Ich soll an einer halbjährigen Ein-Euro-Maßnahme teilnehmen, die aber offenbar nicht zusätzlich ist. Wie kann ich das verhindern? Wer hat Tips?

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Gelöscht65291

Gast
Ich habe letztens eine zweimonatige Maßnahme mitgemacht (Bewerbungen schreiben, Arbeitsrecht, Profiling... und der übliche Quatsch, den ich als Bürokauffrau nicht gebraucht hätte). Hatte heute mal wieder ein Gespräch beim Jobcenter. Dort wollten Sie mich zu einer halbjährlichen 1-Euro-Maßnahme verdonnern. Ehrenamt der Stadt mit richtig anspruchsvollen Aufgaben, und das für 1,20 EUR pro Stunde.

Ich zitiere mal die Aufgaben:
  • Unterstützung bei der Planung und Organisation von ehrenamtlichen Veranstaltungen z.B. Verleihung der Ehrenamtskarte, Tag des Ehrenamtes, Weihnachtsmarkt der Guten Taten (okay, geht ja nur bis August :p)
  • Erledigung des Schriftverkehrs der ehrenamtlichen Projekte im Auftrag der Projektleiter
  • Unterstützung bei der Planung und Vorbereitung von Treffen der ehrenamtlichen Gruppen
  • Telefonischer Kundenkontakt mit den Ehrenamtlichen, selbständige Bearbeitung der nachgefragten Verwaltungsvorgänge für die Projekte
  • Persönlicher Kundenkontakt, Entgegennahme von Unterlagen, Terminvergabe/Raumanfragen sowie Unterstützung bei der Erstellung von Öffentlichkeitsarbeit, Flyern
  • Aktualisierung des Internetauftritts der ehrenamtlichen Prospekte
So, wie ich das sehe, handelt es sich um reguläre Arbeit bei den Anforderungen, die tariflich entlohnt werden sollte. Daher werde ich auf jeden Fall mit Wertersatzklage drohen. Dann würde sich dieser B.llshit wenigstens lohnen. Außerdem habe ich erfahren, dass bereits andere diesen 1-Euro-Job ausgeführt haben, als ich darauf hingewiesen habe, dass dieser Job ja erstmalig für einen solchen Einsatz geschaffen werden muss. Also, gab's schon Vorgänger. Das könnte doch schon Stress geben, oder?

Habe schon gesagt, dass ich keine Unterschrift leisten würde, also auch nicht beim Träger.

Gibt's da Erfahrungswerte bei einigen von euch? Habe hier erst mal die EGV liegen. Müsste übrigens auch noch 13 km fahren.
 

Proletarier

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...
So, wie ich das sehe, handelt es sich um reguläre Arbeit bei den Anforderungen, die tariflich entlohnt werden sollte.
Ganz genau so sehe ich das auch. Auch wenn das JC hier das Ehrenamt vorschiebt, handelt es sich nicht um zusätzliche Arbeiten, sondern um originäre Aufgaben einer Bürofachkraft! Will der Träger hier reguläre Lohnkosten unter dem Deckmäntelchen der Gemeinnützigkeit sparen?
Daher werde ich auf jeden Fall mit Wertersatzklage drohen.
Ich würde es nur ansprechen bzw. andeuten. wenn die nicht ganz hinter dem Mond leben, dann werden die den Wink mit dem Zaunpfahl verstehen.
Gibt's da Erfahrungswerte bei einigen von euch? Habe hier erst mal die EGV liegen. Müsste übrigens auch noch 13 km fahren.
Wäre gut die in Gänze zu sehen. Und auch den Zuweisungsbescheid zur Maßnahme, sofern er vorliegt.
 
G

Gelöscht65291

Gast
Danke noch mal für die Formulierungen, die werde ich in meine Stellungnahme mit einarbeiten. Mit fällt auch gerade ein, dass der alte Verwaltungsakt noch bis zum 12.04.2019 gültig ist :p Kann vor Ablauf des alten Verwaltungsaktes denn überhaupt ein neuer erstellt werden oder ist das ein Formfehler?

