Ich möchte unbedingt einen 1€ Job machen. Habe ich einen Anspruch darauf? (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

Georg1975

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Hallo miteinander,

man liest ja des öfteren dass HE einen 1€ Job machen sollen, und dann nachfragen, ob sie hierzu verpflichtet sind.

Bei mir ist es umgekehrt, ich möchte unbedingt einen 1€ Job machen, da ich ein halbes Jahr überbrücken will, und während diesem halben Jahr möglichst Ruhe vom JC haben möchte (muss man trotzdem Bewerbungen schreiben wenn man einen 1€ Job macht?).

Die neue SB möchte/muss mich so schnell wie möglich im ersten Arbeitsmarkt unterkriegen, ich habe vor kurzem eine Umschulung abgeschlossen, "wir haben viel Geld in Sie investiert" muss ich mir neuerdings ständig anhören.

Nach einigen Schicksalsschlägen muss ich erst noch ein paar Großbaustellen in meinem Privatleben in Angriff nehmen. Ich habe einen Träger gefunden, bei dem ich für 4 Stunden am Tag eine lockere Tätigkeit machen könnte, da hätte ich noch genug Zeit um nebenher meine Probleme zu lösen. Einer Tätigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt bin ich derzeit einfach seelisch nicht gewachsen. Den ganzen Tag zu Hause herumsitzen möchte ich aber auch nicht, ich möchte etwas sinnvolles machen. Diese Tätigkeit wäre im sozialen Bereich

Im Januar dürfte der nächste Termin im JC anstehen, wie könnte ich am besten argumentieren, um den 1€ Job machen zu dürfen, oder gibt es gar einen Anspruch hierauf?
 

Gollum1964

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Bei mir ist es umgekehrt, ich möchte unbedingt einen 1€ Job machen, da ich ein halbes Jahr überbrücken will, und während diesem halben Jahr möglichst Ruhe vom JC haben möchte (muss man trotzdem Bewerbungen schreiben wenn man einen 1€ Job macht?).
Hallo Georg,

wieso möchtest du einen EEJ machen?
Wieso nicht eher einen 450 EUR-Job, der dir finanziell mehr einbringt bei weniger Arbeitsstunden? Die sind nicht ganz so schwer zu finden, ein guter Einstieg und schützen dich meist auch vor übertriebener Betreuung.

Ich vermute du wirst eher weniger Antworten erhalten im Forum, da du indirekt durch dein Gratisangebot normal entlohnte Arbeitsplätze verdrängst. Das wird von vielen (auch meine Wenigkeit) nicht gerne gesehen.

Ich schätze auch in diesem speziellen Fall, dass deine SB dich nicht mit Bewerbungen in Ruhe lässt, zumal dir (was garantiert nicht selbstverständlich ist unter ALG2) eine Umschulung finanziert wurde. Anders läge der Fall, falls du zwangszugewiesen wärst. Dann hätte sich SB entscheiden müssen, entweder AGH oder Vermittlungsvorschläge. Aber in diesem Fall nicht und das ist auch gut so.
 
Zuletzt bearbeitet:

Curt The Cat

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Moinsen Georg1975 und willkommen hier ...!

Ich war mal so frei und hab' den Titel Deines Fadens etwas abgerundet. Ein ganzer Satz oder eine vollständige Frage ist immer freundlich und - soviel Zeit sollte sein - ergänzend verweise ich auch auf die Forenregel #11
11. Themen/Threads erstellen
Beim Erstellen neuer Themen/Threads ist darauf zu achten, eine aussagekräftige Überschrift zu wählen. Themen mit nichtssagenden, allgemeinen Überschriften, oder wie z.B. Alle Reinschauen!!! oder Hilfeee!!! oder Anspruch auf Ein-Euro-Job?, sowie Topics mit irreführenden Angaben werden von den Moderatoren i.d.R ohne Ankündigung entfernt!
Unser TechAdmin hat sich die Mühe gemacht und den Editor für die Überschrift auf ausreichend Zeichen erweitert und mit einem expliziten Hinweis versehen. Da passt deutlich mehr als ein bis drei Worte rein ...

Erhellendes zum Thema findet man auch hier ... ->klick

Ich wünsche Dir weiterhin einen angenehmen Aufenthalt hier im Forum.


:icon_wink:
 

Pauer

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Hast du deine SB einfach mal gefragt, ob sie dich in eine AGH unterbringen könnte?
Hat sie das bereits abgelehnt?

So wie ich deinen Post verstehe, hast du die SB noch nicht darauf angesprochen, oder?
 

Georg1975

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- Minijob entbindet laut EGV nicht von Bewerbungsbemühungen um eine SV-pflichtige Tätigkeit
- durch diesen 1€ Job geht kein regulärer Arbeitsplatz verloren. Das mag die Ausnahme sein, aber in diesem speziellen Fall ist es so
- Umschulungen und selbst Fachwirt-Weiterbildungen für ALG II-Empfänger werden in meiner Stadt seit 2015 fast immer ohne Probleme gewährt

....wieso möchtest du einen EEJ machen?.....
Wüsste nicht, wie ich es noch ausführlicher erklären könnte. :icon_kinn:
 

0zymandias

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Es gibt keinen Rechtsanspruch auf eine Arbeitsgelegenheit (AGH).

