Ich möchte meiner Untermieterin kündigen, übernimmt das Jobcenter die zu hohe Miete? Wie muss ich vorgehen?

Besucher und registrierte Nutzer in diesem Thema...

kwiekatze

Neu hier...
Startbeitrag
Mitglied seit
21 August 2020
Beiträge
7
Bewertungen
0
Hallo zusammen,

ich bin Hauptmieterin einer 3-Zimmerwohnung und beziehe seit längerem ALG II. Vor ein paar Jahren wurde ich vom JC aufgefordert die Mietkosten zu senken, weshalb ich seitdem ein Zimmer untervermiete.

Nun möchte ich meiner Mitbewohnerin zum Ende des Monats kündigen, Auszug wäre dann der 30. April. Nach Möglichkeit würde ich erstmal keinen neuen Nachmieter reinholen und alleine in der Wohnung bleiben, dann wäre die Miete laut Vorgabe des Leistungsträgers wieder zu hoch.

Wie muss ich nun vorgehen, damit die höhere Miete (und auch Heizkosten) zumindest übergangsweise vom JC übernommen werden? Reicht dafür einfach eine Veränderungsmitteilung und die aktualisierten KdU? Gilt da je früher desto besser oder sollte ich einen zeitlichen Rahmen beachten? Für mich ist wichtig, dass bis zum Auszug der Untermieterin alles geregelt ist und ich nicht in Verzug mit der Miete komme. Und macht es bei dem ganzen einen Unterschied, ob meine Mitbewohnerin oder ich das Untermietverhältnis beende?

Auf lange Sicht möchte ich aus der Wohnung ausziehen (ab Herbst 2021), alleine kann ich sie nicht halten und das WG-Leben empfinde ich in dieser Wohnung als sehr belastend. Vorausgesetzt das JC übernimmt ab 30.4. die zu hohen KdU - gehe ich richtig in der Annahme, dass ich 6 Monate danach wieder zur Senkung der Unterkunftskosten aufgefordert werde? Oder passiert das schon sobald ich die Veränderung mitteile?

Ich bin aktuell sehr unsicher mit diesem ganzen Thema und hoffe ihr könnt mir helfen.

Danke! :)
kwiekatze
 

Curt The Cat

Redaktion
Mitglied seit
18 Juni 2005
Beiträge
8.008
Bewertungen
10.694

Moderation Themenüberschrift:

Hallo @kwiekatze und willkommen hier ... ,

Ich möchte dir Forenregel 11 in Erinnerung bringen, immer eine aussagekräftige Überschrift für neue Themen zu erstellen.
Ein ganzer Satz oder eine vollständige Frage, die sich auch auf den Inhalt deines Erstpostings, bzw. dein Anliegen bezieht, soviel Zeit sollte sein.
Ergänzend verlinke ich auf Forenregel #11 und den Hinweis der Administration dazu...

Um dein Thema wieder allgemein für weitere Antworten zu öffnen, kannst du rechts oben, über deinem Beitrag, in dem 3 Punkte Menü "Deine Themenüberschrift bearbeiten" wählen und selbige aussagekräftiger gestalten.
Danach informiere bitte hier im verlinkten Forum einen Moderator
dass das Thema wieder geöffnet werden kann.

Wir bitten zukünftig um Beachtung und wünschen dir weiterhin einen angenehmen und hilfreichen Aufenthalt im Forum.

Auszug Untermieter - zu hohe KdU
 

abcabc

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
30 Oktober 2019
Beiträge
2.823
Bewertungen
6.653
Hallo und willkommen im Forum.

Und macht es bei dem ganzen einen Unterschied, ob meine Mitbewohnerin oder ich das Untermietverhältnis beende?
Ja, das ist ein riesen Unterschied, ob du ihr kündigst und damit deine Hilfsbedürftigkeit erhöhst, oder ob sie kündigt und dann vollkommen "unverschuldet" wieder eine höhere KdU anfällt. Wäre sie denn bereit offiziell zu kündigen (schriftlich)?
Falls du kündigst, müsstest du einen wichtigen und anerkannten Grund haben, den du im Zweifel auch nachweisen kannst. Dein Grund "fühle mich alleine besser" zählt nicht als wichtiger Grund. Bei Körperverletzung, Bedrohung, Kammerjägereinsätze aufgrund von gammligen Lebensmitteln in ihrem Zimmer, etc. pp. müsste das JC es als wichtigen Grund anerkennen.

