Ich war dreizehn Monate krank und Harz 4, danach habe ich sieben Wochen gearbeitet und jetzt wieder krank - Zahlt das Jobcenter oder die Krankenkasse?

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TeamKassadin

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Hallo,

ich bin erkrankt und habe mich nach meinem Krankenhausaufenthalt nicht nahtlos bei der Krankenkasse gemeldet, desswegen wurde für mich das Jobcenter zuständig und ich habe 13 Monate Harz4 bezogen.

Danach habe ich 8 Wochen gearbeitet. In denn ersten zwei Wochen, wurde ich physisch krank. Danach habe ich 6 Wochen gearbeitet und wurde psychisch krank und musste daher eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung für zwei Wochen einreichen.
Daraufhin wurde ich von meinem Arbeitgeber in der Probezeit gekündigt und bin noch für eine Woche krank geschrieben.

Da meine Gesundheit aktuell zu instabil ist um zu arbeiten, wird die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung wohl in der nächsten Zeit verlängert werden.

Ich habe mich nun beim Jobcenter, wie verlangt als arbeitssuchend gemeldet. Daraufhin bekam ich einen Weiterbewilligungsantrag zum ausfüllen.

Jetzt weiß ich aber nicht weiter, da ich ja krank bin, bin ich nicht wirklich arbeitssuchend.

1. Muss ich den Weiterbewilligungsantrag ausfüllen und beim Jobcenter abgeben, obwohl für mich wahrscheinlich jetzt die Krankenkasse zuständig ist?

2. Ist für mich die Krankenkasse aktuell überhaupt zuständig und bekomme ich jetzt Krankengeld statt Harz4, weil ich einen Nahtlosen Übergang zwischen Arbeit und Erkrankung habe, obwohl ich nur insgesamt 8 Wochen und 6 Wochen ohne gesundheitliche Unterbrechungen gearbeitet habe?

3. Wer bekommt meine zukünftigen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen? (Also den Durchschlag, wo die Diagnose nicht drauf steht, Jobcenter oder alter Arbeitgeber)

4. Steht mir überhaupt etwas zu, wenn beim Bewerbungsgespräch, nicht nach meiner gesundheitlichen Verfassung gefragt wurde und ich auch nichts erwähnt habe?
 
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HermineL

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Im ALG II Bezug gibt es kein Krankengeld.
Das ist zwar generell richtig dürfte hier aber nicht zutreffend sein denn der TE schrieb:
Danach habe ich 8 Wochen gearbeitet. In denn ersten zwei Wochen, wurde ich physisch krank. Danach habe ich 6 Wochen gearbeitet und wurde psychisch krank und musste daher eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung für zwei Wochen einreichen.
Daraufhin wurde ich von meinem Arbeitgeber in der Probezeit gekündigt und bin noch für eine Woche krank geschrieben.
Mit der Beschäftigung von 8 Wochen (oder 6 Wochen ist etwas unklar) ist die vierwöchige Wartefrist nach Gem. § 3 EFZG erfüllt und der TE hat einen Anspruch auf Lohnfortzahlung. Eine Kündigung unterbricht diesen Anspruch auf Lohnfortzahlung in der Regel nicht.
Befinden Sie sich also bereits länger als vier Wochen in der Probezeit und haben dadurch im Krankheitsfall Anspruch auf eine Lohnfortzahlung, bleibt dieser Anspruch auch bei einer Kündigung bestehen. Findet die Kündigung in der Probezeit also aufgrund sowie während der Krankschreibung statt, hat der Arbeitnehmer bis zum Ende seiner Arbeitsunfähigkeit ein Recht auf Entgeltfortzahlung, selbst nach Ablauf der Kündigungsfrist (§8 EFZG.). Der Arbeitgeber muss also gegebenenfalls selbst nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses weiterhin eine Entgeltfortzahlung leisten, höchstens aber für sechs Wochen.
Quelle: Krank in der Probezeit?

Nach Ablauf der Lohnfortzahlung besteht ein Anspruch auf Krankengeld. Dies schließt den Bezug von aufstockenden ALG II nicht aus sowie der Bezug von Krankengeld nicht den Bezug von ALG II ausschließt. Krankengeld ist eine vorrangige Leistung und muss daher in Anspruch genommen werden so denn ein Anspruch besteht. Hier sollte man schnellstens bei der Krankenkasse aufschlagen.


Deine AUB solltest du zum JC schicken und ich würe auch den Weiterbewilligungsantrag ausfüllen.
Es gibt keine Verpflichtung eine AU beim JC abzugeben solange dies nicht durch eine Eingliederungsvereinbarung vereinbart wurde. Sollte man aufstockend ALG II benötigen sollte selbstverständlich auch der Antrag ans JC ausgefüllt werden.


