Ich würde gerne eine Psychotherapie machen. Bitte um Tipps, wie ich das angehen soll. (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

franzi

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Ich hatte damals nach meiner Reha, die schon sehr lange zurückliegt, die Empfehlung erhalten, ich solle eine Psychotherapie machen.
Wie viele andere Betroffene stand ich vor dem Problem, dass
a) die Wartezeiten auf Termine sehr lange sind und
b) man nicht so einfach den richtigen Therapeuten findet, mit dem man gut klarkommt.

Habe damals eine Liste mit Telefonnummern sämtlicher Therapeuten bekommen und abgeklappert. Die meisten sagten mir ab.

War damals bei zwei Therapeuten. Der eine war sehr unfreundlich, der andere aggressiv.
Später war ich wegen Burnout mal bei einem Facharzt für Psychotherapie, allerdings verschrieb der nur Medikamente und machte keine Gesprächstherapien.

Ich möchte aber in erster Linie eine Gesprächstherapie beginnen.

Ich möchte nun einen neuen Anlauf nehmen. Muss ich da zuerst zum Hausarzt oder wie ist das richtige Vorgehen?
Danke schon mal.
 

ZynHH

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Du könntest dich an eine PIA ( psychiatrische InstitutsAmbulanz) wenden.

Oder du suchst dir für eine stationäre Therapie eine Akutklinik aus und holst dir z.B. vom Hausarzt eine Einweisung in die Klinik, die du dir ausgesucht hast. Du kannst vorher mit der Klinik telefonieren, welche Voraussetzungen es bei ihnen gibt. Hab ich so auch gemacht.
Zahlen tut das die krankenkasse.
 
E

ExitUser

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Wenn du am Hausarzt Programm teil nimmst erst Hausarzt, sonst direkt zum Facharzt
Bedenke das Psychologen was die Stundenzahl angeht eingeschränkter sind
Psychiater sind da weniger gebunden, allerdings da jemand finden fast unmöglich
 

Julian

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Zum Glück geht es inzwischen etwas leichter einen Psychotherapeutentermin zu bekommen. Ausser dem o.g. neu eingerichteten Terminservice geben Psychotherapeuten kurzfristig Sprechstunden zur Akutbehandlung (müssen sie). Also mal bei ein oder zwei anfragen. Du wirst zwar so recht schnell einen Termin bekommen aber richtige Psychotherapien haben leider immer noch eine lange Wartezeit. Eine Psychotherapie wäre aber wohl das richtige für Dich - Psychiater sind mehr für Verschreibungen zuständig und bieten nur niedrig frequente kurze Termine.
 

Kibini

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Liebe Franzi,

Ich möchte nun einen neuen Anlauf nehmen. Muss ich da zuerst zum Hausarzt oder wie ist das richtige Vorgehen?
Bei mir lief das vor 3 Jahren so:
Ich habe mit einer Therapeutin einen Termin ausgemacht. Die ersten drei (bei der Anzahl bin ich mir nicht ganz sicher) Gespräche liefen ohne Überweisung oder Genehmigung der Krankenkasse.

Als wir beide der Ansicht waren, dass die „Chemie stimmt“, gab sie mir den Antrag zur Genehmigung durch die KK mit, den ich ausgefüllt und an die Krankenkasse geschickt habe.

Nach der Zusage (kam bei mir schnell) war ich ein gutes Jahr in therapeutischer Behandlung.

Mein Hausarzt hatte damit nichts zu tun.

Ich wünsche dir viel Glück dabei, den richtigen Therapeuten zu finden.

Liebe Grüße
 

Ratlos7205

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Du könntest dich an eine PIA ( psychiatrische InstitutsAmbulanz) wenden.
Das solltest du auf jeden Fall in Betracht ziehen, denn da bekommt man wesentlich schneller einen Termin.

Ich selber bin bei einem ‚praxisassistenten‘ gelandet und bin sehr zufrieden. Das ist letztlich ein fertig studierter Psychotherapeut, der noch keine Praxis alleine führen darf.
Da hat man zuerst bis zu 4 probatorische Sitzungen und wenn es passt, beantragt der Therapeut die Kurzzeittherapie, wozu du aber dann einen Psychiater für den Konsilarbericht benötigst. Du kannst zwei Kurzzeittherapien á12 Sitzungen bekommen, was die Kasse im Normalfall anstandslos genehmigt. Danach kommt die Langzeittherapie, die unter gewissen Vorraussetzungen dann auch von der Kasse übernommen wird.