Hier mal mein Entwurf als Antwort auf die EGV. Für Hinweise oder Ergänzungen wäre ich dankbar. Vielleicht kann es der ein oder andere ja auch gebrauchen.


Sehr geehrte..,

vielen Dank für das freundliche Gespräch am XX.XX.2019 und Ihr Angebot einer Arbeitsgelegenheit mit Mehraufwandentschädigung.

In der Eingliederungsvereinbarung vom XX.XX.2019 steht, dass eine Potentialanalyse gezeigt haben soll, dass ich einen Förder- und Unterstützungsbedarf habe. Die vorhandene Beschäftigungsfähigkeit soll durch den Erwerb beruflicher Erfahrung durch langsame Steigerung der Belastungsfähigkeit und durch eine soziale Integration weiter gesteigert werden. Dies würde die Chance auf dem Arbeitsmarkt erhöhen.

Ich denke, es hat sich während der Maßnahme XXXXXX beim Träger XXXXX, an der ich erst kürzlich vom XX.XX.2018 - XX.XX.XX teilgenommen habe, gezeigt, dass ich keine soziale Integration brauche. Ich weiß auch nicht, warum Sie annehmen, ich sei beruflich nicht entsprechend belastbar. Eine 1-Euro-Maßnahme wird meine Chancen auf dem Arbeitsmarkt nicht erhöhen, weil sie mich langfristig nicht in Arbeit bringt.

Laut der EGV sollen für 1,20 EUR pro Stunde folgende Tätigkeiten geleistet werden:
  • Unterstützung bei der Planung und Organisation von ehrenamtlichen Veranstaltungen z.B. Verleihung der Ehrenamtskarte, Tag des Ehrenamtes, Weihnachtsmarkt der Guten Taten
  • Erledigung des Schriftverkehrs der ehrenamtlichen Projekte im Auftrag der Projektleiter
  • Unterstützung bei der Planung und Vorbereitung von Treffen der ehrenamtlichen Gruppen
  • Telefonischer Kundenkontakt mit den Ehrenamtlichen, selbständige Bearbeitung der nachgefragten Verwaltungsvorgänge für die Projekte
  • Persönlicher Kundenkontakt, Entgegennahme von Unterlagen, Terminvergabe/Raumanfragen sowie Unterstützung bei der Erstellung von Öffentlichkeitsarbeit, Flyern
  • Aktualisierung des Internetauftritts der ehrenamtlichen Prospekte
Ich weise darauf hin, dass es sich hierbei nicht um Hilfsarbeiten, sondern um anspruchsvolle Aufgaben handelt, genauer gesagt, um originäre Aufgaben einer Bürofachkraft. Daher müssen diese Arbeiten auch entsprechend entlohnt werden.

1-Euro-Jobs sollen wettbewerbsneutral sein, einen zusätzlichen Charakter haben und im öffentlichen Interesse liegen. Die Tatsache, dass laut Ihrer Auskunft bereits mehrere 1-Euro-Jobber diese Stelle vor mir innehatten, spricht dafür, dass es sich hierbei um reguläre Arbeiten handelt. Offensichtlich spart der Träger hier unter dem Deckmantel der Gemeinnützigkeit erhebliche reguläre Lohnkosten. Daher verdrängt dieser 1-Euro-Job ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis.

Da ich insbesondere im Hinblick auf das Einkommen durch meine selbständige Tätigkeit keine finanziellen Vorteile für mich sehe, werde ich die EGV nicht unterzeichnen. Sollten sie mich zwangsweise per Verwaltungsakt zu dieser Tätigkeit verpflichten wollen, beantrage ich bereits jetzt einen Fahrtkostenvorschuss sowie beim Träger ebenfalls keine Unterschrift leisten zu müssen. Ich berufe mich dabei auf Art. 2 Abs. 1 unseres Grundgesetzes, der mir Vertragsfreiheit zusichert.

Eine Wertersatzklage vor dem Arbeitsgericht über das ortsübliche Tarifgehalt einer Sekretärin/Bürokauffrau pro Monat für die gesamte Dauer der Maßnahme behalte ich in einem solchen Fall ebenfalls vor.