2. Ist für mich die Krankenkasse aktuell überhaupt zuständig und bekomme ich jetzt Krankengeld statt Harz4, weil ich einen Nahtlosen Übergang zwischen Arbeit und Erkrankung habe, obwohl ich nur insgesamt 8 Wochen und 6 Wochen ohne gesundheitliche Unterbrechungen gearbeitet habe?
Ja ist sie und du solltest dort umgehend einen Antrag auf Krankengeld stellen. Das geht in der Regel mündlich unter Vorlage deiner Unterlagen.
3. Wer bekommt meine zukünftigen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen? (Also den Durchschlag, wo die Diagnose nicht drauf steht, Jobcenter oder alter Arbeitgeber)
Während der Lohnfortzahlung ist die AU beim Arbeitgeber und bei der Krankenkasse einzureichen. Nach der Lohnfortzahlung nur bei der Krankenkasse (spät. 7 Tagen nach Ausstellung der AU).

Nachtrag:
und bin noch für eine Woche krank geschrieben.
Solange du weiterhin krankgeschrieben bist, also evtl. auch über diese 1 Woche hinaus, bekommst du Krankengeld. Erst wenn du nicht mehr AU bist wirst du voraussichtlich komplett in ALG II fallen.
 
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TeamKassadin

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Ich habe letzten Mittwoch bei meiner Krankenkasse angerufen und gefragt, wer für mich zuständig ist.
Daraufhin hat mir der Sachbearbeiter gesagt, dass er einen Brief an mich und denn ehemaligen Arbeitgeber schickt und dass die Krankenkasse das Kündigungsschreiben bräuchte. Der Grund dafür soll sein, dass die rausfinden wollen, ob der Arbeitgeber die Lohnfortzahlung zahlen muss oder nicht. Es geht darum herauszufinden, ob ich vor oder nach meiner Erkrankung gekündigt wurde. Wenn ich vor meiner Erkrankung gekündigt wurde, gibt es keine Lohnfortzahlung. Ich wurde aber erst krank und wurde daraufhin gekündigt.

Da ich von meiner Krankenkasse doch keinen Brief erhalten habe, ging ich heute persönlich zu dieser. Der Sachbearbeiter wollte nichts falsches sagen und gab mir die Telefonnummer eines Kollegen, der speziell für das Krankengeld zuständig ist. Dort sollte ich mal nachfragen. Da er mein Kündigungsschreiben kurz mitnahm, gehe ich stark davon aus, dass es kopiert wurde.

Ich werde morgen nochmal anrufen und berichten.

1. Jetzt weiß ich aber nicht, ob ich den denn Weiterbewilligungsantrag beim Jobcenter stellen sollte oder nicht?
Es ist ja ein Weiterbewilligungsantrag und wie der Name schon sagt, soll dieser Antrag mir das Arbeitslosengeld weiterbewilligen. Ich habe jetzt Angst, dass wenn ich denn Antrag stelle, ich plötzlich keine Lohnfortzahlung oder Krankengeld mehr bekomme. Wenn ich denn Antrag nicht stelle, stehe ich am Ende vielleicht ohne Krankengeld und Lohnfortzahlung da.

2. Wie sollte ich mir meiner Krankenkasse weiter umgehen? Ab wann sollte ich das Krankengeld nun beantragen. Ich weiß ja noch nicht mal, ob ich wirklich Lohnfortzahlung bekomme.
 
Z

ZarMod

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Du hast Dich ziemlich mißverständlich ausgedrückt, deshalb mal nachgehakt;
Danach habe ich 8 Wochen gearbeitet
Damit bezeichnest Du die Gesamtlänge Deines Arbeitsverhältnisses?
In denn ersten zwei Wochen, wurde ich physisch krank.
Wurdest Du für diese zwei Wochen arbeitsunfähig geschrieben?
Danach habe ich 6 Wochen gearbeitet und wurde psychisch krank und musste daher eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung für zwei Wochen einreichen.
Also zwei Wochen arbeitsunfähig (mit Bescheinigung?), 6 Wochen gearbeitet und wieder zwei Wochen arbeitsunfähig mit Bescheinigung.
Wurden beide Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen mit der gleichen Diagnose ausgestellt? Ich frage wegen dieser Passage;
Auszug § 3 Entgeltfortzahlungsgesetz
Wird der Arbeitnehmer infolge derselben Krankheit erneut arbeitsunfähig, so verliert er wegen der erneuten Arbeitsunfähigkeit
den Anspruch nach Satz 1 für einen weiteren Zeitraum von höchstens sechs Wochen nicht, wenn
1. er vor der erneuten Arbeitsunfähigkeit mindestens sechs Monate nicht infolge derselben Krankheit arbeitsunfähig war oder
2. seit Beginn der ersten Arbeitsunfähigkeit infolge derselben Krankheit eine Frist von zwölf Monaten abgelaufen ist.
Jetzt weiß ich aber nicht weiter, da ich ja krank bin, bin ich nicht wirklich arbeitssuchend.
Arbeitsunfähigkeit schließt Arbeitssuche nicht aus.
Die Voraussetzung zum Anspruch wäre unter anderen Umständen also gegeben.
Kündigung unterbricht Entgeltfortzahlung nicht
Aber jedem Arbeitgeber, der automatisch die Kündigung in der Probezeit ausspricht, sobald ein “gelber Schein“ auf den Schreibtisch flattert, sei ein Blick ins Gesetz empfohlen.
Denn die Kündigung unterbricht die Entgeltfortzahlung nicht automatisch.

