Ich werde meine Miete nicht bezahlen Können. Ich bin verzweifelt. Depression (1 Betrachter)

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Vulcan

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Hallo allerseits,

Ich habe lange überlegt, ob ich hier etwas persönlicher werden kann, das soll keine Therapiestunde werden aber es ist wichtig um den Gesamtzusammenhang zu verstehen.

Ich bin schwer depressiv und würde mich als kaum bis garnicht Arbeitsfähig einschätzen. Teilweise bleibt die Körperpflege auf der Strecke, meine Zähne sehen nicht mehr gut aus, Aufräumen und Putzen ist kaum möglich. Ich habe selbst für essentielle Dinge kaum Antrieb und mir wächst alles über den Kopf. Dazu kommt noch mehr, Ängste, Probleme, die ich hier nicht alle nennen möchte, ich ziehe mich zurück. Ich war mehrere Jahre in Therapie die abgebrochen werden musste. Ich stehe im Kontakt mit meinem Hausarzt um Hilfe zu bekommen, damit sich dort etwas tut aber das geht langsam und hilft mir kurzfristig und mit meinen Geldsorgen nicht.

Im Laufe der Jahre habe ich immer wieder versucht auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen aber ich bin immer nach kurzer Zeit zusammengebrochen.
Bis Dato konnte ich von Rücklagen und Überweisungen von Verwandten Leben. Das ist nun nicht mehr möglich. Ich bin Ende 20. Meine Miete kann nicht bezahlt werden, vielleicht noch den nächsten Monat aber dann ist Schluss. Das ist ein halber bzw. eineinhalb Monate. Wenn ich mich hier so umschaue, weiß ich nicht wie ich den Kontakt mit den Behörden hinbekommen soll, mir graut es vor diesem Stress. Meine Belastungsgrenze ist niedrig und ich schäme mich dafür und für mein Versagen in Grund und Boden. Mein Leben fährt gegen die Wand und ich habe Angst auf der Straße zu landen. Ich bin überfordert. Bisher hatte ich so gut wie keinen Kontakt mit Behörden und habe überhaupt keine Ahnung, an wen ich mich wenden kann und was der erste Schritt sein könnte. Ich kann ja schlecht direkt zum Amt hingehen, oder? Machen die Ämter selbst, mit ihren "Kunden" Beratungen?

Welche Hilfe wäre für mich und meine Situation angezeigt? Ich habe viel gelesen aber oft verstehe ich diese Behördensprache einfach nicht. So wie ich das sehe muss ich ALG II beantragen, stimmt das? Wie geht das von statten und was ist der erste Schritt den ich tun muss? Mir fehlt ein Anprechpartner. Optimal wäre es, wenn das schriftlich geht.
Mich hier oder schriftlich zu erklären fällt mir 100x leichter als dies in Person zu tun. Ich habe leider keine Freunde oder Verwandten die mich dabei unterstützen. Ist es möglich einen Eilantrag oder etwas in dieser Art zu stellen? Tut mir leid, dass ich so rumjammere, mir geht es wirklich nicht gut. Vielleicht kann mir hier Jemand einen Denkanstoß geben.

Vielen Dank für die Hilfe!
 
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Die grundlegenden Dinge weisst du ja, ALG2 ist schon richtig, das solltest du sofort beantragen.
Vielleicht findest du im Forum jemand, der dir dabei hilft und mit dir zum Amt geht. Dazu müsstest du deinen Wohnort nennen.
Ansonsten, ja. Wie Kerstin schrieb, irgendwo gibt es immer einen sozialpsychologischen Dienst bei dem du um Hilfe bitten kannst.

Nun gut, das ist alles sehr schwer mit Depressionen. Aber du musst hier den ersten Schritt machen, sonst tut sich nichts.Vielleicht kann dir auch erstmal eine Neurologin weiterhelfen, die kennen im Normalfall gute Ansprechpartner.

Ich wünsche dir von Herzen viel Kraft! Und ja, es ist im Leben immer so, irgendwo wird eine Tür aufgehen.
 

wheelie

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Moin,

Du könntest unter

den Hauptantrag herunterladen und ausfüllen. Am besten schaust Du dann noch, welche Anträge in Deinem Fall noch notwendig sind, füllst das ganze aus, und suchst die benötigten Unterlagen zusammen. Je nachdem, was Du schaffen kannst, bittest Du, wenn alles vollständig ist, jemanden aus Deinem Freundes/ Familienkreis, dass das Zeug zum Amt gebracht wird gegen Eingangsstempel, oder aber per Einschreiben verschickt wird (es sollte nachweisbar angekommen sein).