Wie muss ich nun vorgehen, damit die höhere Miete (und auch Heizkosten) zumindest übergangsweise vom JC übernommen werden?
Sobald sie gekündigt hat dem JC eine Änderungsmitteilung schriftlich und nachweisbar einreichen.

gehe ich richtig in der Annahme, dass ich 6 Monate danach wieder zur Senkung der Unterkunftskosten aufgefordert werde? Oder passiert das schon sobald ich die Veränderung mitteile?
Das kann sofort nach der Kündigung passieren. Da du jetzt schon einige Jahre die Untermieterhin hast, gilt die alte Aufforderung zur Kostensenkung m.M.n. nicht mehr. Wobei eine Aufforderung zur Kostensenkung nur bedeutet, dass du aktiv nach einer angemessenen Wohnung suchen musst. Das musst du unbedingt gerichtsfest dokumentieren (Zeitungsanzeigen ausschneiden und abheften, Online Wohnungsanzeigen Screenshots abspeichern, Liste anlegen, Wo/Wann/Wie du Kontakt aufgenommen hast mit Ergebnis der Anfrage,....). Gelingt es dir trotz nachweislicher Bemühungen nicht die Kosten zu senken, muss das JC auch weiterhin die volle Miete zahlen. Kommt aber öfter vor, dass erst ein Richter am SG dem JC die Rechtslage in Form eines Urteils erklären muss....
 
Zuletzt bearbeitet:

mucel

Elo-User*in
Mitglied seit
26 November 2020
Beiträge
222
Bewertungen
435
Nun möchte ich meiner Mitbewohnerin zum Ende des Monats kündigen, Auszug wäre dann der 30. April. Nach Möglichkeit würde ich erstmal keinen neuen Nachmieter reinholen und alleine in der Wohnung bleiben, dann wäre die Miete laut Vorgabe des Leistungsträgers wieder zu hoch.
Wenn du kein berechtigtes Interesse bzgl. der Kündigung hast kann der Auszug durchaus auch erst am 31. Juli sein. Kommt halt auf die individuellen Verhältnisse (u.a. möbliert/unmöbliert) an.

 

kwiekatze

Neu hier...
Startbeitrag
Mitglied seit
21 August 2020
Beiträge
7
Bewertungen
0
@abcabc Danke für deine Antwort, damit bin ich schon um einiges schlauer.

Sie hat zwar selbst den Wunsch auszuziehen und sucht aktiv nach Wohnungen, hat bisher aber noch nichts von einer Kündigung erwähnt. Denke, dass sie sich das ein bisschen offen lassen möchte. Ich muss dazu sagen, dass unser Verhältnis seit über einem Jahr sehr angespannt ist. Ich bin chronisch krank und habe von Anfang an sehr offen kommuniziert, was wichtig für mich ist und dass ich eine ruhige, zuverlässige Mitbewohnerin suche, hab einfach keine Ressourcen für wildes Lotter-WG-Leben. Anfangs hat es super geklappt, aber durch Veränderung ihrer Lebensumstände (Ende der Ausbildung, kurzzeitige Arbeitslosigkeit) ist sie ein bisschen abgedreht. Tägliche Gelage mit Freunden in der Küche bis spät in die Nacht, Konsum von harten Drogen hier in der Wohnung, keine Beteiligung am Putzplan, usw. Gespräche sind immer ins Leere gelaufen. Corona hat sie etwas gebremst, aber auch das birgt jede Menge Zündstoff. Sie sieht die Kontaktbeschränkungen nicht so eng, geht auf größere Geburtstagsfeiern, lädt mehrere Freunde ein. Versuche ruhig und konstruktiv mit ihr zu reden, enden meistens in wüsten Beschimpfungen ihrerseits. Das letzte Mal vor zwei Wochen, seitdem ist Funkstille. Ich hab mittlerweile keine Kraft mehr mich mit ihr auseinander zu setzen und empfinde des Zusammenleben wie gesagt als große Belastung. Mit meiner Kündigung wollte ich sicherstellen, dass es ein festes Datum gibt, wann der Zirkus hier ein Ende hat. Ist die Frage, ob das JC das als Begründung akzeptiert oder ob es nicht einfacher wäre meine Mitbewohnerin zur schriftlichen Kündigung zu bewegen?

Als ich damals die erste Aufforderung zur Kostensenkung vom JC bekam, war ich überhaupt nicht in der Lage mich um irgendwas zu kümmern. Ich war da schon krank und zusätzlich psychisch ziemlich angeschlagen. Das habe ich dem JC ausführlich und belegbar mitgeteilt und man hat mir nochmal eine Frist von 12 Monaten gewährt. Sie lassen also mit sich reden, aber darauf verlassen will ich mich irgendwie nicht, auch weil es immer mit Stress und Rechtfertigungen verbunden ist.

