Ich soll zum Psychologischen Dienst für einen Eignungstest zur Umschulung zur Verwaltungsfachangestellten. Wie kann ich vorgehen, wenn ich beim Test schlecht abschneide?

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Julinchen

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Hallo,

Ich arbeite im ÖD als Reinigungskraft in Teilzeit (15 Std. Woche) hatte allerdings das Glück eine Umschulung zur Kauffrau für Büromanagement machen zu können.
Während der Umschulung gab es bei mir familiäre Probleme (Tochter unter 18 Jahre Autistin, schulische Probleme). So kam es, dass ich mir schriftlich eine Einverständniserklärung der Agentur für Arbeit habe geben lassen, die US von zu Hause aus machen zu können. Die wurde bewilligt und von meiner SB persönlich unterschrieben.
Dann aber musste ich die US doch vorzeitig beenden, weil ich kein Praktikumsplatz bekommen habe.
Als Grund wurde aber von der SB zu viele Fehlzeiten angegeben, was so aber nicht stimmt, da homeoffice.

Nun möchte ich es nochmal mit einer US versuchen zur Verwaltungsfachangestellten, weil ich da bessere Chancen sehe einen Praktikumsplatz zu bekommen.
Das alles läuft über die Reha der Agentur für Arbeit bzw. JC, da ich länger krank war, psychische Belastungsstörung und ebenfalls Autistin (Asperger).

Nun hatte ich ein Telefonat mit eine SB der Agentur und die gute Frau hat mich am Telefon einfach nur fertigemacht.
Ich wäre quasi zu dumm für die Verwaltung. Da ich ja nur einen Hauptschulabschluss, einen 6 monatigen Lehrgang der IHK als geprüfte Fachkraft für Büromanagement (selbst bezahlt), hätte und das für die US nicht reichen würde.

Jetzt bin ich verunsichert und habe regelrecht Panik vor der Testung beim Psychologischem Dienst.
Wenn ich da nicht gut abschneide, bekomme ich gar nichts und muss zurück in die Reinigung, wovon ich nicht leben kann, weil nur 15 Std. Woche.

Wäre es sinnvoll einen Anwalt zu kontaktieren, wenn die erneute US abgelehnt wird?
Brauche dringend einen Rat.
 

Julinchen

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Ich vergaß zu erwähnen, daß ich bei der BfW bereits den Test für Verwaltungsfachangestellte absolviert und Bestanden habe. Mit 60 % was meine SB dann auch im grunde zu wenig findet.
 

Woodruff

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Hallo Julinchen,

Nun hatte ich ein Telefonat mit eine SB der Agentur und die gute Frau hat mich am Telefon einfach nur fertigemacht.
Ich wäre quasi zu dumm für die Verwaltung. Da ich ja nur einen Hauptschulabschluss, einen 6 monatigen Lehrgang der IHK als geprüfte Fachkraft für Büromanagement (selbst bezahlt), hätte und das für die US nicht reichen würde.
In Punkto "Hauptschulabschluss" hat Deine SB Dir Schwachsinn erzählt.

Ich habe auch nur einen Hauptschulabschluss, dennoch finanzierte mir die DRV als Kostenträger meine Umschulung. Auch bei einer psychischen Erkrankung hat man gute Chancen auf eine Umschulung.

Ich empfand die Berufliche RehaI nicht als stressig. Meine Mitschüler waren in einem Alter von 25 Jahren bis ca. 50 Jahren. Wie alt bist Du? Meine Umschulung habe ich im BFW (Berufsförderungswerk) Hamm gemacht. Dort hat es mir gut gefallen. Ich habe dort auch intern dort gewohnt, da die Tagespendelstrecke zu lang gewesen wäre.

https://bfw-hamm.de/ Beishttps://www.bfw-dortmund.de/teilnehmer/angebote/assessment/berufsfindung-fuer-psychisch-vorerkrankte.html

Weitere Beispiele für Psychisch erkankte Menschen:



Diese Stellen übernehmen deie Kosten der Umschulung:
wer-zahlt-umschulung.jpg


  • die Rentenversicherung
  • eine Berufsgenossenschaften
  • die gesetzliche Unfallversicherung (DGUV)
  • die Arbeitsagentur
  • der Berufsförderungsdienst der Bundeswehr (BFD)
  • das Jobcenter/ die ARGE
  • der Arbeitgeber
  • oder man finanziert die Umschulung selbst.
Im Folgenden finden Sie detaillierte Informationen zu all diesen Kostenträgern und wie Sie eine Umschulung durch diese finanziert bekommen. Wichtig: Wenn Sie sich an die unzuständige Stelle gewandt haben, dann hat das für Sie keine Nachteile. Leider können Sie sich aber nicht darauf verlassen, dass Anträge zum Beispiel zwischen Jobcenter und Arbeitsagentur weitergeleitet werden. Werden Sie deswegen im Zweifel selbst aktiv und stellen Sie Anträge erneut.
Quelle: https://ratgeber-umschulung.de/kostentraeger/arge-jobcenter/

Die Aussichten vom Jobcenter eine Umschulung zu bekommen sind nicht leider nicht so rosig.
Falls bei Dir auch eventuell gesundheitliche Probleme vorliegen sollten, hättest Du die besseren Karten. Wenn dann z.B. als Kostenträger die Deutsche Rentenversicherung oder andere Institutionen in Frage kommen müsstest Du Dich nicht mehr mit dem Jobcenter auseinandersetzen. Bei der DRV ist eine Mindest- Versicherungszeit die Voraussetzung. Um eine Umschulung von welchem Kostenträger auch immer zu bekommen, muss man manchmal hartnäckig bleiben und ein bisschen leidensfähig sein. Am Besten ist es sich gut zu informieren, sodass man gute Argumente bei einem Beratungsgespräch hat.

Folgende Voraussetzungen müssen Sie für einen Umschulung über das Jobcenter erfüllen:​


  1. Sie sind bereits Kunde des Jobcenters oder sind grundsätzlich leistungsberechtigt nach SGB II.
  2. Sie haben noch keine abgeschlossene Berufsausbildung, aber sind seit mehreren Jahren berufstätig (Berufserfahrung) oder
  3. Sie haben zwar eine Ausbildung abgeschlossen, finden jedoch in Ihrer Region keine Anstellung oder
  4. Sie sind zwar ausgebildet, haben aber aufgrund von Arbeitslosigkeit seit vielen Jahren nicht mehr in dem Lehrberuf gearbeitet und dadurch den Anschluss verloren.
  5. Sie sind berufstätig ohne einen Anspruch auf Leistungen nach ALG1 zu haben und können mit Ihrer aktuellen beruflichen Bildung keinen Beruf finden, der Ihnen zum Beispiel ein gesichertes Einkommen bieten kann.
Quelle: Ratgeber Umschulung - das Bildungsportal

LG
 

Julinchen

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Danke für eure Antworten.

Also der Rententräger ist bei mir raus, weil ich 1. Keine körperlichen Beschwerden habe und 2. Ich die 15 Jahre noch nicht erfüllt habe.
War auch Bereits letztes Jahr in einer Reha, habe den Antrag auf Teilhabe gestellt, der dann aus den genannten Gründen abgelehnt wurde.

Ich habe noch keine Erstausbildung, deshalb wäre eine Ausbildung von nöten, um überhaupt beruflich endlich Fußfassen zu können und da ich im ÖD einen festen Arbeitsvertrag habe, bietet sich Verwaltung gerade zu an und noch dazu gerade in Corona Zeiten.

Ich bin jetzt 41 Jahre alt und laufe bereits seit gut 1,5 Jahren einer erneuten US hinterher und musste mir am Telefon anhören das ich ja nun nicht die schlauste bin.
Meine Motivation ist kurz vorm Nullpunkt.

Deshalb will ich mich nicht mehr ärgern lassen und vielleicht schon über Anwaltliche Maßnahmen nachdenken, nur für den Fall der Fälle.
Frage ist nur, wie erfolgreich das Ganze wäre.
 

Ruhrpottmensch

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Nabend...

Ist jetzt nicht böse gemeint, aber da wird auch ein Anwalt nichts großartiges "reißen" können. Eine Umschulung über das JC gefördert zu bekommen, ist halt leider Ermessenssache und dann auch noch eine "Kann-Leistung", auf die kein grundsätzlicher Anspruch besteht.

