Ich war dreizehn Monate krank und Harz 4, danach habe ich sieben Wochen gearbeitet und jetzt wieder krank - Zahlt das Jobcenter oder die Krankenkasse?

TeamKassadin

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Hallo,

ich bin erkrankt und habe mich nach meinem Krankenhausaufenthalt nicht nahtlos bei der Krankenkasse gemeldet, desswegen wurde für mich das Jobcenter zuständig und ich habe 13 Monate Harz4 bezogen.

Danach habe ich 8 Wochen gearbeitet. In denn ersten zwei Wochen, wurde ich physisch krank. Danach habe ich 6 Wochen gearbeitet und wurde psychisch krank und musste daher eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung für zwei Wochen einreichen.
Daraufhin wurde ich von meinem Arbeitgeber in der Probezeit gekündigt und bin noch für eine Woche krank geschrieben.

Da meine Gesundheit aktuell zu instabil ist um zu arbeiten, wird die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung wohl in der nächsten Zeit verlängert werden.

Ich habe mich nun beim Jobcenter, wie verlangt als arbeitssuchend gemeldet. Daraufhin bekam ich einen Weiterbewilligungsantrag zum ausfüllen.

Jetzt weiß ich aber nicht weiter, da ich ja krank bin, bin ich nicht wirklich arbeitssuchend.

1. Muss ich den Weiterbewilligungsantrag ausfüllen und beim Jobcenter abgeben, obwohl für mich wahrscheinlich jetzt die Krankenkasse zuständig ist?

2. Ist für mich die Krankenkasse aktuell überhaupt zuständig und bekomme ich jetzt Krankengeld statt Harz4, weil ich einen Nahtlosen Übergang zwischen Arbeit und Erkrankung habe, obwohl ich nur insgesamt 8 Wochen und 6 Wochen ohne gesundheitliche Unterbrechungen gearbeitet habe?

3. Wer bekommt meine zukünftigen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen? (Also den Durchschlag, wo die Diagnose nicht drauf steht, Jobcenter oder alter Arbeitgeber)

4. Steht mir überhaupt etwas zu, wenn beim Bewerbungsgespräch, nicht nach meiner gesundheitlichen Verfassung gefragt wurde und ich auch nichts erwähnt habe?
 
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Kerstin_K

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Im ALG II Bezug gibt es kein Krankengeld. Deine AUB solltest du zum JC schicken und ich würe auch den Weiterbewilligungsantrag ausfüllen.
 

HermineL

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Im ALG II Bezug gibt es kein Krankengeld.
Das ist zwar generell richtig dürfte hier aber nicht zutreffend sein denn der TE schrieb:
Danach habe ich 8 Wochen gearbeitet. In denn ersten zwei Wochen, wurde ich physisch krank. Danach habe ich 6 Wochen gearbeitet und wurde psychisch krank und musste daher eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung für zwei Wochen einreichen.
Daraufhin wurde ich von meinem Arbeitgeber in der Probezeit gekündigt und bin noch für eine Woche krank geschrieben.
Mit der Beschäftigung von 8 Wochen (oder 6 Wochen ist etwas unklar) ist die vierwöchige Wartefrist nach Gem. § 3 EFZG erfüllt und der TE hat einen Anspruch auf Lohnfortzahlung. Eine Kündigung unterbricht diesen Anspruch auf Lohnfortzahlung in der Regel nicht.
Befinden Sie sich also bereits länger als vier Wochen in der Probezeit und haben dadurch im Krankheitsfall Anspruch auf eine Lohnfortzahlung, bleibt dieser Anspruch auch bei einer Kündigung bestehen. Findet die Kündigung in der Probezeit also aufgrund sowie während der Krankschreibung statt, hat der Arbeitnehmer bis zum Ende seiner Arbeitsunfähigkeit ein Recht auf Entgeltfortzahlung, selbst nach Ablauf der Kündigungsfrist (§8 EFZG.). Der Arbeitgeber muss also gegebenenfalls selbst nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses weiterhin eine Entgeltfortzahlung leisten, höchstens aber für sechs Wochen.
Quelle: Krank in der Probezeit?
Nach Ablauf der Lohnfortzahlung besteht ein Anspruch auf Krankengeld. Dies schließt den Bezug von aufstockenden ALG II nicht aus sowie der Bezug von Krankengeld nicht den Bezug von ALG II ausschließt. Krankengeld ist eine vorrangige Leistung und muss daher in Anspruch genommen werden so denn ein Anspruch besteht. Hier sollte man schnellstens bei der Krankenkasse aufschlagen.


Deine AUB solltest du zum JC schicken und ich würe auch den Weiterbewilligungsantrag ausfüllen.
Es gibt keine Verpflichtung eine AU beim JC abzugeben solange dies nicht durch eine Eingliederungsvereinbarung vereinbart wurde. Sollte man aufstockend ALG II benötigen sollte selbstverständlich auch der Antrag ans JC ausgefüllt werden.


2. Ist für mich die Krankenkasse aktuell überhaupt zuständig und bekomme ich jetzt Krankengeld statt Harz4, weil ich einen Nahtlosen Übergang zwischen Arbeit und Erkrankung habe, obwohl ich nur insgesamt 8 Wochen und 6 Wochen ohne gesundheitliche Unterbrechungen gearbeitet habe?
Ja ist sie und du solltest dort umgehend einen Antrag auf Krankengeld stellen. Das geht in der Regel mündlich unter Vorlage deiner Unterlagen.
3. Wer bekommt meine zukünftigen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen? (Also den Durchschlag, wo die Diagnose nicht drauf steht, Jobcenter oder alter Arbeitgeber)
Während der Lohnfortzahlung ist die AU beim Arbeitgeber und bei der Krankenkasse einzureichen. Nach der Lohnfortzahlung nur bei der Krankenkasse (spät. 7 Tagen nach Ausstellung der AU).

Nachtrag:
und bin noch für eine Woche krank geschrieben.
Solange du weiterhin krankgeschrieben bist, also evtl. auch über diese 1 Woche hinaus, bekommst du Krankengeld. Erst wenn du nicht mehr AU bist wirst du voraussichtlich komplett in ALG II fallen.
 
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