Im übrigen darf ich darauf hinweisen, dass der aktuelle Verwaltungsakt noch bis zum 12.04.2019 gültig ist.

Mit freundlichen Grüßen
 

Merse

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In der Eingliederungsvereinbarung vom XX.XX.2019 steht, dass eine Potentialanalyse gezeigt haben soll, dass ich einen Förder- und Unterstützungsbedarf habe. Die vorhandene Beschäftigungsfähigkeit soll durch den Erwerb beruflicher Erfahrung durch langsame Steigerung der Belastungsfähigkeit und durch eine soziale Integration weiter gesteigert werden. Dies würde die Chance auf dem Arbeitsmarkt erhöhen.

Schade, dass wir das (trotz ausdrücklicher Bitte um eine EGV-Kopie) nur zwischen den Zeilen erfahren. Damit hat sich das Thema AGH doch bereits erledigt.
 

Couchhartzer

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Kann vor Ablauf des alten Verwaltungsaktes denn überhaupt ein neuer erstellt werden oder ist das ein Formfehler?
Wirklich nützliche und korrekte Antworten bekommst du voraussichtlich nur dann, wenn du die Zuweisung, den VA wie auch eine angebotene EGV hier in anonymisierter Form hochlädst und zeigst (wie dir zumindest schon bzgl. der Zuweisung bereits in Beitrag #2 deutlich nachlesbar geraten wurde).
Solange du das nicht machst wird es rein spekulatives Glaskugellesen sein, was du hier bestenfalls erwarten könntest und du wirst weiterhin im Nebel stochern müssen, mit der Gefahr dass dabei Fehler passieren. ;)
 

Merse

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Vorhandene Chancen auf dem Arbeitsmarkt sollen erhöht werden. Beschäftigungsfähigkeit ist ebenfalls vorhanden. Wie passt das zu der Aussage, dass eine AGH erforderlich ist? Eine AGH ist für Leute, die keinerlei Chance mehr auf dem Arbeitsmarkt haben. Wenn du uns den VA nicht zeigen möchtest, verrate uns zumindest, ob darin etwas zu Bewerbungen steht. Werden evtl sogar Eigenbemühungen gefordert?
 
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Gelöscht65291

Gast
@Merse So, im Anhang mal die anonymisierte EGV. Verwaltungsakt wird wohl auch irgendwann kommen, wenn ich nicht unterschreibe.

Nur nochmal auf Merses Frage, ob Eigenbemühungen bei meinen Bewerbungen gefordert wurde, ich bewerbe mich immer schon vor mir aus. Daher hatte ich noch nie eine Mindestzahl an Bewerbungen in einer EGV oder Verwaltungsakt stehen.
 

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Couchhartzer

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Gelöscht65291

Gast
Der aktuell gültige Verwaltungsakt spielt jetzt erstmal keine Rolle. Es sollte in der Zeit bis zum 12.04.2019 eine Maßnahme abgeschlossen werden, die ich zwischenzeitlich beendet habe. Trotzdem ist er meiner Meinung nach noch gültig.

Also gut, weil's gewünscht wird, hier der aktuell noch gültige Verwaltungsakt bis zum 12.04.2019. Hatte ich noch eingescannt auf dem PC. Wie gesagt, die darin erwähnte Maßnahme wurde von mir abgeschlossen.
 

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Couchhartzer

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Ist doch schon eine Stunde online
Das, was du online gestellt hast ist definitiv kein ordnungsgemäßer formal korrekter Verwaltungsakt, sondern eine lediglich eine Zuweisung zur Maßnahme.

Es war aber von deiner Seite aus deutlich nachlesbar (siehe Zitat deiner Schilderung in Beitrag #6) die Rede von einem VA der auch noch als Ersatz einer EGV existent sein soll (oder du hast es falsch bzw. unklar geschildert).
 
E

ExitUser 55598

Gast
Ich habe mir den EGV VA jetzt angeguckt, wo steht denn da wie lange das gültig ist? Ich konnte die Gültigkeitsdauer nicht finden....
Hast du die Maßnahme echt mitgemacht? Schon in der EGV VA konnte ich viele Angriffpunkte finden um die abzuwehren...

