt man mit Behörden in solch wichtigen Dingen von denen ja immerhin die Sicherung des Lebensunterhaltes abhängt niemals per Telefon und auch nicht per E-Mail, ganz egal wie gut einem das erscheint. Ein Telefongespräch kann man im Streitfall a) niemals beweisen (komisch das die meisten SB da plötzlich an Alzheimer leiden) und b) neigen manche SB´s dazu dort viel Unsinn zu erzählen - kann man ja später nie beweisen. Gleiches gilt für E-Mails, da weis man leider nicht wer die tatsächlich im System erhält, also was bringt es, siehe nur deine jetzigen Anmerkungen dazu als Bestätigung.

Über den Onlineservice der Arbeitsagentur findet man immerhin unter der Rubrik Post wer denn eigentlich der zuständige Sachbearbeiter sein sollte in diesem Puppentheater.

Vergiß den Onlineservice und gegen den alten und immer wieder bewährten Weg des eher aufwendigen Briefwechsel, wenn du für den Fall der Fälle auch später handfeste Beweise haben möchtest.

Also den mal angeschrieben und ihn (männliche Form gewählt der besseren Lesbarkeit wegen) dazu aufgefordert mir umgehend die Ansprechdaten des ärtzlichen Dienstes rauszurücken, mit meiner Keule als chronisch kranker, wenn ich die nicht erhalte und dadurch meine Gesundheit leidet werde ich auch ihn persönlich zu Regress ziehen, ...

Nun ja, die Anschrift des äD-Gutachter hätte dir die AfA ja bereits mit der Zusendung des Gesundheitsfragebogens mitteilen müssen, denn den Gesundheitsfragebogen als auch deine beigefügten medizinischen Befunde gehören alleine wegen der ärztlichen Schweigepflicht ausschließlich in die Hände dessen und nicht wohlmöglich in die Hände eines x-beliebigen AfA SB´s. Dein Kampf um die Schweigepflichtentbindung legt doch eigentlich nahe, daß dir dieser Umstand bezüglich dem hier besonderen Datenschutz sehr wohl bekannt ist, oder.

Ob deine Gesundheit durch dieses Theater jetzt weiter leidet oder nicht, deswegen wirst du leider keinen der AfA SB´s in Regress ziehen können, denn die verfahren lediglich nach Vorschrift und sei es auch nur nach den internen Dienstanweisungen hinter die sich alle Behörden erfolgreich verstecken.

Diese erhielt ich am 15 Mai 2020. Bemerkenswert: Darin wird darauf hingeweisen das zur Bearbeitung meines Antrages ein ärztliches Gutachten erforderlich ist (sonst kriegt der böse wotse kein Geld und auch keine Krankenversicherung mehr oder wie?), ein Satz weiter heisst es
"... der Azt der Agentur keine persönliche Untersuchung vornehmen wird" ..., blah blah Befunde und andere Unterlagen benötigt blahblah, und dazu zwingend alle Schweigepflichtsentbindungen benötigt. Unfassbar. Wie war das noch mit Freiwillig?

Nun ja dazu habe ich o. ja bereits einiges ausgeführt. Das es in den seltensten Fällen mal zu einem persönlichen äD-Gutachten kommt ist auch nichts neues, da wird überwiegend nur ein Gutachten nach Aktenlage erstellt, weshalb es auch so wichtig ist wenn möglich aktuelle Befundberichte dem Gesundheitsfragebogen am besten gleich beizufügen und eben zumindest eine Schweigepflichtentbindung für den Arzt seines Vertrauens um auf diese Weise auch dem stupiden Verlangen nach einer Schweigepflichtentbindung (zeitlich auf 3 Monate begrenzt) genüge getan zu haben.