Der Anspruch auf Fortzahlung des Arbeitsentgelts entfällt nämlich dann nicht, wenn der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis aus Anlass der Arbeitsunfähigkeit kündigt.
Bleibt der Arbeitnehmer also über das Ende der Kündigungsfrist hinaus arbeitsunfähig, hat er trotzdem Anspruch auf Entgeltfortzahlung bis zu sechs Wochen.

Das gilt aber nicht, wenn der Arbeitgeber aus anderen Gründen kündigt, etwa weil er mit der Arbeitsleistung nicht zufrieden war.
Kündigt der Arbeitgeber aber in engem zeitlichen Zusammenhang mit der Mitteilung, dass der Arbeitnehmer krank ist,
so kann man vermuten, dass tatsächlich die Krankheit ausschlaggebend für die Kündigung war.

Auch wenn das Arbeitsverhältnis während der Entgeltfortzahlung durch Ablauf der Befristung endet, wird die Entgeltfortzahlung nicht weiter gezahlt.
Quelle: https://www.dgbrechtsschutz.de/rech...pe=999&cHash=991f98e40592a72c83b24a71b0087e6e
Die Krankenkasse ist solange für die Zahlung von Krankengeld zuständig, wie Deine momentane Arbeitsunfähigkeit nicht unterbrochen wird.
Es ist traurig, daß Du von beiden Leistungsträgern mit den Fragen alleine gelassen wirst. Im Zweifelsfall solltest Du Folgendes ausdrucken
und dem zuständigen Sachbearbeiter unter die Nase halten:

§ 13 SGB I Aufklärung
Die Leistungsträger, ihre Verbände und die sonstigen in diesem Gesetzbuch genannten öffentlich-rechtlichen Vereinigungen sind verpflichtet,
im Rahmen ihrer Zuständigkeit die Bevölkerung über die Rechte und Pflichten nach diesem Gesetzbuch aufzuklären.

§ 14 SGB I Beratung
Jeder hat Anspruch auf Beratung über seine Rechte und Pflichten nach diesem Gesetzbuch.
Zuständig für die Beratung sind die Leistungsträger, denen gegenüber die Rechte geltend zu machen oder die Pflichten zu erfüllen sind.

§ 15 SGB I Auskunft
(1) Die nach Landesrecht zuständigen Stellen, die Träger der gesetzlichen Krankenversicherung und der sozialen Pflegeversicherung sind verpflichtet, über alle sozialen Angelegenheiten nach diesem Gesetzbuch Auskünfte zu erteilen.
(2) Die Auskunftspflicht erstreckt sich auf die Benennung der für die Sozialleistungen zuständigen Leistungsträger sowie auf alle Sach- und Rechtsfragen, die für die Auskunftsuchenden von Bedeutung sein können und zu deren Beantwortung die Auskunftsstelle imstande ist.
(3) Die Auskunftsstellen sind verpflichtet, untereinander und mit den anderen Leistungsträgern mit dem Ziel zusammenzuarbeiten, eine möglichst umfassende Auskunftserteilung durch eine Stelle sicherzustellen.
(4) Die Träger der gesetzlichen Rentenversicherung sollen über Möglichkeiten zum Aufbau einer staatlich geförderten zusätzlichen Altersvorsorge produkt- und anbieterneutral Auskünfte erteilen.

§ 86 SGB X Zusammenarbeit
Die Leistungsträger, ihre Verbände und die in diesem Gesetzbuch genannten öffentlich-rechtlichen Vereinigungen sind verpflichtet,
bei der Erfüllung ihrer Aufgaben nach diesem Gesetzbuch eng zusammenzuarbeiten.
 

TeamKassadin

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Aus Rezessionen, weiß ich, dass sich meine Krankenkasse oft queer stellt, wenn es plötzlich um das auszahlen von Krankengeld geht.
Bei mir tun die auf nichtwissend und verweisen mich zu einem Berater, der oft nicht da ist und wenn er mal da ist, mir am Telefon sagt, dass er mir etwas zuschickt. Es kommt aber nie etwas an oder er muss plötzlich auf etwas warten was, so lange dauert, dass man bereits auf der Straße landet, bis es geklärt wäre.

