Ich muss einen Weiterbewilligungsantrag stellen und möchte gerne wissen, was statt eines Mietvertrages sinnvoll sein könnte.

Rapunzeline

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Liebe Mitforisten,

ich möchte einen Weiterbewilligungsantrag stellen und möchte gerne wissen, was statt eines Mietvertrages sinnvoll sein könnte. Kurz zu meinem Problem: Ich wohne zur Miete bei einer engen Verwandten. Die Warmmiete beträgt 190,00 Euro. Es handelt sich um keine in sich abgeschlossene Wohnung, das heißt es gibt keine separate Wasseruhr etc. Der Kern des Hauses ist von 1948 und die Ölheizung im Unterhalt recht teuer. Wenn man alles berücksichtigt, sind diese 190,00 Euro sehr positiv zu meinen Gunsten gerechnet. Nun befürchte ich, dass meine Verwandte die in Rente ist, im nächsten Jahr steuerpflichtig werden könnte. Meine 190,00 Euro werden ja als Mieteinnahmen gewertet, obwohl der Großteil der Miete für die Nebenkosten verwendet wird und ihr Steuerabzug wäre dann weitaus höher als die 190,00 Euro Miete. Für den Mietvertrag haben wir uns entschlossen, weil ich zur damaligen Zeit noch nicht wusste, dass es Möglichkeiten wie z.B. einer Hausgemeinschaft als Alternative gibt. Ich möchte nicht, das meine Verwandte wegen mir steuerpflichtig wird und möchte am liebsten, dass wir den Mietvertrag kündigen.

Außerdem wird mein Bruder einziehen, der letzten Monat arbeitslos geworden ist, er bekommt aber ALG I. Ich werde ein Zimmer abgeben und wir müssen uns neu arrangieren.

Was genau müsste ich dem JC mitteilen? Z.B. Kündigung des Mietvertrages, muss ich um Erlaubnis bitten bei einem Umzug im gleichen Haus etc.? Ist die Abgabe eines Zimmers ein Umzug?

Generell wirtschaften wir alle getrennt und ich möchte die 190,00 Euro auch gerne weiterhin für die Nebenkosten beisteuern.

Über Vorschläge würde ich mich sehr freuen.

Rapunzeline
 
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ZynHH

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Wenn sich deine Anschrift nicht ändert, ziehst du auch nicht um. Ich würde dem JC keine Änderungsmitteilung machen.
 

Rapunzeline

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Hallo @ela1953 ,

das habe ich mir gedacht. Jedoch ist im Mietvertrag nicht aufgeführt, wie hoch die Nebenkosten sind. Die können ja nur geschätzt werden.

Im Prinzip möchte ich gerne das Mietverhältnis in eine Kostenbeteiligungsvereinbarung umwandeln. Meine Verwandte und ich sind damit einverstanden. Nur weiß ich nicht genau, wie ich das genau anstellen soll.
 
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Atze Knorke

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Hallo Rapunzeline,

soweit ich gelesen habe, betrifft das 3 Personen:
1. engere Verwandte
2. Bruder - ALG I
3. deine Wenigkeit

Die Kerne des Mietproblems sind eine veraltete Heizung mit Öl (Kostenexplosion) und keine in sich abge-
schlossene Wohnung in dem Haus (1948).

In dieser 'temporären WG' sollten die Verhältnisse mal m²-mäßig berechnet werden, wieviel jeder als Person
beansprucht und dabei die Nebenkosten nicht außer Acht lassen. Es müssen Hinweise auf tatsächliche Zahlung der Pauschale für Nebenkosten und der Miete dem Amt erkennbar sein (Kontoauszug).

Im Gegensatz zu einer Bedarfs- oder Haushaltsgemeinschaft stehen Personen/Mitglieder einer WG (Wohngemeinschaft) jedoch nicht füreinander ein oder tragen gegenseitige Verantwortung.

Gründung einer WG soll so ebenfalls abgesichert sein, dass der Großteil der Kosten aller WG-Mitglieder
anteilig gleich viel Miete übernehmen & bezahlen kann.

Es geht eigentlich nur noch darum, dass einerseits beim AfA/Jobcenter man als Einzelperson geführt wird
und auch so die Leistungen beziehen kann.