Und ja, freiwillig steht zwar im Forderung auf den Hinweisblättern, nur wer sich die Mühe macht und weiter ließt wird schnell merken das es so mal nicht ist (klein gedruckte). Nichts desto trotz hat man den Mitwirkungspflichten genüge getan, da nach § 62 SGB I nur von einer Untersuchung auf Verlangen die Rede ist. Anderenfalls mag hier die AfA darlegen wo du gegen den Grundsatz verstoßen haben sollst. Für dieses äD-Gutachten hat die AfA dann 4 Wochen Zeit, nach dessen Ablauf du gemäß § 328 Abs. 1 Nr. 3 SGB III auch umgehend einen schriftlichen Antrag auf eine vorläufige Entscheidung hinsichtlich ALG-I stellen solltest, am besten gleich in Verbindung mit § 42 Abs. 1 SGB I, ansonsten könnte sich ggf. eine Leistungsentscheidung über einen längeren Zeitraum hinziehen, denn nicht umsonst fügen die AfA´s in ihren Schreiben inzwischen den abschließenden Satz - Wenn Ihr Lebensunterhalt nicht gesichert ist, sollten Sie Arbeitslosengeld II beantragen -. Nur leider kommt dies so nicht zum Zuge, denn gemäß § 12a SGB II lehnen die JC derartige Anträge bei ALG-I Antragsteller mangels Zuständigkeit gleich mal ab, zu recht.


Grüße saurbier
 

wotse

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Puuh,
Antwort(en) gelesen und nun geht es in die zweite Runde.

Erst einmal eine Bitte vorweg, ich bin Legasteniker und verstehe nur einfache Worte. Eure Worte sind herzlich aber mit meiner beginnenden Demenz nur mit viel Aufwand zu verstehen (ich bitte einfach um den Umgangston im Strassenjargon da mir dieses ganze Gesetzesgeschwurbel ganz ehrlich weit mehr als zum Hals raushängt. Ganz empathischen hohen Dank an die Schreiber die mir geantwortet haben, ich weiss das ganz ehrlich zu schätzen und bin dankbar, aber um das ich das in meinen Geist reinbekomme muss ich erst einmal über solche eine Antwort eine Woche lang mit meinem Freund der Bierdose philosophieren).

Der Jetzt-Stand:
Meine Person wurde frisch aus der psychosomatischen Rehabilitation entlassen mit dem Vermerk "über 6 Stunden arbeitsfähig täglich".

Meine Interpretation dazu: Damit sollte ich ab nun Anspruch haben auf ALG 1. ??
Genauere Angaben werde ich erst machen können wenn ich den Arztbericht der Clinic eingesehen habe der heute in der Post war, aber ganz ganz ehrlich, vorerst habe ich anderes zu verdauen. Der Bericht ist erst morgen dran.

Was habe ich heute noch gemacht?
Online ALG 1 (gestern) beantragt, heute dorthin getelt (weil alte Unterlagen angefordert wurden von mir, telefonisch konnte ich das berichtigen), laut dem System (der Dame am Telefon) wurde ich dann heute der Vermittlung in Arbeit zugeführt ...
... Für kommende Woche einen Termin bei meinem Hausarzt ausgemacht.

Was hier nicht hingehören sollte, im Rahmen meiner Privatinsolvenz habe ich heute den Gerichtsvollzieher der GEZ zu Besuch gehabt, war ganz locker, er hatte mich eingeladen während meiner Zeit in der Reha und erfuhr erst heute dann von mir das er und ich uns erst dann unterhalten werden wenn ich die Zeit dazu habe. Nur als Anekdote für aufmerksame Leser,
Thema Firma GEZ und Rechtskonstitution.

Meine lieben Antwortmenschen und Leser, ich melde mich demnächst wieder.
Vorwegfragen an die Leser: Wie lange werde ich noch benötigen um die Versicherungsleistung Der RV zugesprochen zu bekommen?
 

Lucky Luke

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Vorwegfragen an die Leser: Wie lange werde ich noch benötigen um die Versicherungsleistung Der RV zugesprochen zu bekommen?
Hast du denn bereits bei der DRV einer Antrag auf Erwerbsminderungsrente gestellt?
In deinem 1. Post geht es ja "nur" um ALG 1 bzw. den Ärztliche Dienst der Agentur für Arbeit - oder habe ich etwas überlesen?!

Der Jetzt-Stand:
Meine Person wurde frisch aus der psychosomatischen Rehabilitation entlassen mit dem Vermerk "über 6 Stunden arbeitsfähig täglich".
Also bei einem derartigen Rehabericht sehe ich - ehrlich gesagt - schwarz für eine EM-Rente.
Es wurde dir "volle Arbeitsfähigkeit" bescheinigt, besser geht's nicht.
 

wotse

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Vielen Dank für diese zügigen Antworten:
Einen Antrag auf Erwerbsminderung habe ich bis dato nicht gestellt, da nach meinem Kenntnisstand die Aufforderung zur Reha durch die Bundesagenutur für Arbeit gleichzusetztend ist mit dem Antrag auf Erwerbsminderung. ?