Darf das JC eigentlich vorgeben, auf welche Weise ich meine KdU senke? Es gibt drei Optionen: 1. Ich finde eine günstigere Wohnung für mich alleine, 2. Ich gründe eine WG mit einem Bekannten - wir würden uns gemeinsam eine neue Wohnung suchen, ich wäre Untermieterin 3. Ich nehme einen neuen Untermieter auf.
Bei einem Umzug nach Aufforderung kann man ja bestimmte Kosten geltend machen. Könnte das JC deshalb auf Option 3 pochen, weil das die günstigste ist?

Viel Text, mir fällts super schwer alles wichtige zu erwähnen und zu fragen und mich dabei kurz zu halten. 🙈 Danke schonmal an jeden, der sich die Zeit nimmt sich alles durchzulesen.

kwiekatze
 

abcabc

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
30 Oktober 2019
Beiträge
2.823
Bewertungen
6.653
Ist die Frage, ob das JC das als Begründung akzeptiert oder ob es nicht einfacher wäre meine Mitbewohnerin zur schriftlichen Kündigung zu bewegen?
Es wäre die beste Lösung, wenn sie kündigt. Dann kann dir das JC keinerlei Probleme machen. Wenn du ihr kündigst, wirst du erst hinterher erfahren, ob das JC problemlos die höheren Kosten übernimmt oder entscheidet: Die Kosten wurden grob fahrlässig oder vorsätzlich erhöht --> bleibt weiterhin bei den bisherigen Kosten und es dein Problem, wo die Differenz herkommt.

Darf das JC eigentlich vorgeben, auf welche Weise ich meine KdU senke?
Könnte das JC deshalb auf Option 3 pochen, weil das die günstigste ist?
Nein, so lange deine neue Unterkunft die örtlichen Richtlinien nicht überschreitet, muss die neue Unterkunft genehmigt werden. Da hat das JC garkeine andere Wahl (wenn es dich vorher zur Kostensenkung aufgefordert hat). Findest du über google, wie groß und teuer die neue Wohnung/WG-Zimmer oder was auch immer sein wird, in deiner Stadt sein darf.
 

Helga40

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
30 Dezember 2010
Beiträge
9.109
Bewertungen
9.586
Es wäre die beste Lösung, wenn sie kündigt. Dann kann dir das JC keinerlei Probleme machen. Wenn du ihr kündigst wirst du erst hinterher erfahren, ob das JC problemlos die höheren Kosten übernimmt oder entscheidet: Die Kosten wurden grob fahrlässig oder vorsätzlich erhöht --> bleibt weiterhin bei den bisherigen Kosten und es dein Problem, wo die Differenz herkommt.

Das ist in dem Fall egal. Die Untermieterin war aufgrund einer Kostensenkungsaufforderung des JC. Hier wurde die risikoreiche Untervermietung gewählt. Dass sie jetzt auszieht, ändert nichts. Mit der damaligen Kostensenkungsaufforderung wurde die TE in Kenntnis gesetzt, dass ab Stichtag X nur noch soundsoviel Miete übernommen wird. Das besteht fort. Das JC muss jetzt nicht dafür einspringen, dass die TE zur Kostensenkung die Untervermietung anstelle eines Umzugs gewählt hat.
 

Kerstin_K

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
11 Juni 2006
Beiträge
26.122
Bewertungen
28.583
Nein,dasJC darf nicht vorgeben, auf welche Weise du die Kosten der Unterkunft senkst.

Ganz ehrlich, spätestens beim Konsum von harten Drogen wäre ei mir Ende im Gelände gewesen.
 

kwiekatze

Neu hier...
Startbeitrag
Mitglied seit
21 August 2020
Beiträge
7
Bewertungen
0
Das ist in dem Fall egal. Die Untermieterin war aufgrund einer Kostensenkungsaufforderung des JC. Hier wurde die risikoreiche Untervermietung gewählt. Dass sie jetzt auszieht, ändert nichts. Mit der damaligen Kostensenkungsaufforderung wurde die TE in Kenntnis gesetzt, dass ab Stichtag X nur noch soundsoviel Miete übernommen wird. Das besteht fort. Das JC muss jetzt nicht dafür einspringen, dass die TE zur Kostensenkung die Untervermietung anstelle eines Umzugs gewählt hat.

Heißt, sobald sich meine KdU wieder erhöhen, greift sofort wieder die Kostensenkungsaufforderung von vor ein paar Jahren, sodass ich ab Auszug d. Untermieterin auf den Mehrkosten sitzen bleibe? Selbst wenn sie von sich aus kündigt?
Das würde ja bedeuten, dass ich auf ewig an meine jetztige Wohnung gebunden wäre und solange ich die Miete nicht selbst bestreiten kann, auch ans WG-Leben. Oder hab ich das falsch verstanden?
 