Ich war insgesamt 9 Wochen angestellt. In denn ersten 2 Wochen habe ich 3 Krankentage (andere Erkrankung). Danach habe ich 6 Wochen am Stück, also ohne Erkrankung gearbeitet und wurde dann bei einem neuen Einsatz länger krank (diesmal wieder eine andere Erkrankung) während des Einsatzes. Ich habe bei der Zeitarbeitsfirma angerufen und mir wurde gesagt „wenn sie krank werden, dann müssten wir sie kündigen“. Gesagt, getan. Ich wurde gekündigt.

Eigentlich müsste ich Lohnfortzahlung und Krankengeld bekommen, wenn sich der Arbeitgeber und Krankenkasse nicht queer stellen.

Ich hätte wegen der gleichen Erkrankung schon vor einem Jahr von der Krankenkasse Geld bekommen sollen. Allerdings war die AU nicht lückenlos und so war ich auf Harz4 angewiesen. Leider sagt das einem niemand. Man wird mit Medikamenten vollgestopft, die einem die Fähigkeit rauben zu Denken und wird dann raus geschickt, ohne irgendwelche Infos. Man kennt die Nebenwirkungen von denn Medikamenten nicht, weil diese verschwiegen werden. Man kann im Prinzip nicht arbeiten.

Bei mir ist es noch komplexer. Ich habe ja in denn 12 Monaten vor Arbeitsantritt Harz4 bezogen und war davon, 9 Monate wegen derselben Krankheit erkrankt. Dann war 3 Monate alles gut und ich habe angefangen bei der Zeitarbeitsfirma zu arbeiten.

Von daher bin ich mir nicht ganz schlüssig, ob ich Anspruch auf Lohnfortzahlung oder Krankengeld hätte. Ich werde mich wohl an die Caritas wenden müssen.
 

HermineL

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Von daher bin ich mir nicht ganz schlüssig, ob ich Anspruch auf Lohnfortzahlung oder Krankengeld hätte.
Das wurde dir schon in Beitrag #3 beantwortet. Selbst wenn auf Grund der selben Erkrankung kein Anspruch auf 6 Wochen Lohnfortzahlung vorliegen würde wäre dann die Krankenkasse in der Pflicht Krankengeld zu leisten. Bei derselben Krankheit innerhalb einer Blockfrist (3 Jahre ab erster AU) für diese Krankheit bis zu 78 Wochen (18 Monate) lang. Du warst nach deinen Angaben 9 Monate mit dieser Krankheit AU so das noch, basierend auf deinen Angaben, ein Restanspruch auf weitere 9 Monate Krankengeld vorliegt.

Es ist traurig, daß Du von beiden Leistungsträgern mit den Fragen alleine gelassen wirst. Im Zweifelsfall solltest Du Folgendes ausdrucken
und dem zuständigen Sachbearbeiter unter die Nase halten:
Das am besten noch mit dem Hinweis auf das BGH, Urteil vom 2. August 2018 – III ZR 466/16 versehen.
 

saurbier

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Wie schon erwähnt, stelle bei der KK den Antrag auf Krankengeld und parallel dazu den Antrag auf ALG-II.

Sollte das JC feststellen das hier ein anderer Leistungsträger (eben die KK mit KG) vorangig zahlen muß, dann wird man das dort untereinander klären. Du allerdings hättest dann zumindest mal deine finanzielle Situation soweit geklärt das du zumindest dein Geld zu leben bekommst.

Sollte die KK tatsächlich alles sinnlos in die Länge ziehen, kannst du dich dann ja diesbezüglich ans JC wenden. Auch solltest du ruhig mal dem dem Urteil des BGH vor der Nase des einen oder anderen SB wedeln, vielleicht wacht er dann ja langsam auf.
 

HermineL

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Wie schon erwähnt, stelle bei der KK den Antrag auf Krankengeld und parallel dazu den Antrag auf ALG-II.
Vollkommen richtig aber bitte unbedingt darauf achten das du lückenlos krank geschrieben bist. Ansonsten verlierst du unter Umständen deinen Anspruch auf Krankengeld.
 