Zumal hier auch geschildert wird, dass es offenbar schon mal eine (abgebrochene) Weiterbildung gab. Unter diesen Gesichtspunkten ist dann auch eine "Begutachtung" beim Berufspsychologischen Dienst durchaus verständlich und nachvollziehbar.

Ich denke, da wäre die Investition in einen "Rechtsbeistand" (leider) unnötig und nicht besonders erfolgversprechend.
 

BerndB

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Ich gebe es gleich zu: Ich kenne mich mit dem Jobcenter und mit REHA nicht so besonders aus.

Aber: Es gibt seit 2020 einen Rechtsanspruch auf Nachholen eines Berufsabschlusses. Und zwar fürs Jobcenter und für die AA. Und ich denke, dass dies auch für den REHA-Bereich gilt, vorausgesetzt der jeweilige Antragsteller kann mit großer Wahrscheinlichkeit die Ausbildung schaffen. Wenn du bisher zwar eine Umschulung begonnen aber nicht abgeschlossen hast, bedeutet dies zunächst, dass du nach wie vor ungelernt bist und dieser Rechtsanspruch weiter bestehen würde.
Was aber immer sein muss: Es muss die Chance bestehen, dass du die US erfolgreich abschließen kannst. Es muss ein Beruf sein, in dem auch damit gerechnet werden kann, dass die Arbeitslosigkeit beendet wird.
Wenn eine US abgebrochen wurde, wird natürlich geprüft, ob es an dir lag und ob sich das wiederholen wird. Bei dir war es aber die Tatsache, dass du keinen Praktikumsbetrieb gefunden hast. Das wird man dir kaum anlasten können. Wenn jetzt festgestellt würde, bspw. durch den Psychologen, dass du mehr für praktische Berufe geeignet bist, könnte es schwierig werden, einen theorielastigen Beruf wie im Büro gefördert zu bekommen. Dann könnte es eher richtig Ausbildung in einem praktischeren Beruf gehen. Das nur mal so. Aber ich kenne dich nicht und maße mir da auch keine Beurteilung an.

Anstellung im öffentlichen Dienst: Die Konkurrenz bei Bewerbungen könnte hier sehr groß sein. Und es stellt sich die Frage, ob dein jetziger Betrieb dich gegenüber anderen vorziehen würde. Und allgemein sieht der Arbeitsmarkt im Bürobereich (Vewaltung und Handwerk/Industrie) nicht besonders gut aus. Aber das kann dir eher deine Agentur vor Ort für deine Wohngegend sagen.

Ob bei Ablehnung durch den Psychologen ein Anwalt helfen kann, ist schwierig zu sagen. Wenn du Rechtsschutz hast, ggf. durchs Jobcenter, kann mans ja probieren. Chancen? Ein Anwalt müsste aber vermutlich ein Gegengutachten einholen. Würde evtl. bedeuten, dass du nochmals begutachtet wirst. Kenne mich da aber nicht so aus.
 

Julinchen

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Guten Morgen,

Ja das klingt nicht gerade alles rosig.

Rechtsschutz ist tatsächlich vorhanden, deshalb denke ich da gleich an einen Anwalt ;-)

Ich habe noch eine Frage.
Mein Schwager hat sich selbstständig gemacht und sucht noch eine Bürokraft.
Da er den Stundenlohn aber selbst nicht bezahlen kann, würde die Agentur das bezuschussen. Es gibt auch einen Namen dafür, der fällt mir aber gerade nicht ein.

Würde die Agentur mich unterstützen, wenn ich bei ihm angestellt werden könnte? Oder stellen die sich da auch quer, weil ich die Schwägerin bin?

Das wäre quasi mein Plan B

Und wer weiss, nach zwei drei Jahren wäre eine Externenprüfung in dem Bereich durchaus denkbar.
 

SchalkerJunge

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Eventuell kann Dich dein Schwager im Rahmen einer öffentlich geförderter Beschäftigung (16 i Stelle) einstellen.

Informiere dich mal bein Jobcenter.
 

