Ich verstehe nicht so ganz, wie sich ein Minijob auf den Regelsatz auswirkt und bitte um Hilfe bei der Klärung

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Buschmeister

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Hallo,

anscheinend verstehe ich etwas nicht, wie sich ein Minijob auf den Regelsatz auswirkt.
Wenn ich keinen Minijob habe und 430€ Regelsatz erhalte, sowie mir die Krankenversicherung (~200€) vom Amt bezahlt wird, habe ich quasi 430€ am Ende des Monats.

Übe ich jetzt zusätzlich zum H4 einen Minijob aus, der mir monatlich exakt 450€ Verdienst beschert, dann sind 100€ + 20% auf den Verdienst (170€) der Freibetrag.
Heißt das, dass ich dann die 170€ + den Regelsatz 430€, bei gezahlter KV erhalte, und 80% vom Minijob Verdienst, also 280€ gehen direkt an das Amt?
Oder: Mir wird die KV gezahlt und anstelle vom Regelsatz erhalte ich nur den Verdienst von 170€? Irgendwie ergibt das keinen Sinn, weil sich das ja gar nicht lohnt.

Bei einem 2. Minijob kämen dann wieder 170€ Freibetrag dazu?

EDIT:
Also ändert sich nach dem miteinberechnen des Freibetrags von 170€ auch vermutlich der Regelsatz nach unten, wegen einer neuen Bemessungsgrundlage?

Danke für Klärung.
 
Zuletzt bearbeitet:

Nena

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Der Regelsatz bleibt bei 432. Was Du ausgezahlt bekommst, hängt von Deinem bedarf ab.

Es geht nichts von Deinem Verdienst "an das Amt", Du darfst alles behalten, bist im besten Fall weniger hilfebedürftig.
Ja, Du kriegst zusätzlich zu Deinem Verdienst noch die KK bezahlt UND noch etwas ALG2 dazu.

Bei zwei Minijobs mit einem gesamteinkommen von mehr als 450 Euro hast Du keinen Minijob mehr, sondern zwei sozialversicherungspflichtige Teilzeitstellen. Die Freibetragsberechnung bleibt.
 

abcabc

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Ist doch eigentlich ganz einfach:
Es wird ganz normal dein Bedarf berechnet, bestehend aus Regelsatz +KdU und ggf. speziellem Bedarf (glutenfreie Ernährung, Schwangerschaft, usw. usf.).

Verdienst du 450€, werden davon 280€ angerechnet --> Du bekommst 280€ weniger ausgezahlt und hast folglich monatlich 170€ mehr zur Verfügung.

Es ist allerdings fraglich, ob sich das "lohnt"... Für 450€ sind bei Mindestlohn 48h Arbeit pro Monat erforderlich was 170€ ergibt --> effektiver Stundenlohn von 3,55€.
Arbeitest du jedoch nur ca 11h pro Monat, kommst du auf ca. 100€ --> effektiver Stundenlohn von 9,35€.
Rein rational betrachtet würdest du sogar bei ersterem für 37h Mehrarbeit nur 70€ mehr bekommen, was dann lächerlichen 1,90€ pro Stunde entspricht.
So lange der Staat absichtlich und vorsätzlich die ALG II Sätze viel zu niedrig ansetzt, sollte man sich gut überlegen, ob man dem JC 280€ pro Monat "schenkt" durch Arbeit...
Zumal ein weiteres Problem hinzukommt: Einen 100€ Nebenjob kannst du jederzeit kündigen - ein 450€ Job hingegen nicht, da du dadurch vorsätzlich deinen Bedarf erhöhen würdest...
 

Nena

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Oder Du rechnest anders:
Würdest Du in der Zeit, die durch Nicht-Arbeiten was "Besseres" machen? Als Leute kennen lernen, Dich beweisen, Dir einen guten Namen machen, Erfahrungen sammeln? Was sieht in Deinem Lebenslauf wohl besser aus? Was fühlt sich wohl besser an?
Geht es Dir nur ums Geld? 170 Euro sind nichts? Aber vergiss nicht, nächsten Monat wegen 5 Euro zu klagen, weil es Dir ja zusteht und Du es so nötig brauchst...
(@Buschmeister , damit meine ich NICHT Dich persönlich - aber 170 haben oder nicht sind NICHT nichts)
Und nun harre ich der bösen Bewertungen dieser meiner Meinung. Weil ich den Mehrwert der Freizeit verkenne. Oder so...)
 

Buschmeister

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@abcabc: Danke für diesen Denkanstoß. Ich würde wohl auf ca 36h/Monat kommen, also Stundenlohn von 4,7€ bei 170€ zusätzlich zum Regelsatz.

@Nena: Da gebe ich dir recht. Ein Mehrwert drückt sich nicht immer in einer Zahl aus.
Ich bin zwiegespalten, weil für die investierte Zeit von 36h für den Minijob, könnte ich an diversen Projekten weiterarbeiten, die möglicherweise hinten raus mal mehr abwerfen.
36h in eine Hilfstätigkeit stecken, die mich von meiner ehemaligen beruflichen Qualifikation überhaupt nicht fordert oder "weiter" bringt.
Allerdings hat der AG wohl in ein paar Monaten entsprechende Pläne mit mir vor, die auf meine Qualifikation abzielen. Quasi vom Tellerwäscher zum Hotelmanager und der Minijob nur als eine Art Testlauf.
Also wäre die vorerst geopferte Zeit eher für ein zukünftiges positives Verhältnis mit diesem, anstelle des miesen Stundenlohns und der vorerst scheinbaren Zeitverschwendung.
Möchte aber ungern der Esel sein, dem eine Karotte an einer Angel vorgehalten wird, oder für Tellerwäscherlohn Aufgaben eines Hotelmanagers übernehmen.
Komme mir trotzdem etwas ausgebeutet vor und in einem Kreislauf, der nie aufhört...
 

