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Ich möchte gern die Stadt wechseln-Geht das?

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neovit

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Hallo,

ich bin neu hier im Forum, habe mir schon einiges durchgelesen, aber dennoch eigene Fragen.

Zu meiner Person:
Ich bin 22 Jahre und bekomme Leistung vom Harz 4 Amt.
Ich habe vor 5 Jahren meinen Realschulabschluss gemacht, aber seitdem noch keine abgeschlossene Berufsausbildung oder ähnliches. Es mangelt bei mir nicht an der geistigen Fähigkeit oder am Wollen, sondern an meinen Gefühlen.Mir wurde eine psychische Krankheit diagnostiziert, die es mir manchmal unmöglich macht, "normal " zu funktionieren. Ich hatte diesbezüglich schon viele Psychiatrieaufenthalte und einige Therapien hinter mir.
Wie es mir gerade geht, hängt auch viel von meiner äußeren Umgebung ab.
Meine derzeitigen Wohnverhältnisse sind mehr wie Menschenunwürdig. Ein kleines 5-6 m² Zimmer im Flur, ohne Schloss und Verriegelungsmöglichkeiten. Ohne Heizung, nur mit einen kaputten Ofen, so dass man während der kalten Nächte einige Socken und Pullover tragen muss. Die Toilette befindet sich eine Etage tiefer und hat kein Waschbecken, sanierte Wände ohne ähnliches. Ich habe keine eigene Küche, keine Dusche, nur eine badewanne, die in der Küche meiner Vermieterin steht und eben mein kleines Zimmer, in dem man ganzen Hab und Gut gestabelt aus meiner größeren 35 m² Wohnung steht.
In dieser Stadt finde ich absolut keine passende, preiswerte Einraumwohnung, auser in den Neubaugebieten, wo ich nie wieder hin möchte, da dort der Ursprung meiner Erkrankung liegt. Eine WG kommt für mich nicht in Frage, da gerade durch meine Zwänge es eh wieder schief läuft.

Ich habe mich in einer größeren Stadt nach Wohungen umgeschaut, wo die Preise auch einiges nuedriger sind wie hier.

Meine Fragen nun:
1. Kann ich als Harz 4 Empfänger einfach so den Wohnort wechseln (liegt im gleichen BuLa)

2.Giebt es die Möglichkeit auch 2 Raum, bzw. größere Wohnungen zunehmen, ohne dass das Amt dies finanzieren muss (lieber kauf ich mir ein Brot weniger und habe dafür eine größere Wohnung...)

Meine Gründe für eine neue Stadt:
- hier finde ich keine passende ambulante psychische Bahandlung
- Wohungnen sind hier teuer und rar
- betreutes Wohnen kommt für mich persönlich nicht in Frage
- die Stadt macht mich krank, ich brauch ein neues Umfeld
- die andere Stadt bietet mir mehr Möglichkeiten für Genesung und Arbeit
- ich brauch einen Neuanfang

würde mich sehr über Antworten und Tipps freuen!

LG
 

Arania

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Wieso muss es eine 1-Raum-Wohnung sein, wo wohnst Du denn? Dir stehen entweder 45 qm zu für Single oder es wird eine angemessene Miete vorgegeben, das ist von Stadt zu Stadt verschieden
Einfach umziehen kannst Du nicht, der Umzug muss genehmigt sein, zumal Du unter 25 bist
 

neovit

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Hallo, dass der Umzug erst genehmigt werden muss, ist mir schon klar.
Meine Frage: ob es dies bezüglich Schwierigkeiten geben könnte?
Was genau bedeutet das, dass ich unter 25 bin?
Meine Mutter hatte mich auch schon gefragt, ob es sein kann, dass ich wieder zu ihr ziehen muss? Sie wäre damit überhaupt nicht einverstanden, gerade weil es mit mir auch nicht ganz einfach ist.
Das MIt den 45 m^2 habe ich auch schon gelesen nur wo ich jetzt wohne, wäre eine Einraum, bzw. 2 Raumwohnung mit dieser Größe unbezahlbar.
Natürlich wäre mir eine größere Wohnung lieber, aber dann weiß man nicht, ob sie nun das Amt genehmigt.
Ich möchte gern nach Erfurt ziehen. Dort habe ich z.B. eine Wohnung gefunden, 39 m^2 Kaltmiete: 220 € nebenkosten 90 € quadtratmeterpreis 5,64 €/m². eh sich das amt dreht, ist die wohnung eh wieder vergeben..bei einer 2 raumwohnung, wie hoch darf da die miete sein?