TeamKassadin

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So in etwa verlief mein Gespräch mit der Krankenkasse.
  • Mein Sachbearbeiter behauptet, ich hätte kein Krankengeldanspruch, weil ich weniger als 10 Wochen gearbeitet habe.
  • Mein Sachbearbeiter meinte auch, ich hätte keinen Anspruch auf Krankengeld, weil ich erst nach 4 Wochen hätte weitere 6 Wochen arbeiten müssen um Anspruch auf Krankengeld zu erwirken.
  • Dann habe ich nochmal nachgefragt und habe ihm gesagt, dass ich gelesen habe, dass man ab 4 Wochen Arbeitszeit, bereits Anspruch auf Lohnfortzahlung und Krankengeld hätte und dass ich es einfach beantragen will.
  • Er gab mir ein Blatt „individuelle Hilfestellung und Beratung zur Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit“ und behauptete, dass es sich hierbei nur um Datenschutz handle und ich es abgeben könnte. In diesem Blatt geht es aber eher darum, Informationen von Ärzten einholen zu dürfen um mich wieder ins Arbeitsleben eingliedern zu können. Ich hielte das für in Ordnung und unterschrieb.
  • Danach bat ich ihn mir doch etwas zu geben um Krankengeld zu beantragen. Daraufhin gab er mir ein Blatt „Anspruch auf Entgeltfortzahlung bzw. Krankengeld“. Darauf ging es hauptsächlich um meinen Kündigungsverlauf, wie ich wann gekündigt habe. Er meinte auch, dass ich wahrscheinlich meine Lohnfortzahlung einklagen müsste, da Zeitarbeitsfirmen diese Praktik oft nicht machen und mich beim Arbeitgeber melden soll deswegen. Ich kommentierte das nicht.
  • Schließlich gab er mir eine Erklärung zum Bezug von Krankengeld.
  • Auf den letzten beiden Erklärungen waren Fehler, da er diese vorausgefüllt hat. Diese habe ich selbst korrigiert und um eine Kopie gebeten. Gesagt getan.
  • Schließlich gab er mir noch zwei Blätter, die mich informieren, wie ich meine Krankenmeldungen richtig nachweisen muss, zum Unterschreiben. Sprich lückenlos und Meldefristen beachten.
  • Weiterhin gab es dann noch ein Formular, über den Inhalt des Gesprächs. Im Gespräch sagte er mir auch, dass er meinen ehemaligen Arbeitgeber bereits per Post kontaktiert hat. Das stand auch im Schreiben und dass auf die Antwort abgewartet wird. Und dass es sich um eine Anlasskündigung handle und ein Anspruch auf Lohnfortzahlung besteht.
  • Zum Schluss gab es noch ein Blatt, welches angeblich dazu da ist um mich zum Service der Krankenkasse zu befragen, es handelt sich aber nur um mich über Neuigkeiten zu informieren.
  • Am ende des Gesprächs empfahl mir mein Sachbearbeiter, meine Krankenmeldung nicht zu verlängern, da diese das Krankengeld nicht zahlen und ich ja so das Arbeitslosengeld beziehen kann.
Fazit: Es kann sein dass ich keinen Anspruch auf Krankengeld habe. Ich habe aber trotzdem alles erst mal beantragt. Der Sachbearbeiter wollte eigentlich, dass ich nachdem er mir das gesagt hat, gleich nachhause gehe. Ich habe aber diesen Antrag zumindest mal verlangt. Vielleicht zahlen die ja doch noch.

Edit: Ich habe nochmal mit dem Jobcenter informiert und diese bearbeiten jetzt meinen Antrag. Falls ich Krankengeld bekommen sollte, werde ich das Harz4 einfach zurück zahlen.
Das Jobcenter selbst, klärt angeblich nichts mit der Krankenkasse. Das muss ich selbst machen.
 
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HermineL

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Wenn ich dir sage ich meine das du von der Brücke springen sollst dann ist das auch so oder ?

Was der meint oder blubbert interessiert niemanden solange er das nicht schriftlich mit den entsprechenden Rechtsgrundlagen begründen kann. Stelle einen schriftlichen Antrag und der muss schriftlich mit entsprechenden Rechtsgrundlagen verbeschieden werden. Die Rechtsgrundlagen wurden dir hier bereits genannt. Das was dieser SB behauptet kann ich zumindest nicht dem Gesetz entnehmen und erscheint mir als reine Behauptung um dich um das Krankengeld zu bringen.
 

HermineL

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Mein Sachbearbeiter behauptet, ich hätte kein Krankengeldanspruch, weil ich weniger als 10 Wochen gearbeitet habe.
Mein Sachbearbeiter meinte auch, ich hätte keinen Anspruch auf Krankengeld, weil ich erst nach 4 Wochen hätte weitere 6 Wochen arbeiten müssen um Anspruch auf Krankengeld zu erwirken.

Alleine diese Aussagen entbehrten schon jeder rechtlichen Grundlage. Einen Anspruch auf Lohnfortzahlung des Arbeitgebers hat man erst dann wenn man mindestens 4 Wochen gearbeitet hat. Einen Anspruch auf Krankengeld hat man ab dem ersten Tag der Krankschreibung (§ 46 SGB V)


Er gab mir ein Blatt „individuelle Hilfestellung und Beratung zur Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit“ und behauptete, dass es sich hierbei nur um Datenschutz handle und ich es abgeben könnte. In diesem Blatt geht es aber eher darum, Informationen von Ärzten einholen zu dürfen um mich wieder ins Arbeitsleben eingliedern zu können. Ich hielte das für in Ordnung und unterschrieb.
Das zu unterschreiben war schon ein großer Fehler wenn du dir gar nicht sicher bist was du dort unterschrieben hast. Hast du wenigstens eine Kopie davon ?