Solltest du keinen Therapeuten finden, dann lass dich auf die Warteliste setzen und versuche es mal über eine Tagesklinik, denn nach Entlassung bekommt man in der Regel schnell einen ambulanten Platz. Ich habe innerhalb von 4 Wochen nach der Tagesklinik den passenden Therapeuten gefunden.

Ich drücke dir die Daumen!
 

Linuxfan

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b) man nicht so einfach den richtigen Therapeuten findet, mit dem man gut klarkommt.
[…]
Ich möchte aber in erster Linie eine Gesprächstherapie beginnen.
Die meisten psychologischen Praxen sind auf Verhaltenstherapie spezialisiert, da die Ausbildung nach dem Studium nicht so teuer ist als wenn man sich zum Psychoanalytiker ausbilden lassen will.

Du könntest zum Beispiel fragen ob der Therapeut "klientenzentriert nach Carl Rogers" arbeitet. Den Ansatz finde ich persönlich ganz gut.

Aber es stimmt auch, dass Wartezeiten unter Umständen ziemlich lang sind.
 

avrschmitz

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Es gibt da irgendeine Regel, wenn Du von 10 (glaube ich) Psychotherapeuten mit Kassenzulassung eine Absage bekommen hast, dann muss die Krankenkasse dir auch einen auf Privatrezept bewilligen. Einfach mal googeln. Ich bin da nicht mehr so ganz fit drin, was die Bedingungen angeht. Auf jeden Fall eine Liste machen bei wem, wann angerufen wurde und mit welchem Ergebnis.

Ich habe damals ein halbes Jahr gewartet. Während der Gespräche habe ich herausgefunden, dass der mir nichts bringt.
 

Birt1959

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Jedes Bundesland hat eine sogenannte Psychotherapeutenkammer. Je nach Bundesland sind da nur die Namen, Adressen und Telefonnummern angegeben oder aber auch noch, welche Therapierichtung die Anbieter haben und ob sie eine Kassenzulassung haben. Vorteil hier: die Therapeut*innen haben die volle Ausbildung eines Diplompsychologen oder Masters of Science Psychologie mit der entsprechenden Zusatzausbildung.

Wie @faalk schon schrieb, gibt es auch die Möglichkeit, einen Termin über die Servicenummer der Kassenärztlichen Vereinigung zu machen. Nachteil hier ist neben der von faalk schon beschriebenen Tatsache, dass man/frau die Therapeut*innen nicht aussuchen kann und dass man/frau ggf. mobil sein muss. Mir wurden damals so viele Therapeut*innen angeboten, die ich ohne Auto und den nie gehabten Führerschein nicht erreichen konnte, dass ich weiterhin in der PIA blieb. Zumal ich mit dem Therapeuten sehr zufrieden bin - nur war der gerade mal für ein Jahr in Elternzeit. Während eines stationären Aufenthaltes war mir nur geraten worden, eine andere Therapierichtung zu suchen, die an der PIA nicht bedient wird.

Ein Privatrezept muss man aber selber zahlen.
Nach Angaben meiner Gesetzlichen nicht, wenn man/frau nachweislich sich bei 6 Therapeut*innen um einen Termin für das Erstgespräch und einen Therapieplatz bemüht hat. Das hängt a) von der Kasse ab und b) davon, ob man eine bestimmte Therapierichtung sucht. Es gibt einige Therapierichtungen, die nur sehr selten angeboten werden und man halt länger warten muss. Aber auch da gilt die Übernahmeregel. Da muss @franzi bei ihrer Kasse nachfragen. Erste Infos finden sich hier:
 

Nena

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Das hat nichts mit einem "Rezept" zu tun. Es geht darum, dass dann auch Therapeuten bezahlt werden, die keine Kassen-Zulassung haben.
"Absagen" haben damit aber auch überhaupt nichts zu tun. Es hat was mit der Wartezeit zu tun.

Wenn Du anhand einer Telefon-Liste nachweisen kannst, dass die Wartezeit bei x Therapeuten mehr als y Monate beträgt (bei Deiner KK erfragen!), hast Du das Recht auf einen Therapeuten ohne Kassenzulassung.

Aber das ist erst dann relevant, wenn die ersten Deiner Wunsch-Therapeuten was von Therapiebeginn in sechs Monaten sagen (Erstgespräche sind idR sehr schnell).
 
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