Ich möchte Hartz IV beantragen und besitze eine Militaria Sammlung. Nun habe ich aber durch Googlen, im Forum und auf den Antrag gelesen, man müsse Wertgegenstände angeben. Was versteht das Jobcenter darunter?

ydeFormo

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Einen guten Abend,

da es sich hierbei um meinen ersten Beitrag handelt, poste ich ihn im allgemeinen ALG II Forum - falls dies falsch ist, bitte ich um Korrektur!

Nun aber zu meinem Anliegen. Nächsten Monat wird mein ALG I auslaufen, aufgrund der aktuellen Corona Situation ist es leider auch nicht einfach etwas neues zu finden. Ich wohne bei meinen Eltern, da ich meine Mutter bei der Pflege meines Großvaters und Vaters unterstütze. Da ich immer Freude an Geschichte hatte, habe ich vor 3 Jahren mit dem Militaria-Sammeln begonnen. Schirmmützen aus der DDR, Gasmasken und Stahlhelme. Alles samt Flohmarkt Artikel, daher recht wertlos (kein NS oder vor 45 Militaria, da dies i.d.R. ab 1000 Euro beginnt). Die meisten Sachen kosten zwischen 5-15 Euro das Stück - somit ist selbst meine Computermaus wertvoller. Muss dies als Vermögen angegeben werden? Da ich dem Antrag den Posten Antiquitäten entnehmen konnte? Die meisten Stücke sind aus den 80ern, zwei Schiffchen sind aus den 70ern. Also alles noch Artikel, welche noch weit von 100 Jahren Alter entfernt sind.

Ich freue mich auf eure Hilfe!
 

ydeFormo

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Ihr seid echt flott mit dem Antworten :D
Danke erstmal!
Darf ich fragen bzw. kennst du/jemand (gibt es die überhaupt?) eine feste Definition von Luxusgegenständen? Das sündhaft teure Uhren wie Rolex...und andere kenne ich nicht...oder Sportwagen Luxusgegenstände sind, dürfte jedem von sich aus klar sein. Ich habe durch Googeln einen Beitrag gefunden über einen Münzsammler, des Sammlung über 27K Euro wert liegt. Das das Wert ist, ist ebenfalls klar. Aber wie sieht es gemein aus? Gibt's einen Punkt, ein Wert ab dem man sagen kann "das ist Wert"?
 

Kerstin_K

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Ich denke, dass es da keine feste Grenze gibt. Die Frage ist dann ja auch immer, ob ein Verkauf überhaupt zumutbar ist (zum Beispeil wenn es sich um Erinnerungsstücke handelt, könnte nman das anzweifeln,), ob sicbh überhaupt ein Käufer findet und welchen Preis man dann letztendlich erziehelen könnte. Manches mag zwar wertvoll sein, aber man kann trotzdem nicht davon leben, weil es schlicht nkeinen Käufer gibt.

Ind dann wäre da ja auch noch das Schonvermögen (150 EUR je Lebensjahr +einmallig 750 EUR). Wenn der Wert da drunter liegt und man sonst kein Vermögen hat, Sparbuch oder so, dann müsste an ja auch nict verkaufen.
 

Piiiter

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Sammlungen und Hobby würde ich nur angeben wenn es wirklich was wert ist und dementsprechend auch schnell zu verkaufen ist. Das hört sich bei Gasmasken und Stahlhelmen nicht danach an. Zumal alles nach 45 wirklich kaum nennenswert auf dem Militaria Markt gehandelt wird.

Persönlich würde ich im Zweifel alles wirklich Wertvolle und schnell(!) zu veräußernde angeben - Weniger wertvolle Dinge auch dann, wenn ich vor habe sie während des ALG2 Bezuges zu veräußern. Das erspart Ärger beim Verkauf und möglichen Geldeingang auf dem Konto. Verkaufte angegebene Wertsachen sind dann kein Einkommen sondern Vermögensumschichtung im Rahmen des Schonvermögens. Also spricht nichts dagegen alles, wirklich alles anzugeben, wenn du dein Schonvermögen in Geldvermögen nicht erreichst.
 

Dark Vampire

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Also ganz so hörig muss man nicht sein.....

Zitat:
Weniger wertvolle Dinge auch dann, wenn ich vor habe sie während des ALG2 Bezuges zu veräußern......Also spricht nichts dagegen alles, wirklich alles anzugeben, wenn du dein Schonvermögen in Geldvermögen nicht erreichst.


Hab auch Sachen die "wertvoll" sind, zumindest für mich, und wenn ich was verkaufe dann nur Bargeschäfte.
 

Kerstin_K

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Mal davon ab ist es auch Vermögensumwandlung, wenn man etwas verkauft, was man nicht angegeben hat. Ich hab neulich ein paar Bücher von jemandem gekauft, der sie einfach loswerden wollte wegen Platzmangel. Meine Freunde verkaufen auch oft Sachen, die sie nicht mehr brauchen. Den Kindersitz oder das Kinderfahrrad, wo der Sohn rausgewachsen ist, Spielzeug....

