Ich (Ü25) beende bald mein Studium und werde wohl ALG2 beantragen müssen. Habe einige Fragen zu dem Umgang mit dem Jobcenter und den Anträgen, besonders, da ich noch bei meinen Eltern wohne

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VogelimKopf

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Liebe Forenmitglieder,

ich bin schon seit einiger Zeit hier stiller Mitleser und konnte dadurch schon einige grobe „Basics“ zum Umgang mit dem Jobcenter lernen. Da ich wahrscheinlich bald selbst betroffen sein werde, sprich, ALG2 beantragen muss, habe ich mich nun angemeldet und suche den Austausch für meine künftige Situation.
Ich hoffe, dies ist der richtige Bereich, ansonsten bitte ich darum, das Thema zu verschieben.

Zu mir
Ich bin Ü25 und schließe bald mein Studium ab. Offiziell warte ich eigentlich nur noch auf das Zeugnis. Bis Ende September werde ich noch eingeschrieben sein. Da ich bis dahin wohl keinen Job finden werde, muss ich ab Oktober ALG2 beantragen. Arbeitssuchend habe ich mich bereits gemeldet, auch wenn ich nicht sicher bin, ob das nötig war.

Ich wohne noch bei meinen Eltern. Wir leben in einer Mietwohnung. Kostgeld oder dergleichen zahle ich allerdings nicht.
Bislang finanzierten meine Eltern mir das meiste. Sie wollen, verständlicherweise, jedoch nicht länger für meine Unkosten aufkommen. Meine Krankenversicherung wird steigen, sobald ich nicht mehr eingeschrieben bin, und das können/wollen meine Eltern nicht mehr übernehmen. Mein Vater geht in wenigen Jahren in Rente, meine Mutter ist Hausfrau.

Ich selbst bin psychisch leider nicht unangeschlagen. Eine offizielle Diagnose auf Papier gibt es zwar nicht, aber mein Therapeut vermutete eine mittelschwere Depression bei mir. Ich nehme derzeit Medikamente, die etwas helfen, allerdings ist meine Resilenz stark begrenzt, d.h. ich bin ängstlich, fühle mich hilflos und schnell überfordert. Ich denke zwar nicht, dass es derzeit Auswirkungen auf meine Jobsuche haben wird, aber ich weiß nicht, ob und wann sich das ändert.

Was ich hier „gelernt“ habe
Nun möchte ich nicht völlig unvorbereitet meinen Gang zum Jobcenter antreten, womit es eigentlich schon um die Frage nach dem richtigen Umgang mit diesem geht. Ich habe schon ein paar Threads gelesen und auch wenn ich mir die dazugehörenden Paragrafen, falls vorhanden, nie merken kann, habe ich den grundlegenden Tenor bei gewissen Angelegenheiten verstanden, wie

- immer einen Beistand zum Jobcenter mitnehmen,
- alles schriftlich klären oder per Fax mit qualifiziertem Sendebericht,
- keine E-Mail-Adresse und keine Telefonnummer angeben,
bei Vermittlungsvorschlägen für Jobs, die nicht gewünscht sind, wie Zeitarbeit, eine 0815-Bewerbung ohne großartigen Lebenslauf, Foto, E-Mail oder Telefonnummer verfassen und ohne Zeugnisse in einem C6-Umschlag verschicken,
- nichts unterschreiben, Eingliederungsvereinbarungen immer mit nach Hause nehmen, diese dann unendlich verhandeln und erst akzeptieren, wenn sie zu 100% den eigenen Wünschen entsprechen oder den Verwaltungsakt abwarten und dann Widerspruch einlegen,
- Dinge wie den Personalausweis nur zeigen, aber nicht aus der Hand geben und keinesfalls kopieren lassen,
- bei Maßnahmen nichts unterschreiben, warten, bis man rausgeschmissen wird.

Ich habe diese Punkte gerade alle ad hoc geschrieben, daher würde ich darum bitten, Ergänzungen hinzuzufügen oder falls ich etwas falsch verstanden habe, mir das ganze noch mal zu erläutern.