Nunja, hast du denn schon eine Zuweisung bekommen zu dem 1 Euro JOB?
 

0zymandias

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[Für alle Fälle: Abkürzungswörterbuch]

Der EGVA enthält keine Aufhebungsklausel und könnte von daher noch gültig sein, auch bei Abschluss einer EGV bzw. Erlass
eines neuen EGVAs.

Seine RFB ist nicht gültig, da sie sich auf eine Pflichtverletzung aus dem Jahre 208 bezieht. Das ist übrigens das Jahr, in dem das
Limeskastell von Aalen erneuert wurde.

Bei der AGH fehlt wie üblich alles, außer der Rechtswidrigkeit.

Die zeitliche Verteilung wird dem MT überlassen, woraus die Zusätzlichkeit nicht mehr garantiert ist und zu bezweifeln ist, denn
hier kann und soll (!) nach Bedarf eingesetzt werden.

Der MT und das bürgermeisterliche Büro (Optionskommune) scheinen recht eng verbunden zu sein, wie man anhand der MT-Bezeichnung
(Stadt xxxx, Dienst yyyy) und den Tätigkeiten (Ehrenamt-Dies und Ehrenamt-Das) vermuten kann.
Das müsstest Du selber checken, da Du die Daten hast.
Sollte dem so sein, wäre ein Interessenkonflikt unvermeidbar und die Ausführung einer hoheitlichen Aufgabe unmöglich.
Wenn das Büro jemanden für sich arbeiten lassen kann, auch mittelbar, dürften die Elo-Interessen erheblich aus dem Fokus geraten.

Die EGV enthält eine Ankreuz-Passage, was unzulässig ist, da eine EGV bzw. der ersetzende VA die Eingliederungsleistungen und
-Bemühungen bestimmen soll. Ein Multiple-Choice-Format ist damit ausgeschlossen.

Die EGV hat eine sechsmonatige Gültigkeit und legt mit der AGH eine Regelung fest, die diesen zeitlichen Rahmen überschreitet.

Es fehlt die Bestimmung von Beschäftigungsfähigkeit, Arbeitsfähigkeit und sozialer Integration nach dem Ist-Zustand, dem Soll-Zustand
und dem Wege der "Verbesserung".
Es fehlt die Rechtsgrundlage für den behördlichen Eingriff in die soziale Integration - in welchem SGB ist die Rechtsnorm enthalten, die
meinen Freundeskreis und dessen Enge in die Verwaltungshoheit überführt?

Im Falle eines VA fehlte damit die inhaltliche und rechtliche Begründung, die den Behördenwahnsinn bewogen haben.

Damit fehlt auch ein Integrationskonzept und die Ermessensbegründung würde auch fehlen.

Bei den genannten Tätigkeiten in der AGH fehlt es an der Zusätzlichkeit, denn z. B. telefonische oder persönliche Kontakttätigkeiten
sind nicht zwei Jahre oder länger aufschiebbar.

Nachtrag: Mit der EGV wird dem MT Sanktionsgewalt in der Festlegung eines Vorstellungsgesprächs eingeräumt, was nicht zulässig ist.

Noch 'n Nachtrag: Die RFB der EGV dürfte auch unzulässig sein, denn die Belehrung muss unabhängig vom Kenntnisstand und Willen
des Elos richtig erfolgen und unterliegt hierin nicht der Einschätzung durch den Elo. Letzteres und eine Willenserklärung wird aber durch
die eigene Unterschrift abgefordert.
Es dürfte
 
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G

Gelöscht65291

Gast
Ich habe mir den EGV VA jetzt angeguckt, wo steht denn da wie lange das gültig ist? Ich konnte die Gültigkeitsdauer nicht finden....
Hast du die Maßnahme echt mitgemacht? Schon in der EGV VA konnte ich viele Angriffpunkte finden um die abzuwehren...
Gültigkeit war vom 13. November 2018 bis zum 12. April 2019.