Und dass es sich um eine Anlasskündigung handle und ein Anspruch auf Lohnfortzahlung besteht.
Dabei dürfte er durchaus Recht haben. Das habe ich gerade erst bei jemanden miterlebt. Hier könnte die Krankenkasse von dir eine Abtretungserklärung benötigen damit sie die Kosten beim Arbeitgeber einfordern können. Dies entbindet die Krankenkasse aber nicht von der sofortigen Leistungspflicht.


Am ende des Gesprächs empfahl mir mein Sachbearbeiter, meine Krankenmeldung nicht zu verlängern, da diese das Krankengeld nicht zahlen und ich ja so das Arbeitslosengeld beziehen kann.
Ob du weiter arbeitsunfähig bist oder nicht entscheiden immer noch der behandelnde Arzt und nicht irgendein Sachbearbeiter der Krankenkasse. Das ist deren Wunsch damit sie nicht leisten müssen. Wenn du deine Arbeitsunfähigkeit nur einen Tag unterbrichst verlierst du deinen Krankengeldanspruch.

Schreibe umgehend einen formlose Antrag an die Krankenkasse den du nachweislich dort gegen Quittung oder per Fax mit qualifiziertem Sendebereicht einreichst. Es reicht vollkommen wenn du nur einen Satz dort schreibst.

Beispiel:
Hiermit beantrage ich Krankengeld ab dem ersten Tag der Arbeitsunfähigkeit.


Höre auf mit denen zu diskutieren und mache ab sofort alles nur noch schriftlich und nachweislich. Man versucht dich dort im wahrsten Sinne des Wortes zu verars...en.
 
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Er gab mir ein Blatt „individuelle Hilfestellung und Beratung zur Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit“ und behauptete, dass es sich hierbei nur um Datenschutz handle und ich es abgeben könnte. In diesem Blatt geht es aber eher darum, Informationen von Ärzten einholen zu dürfen um mich wieder ins Arbeitsleben eingliedern zu können. Ich hielte das für in Ordnung und unterschrieb.
Ich habe die Befürchtung, dass man das nutzen wird, um dir so lange auf den Keks zu gehen, bis du die Krankschreibung beendest.
 

saurbier

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Am ende des Gesprächs empfahl mir mein Sachbearbeiter, meine Krankenmeldung nicht zu verlängern, da diese das Krankengeld nicht zahlen und ich ja so das Arbeitslosengeld beziehen kann.
Was sagt dir bitte diese Aussage.

Hallo - sind dir dabei nicht gleich die Augen heraus gesprungen - aber hallo.

Dieser Aussage ist doch nichts anderes zu entnehmen, als das du bitte keine Leistung (sprich KG) von der KK fordern sollst, du kannst dir ja bei JC Geld holen. Sicher, nur stellt sich da die Frage ist das dann weniger oder mehr als wenn du KG bekommen würdest. Hier zeigt sich wie verlogen die Herrschaften inzwischen agieren.

Sorry aber mir ist es ja leider nach meinem KH-Aufenthalt nicht viel anders gegangen. Mich hat man nach 7 Tagen KH schlicht nach Hause geschickt, ganz nach dem Motto - sie zu wie du klar kommst -. Da wurde vom KH kein Entlassungsmanagement durchgeführt (sorry wußte ich auch nicht) und demzufolge hab ich dann auch keine Hilfe zu Hause bekommen, Hilfe dir mir jedoch lt. Gesetz mit bis zu 1.612,-€ für 8 Wochen von der KK zugestanden hätte, z.B. für eine Pflegekraft die meinen Verband wechselt oder einer Haushaltshilfe die für mich Einkaufen geht (ich wohne im 3 Stock) und kann nur mit Gehhilfe laufen. Merkst du, wie man uns hinten und vorne versucht zu besc.... . Nun gut, alles Lehren für die Zukunft - nicht wahr.

Nicht anderes ist es mit dem JC, klar kümmern die sich von sich aus um nichts - ist ja für viele zu viel Arbeit. Lt. Gesetz müssen die es aber, denn das JC hat nach § 12a SGB II zu prüfen, ob nicht ein anderer Leistungsträger (in deinem Fall dann die KK) vorangig zu leisten hat/hätte.