Erste Fragen zum Antrag
Ich habe mir mal den (vereinfachten) Antrag angesehen. Einige Punkte darin verunsichern mich, besonders bei den Fragen zur Wohnsituation und den Kosten der Unterkunft.

Ich wohne, wie gesagt, mit meinen Eltern zusammen. Da ich Ü25 bin, weiß ich, dass ich meine eigene Bedarfsgemeinschaft bilde. Allerdings steht im Antrag, sollte ich das Kreuz entsprechend setzen, dass ich die Anlage HG (Haushaltsgemeischaft?) ausfüllen soll.
Ich habe nun aber mal gehört, dass man dies eben nicht tun soll, da man damit eingestehen soll, aus einem Topf zu wirtschaften. Das möchte ich natürlich nicht. Ich weiß, dass meine Eltern keinerlei Auskünfte über ihr Vermögen, etc. geben müssen, da sie mit dem Jobcenter selbst nichts zu tun haben. Sie sollten mir aber am Besten schriftlich geben, dass sie mich nach meinem Studium nicht mehr finanziell unterstützen werden.
Ist die Anlage HG nun auszufüllen und/oder reicht diese schriftliche Erklärung meiner Eltern?

Ähnliches für die Kosten der Unterkunft. Ich wohne mietfrei bei meinen Eltern und ich denke, dass dies auch nach meinem Studium so sein darf. Heißt, ich benötige keine Mietkostenübernahme, nur den regulären Satz.
Ist das sinnvoll? Bzw. ist die Anlage KdU dann überhaupt vonnöten? Oder sollten meine Eltern mit mir besser einen Untermietvertrag schließen?

Ich bedanke mich schon mal im Voraus für die Antworten.
 

abcabc

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Ich bin Ü25 und schließe bald mein Studium ab. Offiziell warte ich eigentlich nur noch auf das Zeugnis.
Willkommen im Forum und Glückwunsch! Dann solltest du gute Chancen aufm Arbeitsmarkt haben (wenn die Gesundheitsprobleme im Griff sind).

Bislang finanzierten meine Eltern mir das meiste. Sie wollen, verständlicherweise, jedoch nicht länger für meine Unkosten aufkommen.
Nach dem Studium wirtschaftet ihr natürlich offiziell getrennt und deine Eltern unterstützen dich mit 0,00€.

Ich selbst bin psychisch leider nicht unangeschlagen. Eine offizielle Diagnose auf Papier gibt es zwar nicht, aber mein Therapeut vermutete eine mittelschwere Depression bei mir. Ich nehme derzeit Medikamente, die etwas helfen, allerdings ist meine Resilenz stark begrenzt, d.h. ich bin ängstlich, fühle mich hilflos und schnell überfordert. Ich denke zwar nicht, dass es derzeit Auswirkungen auf meine Jobsuche haben wird, aber ich weiß nicht, ob und wann sich das ändert.
Sinnvoll wäre es dem JC gegenüber davon NICHTS zu erzählen, bis die Leistungen genehmigt sind. Führt sonst mit etwas Pech zu unnötigem Affentheater und dem Versuch dich ans Sozialamt abzuschieben, statt dir ALG II zu genehmigen. Du kannst später immer noch jederzeit beim JC sagen, dass du Gesundheitsprobleme hast. Details gehen den SB NICHTS an. Es reicht gegenüber dem SB zu sagen (und falls daraus nichts folgt schriftlich anzugeben), dass Gesundheitseinschränkungen vorliegen. Das führt dann zu einer "Zwangsuntersuchung" durch den ärztlichen Dienst. Das Gutachten ist nur einseitig verbindlich: Das JC muss alle Einschränkungen beachten, du kannst hingegen das Gutachten komplett ignorieren und dir einen Job suchen, der mit dem Gutachten nicht kompatibel ist (und musst auch niemandem von dem Gutachten erzählen). Musst du in Ruhe überlegen, was dir mehr Vorteile bringt (Gesundheitsprobleme später angeben oder komplett "verschweigen").