Helga40

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
30 Dezember 2010
Beiträge
9.109
Bewertungen
9.586
Es sei denn, du hattest seit der Kostensenkungsaufforderung mal eine Zeit ohne ALG2. Untervermietung als Mittel zur Kostensenkung zu wählen war ja deine Entscheidung und damit auch dein Risiko. Die Kostensenkungsaufforderung ist eine Warninformation. Nämlich, dass eben die Mietkosten zu teuer sind und man ab xx nur noch die angemessenen Kosten berücksichtigt. Das wird gemacht, damit du bis zu diesem Zeitpunkt dich darauf einstellen kannst, indem du entweder die Kosten senkst oder weißt, dass du selbst einen Teil zahlen musst. Wie du ab Stichtag X mit dem nicht angemessenen Mietanteil klarkommst, ist dann für das JC nicht von Bedeutung.
 

deMike

Elo-User*in
Mitglied seit
28 Juni 2017
Beiträge
11
Bewertungen
1
Nein, weil es ist und bleibt die selbe Wohnung.

Es würde eine andere Chance geben. Dazu muss aber der Vermieter mitspielen. Der Vermieter könnte einen Raum (der leer geräumt sein muss) verschliessen und versiegeln. Somit verringert sich die Anzahl der Zimmer und die Quadratmeter entsprechend. Es würde dann auch die Miete entsprechend die Miete senken. Bei einem meiner Bekannten hat das mal ein Vermieter mitgemacht. Musst deinen Vermieter mal fragen.
 

TazD

Super-Moderation
Mitglied seit
12 März 2015
Beiträge
7.796
Bewertungen
20.452
Müsste jetzt nicht ein neues Verfahren eröffnet werden?
Nein, denn du wurdest davon in Kenntnis gesetzt, dass die Miete unangemessen ist. Sofern sich weder an deiner Miete noch an der Wohnung noch an den Mietsätzen etwas geändert hat, besteht diese Information und dein In-Kenntnis-setzen ja unverändert fort.
 

Steckrübe

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
21 Februar 2019
Beiträge
699
Bewertungen
1.223
Ich weiß es nicht mehr ganz genau aber gab es da nicht einen "Trick"? Mann muss mit Einkommen mindestens einen Monat komplett aus SGB II Leistungen rausfallen, wird gekündigt, stellt einen erneuten Antrag und dann beginnt die 6 Monatsfrist mit voller KdU Übernahme von neuem.

Irgendwie so in der Richtung?

Ich weiß: Leichter gesagt als getan. Vielleicht aber nicht verkehrt das im Hinterkopf zu haben.
 

kwiekatze

Neu hier...
Startbeitrag
Mitglied seit
21 August 2020
Beiträge
7
Bewertungen
0
Musst deinen Vermieter mal fragen.
So nett meine Vermieter auch sind, das machen die bestimmt nicht mit. :D Welchen Mehrwert hätten sie dadurch? Sie könnten genauso gut neu vermieten und im selben Zuge die Miete erhöhen.

Nein, denn du wurdest davon in Kenntnis gesetzt, dass die Miete unangemessen ist. Sofern sich weder an deiner Miete noch an der Wohnung noch an den Mietsätzen etwas geändert hat, besteht diese Information und dein In-Kenntnis-setzen ja unverändert fort.
Es gab seit dem Verfahren mindestens eine Mieterhöhung (evtl. auch zwei, müsste ich nachschauen) vom Vermieter. Macht das einen Unterschied? Die Veränderungen wurden dem JC immer mitgeteilt und akzeptiert, da diese nach wie vor weit unter der örtlich zulässigen Grenze liegt.
 

kwiekatze

Neu hier...
Startbeitrag
Mitglied seit
21 August 2020
Beiträge
7
Bewertungen
0
Au Backe. Heißt ich komm hier nie raus und muss immer einen Untermieter haben solange ich im ALG II Bezug stecke. Durch meine Krankheit wird sich das auch nicht so schnell ändern, ich hab dieses Jahr einen mehrwöchigen Klinikaufenthalt vor mir und gehe danach wahrscheinlich in die Reha, aktuell macht es keinen Sinn mich irgendwo zu bewerben, zumal mich auch niemand nimmt. 😒

Würden denn die höheren Heizkosten übernommen werden? Dazu gab es noch keine Kostensenkungsaufforderung.
 
Oben Unten