lg
 

Kikaka

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1. Schritt :
Stelle schriftlich Antrag auf Umzugsgenehmigung und Übernahme der Umzugskosten bei Deiner Arge
Meine Mutter hatte mich auch schon gefragt, ob es sein kann, dass ich wieder zu ihr ziehen muss? Sie wäre damit überhaupt nicht einverstanden, gerade weil es mit mir auch nicht ganz einfach ist.
Lege eine schriftliche Erklärung Deiner Mutter bei, wenn möglich
Meine derzeitigen Wohnverhältnisse sind mehr wie Menschenunwürdig.
Schriftlich dem Umzugsantrag beifügen und dokumentieren.


Erst nach Klärung der Umzugsbewilligung folgt
2. Schritt :
Schriftliches Mietangebot vorlegen ( Kaltmiete, Nebenkosten, Heizkosten separat )
Die alte Arge muß mit evtl. neuer Arge die KdU-Angemessenheit klären und Dir Mitteilung geben.
 

neovit

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ok,hat jemand von euch schon mal so etwas machen müssen und weiß, wie lange diese Antragerei dauert? Gäbe es irgendwelche Paragraphen, die mir einen UMzug verwehren könnten?
 

Arania

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Nun wenn die ARGE keinen triftigen Grund sieht in dem Umzug dann kann sie ihn verweigern und das würde bedeuten, da Du unter 25 bist, wenn Du ohne Genehmigung umziehst das sie die Kosten der Wohnung nicht übernehmen würden

Ich würde da nur eine Chance in einer größeren Wohnung sehen, aber für einen Umzug in eine andere Stadt sehe ich keine Chance
 

Kikaka

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Ich würde da nur eine Chance in einer größeren Wohnung sehen, aber für einen Umzug in eine andere Stadt sehe ich keine Chance
-? Mit welcher Begründung denn sollte ein Umzug in eine andere Stadt verweigert werden können ?

k
,hat jemand von euch schon mal so etwas machen müssen und weiß, wie lange diese Antragerei dauert? Gäbe es irgendwelche Paragraphen, die mir einen UMzug verwehren könnten?
- Einen Umzug verbieten kann Dir niemand. Du müsstest aber folgende Auswirkungen in Kauf nehmen falls Du ohne Bewilligung der Arge umziehst :

- evtl. Kürzung der KdU-Leistungen falls neue Wohnung teurer als alte
- Begrenzungen bei Übernahme der zukünftigen Nebenkosten.

- eine Reaktion auf einen Umzugsantrag sollte in 2-3 Wochen schon zu erwarten sein. Falls Dein Umzugsantrag negativ beschieden wird kannst Du bei Deinem Amtsgericht um einen Beratungsschein bitten der Dir anwaltliche Hilfe ermöglicht. Kostet Dich maximal 10 Euro. Angesichts der
psychosomatischen Probleme die evtl. Gutachten bezw. ärztliche Atteste erfordern zu empfehlen.
-Jedenfalls Möchte Ich Dir von einem Ritt gegen die Wand ohne Einbeziehung der Arge dringenst abraten
 

Arania

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Mit welcher Begründung denn sollte ein Umzug in eine andere Stadt verweigert werden können ?
Die Kosten werden nicht getragen, okay dann geht es
ausserdem U 25 beachten
 
E

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Zum Thema

@neovit,

da du bereits eine eigene Wohnung hast, nicht mehr im "Hotel Mama" wohnst, unterliegst du somit nicht mehr der "Residenzpflicht", musst also nicht zu den Eltern zurück.

Wenn du vom Amt keinerlei Kosten, die im Zusammenhang mit einem Umzug stehen, wie Wohnungsbeschaffungskosten, Umzugskosten, eventuelle Ein- und Auszugsrenovierung und etwaige Kaution haben willst, kannst du in eine andere Stadt ziehen, den du wohnst nicht mehr zu Hause, auch wenn U25.
Du musst dich aber an die dortigen Angemessenheitskriterien halten.