Ich habe schon ein paar Threads gelesen und auch wenn ich mir die dazugehörenden Paragrafen, falls vorhanden, nie merken kann, habe ich den grundlegenden Tenor bei gewissen Angelegenheiten verstanden, wie
Du musst eigentlich nicht viel wissen. Falls man irgendwelche Unterschriften o.ä. haben will, einfach die Sachen nehmen, einstecken und sagen "Das werde ich erstmal in Ruhe zu Hause prüfen."

Allerdings steht im Antrag, sollte ich das Kreuz entsprechend setzen, dass ich die Anlage HG (Haushaltsgemeischaft?) ausfüllen soll.
Ich habe nun aber mal gehört, dass man dies eben nicht tun soll, da man damit eingestehen soll, aus einem Topf zu wirtschaften.
Man kann die Anlage HG auch so ausfüllen, dass KEINE HG besteht. ;)

Ist die Anlage HG nun auszufüllen und/oder reicht diese schriftliche Erklärung meiner Eltern?
Man kann es erstmal ohne versuchen. Dann fordert das JC die wahrscheinlich noch nach...

Ähnliches für die Kosten der Unterkunft. Ich wohne mietfrei bei meinen Eltern und ich denke, dass dies auch nach meinem Studium so sein darf. Heißt, ich benötige keine Mietkostenübernahme, nur den regulären Satz.
Keine gute Idee. Zum einen ist mietfreies Wohnen (ein starkes Indiz für) finanzielle Unterstützung (Stichwort HG). Zum anderen verschenkt ihr so viel Geld. Deine Eltern haben bislang alles für dich gezahlt, dann spricht doch nichts dagegen, wenn der Staat ihnen jetzt monatlich 200-250€ einfach so "schenkt". Müssen nur evtl. durch deine Elternversteuert werden.... Am besten eine "pauschale Kostenbeteiligung" schriftlich vereinbaren. Dann kann das JC keine Abrechnungen verlangen und ihr könnt die Pauschale relativ frei festlegen. Beim Formular HG sind die Miete der Wohnung etc. nur anzugeben falls bekannt (du kennst sie natürlich offiziell nicht).
Da der ALG II Regelsatz vorsätzlich und willkürlich zu niedrig berechnet ist (etwa 150-200€), sollte man die KdU ruhig mitnehmen, bzw. den Eltern zugute kommen lassen. ;)
 
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VogelimKopf

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Willkommen im Forum und Glückwunsch! Dann solltest du gute Chancen aufm Arbeitsmarkt haben (wenn die Gesundheitsprobleme im Griff sind).

Danke :) Ein bisschen froh bin ich über meinen Abschluss schon. Nur meine Chancen sind eher begrenzt, da mein Fach eher in die Kategorie brotlose Kunst fällt...

Das führt dann zu einer "Zwangsuntersuchung" durch den ärztlichen Dienst.

Ist der amtsärztliche Dienst nicht allgemein auf der Seite des Jocenters?
Ich trage meinen Kopf leider (noch) nicht unterm Arm, heißt, man sieht mir meine psychischen Probleme eigentlich nicht an.

Man kann die Anlage HG auch so ausfüllen, dass KEINE HG besteht. ;)

Meinst du damit, dass man in der Anlag nur das Kreuz setzen muss bei "Die unter Abschnitt 2 genannte Person zahlt keine Leistungen an die Bedarfsgemeinschaft"? Oder wie meinst du das?
Muss die Anlage eigentlich doppelt ausgefüllt werden, für jedes Elternteil?

Man kann es erstmal ohne versuchen. Dann fordert das JC die wahrscheinlich noch nach...