Ganz wichtig ist, dass Du Dich vom Arzt arbeitsunfähig schreiben lässt, damit klar ist, dass Du nicht vermittelbar bist. Sollte es Dich zurück werfen in der Genesung, so könntest Du aus diesen Gründen auch mit dem JC alles schriftlich machen, so habe ich das damals, aus ganz anderen Gründen, auch gemacht. Dazu solltest Du mit dem Arzt am besten von Anfang an sprechen, es ist gut zu wissen, ob er hinter einem steht.

Sozialpsychiatrischer Dienst ist auf jeden Fall eine gute Idee, die haben eventuell auch Überblick über andere Dinge, die Dir, auch im Alltag helfen können.

Wenn der Antrag erstmal da ist, muss er bearbeitet werden, damit ist der erste wichtige Schritt schon geschafft. Es kann gut sein, dass da dann noch weitere Fragen kommen, aber gezahlt werden muss dann ab dem Antragsdatum.

Rechne mit etwas Schwierigkeiten, das ist leider normal, aber ALG II steht Dir zu.

Auch ich wünsche Dir viel Kraft und Unterstützung.

Lg wheelie
 

Woodruff

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Hallo Vulcan,

Ich stehe im Kontakt mit meinem Hausarzt um Hilfe zu bekommen, damit sich dort etwas tut aber das geht langsam und hilft mir kurzfristig und mit meinen Geldsorgen nicht.
Es ist doch schon einmal sehr gut, dass ein guter Kontakt zu Deinem Hausarzt besteht.

Wie allgemein bekannt, sind ja Facharzt- Termine schwer zu bekommen. Daher wäre meine Empfehlung den Hausarzt um eine Terminvermittlung beim Facharzt zu bitten. Habe die Erfahrung gemacht, dass es dann schneller geht. Wichtig ist es auch eine Behandlung nicht zu lange aufzuschieben.

Es gibt auch ein niederschwelliges Angebot der Caritas als Online-Beratung.

Für verschiedene Problemstellungen u. a. auch für psychische Erkrankungen hast Du dort eine erste kompetente Beratung.


Quelle:
Deutscher Caritasverband e. V.
Karlstraße 40
79104 Freiburg


Alles Gute für Dich
 

Woodruff

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Noch eine Ergänzung zu meinem vorigen Beitrag:

Gut das Du es noch schaffst hier zu schreiben und in der Lage bist, Dir Hilfe zu holen.

Wenn es Dir möglich ist zu telefonieren, dann gibt es auch dieses Angebot:

Info-Telefon Depression
Deutsche Depressionshilfe
0800 / 33 44 533


Mo, Di, Do: 13:00 – 17:00 Uhr
Mi, Fr: 08:30 – 12:30 Uhr

auf der nachfolgenden Webseite findest Du auch regionale Angebote bzgl. Deiner Erkrankung.


Quelle:
Stiftung Deutsche Depressionshilfe
Goerdelerring 9
04109 Leipzig



LG
 

grün_fink

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Für Anspruche vom Dezember müsste jetzt noch im Dezember ein Antrag gestellt werden, notfalls formlos im Zweizeiler.
Der kann vor allem beim JC im Falle von depressionsbedingter Sprachladehemmung gezeigt werden und gilt als Antrag. Dann kann man die Formulare ausfüllen.
Falls jemand noch Geld leihen sollte, dies bitte unbedingt schriftlich in einem Vertrag festhalten, wo drin steht, dass das nur geliehenes Geld ist, bis die Leistungen vom JC bewilligt sind. Edit: Bis die Leistungen ausgezahlt sind.
Bitte alles in Kopie daheim behalten.

Die Idee mit dem Depressionsforum finde ich ebenfalls gut.

(y)
 
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Woodruff

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Hallo Vulcan,

Für Anspruche vom Dezember müsste jetzt noch im Dezember ein Antrag gestellt werden, notfalls formlos im Zweizeiler.
Falls jemand noch Geld leihen sollte, dies bitte unbedingt schriftlich in einem Vertrag festhalten, wo drin steht, dass das nur geliehenes Geld ist, bis die Leistungen vom JC bewilligt sind. Edit: Bis die Leistungen ausgezahlt sind.
Bitte alles in Kopie daheim behalten.

Wie geht es Dir denn zur Zeit?

LG
 
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