Eine Bewerbungspflicht während einer AGH würde mit § 2 SGB II kollidieren, da hiernach eine Erwerbstätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt in absehbarer Zeit nicht möglich sein kann.

Sollte das halbe Jahr in einer Festanstellung enden, wäre das auch ein Argument gegen eine AGH.
 

Georg1975

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Hast du deine SB einfach mal gefragt, ob sie dich in eine AGH unterbringen könnte?
Hat sie das bereits abgelehnt?

So wie ich deinen Post verstehe, hast du die SB noch nicht darauf angesprochen, oder?
Jedes mal wenn ich zum JC gehe, sitzt da eine neue SB. Ich glaube, die haben mittlerweile nur noch Halbjahresverträge. Die jetzige ist noch jung, hochmotiviert und voller Ideale, was sich aber erfahrungsgemäß schnell legen dürfte. :D

Ich werde sie beim nächsten Termin darauf ansprechen, möchte mich aber natürlich vorab informieren, um mir eine Gesprächststrategie zurechtlegen zu können.
 

HartzVerdient

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Eine AGH muss auch gewissen Anforderungen genügen.

Sie muss "wettbewerbsneutral" sein, Sie muss "im öffentlichen Interesse" stehen. Sie muss "zusätzlich'" sein. Weiterhin ist eine AGH eine nachrangige Angelegenheit, da bei dir die Vermittlung in den ersten Arbeitsmarkt Vorrang hat.

Mit anderen Worten: Rechtlich gesehen gibt es nichts "sinnvolles" was man in einer AGH - rein rechtlich - machen kann/darf, da es vermutlich die o.g. Anforderungen widerspricht.

Was konkret wäre das denn, was du da im sozialen Bereich machen würdest ?
 

Nena

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Du denkst wirklich, 40 Wochenstunden erzwungene Langeweile geben Dir Kraft, um Probleme zu lösen? Das ist Dir lieber als 2-3 Bewerbungen (maximal!) zu schreiben (plus - vielleicht - 1 JC-Besuch/Monat)?
 

Georg1975

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Das mit dem 1 EUR Job hab ich mir inzwischen aus dem Kopf geschlagen. War ne Schnapsidee. :redface:

Wie ist es mit BFD 27+, angenommen ich finde eine Stelle, kann mir SBchen das verbieten, da ich dann ja nicht mehr dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stünde?
 

atasteofbunny

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Für einen BFD brauchst du keine Erlaubnis des Jobcenters, du suchst dir die Stelle, teilst es dem SB mit und gut. Ich habe auch mal BFD 27+ gemacht, es gab keine Probleme mit dem Jobcenter. War allerdings nicht einfach, überhaupt eine passende Stelle zu finden.
 

Gaddezwerg

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Wie ist es mit BFD 27+, angenommen ich finde eine Stelle, kann mir SBchen das verbieten, da ich dann ja nicht mehr dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stünde?
Folgendes findet sich dazu auf der offiziellen Bundesfreiwilligen Homepage Hartz 4 - ALG 2

Hartz 4 Bezieher können den BFD leisten
Bezieher von ALG 2 (Arbeitslosengeld 2) können am Bundesfreiwilligendienst teilnehmen, jedenfalls vom Grundsatz her. Der Bezug von Hartz 4 ist somit kein generelles Ausschlusskriterium. Die Arbeitslosengeld II/Sozialgeld-Verordnung (ALG-2-V) wurde mit dem Gesetzes zur Einführung eines Bundesfreiwilligendienstes angepasst.
§ 1 Abs. 7 Arbeitslosengeld 2/Sozialgeld-Verordnung (ALG-2-V ) sieht vor, dass ein Teilnehmer am BFD von seinem Taschengeld 200 Euro als nicht auf die Hartz 4 Leistung anrechenbaren Zuverdienst behalten darf. Entsprechendes gilt für das FSJ bzw. FÖJ. Die 200 Euro Taschengel werden also nicht auf das Arbeitslosengeld II angerechnet. Damit will der Gesetzgeber die Motivation von ALG-2-Beziehern, an einem BFD teilzunehmen, stärken.
Darüber hinaus bestimmt § 11b Absatz 1 Satz 1 Nummer 3 SGB II i.V.m. § 6 der ALG II-V, dass ein volljähriger Hartz 4 Bezieher vom Einkommen in der Regel 30 Euro monatlich für die Beiträge zu privaten Versicherungen sowie ggf.Beiträge zur Kfz-Haftpflichtversicherung vom Zuverdienst absetzen kann. Gleiches gilt für notwendige Ausgaben wie zum Beispiel Fahrtkosten. (Eine Quittungsvorlage ist dann erforderlich.)
Da das Gesetz also die beiden Freiwilligendienste FSJ/FÖJ auf der einen und BFD auf der anderen Seite gleich behandeln will, ist die Teilnahme an einem Bundesfreiwilligendienst wie die Teilnahme an einem Jugendfreiwilligendienst als wichtiger persönlicher Grund i.S.d. § 10 Absatz 1 Nummer 5 SGB II anzusehen, der der Ausübung einer Arbeit entgegensteht. Folglich ist der Bezieher von Arbeitslosengeld II, der am Bundesfreiwilligendienst teilnimmt, in dieser Zeit nicht verpflichtet eine Arbeit aufzunehmen.
 
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