Die Anlage oder die schriftliche Erklärung? Entschuldigung, ich habe nur Angst etwas falsch zu machen 😅

Keine gute Idee. Zum einen ist mietfreies Wohnen (ein starkes Indiz für) finanzielle Unterstützung (Stichwort HG). Zum anderen verschenkt ihr so viel Geld. Deine Eltern haben bislang alles für dich gezahlt, dann spricht doch nichts dagegen, wenn der Staat ihnen jetzt monatlich 200-250€ einfach so "schenkt". Müssen nur evtl. durch deine Elternversteuert werden.... Am besten eine "pauschale Kostenbeteiligung" schriftlich vereinbaren. Dann kann das JC keine Abrechnungen verlangen und ihr könnt die Pauschale relativ frei festlegen. Beim Formular HG sind die Miete der Wohnung etc. nur anzugeben falls bekannt (du kennst sie natürlich offiziell nicht).
Da der ALG II Regelsatz vorsätzlich und willkürlich zu niedrig berechnet ist (etwa 150-200€), sollte man die KdU ruhig mitnehmen, bzw. den Eltern zugute kommen lassen. ;)

Ok, das stimmt schon. Ein richtiger Untermietvertrag ist das jedoch nicht, oder? Und eher etwas frei Formuliertes?
Ich verstehe das jetzt auch so, dass sich die Kostenbeteiligung frei von dem entsprechend angemessenen Mietanteil bestimmt werden kann, bzw. der angmessene Anteil nicht zuerst berechnet werden muss... Ist das richtig so?
Wir wohnen eigentlich sehr günstig, und mein Eigenanteil würde 150-200€ wohl nicht übersteigen, sollte ich reglulär Miete zahlen. Dabei habe ich die Kosten aber nur ganz grob durch drei Personen geteilt.
Wenn ich in der Anlage HG die KdU nicht angeben kann, dann muss ich die entsprechende Anlage KdU doch sicher auch nicht ausfüllen?

Vielen Dank für die bisherige Auskunft, das hilft mir schon etwas!
 

Mona Lisa

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Ist der amtsärztliche Dienst nicht allgemein auf der Seite des Jocenters?
Ich trage meinen Kopf leider (noch) nicht unterm Arm, heißt, man sieht mir meine psychischen Probleme eigentlich nicht an.
Also, bei mir (schwere psychische Krankheit und Orthopädisches) hat der ÄD Einschränkungen festgestellt, die mir vollkommen recht waren wie z.B. keine wechselnde Arbeitsstätten, also keine
ZAF´s.

Meine psychische Krankheit sieht man mir übrigens auch nur in Phasen an. Außerhalb wirke ich ganz normal.
 
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bondul

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Kennt vielleicht noch jemand Antworten ...

Ich versuche mal, dir zu helfen…

Wenn du mit deinen Eltern unter einem Dach lebst, geht es darum, dass sie dir keinerlei finanzielle Unterstützung zukommen lassen – im Gegenteil, du bildest deine eigene Bedarfsgemeinschaft (BG) im Sinne des SGB II:
Die unter Abschnitt 2 genannte Person zahlt keine Leistungen an die Bedarfsgemeinschaft.

Die HG (so meinte @abcabc das wohl?) kannst du auch umgehen, indem du einen Untermietvertrag mit deinen Eltern abschließt. Ansonsten gibst du in dem HG Formular an, inwieweit du an den (Miet+Neben)Kosten der Unterkunft beteiligt bist, das weist du dem JC dann mit einer Kostenbeteiligungsvereinbarung nach.

So weit erst mal, wird sicher noch von weiteren Teilnehmern ergänzt...

lg, bondul
 

abcabc

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Nur meine Chancen sind eher begrenzt, da mein Fach eher in die Kategorie brotlose Kunst fällt...
Falls du nichts findest: SB im Jobcenter geht immer. :p

Ist der amtsärztliche Dienst nicht allgemein auf der Seite des Jocenters?
Ich trage meinen Kopf leider (noch) nicht unterm Arm, heißt, man sieht mir meine psychischen Probleme eigentlich nicht an.
Ja, der ärztliche Dienst gehört zur Agentur für Arbeit (falls kein äD in der Region vorhanden, wird manchmal auch das Gesundheitsamt eingeschaltet in seltenen Fällen sogar private Firmen).
Du kannst jederzeit auch später dem SB sagen, dass gesundheitliche Probleme bestehen und darauf bestehen, dass der äD dich begutachtet. Für den Anfang würde ich es erstmal nicht erwähnen.