Julinchen

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Vielleicht kann mir jemand sagen was in etwa in diesen Test vorkommen könnte?
Möchte da gern üben, gerade Mathe Aufgaben.
Damit ich wenigstens nicht als lernbehindert eingestuft werde.
 

Woodruff

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Hallo Julinchen,

Jetzt bin ich verunsichert und habe regelrecht Panik vor der Testung beim Psychologischem Dienst.
Wenn ich da nicht gut abschneide, bekomme ich gar nichts und muss zurück in die Reinigung, wovon ich nicht leben kann, weil nur 15 Std. Woche.

Leider kann ich mich nicht mehr an den Test erinnern, da die Umschulung schon so lange her ist. Nervös war ich auch, da ich unbedingt diese Umschulung machen wollte.

Vielleicht kann dieser Beitrag für Dich hilfreich sein.

Übrigens, es gibt auch Teilzeit. Umschulungen

als ein Vielzahl von Fähigkeiten, die dazu dienen, in Gesprächssituationen und Im Umgang mit Kunden, Arbeitskollegen und Vorgesetzten auf die Bedürfnissen der Beteiligten einzugehen und effektiv zu handeln. Damit sind somit persönliche Charaktereigenschaften gemeint, die im Berufsalltag und in Ausnahmesituationen am Arbeitsplatz positiv oder negativ hervortreten können.


Auf den Soziale Kompetenzen Teil des Eignungstests der Agentur für Arbeit kann man sich nicht wirklich vorbereiten, es kann jedoch hilfreich sein zu überlegen, was angemessene Reaktionen auf Situationen wie diese sein könnten:
 
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Julinchen

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Danke dir Woodruff.

Ich werd meine älteste Tochter fragen, ob sie mir Mathe Nachhilfe gibt und weiter im Netz nach mögliche Test Fragen googeln.

Teilzeit kommt für mich nicht in Frage, weil mein Sonderurlaub nicht mehr so lange dauert.
 

grün_fink

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Ich habe vor einigen Jahrzehnten mal einen Test im Arbeitsamt gemacht (das hieß damals noch so). Ob die Aufgaben heute noch so sind wie damals, weiß ich nicht. Es waren Aufgaben, wie man sie auch aus Bewerbungsratgebern kennt. In denen steht ja auch einiges über Einstellungstests drin, und die waren so ähnlich. Es ging um allgemeine Mathekenntnisse, etwa bis Klasse 10, und dann so Aufgaben mit Zahlenreihen vervollständigen.
Wenn das heute nicht mehr so ist, wird dir das sicher jemand von den Jüngeren sagen.

Vielleicht ist das mit deiner Umschulung wirklich doof gelaufen, mit dem fehlenden Praktikum. Wurden denn die Homoffice-Stunden vom Umschulungsträger der Afa überhaupt gemeldet?
 

Julinchen

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Das ist eine gute Frage.

Das ich die US laut Agentur der Arbeit von zu Hause aus mitmachen konnte, habe ich ja schriftlich und habe es auch dem Träger gezeigt. Das die genauen Zeiten nun zur AfA geschickt werden, sollte eigentlich selbstverständlich sein.

Ich hab das ehrlich gesagt aber nicht weiter verfolgt, weil das Fehlen eines Praktikumsplatzes für mich im Vordergrund stand.
Anders wäre es gewesen, wenn ich einen Platz gehabt hätte, dann hätte ich mich beschwert, notfalls mit Anwalt.
 

Julinchen

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Das Witzige ist auch, dass mir vor Beginn der US auch eine US zur Verwaltungsfachangestellte angeboten wurde, konnte mich also für Büro oder Verwaltung entscheiden.
Aufgrund meiner "Weiterbildung" entschied ich mich für das Falsche.

Wenn meine damalige SB fähig gewesen wäre, hätte sie mir gleich Verwaltung empfohlen, da es ohnehin schwierig war für Büro einen Praktikumsplatz zu bekommen, eben weil ich noch im ÖD beschäftigt war und es noch immer bin.
Firmen denken nunmal wirtschaftlich.
Und dann im Nachhinein wörtlich zu sagen:" Das war ja klar!" zeigte nur noch mehr ihre Inkompetenz.

Sorry aber bin immernoch wütend über diese ganze Sache.
 
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