Ich sag mal so, wenn du das einem SB schriftlich mitteilst und er prüft nichts, du aber von der KK dann KG erhältst, dann bräuchtest du dem JC auch nichts zu erstatten - wohlgemerkt in der rechtlichen Theorie -, denn in der Praxis wird sich das JC seine Forderung schon mit Gewalt einziehen und dann alles mit einem Irrtum begründen.

Nochmals lass dich nicht für dumm verkaufen. Vor allem solltest du ab jetzt alles nur noch schriftlich machen, denn nur dann kannst du später auch alles als Beweis vorlegen, wenn er Ärger gibt. Telefongespräche und selbst E-Mails da würde ich tunlichst die Finger von lassen, denn das kannst du keinem Richter gegenüber beweisen. E-Mails benutze ich nur dann, wenn ich vorab etwas schnell informieren will, aber dann schicke im auch umgehend alles per Post hinterher.
 

TeamKassadin

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Nochmals lass dich nicht für dumm verkaufen. Vor allem solltest du ab jetzt alles nur noch schriftlich machen, denn nur dann kannst du später auch alles als Beweis vorlegen, wenn er Ärger gibt. Telefongespräche und selbst E-Mails da würde ich tunlichst die Finger von lassen, denn das kannst du keinem Richter gegenüber beweisen. E-Mails benutze ich nur dann, wenn ich vorab etwas schnell informieren will, aber dann schicke im auch umgehend alles per Post hinterher.
Manchmal geht es halt nicht, wenn die Krankenkasse meit, dass man um Krankengeld zu beantragen einen speziellen Termin bräuchte.
 

HermineL

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Manchmal geht es halt nicht, wenn die Krankenkasse meit, dass man um Krankengeld zu beantragen einen speziellen Termin bräuchte.
Dafür gibt es nicht nur keine Rechtsgrundlage sondern die Krankenkasse muss jeden schriftlich oder mündlich gestellten Antrag auch schriftlich verbescheiden. Hierfür hat die Behörde gem. § 88 SGG maximal 6 Monate Zeit. Handelt es sich um existenzsicherende Mittel hat die Behörde zeitnah zu entscheiden. Erfolgt dies nicht kann man eine Klage auf einstweiligen Rechtsschutz beim zuständigen Sozialgericht einreichen.

Wie dir hier nun schon mehrfach gesagt wurde solltest du daher umgehend einen schriftlichen Antrag stellen. Wenn lieber weiter den kruden Ausführungen dieses Sachbearbeiters folgen möchtest ist dies dein Entscheidung aber dann kann dir hier auch nicht geholfen werden. Abgesehen davon bin ich jetzt hier raus da es mir zu müssig ist immer wieder das gleiche Gebetsmühlenartig herunterzupredigen ohne das dies wirklich zu dir durchdringen würde.
 

HermineL

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Ich hab doch bereits einen schriftlichen Antrag beim Sachbearbeiter ausgefüllt und mir eine Kopie davon mitgeben lassen.
Sorry, das ist mir in der Tat entgangen. Dennoch kann ich deinen Beitrag #17 nicht nachvollziehen weil es voll und ganz irrelevant ist was irgendein Sachbearbeiter meint oder nicht. Maßgebend ist alleine die rechtliche Vorgabe und sonst nichts.
 

TeamKassadin

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Hallo, kleiner Nachtrag von mir wegen meiner Krankenkasse.

So bekam ich mitgeteilt,

nach § 44 Abs. 2 Nr. 3 SGB V haben Versicherte, die bei Arbeitsunfähigkeit nicht für mindestens sechs Wochen Anspruch auf Entgeltfortzahlung haben, keinen Anspruch auf Krankengeld.

(Ich hätte theoretisch Anspruch auf Entgeltfortzahlung aber Zeitarbeitsfirmen haben ja leider die Praxis, einfach zu behaupten, man hätte jemanden aus einem ganz anderen Grund gekündigt und nicht wegen einer Erkrankung und somit sind sie leider wohl auf sicheren Boden, da man das schlecht nachweisen kann. Wahrscheinlich könnte man rechtlich vorgehen aber dazu hat nicht jeder das nötige Kleingeld).


Meine Krankenkasse meinte darüber hinaus,

dass in den ersten vier Wochen Grundsätzlich kein Anspruch auf Krankengeld besteht (§ 3 Abs. 3 EntgFG).
So leitet sie daraus ab, dass nach diesen vier Wochen, ein Arbeitsverhältnis weitere sechs Wochen bestehen muss, also insgesamt mehr als zehn Wochen um Anspruch auf Krankengeld zu haben.
 