Meinst du damit, dass man in der Anlag nur das Kreuz setzen muss bei "Die unter Abschnitt 2 genannte Person zahlt keine Leistungen an die Bedarfsgemeinschaft"? Oder wie meinst du das?
Muss die Anlage eigentlich doppelt ausgefüllt werden, für jedes Elternteil?
Ja, doppelt ausfüllen für deine Mutter und deinen Vater je ein Exemplar.
Ich würde wie folgt vorgehen:
1. Deine Angaben
2. Name von Mutter/Vater
3. Durchstreichen (da niemand in deiner BG ist)
4. Die unter 2. genannte Person zahlt KEINE Leistungen an die BG (reicht ein Kreuz)
5. Die unter 2. genannte Person ist Eigentümer/Mieter der Wohnung +Monatliche Zahlung in Höhe von xxx€
Monatliche Gesamtzahlung frei lassen (du kennst sie offiziell NICHT und es ist optional)

Die Anlage oder die schriftliche Erklärung? Entschuldigung, ich habe nur Angst etwas falsch zu machen 😅
Ich meinte jetzt die Anlage HG. Mit viel Glück reicht dem JC schon die Erklärung, dass du nur ein Dach überm Kopf bekommst und ansonsten selbst für dich wirtschaftest.....

Ein richtiger Untermietvertrag ist das jedoch nicht, oder? Und eher etwas frei Formuliertes?
Ich verstehe das jetzt auch so, dass sich die Kostenbeteiligung frei von dem entsprechend angemessenen Mietanteil bestimmt werden kann, bzw. der angmessene Anteil nicht zuerst berechnet werden muss... Ist das richtig so?
Nein, eine Kostenbeteiligung, kein richtiger Mietvertrag. Das könnt ihr mehr oder weniger "willkürlich" festlegen. Es sollte aber auf keinen Fall 300€ überschreiten.... Das JC muss durch die Lösung im Vergleich zu einer eigenen Wohnung immer noch deutlich sparen.
Hier im Forum hatte mal jemand was gepostet: https://www.elo-forum.org/attachments/kbv-jpg.56626/
Vielleicht als ganz grobe Orientierung geeignet....
 

Onkel Tom

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Wir leben in einer Mietwohnung.

Also nix mit Eigentum einer Immobilie..

Müssen nur evtl. durch deine Elternversteuert werden.... Am besten eine "pauschale Kostenbeteiligung" schriftlich vereinbaren. Dann kann das JC keine Abrechnungen verlangen und ihr könnt die Pauschale relativ frei festlegen.

Und daher kein Eigentum, wird das JC den Mietvertrag sowie Heizkostenabrechnung und Wasserabrechnung
sehen wollen und die Warmmiete durch 3 Personen teilen, sprich ein drittel als KdU anteilig bewilligen..
(Das übliche halt..)

Du lebst ja auch schon länger in der Wohnung und da sehe ich keine Erfordernis von zusätzlichen
(Miet)Vereinbarungen.. Bist dort ja auch beim Einwohnermeldeamt gemeldet oder ?

Das wäre dann auch damit konform, das Dich deine Eltern nicht mehr mitfinanzieren wollen..
;)
 
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Jan_aus_W

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Ich bin Ü25 und schließe bald mein Studium ab
Willst du denn von Hotel Mana weg? Dann ehrlicher Rat: Such dir eine Wohnung solange du eingeschrieben bist.. Als "Student ggf. mit Bürgen" findet man viel einfacher eine Wohnung als mit Alg2... Ich sitze jetzt hier seit mitlerweile über einem Jahr "fest"..
Warmmiete durch 3 Personen teilen, sprich ein drittel als KdU anteilig bewilligen..
Du immer (beziehe mich auf anderes Thema) mit deiner Rechnerei... Bei mir wollte das JC weder den Mietvertrag noch die NK-Abrechnung sehen noch wurde da irgendwas durch 3 geteilt!.
Das glaube ich eher nicht, dass die eltern das versteuern müssen
Dies ist zwar kein Steuer-Forum aber da diese Konstellation (KBV bei Eltern etc.) recht oft vorkommt (gefühlt), wäre es gut das hier mal schwarz auf weiß klären..
 