Die Umwandlung in eine Kostenbeteiligungsvereinbarung ist daher nicht so einfach zu realisieren, wenn
man vom Amt in Abhängigkeit steht.

Steuerrechtlich ist es jedoch wichtig, eine Kaltmiete ausweisen und zusätzlich die Nebenkostenpauschale.
Das ist zwar mehr an Aufwand, dennoch bei steigenden Preisen (z. B. Energiepreise) anpassbar.
Das hat den Vorteil, dann die Nebenkosten auf Grund einer Quadratmeterberechnung als Ausgaben ab
zusetzen. Eine Pauschalmiete lässt das aber nicht zu.

Guter Rat ist wieder mal teuer, eine rechtsanwaltliche Beratung könnte Licht ins komplexe Dunkel bringen.
 
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Rapunzeline

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Hallo @Atze Knorke,

die Verwandte ist meine Mutter und sie bekommt das Geld von mir in bar. Außerdem ist sie der Eigentümer des Hauses. Auf den Kontoauszügen ist das ersichtlich. Sie ist schon älter und nicht mehr ganz gesund. Eine Besteuerung möchte ich ihr in Zukunft ersparen. Ich habe mich im Forum ein wenig umgesehen. Könnte solch eine Vereinbarung funktionieren:

Kostenbeteiligungsvereinbarung

Zwischen

Rapunzeline

und

[Eltern]

wird für die Dauer, die xx im Haushalt von [Mutter] wohnt, Nachfolgendes vereinbart.

1. xx zahlt monatlich die auf sie anteilig nach Personenzahl (Kopfteilprinzip) entfallenden Kosten der Unterkunft als Pauschale.
Mit dieser Pauschale sind alle diesbezüglichen Forderungen abgegolten.

Die Zahlung erfolgt monatlich bis zum 3. des Monats in Bar gegen Quittung.

2. xx zahlt die Kosten für seine eigenen Nahrungsmittel/Verbrauchsmittel selbst.


Ort, Datum

Unterschrift xx

Unterschrift [Eltern]


Ela1953 hat in einem anderen Faden auch von einem Vertrag über die Nebenkosten geschrieben. Wäre das Beispiel oben richtig. Und die 190,00 Euro müssen auch nicht auf Biegen und Brechen beibehalten werden, ich würde 150,00 Euro angeben. Erscheint euch das für das JC angemessen? Den Rest werde ich bei meiner Mutter abarbeiten. :)

Ich möchte nicht, dass meine Mutter dafür büßen muss, nur weil ich keine Arbeit habe.
 
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ela1953

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Da ihr eine Wohngemeinschaft seid, ist die pro Kopf Verteilung das einfachste.
Da die Gesamtnebenkosten bekannt sind, werden die auf 2 oder dann 3 Personen aufgeteilt und nicht nach Quadratmetern.
Bei der Kaltmiete gibt es einen Freibetrag und man kann was absetzen. Oft sind gar keine Steuern fällig.Ich hatte das mal vor ein paar Jahren recherchiert, weil mir das JC das mit den Steuern angedroht hatte.
Genaueres, aktuelles müsstest du mal nachlesen.
 

Atze Knorke

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Rapunzeline, es gibt zivilrechtliche als auch steuerrechtliche Belange zu beachten.
Dein Text-Vorschlag ist in sich zu kurz gehalten und etwas naiv;

Wie hoch belaufen sich die monatlichen Kosten für das Haus, Heizung, Wasser,
Strom, Instandhaltung etc. bei laufenden Preissteigerungen? Gesamtberechnung?

Die Zahlung einer Pauschalmiete inkl. Nebenkosten und Steuerrecht tun sich im Wege
stehen und jeder Fall ist eben doch anders gelagert.

Nochmal: Ausweisung von Kaltmiete und der 'Nebenkostenpauschale'.

190€ (Mietanteil) - 150€ (Mietreduzierung) = 40€ Nebenkostenpauschale für Heizung, Wasser, Strom?

Und in 'bar' - was ist dann auf deinem Kontoauszug für das Amt nachweislich ersichtlich?