So viele Angriffspunkte gab's anscheinend nicht. Zumindest sah es das Sozialgericht durchaus als geeignet an, mich wieder ins Arbeitsleben einzugliedern. Ich hab' sie mal gemacht, weil es nur halbtags war, für 8 Wochen. Menschlich war das durchaus okay, kann man nicht anders sagen. Sie haben einem auch keine Arbeitsstellen aufgezwungen. Lernen konnte ich allerdings nicht allzu viel. Interessant war allerdings, was einige der sogenannten "Dozenten" so erzählt haben. Einer war mal Arbeitsvermittler - als jemand, der aus der freien Wirtschaft kam. Was der so erzählt hat - vor allem, wie einige Beamte mit den Arbeitslosen umgehen - war hochinteressant.


Nunja, hast du denn schon eine Zuweisung bekommen zu dem 1 Euro JOB?
Hatte heute erst das Gespräch und sollte die EGV mitnehmen und es mir überlegen. Hab' gesagt: "Kann ich machen, aber ich glaube nicht, dass ich das unterschreibe." Dann hieß es: "Wenn Sie das nicht unterschrieben zurückschicken, kommt es als Verwaltungsakt." Ich dann: "Auch der Träger bekommt keine Unterschrift."

[Für alle Fälle: Abkürzungswörterbuch]

Bei der AGH fehlt wie üblich alles, außer der Rechtswidrigkeit.
Hab' ich mir schon gedacht, dass es zulässig ist.

Die zeitliche Verteilung wird dem MT überlassen, woraus die Zusätzlichkeit nicht mehr garantiert ist und zu bezweifeln ist, denn
hier kann und soll (!) nach Bedarf eingesetzt werden.
Danke für den Hinweis. Arbeitszeiten in diesem Büro sind von 8.00 Uhr bis 15.00 Uhr. Man soll anscheinend flexibel sein, für eine Handvoll Euro...

Der MT und das bürgermeisterliche Büro (Optionskommune) scheinen recht eng verbunden zu sein, wie man anhand der MT-Bezeichnung
(Stadt xxxx, Dienst yyyy) und den Tätigkeiten (Ehrenamt-Dies und Ehrenamt-Das) vermuten kann.
Das müsstest Du selber checken, da Du die Daten hast.
Sollte dem so sein, wäre ein Interessenkonflikt unvermeidbar und die Ausführung einer hoheitlichen Aufgabe unmöglich.
Wenn das Büro jemanden für sich arbeiten lassen kann, auch mittelbar, dürften die Elo-Interessen erheblich aus dem Fokus geraten.
Das gehört alles zur Stadt. Ich habe vor Jahren (2006) mal für ein halbes Jahr einen 1-Euro-Job gemacht, auch in Stadtbüros. Dann wurde mir ein Job versprochen. Versprechen wurde aber nicht eingehalten. Eine Beschwerde beim damaligen Bürgermeister brachte auch nichts. Ob es sich bei der Engagementförderung (hauptsächlich die Verpflichtung von ehrenamtlich arbeitenden Bürgern) um eine hoheitliche Aufgabe handelt, kann ich nicht beurteilen.


Die EGV hat eine sechsmonatige Gültigkeit und legt mit der AGH eine Regelung fest, die diesen zeitlichen Rahmen überschreitet.
Das ist mir auch aufgefallen, aber darauf weise ich die Sachbearbeiterin mal nicht hin in der Hoffnung, dass sie im bevorstehenden Verwaltungsakt denselben Fehler macht.

Es fehlt die Bestimmung von Beschäftigungsfähigkeit, Arbeitsfähigkeit und sozialer Integration nach dem Ist-Zustand, dem Soll-Zustand und dem Wege der "Verbesserung".
Es fehlt die Rechtsgrundlage für den behördlichen Eingriff in die soziale Integration - in welchem SGB ist die Rechtsnorm enthalten, die meinen Freundeskreis und dessen Enge in die Verwaltungshoheit überführt? Im Falle eines VA fehlte damit die inhaltliche und rechtliche Begründung, die den Behördenwahnsinn bewogen haben. Damit fehlt auch ein Integrationskonzept und die Ermessensbegründung würde auch fehlen.
Tja, ich fand das mit der sozialen Integration auch seltsam, dachte aber, dass sie damit die berufliche Wiedereingliederung in den Arbeitsalltag mit Kollegen meinte? Wer weiß das schon so genau...