Onkel Tom

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Du immer (beziehe mich auf anderes Thema) mit deiner Rechnerei... Bei mir wollte das JC weder den Mietvertrag noch die NK-Abrechnung sehen noch wurde da irgendwas durch 3 geteilt!.

Danke und Du berätst in die Richtung, das JC auf die Idee kommen könnte die KdU
genauer überprüfen zu wollen und im Nachhinein sich herausstellt, das villeicht der
Mietanteil des Antragsteller zu hoch angesetzt sein könnte ?

Na Prost Mahlzeit, wenn solch Prüfung auch noch positiv ausfallen würde..

Meine Rechnerei kommt dem "Leistungsstandard" am nächsten.. Mehr könnte in
einem Strafverfahren wegen Sozialbetrug münden.. Der Versuch ist auch strafbar.
Die Differenz entscheidet ob Betrugsversuch und ggf. das Strafmaß..

Wird anbei schuldig gesprochen, wird man diese Flecken bei SGB-Leistungsträger
so schnell ( locker 10 Jahre ) nicht mehr los und der "Ewige Grund genauerer
Überprüfung ist anhand dieser Auffälligkeit" m.E. dann auch legitim..

Fühlt sich der Staat be:poop:en, lernst Du ihn richtig kennen..

Tolle Risikoabwägungen deinerseits, was ja auch von den Dir angesprochenen Thread
hervor geht, wenn Du dich überhaupt mit Risikoabwägung befasst..
Liegt ja nicht in deiner Eigenverantwortung, falls der Schuss nach hinten los geht nööch ?


In diesem Fall handelt es sich um eine Mietwohnung und das JC sich im Verdachtsfall
auch beim Finanzamt erkundigen kann, was Vermieter an Steuern für Mietzins entrichtet..

Darauf den roten Daumen..

Du musst ja ein echt verschnarchten Leistungssachbearbeiter haben..
Wat ein Glück für dich..
 
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abcabc

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Meine Rechnerei kommt dem "Leistungsstandard" am nächsten.. Mehr könnte in
einem Strafverfahren wegen Sozialbetrug münden.. Der Versuch ist auch strafbar.
Die Differenz entscheidet ob Betrugsversuch und ggf. das Strafmaß..
Die Eltern haben die Wohnung gemietet und können frei entscheiden, ob sie ihren Sohn/Tochter oder wen auch immer darin wohnen lassen wollen (im Rahmen des Mietrechts) und wieviel sie haben wollen. Passt es dem "Kind" oder dem JC nicht, muss das JC halt eine komplette eigene Wohnung zzgl. Erstausstattung übernehmen.
Mit Betrug hat das nichts zu tun - zumal das "Kind" garnicht wissen muss, wieviel die Eltern für die Wohnung zahlen und die Eltern es auch nicht verraten müssen.
 

Onkel Tom

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Passt es dem "Kind" oder dem JC nicht, muss das JC halt eine komplette eigene Wohnung zzgl. Erstausstattung übernehmen.

Was der Hauptmieter vom Untermieter haben will, ist seine freie Entscheidung..
Habe mich auch mal darauf (noch vor H4) eingelassen..

Ergebnis : Mietvereinbarung abgelehnt und Notunterkunft in einer Schmuddelpansion,
die 3x teurer ausgefallen ist und ich 12 Quadratmeter mit einem wildfremden
Menschen teilen musste..
Nach einem Jahr wurde ich die Reue wieder los, weil ich verdammtes Glück hatte,
eine neue Wohnung zu beziehen..

Sowas gönne ich niemanden, zumal es schwer ist aus so einem Loch wieder heraus
zu kommen.. Heute um so mehr, wenn man die KdU-Höchstgrenzen im Auge hat..
 