Evtl. könnte das hilfreich sein:

Da ihr eine Wohngemeinschaft seid, ist die pro Kopf Verteilung das einfachste.
Da die Gesamtnebenkosten bekannt sind, werden die auf 2 oder dann 3 Personen aufgeteilt und nicht nach Quadratmetern.
Bei der Kaltmiete gibt es einen Freibetrag und man kann was absetzen. Oft sind gar keine Steuern fällig.Ich hatte das mal vor ein paar Jahren recherchiert, weil mir das JC das mit den Steuern angedroht hatte.
Genaueres, aktuelles müsstest du mal nachlesen.

Wo bitte genaueres & aktuelles ela1953, um deinen Hinweis nachzugehen?
 

Rapunzeline

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Ich danke euch! Die Kostenbeteiligungsvereinbarung oben ist nur ein Beispiel hier aus dem Forum. Ich habe die nur schnell reinkopiert. Und in der Kostenbeteiligungsvereinbarung würde ich nur insgesamt z.B. 150,00 Euro als Nebenkosten angeben. Meiner Mutter gebe ich das Geld bar und natürlich kann sie mir schriftlich bestätigen, dass sie das Geld bekommen hat. Die genauen Beträge sind auch nicht so wichtig, denn meine Mutter ist froh, dass ich bei ihr wohne und sie erachtet 150,00-190,00 Euro als ausreichend. Nur kann ich diese Betrag nicht aus dem Regelsatz bezahlen. (Ein Hinweis, ein voller Öltank kostet etwa 2000,00 Euro)
 
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Rapunzeline

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Wie hoch belaufen sich die monatlichen Kosten für das Haus, Heizung, Wasser,
Strom, Instandhaltung etc. bei laufenden Preissteigerungen? Gesamtberechnung?
Meine Mutter ist 73 Jahre alt und hat mit solchen Dingen keine Erfahrungen. Sie lässt ein arbeitsloses Kind für eine geringe Beteiligung bei sich wohnen. Sie wollte mir einen Gefallen tun.

Instandhaltungen sind ja nicht immer regelmäßig nötig, das schwankt und man hofft immer, dass in einem alten Haus nichts kaputt geht.
Beitrag wurde automatisch zusammengeführt:

Mir hatte damals der Gockel geholfen. Ich weiß aber jetzt nicht mehr die Frei- und Absetzbeträge.
Quellenangaben anhand von links kann ich immer noch nicht forumgerecht.
Noch ist sie ja nicht steuerpflichtig.
 

Atze Knorke

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Ich danke euch! Die Kostenbeteiligungsvereinbarung oben ist nur ein Beispiel hier aus dem Forum. Ich habe die nur schnell reinkopiert. Und in der Kostenbeteiligungsvereinbarung würde ich nur insgesamt z.B. 150,00 Euro als Nebenkosten angeben. Meiner Mutter gebe ich das Geld bar und natürlich kann sie mir schriftlich bestätigen, dass sie das Geld bekommen hat. Die genauen Beträge sind auch nicht so wichtig, denn meine Mutter ist froh, dass ich bei ihr wohne und sie erachtet 150,00-190,00 Euro als ausreichend. Nur kann ich diese Betrag nicht aus dem Regelsatz bezahlen. (Ein Hinweis, ein voller Öltank kostet etwa 2000,00 Euro)
Rapunzeline, dass ist empathisch und lobenswert! Nur ich habe das SGB II nicht erfunden.
Das Amt ist stets im Sparsamkeitsmodus und in der Verweigerungsstrategie.

Steuerrelevant ist eine Kostenbeteiligung nicht, aber die Vermietung schon.

Relevante Nachweise, die das Amt zur Aufforderung deiner Mitwirkungspflichten vollziehen kann:
Gesamtlasten, die das Haus deiner Mutter betreffen z. B.:
Grundsteuerbescheid, Schornsteinfeger, Abfall, Wohngebäudeversicherung, Heizungswartung,
Wasser, Abwasser, Straßenreinigung, sonstige Umlagen.

Letztendlich kommt vermutlich noch die Amts-Nachfrage nach dem Ausfüllen einer Mieterbescheinigung
auf, ist ja auch immer wieder Thema.

Die genaue Vorgehensweise sei klug durchdacht & gehandt habt, damit man nicht vom Regen in
die Traufe gelangt.
 