Bei den genannten Tätigkeiten in der AGH fehlt es an der Zusätzlichkeit, denn z. B. telefonische oder persönliche Kontakttätigkeiten sind nicht zwei Jahre oder länger aufschiebbar.
Wieso zwei Jahre aufschiebbar? Falls die EGV fortgeschrieben werden soll? Soweit mir bekannt ist, geht das höchstens für anderthalb Jahre.

Mit der EGV wird dem MT Sanktionsgewalt in der Festlegung eines Vorstellungsgesprächs eingeräumt, was nicht zulässig ist.
Ich nehme an, du meinst den Abschnitt auf der zweiten Seite der mit "Der Tag des Maßnahmebeginns bzw. der Arbeitsaufnahme wird mit dem/der Geschäftsstellenleiter/in in einem Kennenlernentermin festgelegt" ... usw.

Die RFB der EGV dürfte auch unzulässig sein, denn die Belehrung muss unabhängig vom Kenntnisstand und Willen des Elos richtig erfolgen und unterliegt hierin nicht der Einschätzung durch den Elo. Letzteres und eine Willenserklärung wird aber durch die eigene Unterschrift abgefordert.
Es dürfte
Da weiß ich jetzt nicht, was damit gemeint ist.

Ich habe auch gerade gesehen, dass überhaupt keine Fahrtkosten gezahlt werden. Die habe ich wenigstens bei meiner letzten Maßnahme noch bekommen, und zwar direkt vom Träger bar auf die Kralle :D In der EGV steht, dass die Mehraufwandsentschädigung anfallende Mehrkosten abdeckt. Soll man etwa von den 100 Euro auch noch die Hälfte Fahrtkosten bezahlen? Die haben sie ja nicht alle...
 
G

Gelöscht65291

Gast
@Kerstin_K

Danke, das war mir so nicht bekannt. Ich werde das dann noch in mein Schreiben mit einarbeiten.

Meine neue Sachbearbeiterin ist noch jung, im schlimmsten Fall auch noch besonders ehrgeizig, aber die hellste Birne im Kronleuchter scheint sie mir nicht zu sein. Könnte sich als Vorteil erweisen.

Ich habe vor langer Zeit (2006) mal selbst die Erfahrung gemacht, dass man als 1-Euro-Jobber keine verantwortungsvollen Tätigkeiten machen darf. Wurde mir vorher alles versprochen, aber die Leiterin des Stadtbüros hatte keine Ahnung. Es kam ziemlich schnell die Anweisung von oben, dass es so nicht machbar ist, was dazu führte, dass ich nur noch Hilfsarbeiten ausführen durfte. Ich wurde dann an andere Büros der Stadt und der Stadtwerke weitergereicht, einmal mit dem Versprechen, dass daraus ein Halbtagsjob werden könnte. Teilweise war das Personal auch krank oder sie hatten einfach keine Lust (angeblich keine Zeit), die Ablage selbst zu erledigen. Nach einem halben Jahr habe ich das Ganze dann mit einer Krankschreibung beendet.

Daher würde ich das im ersten Gespräch - sollte es dazu kommen - auch ansprechen, dass es wahrscheinlich im Rahmen eines 1-Euro-Jobs zu Problemen kommen kann, wenn man die Arbeiten verrichten soll, die die anderen auch machen, weil man dann mit den Kollegen gleichgestellt wäre, und das auch im Lohn. ;) Ich sehe es auch als vollwertigen Bürojob. Daher gehe ich davon aus, dass die ganze Geschichte von vornherein zum Scheitern verurteilt ist. Zumindest denke ich, dass in einem solchen Fall - noch dazu, wenn diesen Job schon andere vor mir gemacht haben - dem Jobcenter vor Gericht gehörig der NoNo aufgerissen werden müsste. :p
 
G

Gelöscht65291

Gast
Was du in einem EEJ machen sollst, H( genau in der Zuweisung zu stehen. Das hat nicht der Träger zu entscheiden.