Jan_aus_W

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Mehr könnte in
einem Strafverfahren wegen Sozialbetrug münden
Präzedenzfälle? irgendein Gesetz, das hier greifen würde?
Natürlich macht deine Rechnung Sinn und man sollte auch nicht unbedingt den höchstmöglichen Betrag aushandeln.. Den Beitrag von mir kann man auch in den falschen Hals bekommen und für als beleidigend empfundenes entschuldige ich mich.. Aber ein roter Daumen und dann die Apokalypse Sozialbetrug an die Wand malen weil man die Warmmiete nicht korrekt durch 3 teilt.. ich weiß ja nicht.. :unsure:
 

JobcenterAffe

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Du immer (beziehe mich auf anderes Thema) mit deiner Rechnerei... Bei mir wollte das JC weder den Mietvertrag noch die NK-Abrechnung sehen noch wurde da irgendwas durch 3 geteilt!.
Dies ist zwar kein Steuer-Forum aber da diese Konstellation (KBV bei Eltern etc.) recht oft vorkommt (gefühlt), wäre es gut das hier mal schwarz auf weiß klären..
Also, die Einnahmen aus der Untervermietung vom Sohn müssen die Eltern nicht versteuern, weil sie ihre eigene Miete ja nicht als "Ausgaben" steuerlich geltend machen können. Folglich ist Untermiete auch keine Einnahme bzw. Ertrag. - Die Einnahmen aus Untervermietung stellen vielmehr nur eine Aufteilung der insgesamt entstandenen Mietkosten zwischen den einzelnen Bewohnern/Parteien dar. Somit sind die Einnahmen aus der Untervermietung auch nicht steuerpflichtig.

Du immer (beziehe mich auf anderes Thema) mit deiner Rechnerei... Bei mir wollte das JC weder den Mietvertrag noch die NK-Abrechnung sehen noch wurde da irgendwas durch 3 geteilt!.
Wie handhaben die Jobcenter das dann?
 

Onkel Tom

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Präzedenzfälle ?
...

Ja, werde jedoch jetzt nicht einen Verwannten von mir verraten.. Muss heute noch jeden
Cent drei mal nachweisen, obwohl es gut 25 Jahre her ist.. (Ämterstress a la Dauerschleife)

irgendein Gesetz, das hier greifen würde ?

StGB oder Ablehnung anhand der KdU-Richtlienien.. Im Falle des Falles wird abgelehnt
und um Obdachlosigkeit zu vermeiden, gibbet diese Notunterkünfte / Pansionen..

...
Natürlich macht deine Rechnung Sinn und man sollte auch nicht unbedingt den höchstmöglichen Betrag aushandeln..
Den Beitrag von mir kann man auch in den falschen Hals bekommen und für als beleidigend empfundenes entschuldige ich mich..
...

Da hast Du gestern aber genau das Gegenteil von dem hier in rot gefärbten beratschlagt.. Und das eindeutig.
Ich habe das weder in den falschen Hals bekommen, noch fühlte ich mich beleidigt..
Ich griff nur ein, weil das Risiko auf eine Ablehnung der Mietkostenübernahme gegeben ist und dann käme
der Bock richttig fett..

In meinem damaligen Fall verlor ich das Untermietverhältnis wegen ca. 50 DM (300 statt koreckterweise
250 DM) zu viel angesetzt :( Nachkorrektur war nicht möglich, da sich das Amt dann Extraveräppelt gefühlt hätte..

...
Aber ein roter Daumen und dann die A das Risikopokalypse Sozialbetrug an die Wand malen weil man die Warmmiete nicht korrekt durch 3 teilt.. ich weiß ja nicht.. :unsure:

Gebe bitte keine Ratschläge, womit Ratsuchende so fürchterlich mit auf die Schnauze fallen können,
wie z.B. gestern und alles ist gut ;)

@Gast Tja, wenn die Eltern nix rausrücken, wird der Leistungsträger auch nix rausrücken..
Müsstest Du eigendlich als langjährige Userin wissen, das das Amt gern so reagiert..