Rapunzeline

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Lieber @Atze Knorke ,

ja, ich weiß. :)

Die Nachweise sind ja vorhanden. Bedenken habe ich eher derart, dass das JC die Nebenkosten als zu hoch einstufen könnte. Wobei im Sinne der Sparsamkeit eine vergleichbare Wohnung im Rhein-Main-Gebiet kein Schnäppchen ist.

Tja, jetzt bin ich ratlos. Aber erstmal vielen Dank!
 

Helga40

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Meinst du jetzt die tatsächlich anfallenden, auf Monat und Personenanzahl heruntergebrochenen Nebenkosten oder die 150 bzw. 190 Euro, die du pauschal bezahlst und weiterbezahlen willst, obwohl bald noch eine dritte (oder vierte?) Person einzieht?
 

Rapunzeline

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Nein, ich meine nur meine Nebenkosten. Erscheinen dir diese für das JC angemessen? Das Haus ist alt, ungedämmt, die Fenster sind von 1972 und hat eine Ölheizung. Wenn ich die tatsächlichen Kosten im Kopf überschlage, müssten die tatsächlichen Nebenkosten höher sein. Falls mein Bruder die Tage doch noch eine Arbeit findet, wird er nicht einziehen. Zieht er ein, erhöhen sich natürlich auch die anteiligen Nebenkosten. Er wird dann im Keller wohnen und benötigt ein weiteres Zimmer als Arbeitszimmer, deshalb würde ich ein Zimmer abtreten.

Ich möchte mich in keinster weise bereichern, nur einen Teil beitragen. Vielleicht sitze ich auch auf dem Schlauch oder drücke mich ungeschickt aus.

Es sind zur Zeit 2 Personen im Haus, mit Bruder wären es 3. Ich habe hier im Forum dieses Muster gefunden, wäre das eine Möglichkeit?
 

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Helga40

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Also ich wohne in einem Fachwerkhaus Baujahr 1910, 2 Etagen, 1 Dachboden, unterkellert. Eine Etage Schwiegermutter, 2. Etage mein Mann und ich, Dachboden (ausgebaut) unser 24jähriger Sohn. Wenn ich die Bescheide für Wasser, Müll, Abwasser, Heizungswartung, Grundsteuer, Gebäudeversicherung, Schornsteinfeger etc. nehme und die teilweise nur vierteljährlichen/2-monatigen oder gar halbjährlichen Abschläge nehme, komme ich garantiert nicht auf 380 Euro (2 x 190 Euro, wenn deine Mutter genauso viel Nebenkosten zahlt) im Monat.

Warum machst du dir nicht mal die Mühe und rechnest die tatsächlichen Kosten aus?
 

Rapunzeline

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Liebe Helga40,

vielen Dank für Deine Antwort.

Bitte entschuldige, mir ist ein Denkfehler unterlaufen. Ich meinte Heizkosten und Nebenkosten zusammen 190,00 Euro. Aber ich werde Deinen Rat befolgen und alles zusammenrechnen.

Lieben Dank!
 
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franzi

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Wenn deine Mutter vermietet, muss sie auch eine Steuererklärung machen und die Mieteinahmen angeben.
Möglicherweise ist das bisher nicht erfolgt, da sie das Geld bar auf die Hand bekommt.
Mir erscheint auch die Miete, angesichts der Höhe der tatsächlichen Nebenkosten viel zu niedrig. (Sorry, wenn ich das so ausdrücke).
Die reinen Mieteinnahmen, die sich dann für deine Mutter ergeben, wären dann deutlich unter der ortsüblichen Miete.
Das kann zu steuerlichen Nachteilen für deine Mutter führen.

 

Rapunzeline

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Hallo @franzi ;

meine Mutter ist in Rente und liegt noch unter dem Grundfreibetrag. Einen Mietspiegel gibt es bei uns nicht. Aber das kann sich ja noch ändern und auch der Grundfreibetrag könnte sich ändern. So wie die Dinge gerade in unserem Land laufen, gehe ich nicht davon aus, dass es besser wird.

Deshalb auch mein Gedanke einer Kostenbeteiligungsvereinbarung.
 
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