Ja, das hatte ich verstanden. Ich habe mich ja auch auf die Tätigkeiten in der jetzigen EGV bezogen. Wie es damals vor 13 Jahren war, kann ich jetzt nicht mehr sagen. Ich weiß noch nicht mal mehr, ob ich etwas unterschreiben musste. Wahrscheinlich wird im Verwaltungsakt nichts anderes stehen. Das werde ich im Hinterkopf behalten, falls vom Träger noch andere Arbeiten vorgeschlagen werden, die das Jobcenter nicht im Bescheid festgelegt hat.

Und wie gesagt, ich habe nicht vor, dieses Mal wieder mitzuspielen. Meine Arbeitskraft werde ich natürlich anbieten, weil ich es muss. Irgendwo habe ich mal beim "Aufgewachten" auf der Internetseite gelesen, dass man ruhig erwähnen kann, dass man vom Jobcenter unter Androhung von Sanktionen dazu verpflichtet werden soll.

Ich kenne die Leiterin des Büros für Engagementförderung übrigens persönlich, weil ich vor ca. 10 Jahren auch mal für ein Jahr ehrenamtliche Integrationslotsin war. Da hat man sich alle zwei Monate mal getroffen, es war also kein Job. Die Frau ist wirklich sehr nett, mit der kann man ja mal "ganz offen" reden. ;)

Kennt eigentlich jemand Hartz4Widerspruch (Rightsmart) in Bremen? Dort soll man angeblich Bescheide prüfen lassen können. Die sollen da sehr gut sein. Ich weiß aber nicht, ob die Bewertungen im Internet gefaked sind. Und einen Beratungshilfeschein wollen sie anscheinend auch. Das hieße wieder zum Amtsgericht und darum betteln, wenn der Bescheid da ist...

Ich hatte eigentlich vor, meine Entscheidung wie oben eingestellt schriftlich mitzuteilen, damit ich einen Verwaltungsakt von vornherein verhindere, aber ich glaube, das Jobcenter ist in der Beziehung schmerzfrei. Mittlerweile frage ich mich deshalb, ob ich die Zeit nicht einfach verstreichen lassen und den Verwaltungsakt abwarten soll, um mir den Text für den Widerspruch aufzuheben. Sollte der VA so ausfallen wie die EGV, dürfte er mit der Tätigkeitsbeschreibung keinen Bestand haben. Wenn ich meine Stellungnahme schon vor dem VA abschicke, werden die Tätigkeiten vielleicht im Verwaltungsakt minimiert und es wäre dann schwieriger, dagegen anzugehen.

Hach ja, als ob man nichts anderes zu tun hätte, als sich darüber Gedanken zu machen, was nun die bessere Taktik ist...

Sollte ich die E-Mail absenden, bevor der VA erstellt wird, könnte ich ja auch dem Träger eine blind copy senden, wenn ich böse wäre... :devilish:
 

Diplomjodler

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Natürlich wollen sie einen Beratungshilfeschein, denn irgendwer muss ja deren Arbeitszeit bezahlen, und da du das momentan wohl kaum persönlich kannst, muss da jemand anderes einspringen...

Such dir mal bei Google zu der Firma die Bewertung von "Otto Pudelwohl" heraus, das dürfte ziemlich der Realität entsprechen. Das ist juristische Akkordarbeit, wie das auf mich wirkt... ich würde mir lieber einen gescheiten Anwalt mit Schwerpunkt im Sozialrecht suchen.
 
G

Gelöscht65291

Gast
Natürlich wollen sie einen Beratungshilfeschein, denn irgendwer muss ja deren Arbeitszeit bezahlen, und da du das momentan wohl kaum persönlich kannst, muss da jemand anderes einspringen...

Ist richtig. Wollte auch schon mal in den VdK, aber habe da auch nichts Positives gelesen. Mein Vater ist da Mitglied, und sie haben ihm damals bei seiner Frührente sehr geholfen. Aber meistens sind nur ältere Leute in diesem "Sozialverein". Und ein wesentlicher Nachteil ist, dass man dann keine Prozesskostenhilfe mehr bekommt.