Aber das müssen Leistungsempfänger_innen selbst entscheiden, ob sie solch Tago tanzen wollen..
 
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Onkel Tom

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Dein Gedanken zum Radikalverweigertum in alle Ehren aber hast Du rechtliche Grundlagen
dazu, das der SGB-Leistungsträger auf "blindes Vertrauen" a la ohne jeglicher Einsicht in
Belege, wie hoch die KdU ist (dauerhaft) zahlen zu müssen ?

Wenn ja, dann mal bitte her damit. :icon_pause:
 
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E

ExUser 2606

Gast
Dein Gedanken zum Radikalverweigertum in alle Ehren aber hast Du rechtliche Grundlagen
dazu, das der SGB-Leistungsträger auf "blindes Vertrauen" a la ohne jeglicher Einsicht in
Belege, wie hoch die KdU ist (dauerhaft) zahlen zu müssen ?

Wenn ja, dann mal bitte her damit. :icon_pause:
Sehr einfach; Belege, die man nicht hat, kann man nicht vorlegen, Grenzen det Mitwirkung. Kind ist kein Vertragspartner des Vermieters. Kein Anspruch auf die Unterlagen.
 

Jan_aus_W

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da sich das Amt dann Extraveräppelt gefühlt hätte
Hast du es denn überhaupt versucht? Was ist daran veräppeln, wenn man dem Vermieter sagt "Hey hör' mal ich habe das Problem, dass das JC das so nicht zahlt..."?
Gebe bitte keine Ratschläge, womit Ratsuchende so fürchterlich mit auf die Schnauze fallen können,
Dann mach du dem TE bitte keine unbegtründete Angst die dazu führt das TE dem JC noch Unangefordert Unterlagen einreicht die das JC gar nichts angehen.. Eine rationale Beteiligung festsetzen und fertig. Soll das JC doch die Ortsübliche Miete als Basis nehmen..

Also, die Einnahmen aus der Untervermietung vom Sohn müssen die Eltern nicht versteuern
Das macht Sinn. Dankeschön :)
 
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bondul

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Eine rationale Beteiligung festsetzen und fertig.

Das JC hat zu prüfen, ob ein - zivilrechtlich bindender - (Unter)Mietvertrag zu Stande gekommen ist. Sollte kein Problem darstellen, einen solchen aufzusetzen (oder eben eine KBV).

Nach "Kopfteilen“ wird nur aufgeteilt, wenn mehrere Hilfebedürftige in einer Wohnung leben, "lebt jedoch eine volljährige hilfebedürftige Person mit nichthilfebedürftigen verwandten oder verschwägerten Personen in einer Haushaltsgemeinschaft zusammen und besteht weder die Konstellation einer Bedarfsgemeinschaft nach dem SGB II noch einer Einsatzgemeinschaft nach dem SGB XII [..], setzt die Bewilligung von Leistungen für Unterkunft und Heizung tatsächliche Aufwendungen des Hilfebedürftigen voraus (vgl. BSG, Urteil v. 25.8.2011, B 8 SO 29/10 R).“

Diese Aufwendungen entstehen TE kraft Mietvertrages, das JC muss demnach (nach meiner Logik) die "angemessenen“ KdU anerkennen und auszahlen.

lg, bondul

(Ich persönlich würde mich an der Gesamtmiete der Eltern orientieren und diese "dritteln".)
 

Onkel Tom

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Soll das JC doch die Ortsübliche Miete als Basis nehmen..

Da sind wir ja wenigstens in dem Punkt einig geworden was ich mit anderen Worten
(meiner Rechnerei) in meinen Beiträgen vermitteln wollte..

Zu Angstmacherei : War nicht beabsichtigt, sondern nur Darstellung, wie das nach hinten
losgehen könnte.. Sollte m.E. auch erörtert werden, statt gleich in eine emmotional bestückter
Schublade zu stopfen.. ;)
 
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