HermineL

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So bekam ich mitgeteilt,
Schriftlich als Bescheid?
Dann bitte hier anonymisiert einstellen und direkt in Widerspruch gehen.

nach § 44 Abs. 2 Nr. 3 SGB V haben Versicherte, die bei Arbeitsunfähigkeit nicht für mindestens sechs Wochen Anspruch auf Entgeltfortzahlung haben, keinen Anspruch auf Krankengeld.
Du hast die diesen Paragraphen sicherlich doch auch durchgelesen oder?
§ 44 Abs.2 Nr.3 SGB V
(2) 1Keinen Anspruch auf Krankengeld haben
...
1Versicherte nach § 5 Absatz 1 Nummer 1, die bei Arbeitsunfähigkeit nicht mindestens sechs Wochen Anspruch auf Fortzahlung des Arbeitsentgelts auf Grund des Entgeltfortzahlungsgesetzes, eines Tarifvertrags, einer Betriebsvereinbarung oder anderer vertraglicher Zusagen oder auf Zahlung einer die Versicherungspflicht begründenden Sozialleistung haben, es sei denn, das Mitglied gibt eine Wahlerklärung ab, dass die Mitgliedschaft den Anspruch auf Krankengeld umfassen soll. 2Dies gilt nicht für Versicherte, die nach § 10 des Entgeltfortzahlungsgesetzes Anspruch auf Zahlung eines Zuschlages zum Arbeitsentgelt haben,
Was von diesen Ausschlussgründen trifft den bitte auf dich zu?

Die mind. sechs Wochen sind ja z.B. auch an das Entgeltfortzahlungsgesetz gekoppelt nach dem dir aber 6 Wochen Lohnfortzahlung zustehen womit der Ausschlussgrund nach § 44 Abs.2 Nr.3 SGB V nicht vorliegt. Hier wiederum ist § 3 EntgFG maßgebend:
§ 3 Anspruch auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall
(1) Wird ein Arbeitnehmer durch Arbeitsunfähigkeit infolge Krankheit an seiner Arbeitsleistung verhindert, ohne daß ihn ein Verschulden trifft, so hat er Anspruch auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall durch den Arbeitgeber für die Zeit der Arbeitsunfähigkeit bis zur Dauer von sechs Wochen. Wird der Arbeitnehmer infolge derselben Krankheit erneut arbeitsunfähig, so verliert er wegen der erneuten Arbeitsunfähigkeit den Anspruch nach Satz 1 für einen weiteren Zeitraum von höchstens sechs Wochen nicht, wenn

1. er vor der erneuten Arbeitsunfähigkeit mindestens sechs Monate nicht infolge derselben Krankheit arbeitsunfähig war oder
2. seit Beginn der ersten Arbeitsunfähigkeit infolge derselben Krankheit eine Frist von zwölf Monaten abgelaufen ist.


(Ich hätte theoretisch Anspruch auf Entgeltfortzahlung aber Zeitarbeitsfirmen haben ja leider die Praxis, einfach zu behaupten, man hätte jemanden aus einem ganz anderen Grund gekündigt und nicht wegen einer Erkrankung und somit sind sie leider wohl auf sicheren Boden, da man das schlecht nachweisen kann. Wahrscheinlich könnte man rechtlich vorgehen aber dazu hat nicht jeder das nötige Kleingeld).
Der Kündigungsgrund ist nicht ausschlaggebend für das Krankenkgeld. Maßgebend ist ob du dem Grund nach einen Anspruch auf Entgeltfortzahlung hättest was gem. § 3 EntgFG der Fall ist.


dass in den ersten vier Wochen Grundsätzlich kein Anspruch auf Krankengeld besteht (§ 3 Abs. 3 EntgFG).
Das ist korrekt.

So leitet sie daraus ab, dass nach diesen vier Wochen, ein Arbeitsverhältnis weitere sechs Wochen bestehen muss, also insgesamt mehr als zehn Wochen um Anspruch auf Krankengeld zu haben.
Genau das lässt sich daraus weder ableiten noch wird dies dort festgelegt.

§ 3 Abs.3 EntgFG führt dazu klar und unmissverständlich aus:
(3) Der Anspruch nach Absatz 1 entsteht nach vierwöchiger ununterbrochener Dauer des Arbeitsverhältnisses.

Eindeutiger geht es nicht. Mit anderen Worten gem. § 3 EntgFG hasst du nach 4 Wochen ununterbrochener Arbeit einen Anspruch auf Entgeltfortzahlung. Da du, nach deinen Angaben, 6 Wochen unuunterbrochen gearbeitet hast erfüllst du die Voraussetzungen für den Bezug von Krankengeld gem. § 44 SGB V.

Du hast Anspruch auf Krankengeld mit genau der Rechtsgrundlage die durch die Krankenkasse benannt wurde. Sollte hier tatsächlich ein Bescheid mit dieser Rechtsbegründung vorliegen ist dieser nicht haltbar und offensichtlich von jemanden erstellt der die Rechtsgrundlage nicht verstanden hat oder aber gezielt in der Hoffnung das du klein bei gibst und man sich das Geld spart. Ich tippe auf letzteres.
 
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