Intrinsisch: Bis vor 1 Jahr konnte ich mich mit dem Gedanken an Rente nicht anfreunden. Heute sehe ich das anders.
Extrinsisch: Körperlich bin ich ein Wrack, ganz einfach ausgearbeitet als ehemaliger Maurer, Bauarbeiter, ....
Interessiert natürlich die Versicherung keineswegs!!!!

Aussagen meiner Ärzte gleichlautend: Ich bin nur noch unter 3 Stunden arbeitsfähig.
Aussage der Reha: Bitte beachten: Psychosomatische Reha:
Meine Deppressionen beinflussen meine Arbeitsfähigkeit nicht in dem Ausmass unter 6 Stunden arbeitsfähig zu sein.
So gab ich das übrigens auch der Arbeitsagentur mit.
Körperliche Beschwerden dürfen bei einer somatischen Klinik nicht gewertet werden!

Whats the Fuck sollte ich da?
 
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Kerstin_K

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Einen Atrag auf Erwerbsminderung habe ich bis dato nicht gestellt, da nach meinem Kenntnisstand die Aufforderung zur Reha durch die Bundesagenutur für Arbeit gleichzusetztend ist mit dem Antrag auf Erwerbsminderung.
Nicht ganz. Ein Rehaantrag kann in einen Rentenantrag umgedeutet werden. Das wird aber bei dir nihct passieren, weil die Rehakinik dir bescheinigt hat, dass du Vollzeit arbeiten kannst.

Wenn du der Meinung bist, dass du erwerbsunfähig bist, solltest du dich umgehend weiter krankschreiben lassen, die Krankmeldung aber nicht ei der AfA abgeben, sonst fleigst du nach 6 Wochen aus dem Bezug. Und dann müsstest du einen Rentenantrag stellen.
 

Lucky Luke

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Einen Antrag auf Erwerbsminderung habe ich bis dato nicht gestellt, da nach meinem Kenntnisstand die Aufforderung zur Reha durch die Bundesagenutur für Arbeit gleichzusetztend ist mit dem Antrag auf Erwerbsminderung.
Dann ist dein Kenntnisstand eindeutig falsch.

Verstehe ich das richtig: du hattest dich - nach Aussteuerung aus dem Krankengeldbezug - bei der AfA bzgl. ALG1 nach der sog. "Nahtlosigkeitsregelung" gemeldet, und die haben dich dann zu einem Reha-Antrag aufgefordert (Anstatt einen Reha-Antrag zu stellen, hättest du auch gleich einen EM-Rentenantrag stellen können, so hatte ich das gemacht).

Der Jetzt-Stand:
Meine Person wurde frisch aus der psychosomatischen Rehabilitation entlassen mit dem Vermerk "über 6 Stunden arbeitsfähig täglich".

Du hast jetzt also deine 2. Reha hinter dir? Die 1. in 02/2019 und die von jetzt - beide psychosomatisch und in beiden wurde dir
Arbeitsfähigkeit über 6 Stunden täglich bescheinigt? Du selbst betrachtest dich in Bezug auf deine Depressionen auch als geheilt, hast aber noch andere körperliche Erkrankungen, aufgrund denen du nicht arbeiten kannst?

Sorry, aber so ganz komme ich bei deinen Schilderungen nicht mit.

Die AfA hat dir offensichtlich kein ALG 1 bewilligt, weil du dich geweigert hast Schweigepflichtsentbindungen zu erteilen, Krankenkassenbeiträge werden nicht bezahlt, von was lebst du im Moment?

Und vor allem - worum geht es dir eigentlich? ALG 1 nach Nahtlosigkeitsregelung zu bekommen oder einen EM-Rentenantrag zu stellen?
 

saurbier

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Deinen bisherigen Aussagen folgend und die jetzigen Anmerkungen von Lucky Luke würde ich mal vermuten das da so einiges arg schief läuft.

Beantworte mal die Fragen meines Vorredners.
 
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