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Ich war lange arbeitsunfähig krank. Mit welchen Mitteln kann die Krankenkasse eine Krankengeldzahlung verhindern?

Schlafmütze

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#1
Hallo liebes Forum und alle MitleserInnen,

ich lese mich seit Wochen durch dieses sehr informative Forum (und habe z. T. auch in den Foren, die sich mit KK und krank ohne Rente beschäftigen, gelesen) und befürchte inzwischen, dass ich alles durcheinander bringe und gar nicht mehr weiß, was überhaupt auf mich zutrifft.

Vorweg: ich weiß natürlich, dass niemand in die Glaskugel gucken kann. Mir geht es lediglich darum ein worse-case-scenario zu haben, damit ich mich darauf einstellen kann, was im schlimmsten Fall auf mich zukommen könnte. (hängt vermutlich mit meinem Krankheitsbild zusammen ...)

Kurz zu mir: Anfang 50, alleinstehend, unterhaltspflichtig für 2 studierende Kinder. Erste depressive Phase seit der Pubertät, 1999 die erste Psychotherapie,beginnend seit 2001 jährlich ca. 4 Wochen bis zu 4 Monaten AU wegen F-Diagnosen. Von 2001 bis 2010 insges. 4 Mutter-Kind-Kuren, jeweils wegen F-Diagnosen, danach kurzfristig besser. Ich habe eigentlich immer - ohne Wiedereingliederung - wieder angefangen zu arbeiten, obwohl ich noch nicht fit war, eben nach dem Motto "muss irgendwie". In den letzten Jahren ging es mir zunehmend schlechter und schlechter. Allerdings habe ich mich kaum noch getraut, in den KG-Bezug zu kommen, weil meine KK so einen immensen Druck mit ihren Telefonaten bzw. Briefen ("wir konnten sie leider nicht erreichen, bitte rufen sie zurück") gemacht hat - teilweise während ich noch in der Lohnfortzahlung war, dass ich nach einigen Wochen wieder an den Arbeitsplatz zurückkehrte, ohne auch nur halbwegs genesen zu sein.

Neulich schrieb einmal jemand hier im Forum sinngemäß, dass man in einer depressiven Phase teilweise Dinge macht, die man im gesunden Zustand vermutlich nicht machen würde. Ich habe in einer Phase als es mir sehr, sehr schlecht ging und ich auf gar keinen Fall wieder an den Arbeitsplatz zurück wollte, einen Aufhebungsvertrag zum 31.03.2019 unterschrieben. Zur Zeit bin ich noch wegen orthopädischer Probleme krank geschrieben. Arbeiten könnte ich allerdings auch wegen der Psyche nicht. Inzwischen habe ich einfach keine Kraft für gar nichts mehr.

Wenn die KK bei AU während eines fortbestehenden langjährigen Arbeitsverhältnisses bereits Terror macht, wird sie bei einem beendeten AV sicherlich noch rabiater werden. Dieser Gedanke versetzt mich bereits jetzt im Vorfeld in Panik.
Daher wäre ich sowohl für Erfahrungsberichte, was schlimmstenfalls passieren könnte, als auch für (verwaltungsrechtliche) Hinweise, welche Möglichkeiten die KK hat und an welcher Stelle, ich dazwischengrätschen kann, dankbar. Meine Therapeutin sieht das Ganze locker und meint, ich würde ja dann ab Ende März erst einmal ca. 78 Wochen (abzüglich anrechenbarer vorheriger AU) KG bekommen. Von meiner Psychiaterin kamen immer recht widersprüchliche Aussagen von "sie müssen von dem Arbeitsplatz weg, der tut ihnen nicht gut", bis "oh Gott, sie werden die Wohnung verlieren" (nach dem Aufhebungsvertrag). Seitdem sie mir letzte Woche mitgeteilt hat, dass sie zum 31.03. aus der Praxis ausscheidet und eine junge Kollegin ihre Arbeit fortführt, geht es mir richtig besch .... Kopfkino ohne Ende ...

Die KK wird mich vermutlich recht zügig zur Beantragung einer Reha auffordern. Muss es dafür zuerst ein Gutachten geben? Habe ich in jedem Fall 10 Wochen Zeit, für den Antrag? Könnte ich den Antrag am vorletzten Tag formlos fristwahrend stellen? Oder komme ich dann meiner Mitwirkungspflicht nicht nach? Da das KK deutlich höher als ALG 1 ist (wie wahrscheinlich bei den meisten), bin ich natürlich daran interessiert, möglichst lange KG zu bekommen.

Und was käme nach der Reha? AF --> (niedrigeres) ALG 1, evtl. Sperre/Ruhen wegen Abfindung? Oder AU --> (noch viel niedrigere) EMR? Die EMR wäre bei mir noch unter dem Hartz-IV-Satz, so dass ich mich mit der Frage nach KdU beschäftigen müsste, womit ich wieder bei der Aussage meiner Ärztin, dass ich die (Miet-)Wohnung verlieren werde, wäre. Ich habe echt Panik, was da auf mich zukommt.

Falls der Ablauf KG bei langer AU etc. schon irgendwo beschrieben ist, bin ich auch für den Link dankbar. Wie gesagt, ich sehe vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr ...

Vielen Dank fürs Lesen!
Die Schlafmütze geht jetzt ins Bett und versucht zur Ruhe zu kommen
 

Kerstin_K

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#2
Warum laesst du dich von der KK so unter Druck setzen? Du musst nicht mit denen telefonieren. Und diese Briefe, das du anrufen sollst kannst du einfach ignorieren.