Nena

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Die Entscheidung kann Dir niemand abnehmen.
Wie erfolgversprechend sind die Projekte?
Wie lecker sieht die Möhre aus?
Kriegst Du Kontakte zu anderen Möhren-Bauern, während Du spülst?
 

Curt The Cat

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Moinsen Buschmeister ...!
Da wir hier vollständige Sätze und Fragen im Thementitel schätzen, war ich mal so frei und hab den Titel Deines Fadens dahingehend etwas angepaßt. Ich finde, so ein vollständiger Satz oder eine Frage ist immer freundlich und - soviel Zeit sollte höflicherweise schon sein. Ergänzend verweise ich auch auf die Forenregel #11
11. Themen/Threads erstellen
Beim Erstellen neuer Themen/Threads ist darauf zu achten, eine aussagefähige Überschrift zu wählen.Themen mit nichtssagenden, allgemeinen Überschriften, oder wie z.B. Alle Reinschauen!!! oder Hilfeee!!! oder Minijob Verdienst zum Regelsatz oder Ersatz?, sowie Topics mit irreführenden Angaben werden von den Moderatoren i.d.R ohne Ankündigung entfernt!
Unser TechAdmin hat sich die Mühe gemacht und den Editor für die Überschrift auf ausreichend Zeichen erweitert und zudem einen deutlichen Hinweis ...
Themen-Überschrift, bitte den Themeninhalt (nicht zu) kurz beschreiben ...
... im Texteingabefeld hinterlassen. Da passt deutlich mehr als eine kryptische Sammlung von sechs Worten und ein deplatziertes Satzzeichen rein ...

Erhellendes zum Thema findet man auch hier ... ->klick

Ich wünsche Dir weiterhin einen angenehmen Aufenthalt hier im Forum.


:icon_wink:
 

Buschmeister

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@Curt The Cat Danke!

@Nena: Schwer zu sagen. Kontakte zu anderen Möhrenbauern sind nur teilweise wahrscheinlich. Die bisherige Anbaustruktur von Möhren soll ersetzt/erweitert/verbessert werden. Dafür ist wohl eine Möhrenaufzuchtabteilung geplant, die ich dann aufbauen und als erster besetzen soll, wenn ich die durchgesickerten Pläne richtig deute.
Ein Unterschied ist, dass dieser Möhrenbauer vom Auftreten her keinen bösen/ausbeuterischen Eindruck macht und auch keiner ist, der die Möhre nur hinhält, sondern diese auch zum Essen reicht, wenn vllt. auch manchmal angeknabbert.
Deshalb schaut es auf kurze Sicht nicht lohnenswert aus, aber auf lange Sicht schon eher. Schwer einzuschätzen.
Vielleicht ist das Tellerwaschen aber nur die Bewährungsprobe?
Mein Plan ist jetzt, es für 3-6 Monate zu riskieren und schauen was passiert.
Nur 170€ mehr verrechnet allein mit den monatlichen Fahrtkosten von ~90€ ist schon happig.

Muss nur ich den Minijob dem Jobcenter mitteilen, oder macht der AG das auch irgendwohin? Durch Abfrage der Sozialversicherungsnummer bekommt das JC den Minijob eh mit?
 

Nena

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Muss nur ich den Minijob dem Jobcenter mitteilen, oder macht der AG das auch irgendwohin? Durch Abfrage der Sozialversicherungsnummer bekommt das JC den Minijob eh mit?
AG meldet Dich bei der Minijobzentrale an.
Du teilst dem JC nach Vertragsunterschrift mit, dass Du einen Minjob ab dann und dann hast (nenne ihn besser nicht 450-Euro-Job). Nee, nicht das JC das rausfinden lassen... Hättest auch null Vorteil davon.
Wird im AV eine feste Stundenzahl stehen? Oder gar ein Gehalt?
 

quinky1950

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Nur 170€ mehr verrechnet allein mit den monatlichen Fahrtkosten von ~90€ ist schon happig

Diese 90€ Kosten können teilweise den Freibetrag von 170€ erhöhen!
Warum?
WENN mehr als 400,00€ (auch als Minijob!) im Monat verdient werden, können Fahrtkosten mildernd abgesetzt werden, sofern die Gesamtkosten den Betrag von 100€ überschreiten.
Berechnung:
Ohne PKW, ohne Altersvorsorge (Riester)
90€ Fahrtkosten, 30€ Versicherungspauschale, 70€ Selbstbehalt (20% vom überschreitenden Betrag von 100€) = 190€ Gesamtfreibetrag der absetzbar ist.
mit PKW
90 + 30 + 70 Plus PKW-Haftpflicht/Monat ohne Kasko, egal!! ob PKW zur Arbeit genutzt wird oder nicht = 190 + X
mit Riester
90 + 30 + 70 Plus Riester (gesonderte Berechnung muss erfolgen, falls vorhanden = 190 + Y
mit PKW und Riester
90 + 30 + 70 + PKW + Riester = 190 + X + Y

Anmerkung:
FALLS mit PKW zur Arbeit gefahren wird, sollten Fahrtkosten gesondert gerechnet werden = einfache Entfernung x 0,20 x Arbeitstage = Fahrtkosten

Gruß
Ernie
 
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