Die Frage ist wirklich, wo die Grenze ist. Man kann ja schlecht den ganzen Haushalt im Antrag angeben.
 

franzi

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Das klingt grad so, als ob man, wenn man in ALG II-Bezug ist, alles verkaufen muss, was irgendwie Wert hat.
Angenommen, ich habe eine Sammlung von XY, die ich mir gerne ins Regal stelle und auch gar nicht veräußern will, weil ich eben gerne sammle, dann bleiben die auch weiterhin im Regal.
Bei vielen Dingen ist es so, dass man oft nicht mehr den Wert bekommt, den der Artikel früher mal hatte, auch wen er an sich durchaus wertvoll ist/war.
Denken wir dabei nur an teure Möbelstücke, die man mal gekauft hat und die später nur noch Sperrmüll-Wert haben.
Oder eben Sammler-Artikel, deren Liebhaberpreise schwanken können. Auch die Nachfrage kann sich verändern.
Bevor ich das mit Verlust verkaufe, lasse ich es lieber im Schrank.

Insbesondere, wenn es sich z. B. um Kunstgegenstände von eher unbekannten Künstlern handelt, ist es schwer, deren Wert überhaupt einzuschätzen. Das könnte man nur ermitteln, wenn man dazu Gutachter befragt oder sich bei Auktionshäusern und Galerien informiert.
Manchmal hat man Erbstücke von Oma zuhause, denen man keinen Wert beimisst, oder Fundstücke vom Flohmarkt, die einen höheren Wert haben können, aber man wusste es eben nicht.
 

gila

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Muss dies als Vermögen angegeben werden?
Das war die Frage...
Antwort: Nein, weil die paar Sachen wohl kaum ein Vermögen darstellen, welches veräußert werden muss und kann und dir noch ein paar Monate Hartz IV erspart
Da ich dem Antrag den Posten Antiquitäten entnehmen konnte?
auch unter Antiquitäten werden diese Gegenstände nicht fallen. Wie du schon richtig beschrieben hast ist es eher Flohmarktzeug und hat einen eher kleinen Sammlerwert.

(1) Als Vermögen sind alle verwertbaren Vermögensgegenstände zu berücksichtigen.

Haste nich... Isses nich.

aber wenn du meinst du musst das zur Diskussion stellen dann mach dich auf ein längeres Gedöns mit dem Sachbearbeiter gefasst, der dann genau wissen müsste, was genau du hast, wie viel es wert ist, damit er auch ausrechnen kann, ob es noch unter dein geschütztes Vermögen fällt oder nicht.
 

ydeFormo

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Danke für die vielen Antworten!
Nur zwei Punkte/Gedankenspiele habe ich noch:
1. Sollte ich durch Zufall auf dem Flohmarkt einen z.B. Helm kaufen, aus der Zwischenkriegszeit, der Verkäufer hat keine Ahnung was es ist, verkauft mir das Ding für nen Zehner und hinterher stellt sich durch Recherche heraus, auf Ibäh (oder sonst wo) wird der Helm für 100 Euro angeboten. Müsste ich dies nachträglich melden? Oder darf man ab genehmigten ALG II frei über sein Geld verfügen?

2. Ich habe gelesen das JC macht auch Hausbesuche, kann sowas auf mich zukommen? Könnte es dann nachträglich zu Problemen kommen, weil die ausgestellten Dinge - gemessen am Kaufpreis - keinen Wert haben?
 

Draisine

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Jeder Verkauf mit Gewinn wird vom Jobcenter als Einkommen angerechnet. Insofern sollte dessen Wert vor dem Verkauf nachweislich bekannt sein. Lasse Deine Sammlung doch mal schätzen. Manche Pfandhäuser machen sowas unentgeltlich.
 

gila

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Jeder Verkauf mit Gewinn wird vom Jobcenter als Einkommen angerechnet. Insofern sollte dessen Wert vor dem Verkauf nachweislich bekannt sein. Lasse Deine Sammlung doch mal schätzen. Manche Pfandhäuser machen sowas unentgeltlich.
Schmarrn...
Doch nicht in dieser "Preisklasse". Das ist Pillepalle. Man muss nicht jeden Furz rechtfertigen.
 

Draisine

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Wer Bares für Rates kennt, der weiss, dass dort Militaria Sammelstücke gute bis beste Preise erzielen. Also, keineswegs wertloses Zeug, mindestens, bis zum Beweis dessen. . Ein einzelnes Stück kann manchmal sogar bis zu 50.000 Euro Wert sein. Wenn sich ein Liebhaber findet. Selbst das Argument reine Liebhaberei hilft da meist dann bei Sammlungen gegenüber dem Jobcenter nicht mehr. Beispiel B 14 AS 100/11 R. Tipp dazu. sammler. com/militaria/wertvollste-deutsche-orden-1933-1945.htm. Als Info, welche Preise durchaus aktuell nur da veranschlagt bzw. möglich sind.
 
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gila

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Sind wir hier bei "Bares für Rates"?
Oder bei der konkreten Frage des TE für seine paar Sachen, teils unter nem Hunni?
Für "wertvolles" Zeug muss auch ein Käufer da sein... Nicht nur Angebote und Phantasie- oder Schätzpreise.
 
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