Such dir mal bei Google zu der Firma die Bewertung von "Otto Pudelwohl" heraus, das dürfte ziemlich der Realität entsprechen. Das ist juristische Akkordarbeit, wie das auf mich wirkt... ich würde mir lieber einen gescheiten Anwalt mit Schwerpunkt im Sozialrecht suchen.

Den Otto habe ich jetzt nicht gefunden, aber andere Bewertungen, die genau das auch bestätigen. Telefonisch kommt man nicht durch, scheint wie im Callcenter zu sein. Jedes Mal kümmert sich ein anderer um die Angelegenheit. Ich meine, die hätten auch einen YouTube-Kanal, auf dem sie immer werben. Man muss aber auch sagen, dass der Großteil der Bewertung sehr gut ist. Die negativen Bewertungen lassen häufig durchblicken, dass die Arbeitslosen in punkto Unterlagenübermittlung nicht richtig mitgearbeitet haben. Das konnte man vielfach anhand der Antworten von Rightsmart sehen. Aber danke für die Einschätzung.
 
E

ExUser 2606

Gast
Beim VDK kommt sehr auf die Berater vor Ort an. Wenn die keine Ahnung haben, dann kannst Du es vergessen.

Bei Rightsmart könnene sie Textbausteune zusammenklicken, ds kann man auch selber machen, dafür braucht man keinen Anwalt.
 
G

Gelöscht65291

Gast
Habe jetzt die Zuweisung zu dieser Maßnahme als Verwaltungsakt bekommen. Genau mit derselben Tätigkeitsbeschreibung, also vollwertiger Bürojob. Hab's nochmal meinem Anwalt geschickt, aber ich habe immer das Gefühl, die Anwälte setzen sich nicht genug ein, weil die Gebühren so niedrig sind. Es sind 13 km Fahrweg bis zur Engagementförderung. Ist das überhaupt zumutbar für einen 1-Euro-Job? Bei einem normalen Job ganz klar okay, aber bei so einem Pipi-Lohn bzw. Aufwandsentschädigung?

Selbst wenn man ALGII als Entgelt mit einbezieht, sind das bei 1,20 EUR pro Stunde insgesamt 10,- EUR Stundenlohn netto. Das wäre eindeutig unterbezahlt. Allein der Mindestlohn liegt ja schon bei 9,19 EUR. Man braucht ja auch noch Arbeitskleidung, kann ja schlecht nackt dahin gehen, oder? Habe ja schon einen Fahrtkostenvorschuss gefordert und Wertersatzklage androht. Juckt die beim Jobcenter überhaupt nicht. Die sind da total schmerzfrei.

Ich frage mich jetzt, wie man da sanktionslos rauskommen soll. Mir droht eine 60%ige Sanktion, wenn ich nicht hingehe. Krankschreibung wäre auch nur ein kurzfristiger Aufschub. Außerdem gehe ich nicht so gerne zum Hausarzt und bettle um einen Krankenschein. Dabei müsste ich noch nicht mal was erfinden. Aufregung hat man ja mit diesem Pack schon mehr als genug. Wahrscheinlich muss man beim "Kennenlerntermin" auch noch aufpassen, was man sagt, damit es einem hinterher nicht negativ oder im schlimmsten Fall noch als Verweigerung ausgelegt werden kann. Alternativ dazu könnte man sich natürlich auch sehr wortkarg geben. Bei meinem Glück geht's wahrscheinlich auch noch ohne Unterschrift. Ob noch andere Teilnehmer zur Auswahl stehen, kann ich nicht sagen.

Vor allem soll diese Maßnahme von der Aufsichtsbehörde geprüft und genehmigt worden sein. Wer genehmigt sowas?

Bringt ein Antrag auf aufschiebende Wirkung beim Sozialgericht etwas? Oder muss man erst sanktioniert werden, bevor die was tun? Ich halte die ganze Maßnahme mindestens für teilrechtswidrig.
 

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