Wenn du aufgefordert wirst, eine Reha zu beantragen, kannst du die zeit voll ausnutzen und auch ein formlosen Antrag am ende de Frist ist okay. Du solltest die Zeit nutzen. Um eine gute, fuer dich passende Rehaklinik zu finden.

Das gequatsche deiner Therapeutin von wegen Wohnung verlieren finde ich verantwortungslos.
 

ABSW

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#3
Hallo Schlafmütze,

fordere die Krankenkasse schriftlich auf deine Telefon-Nr.
aus der Datenbank zu löschen.

Über alles Weitere zu spekulieren bringt nichts.

Melde dich rechtzeitig hier im Forum.

Falls die Krankenkasse dich auffordert einen Rehaantrag zu stellen,
hast Du 10 Wochen Zeit den Antrag zu stellen.
Grundlage wäre dann ein MdK-Gutachten.
 

Bitas

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#4
Ich habe solche Anliegen direkt an den Vorstand der KK gesendet, mit vollem Erfolg.
Alle Briefe der KK, ohne Rechtsgrundlage, kannst du direkt entsorgen.
 

Fabiola

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#5
Wichtig wäre, dass Du Dich noch vor Ablauf Deines Arbeitsverhältnisses krank schreiben lässt und das dann lückenlos weiter führst. Dann bekommst Du Krankengeld auf Grundlage Deines vorherigen Gehaltes, was mehr ist als wenn Du aus AlgI heraus Krankengeld beziehen würdest.

Du bist leider nicht die einzige, die von der KK ‚gequält’ wird. Die Krankenkassen wollen Geld sparen und versuchen dies oft mit allen Tricks.

Wie schon geschrieben, musst Du telefonisch nicht für die KK erreichbar sein. Mit der KK gibt es nichts zu besprechen: Weder über gesundheitliche Dinge (geht die SBs von der KK rein gar nichts an, das besprichst Du nur mit Deinem Arzt), noch z.B. über Deine Einschätzung wann Du denkst wieder gesund zu sein. Du hast keine Glaskugel.

Es kommt leider sehr häufig vor, dass die KK willkürlich versuchen das Krankengeld ein zu stellen (und es auch tun) mit der Ansage, dass der MDK nach Aktenlage zu der ‚Erkenntnis’ gelangt sei, dass Du nur noch bis dann und dann krank sein würdest und Du bei der Agentur für Arbeit vorstellig werden sollst.

Dies ist rechtswidrig, da der MDK (insbesondere bei psych. Erkrankung) dies nicht nach Aktenlage empfehlen darf. Sollte dies eintreten, dann musst Du und insbesondere Dein Arzt (möglichst umgehend) einen Widerspruch innerhalb der 4-Wochen-Frist erheben.

Was die KK tun darf, ist Dich zum MDK schicken, was aber meist nicht passiert – kostet ja auch Geld.

Stattdessen wird man meist aufgefordert einen Reha-Antrag oder EM-Antrag zu stellen und das innerhalb von 10 Wochen, die Du wie schon geschrieben ausreizen darfst.

Sobald Du aus der Reha entlassen wirst gehst Du zum Arzt und lässt Dich weiter krank schreiben. Damit erhältst Du wieder Krankengeld soweit noch ein Anspruch aus den 76 Wochen besteht. Während der Reha zahlt die DRV (auf Antrag) Übergangsgeld an Dich.

Selbst wenn Du arbeitsfähig aus der Reha entlassen würdest, dann ist das nur eine Momentaufnahme – Dein behandelnder Arzt darf Dich trotzdem umgehend krank schreiben. Bitte darauf achten, dass keine Zeitlücke entsteht, sonst wäre die KK fein raus und es gäbe kein KK mehr.

Sollte Dich die KK zum EM-Antrag auffordern, dann reizt Du die 10-Wochenfrist ebenfalls aus. :cool:
 

Schlafmütze

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#6
Hallo Ihr Vier und alle anderen MitleserInnen,

vielen lieben Dank für Eure Antworten! Nach Euren sehr informativen Rückmeldungen bin ich im Moment ein wenig beruhigter!

Aufgrund der KK-Druck-Anrufe bin ich bisher davon ausgegangen, dass ich der KK gegenüber auskunftspflichtig bin, was ich für meine baldige Genesung tue.

Wenn ich Fabiola richtig verstanden habe, kann die KK mich sowohl zur Beantragung einer Reha als auch zur Beantragung der EMR auffordern?
Die KK bzw. der MDK entscheidet wahrscheinlich allein aufgrund von Aktenlage, was sie für sinnvoll halten und ich habe kein Mitspracherecht, oder?

Sorry das Zitieren klappt bei mir noch nicht. Fabiola, Du schreibst, dass es rechtswidrig ist, wenn der MDK bei psych. Erkrankungen nach Aktenlage "gesund schreibt".
Weißt Du wo ich den entsprechenden Paragraphen, Anordung, Anweisung o. ä finde? - Vielen Dank!
 

Fabiola

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#7
Fabiola, Du schreibst, dass es rechtswidrig ist, wenn der MDK bei psych. Erkrankungen nach Aktenlage "gesund schreibt".
Weißt Du wo ich den entsprechenden Paragraphen, Anordung, Anweisung o. ä finde?
Das weiß ich aus den vielen Themen hier im Forum zum Thema "Einstellung Krankengeld". Vielleicht meldet sich Userin @Dopppeloma hier noch, die Dir vermutlich eine zuverlässige Quelle nennen könnte und sich auch sonst im Thema sehr gut auskennt.
 
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