Sonst benötigst du eine schriftliche Zusicherung, Erlaubnis für den Umzug.
Diese schriftliche Zusicherung ist ein Verwaltungsakt.

Also angemessene Wohnung in der neuen Stadt suchen. Zusicherung einholen. Wird sie erteilt, dann erst Anträge auf die von mir bereits erwähnten Kosten stellen.

Die Übernahme der Unterkunftskosten, die den Angemessenheitskriterien am neuen Wohnort entsprechen, ist aber nach der Neufassung und Inkrafttreten vom § 22 Abs. 1 Satz 2 SGB II noch nicht höchstrichterlich geklärt.
Die LSG, die sich mit diesem Thema bereits beschäftigen mussten, bejahen aber die Übernahme. Ebenso die Literatur.

Der Vorsitzened Richter des 7b. Senats Eicher hatte es am 7.11.06 unter Az. B 7b AS 10/06 R offen gelassen. Bis zum Inkrafttreten vom § 22 Abs. 1 Satz 2 SGB II n.F. aber zugebilligt.

So begründet z.B. das LSG NI/HB unter Az.: L 13 AS 168/07 ER vom 26.10.2007 wie folgt:

Auszug:
(...)Es bestehen aber keine Anhaltspunkte dafür, dass der Gesetzgeber durch die Neuregelung eine derart umfassende Einschränkung des grundrechtlich geschützten Rechts auf Freizügigkeit (Art. 11 Abs. 1 Grundgesetz – GG –) vornehmen wollte, dass nunmehr bei allen Umzügen von SGB II-Beziehern eine Deckelung der Kosten auf die bisherigen angemessenen Kosten erfolgen soll, zumal eine derartige Grundrechtseinschränkung an den Vorgaben des Art. 11 Abs. 2 GG zu messen wäre. Eine derartige Auslegung ginge über den dargestellten Gesetzeszweck weit hinaus. Eine weitere Auslegung der Neuregelung des § 22 Abs. 1 Satz 2 SGB II würde ferner zu einer nicht zu rechtfertigenden Schlechterstellung der SGB II-Bezieher führen, die in einer Region mit geringem Mietniveau leben. Denn sie könnten bei einem Umzug im Bundesgebiet an "teureren" Zuzugsorten allenfalls eine unterdurchschnittliche Wohnung anmieten, wenn sie unter diesen Umständen nicht ganz auf den Umzug verzichten wollen, während ein SGB II-Bezieher aus einer Region mit hohem Mietniveau fast unbeschränkt wäre in der Auswahl einer neuen Mietunterkunft.(...)

Nachstehend findest du einige Informationen dazu, auch zu Umzugsgründen:

Umzug
Auch für Leistungsbezieher nach dem SGB II gilt das Grundrecht auf Freizügigkeit nach Art. 11 GG. Daran muss sich § 22 Abs. 1 Satz 2 SGB II messen lassen. Danach werden bei einem nicht erforderlichen Umzug von einer angemessenen in eine teurere, aber immer noch angemessene Wohnung nur die vorherigen, angemessenen Kosten übernommen. Selbst eine Anpassung dieses Betrages auf Miet- oder Betriebskostenerhöhungen, die auch in der früheren Wohnung angefallen wären, ist nicht ausdrücklich vorgesehen. Wieder einmal wird das verständliche Anliegen, Umzüge zur bloßen Optimierung von Leistungsansprüchen zu verhindern, mit einer Regelung umgesetzt, die Spielraum lässt für die Ablehnung berechtigter Umzugswünsche jenseits akuter Notlagen. Mit Blick auf Art. 11 GG, §§ 1 Abs. 1, 2 Abs. 2 SGB I muss § 22 Abs. 1 Satz 2 SGB II vernünftig verstanden und gehandhabt werden:


Keine überzogenen Anforderungen an die Erforderlichkeit des Umzugs
Zur Wahrung des Grundrechts auf Freizügigkeit und der nach § 33 SGB I gebotenen Respektierung von Gestaltungswünschen der SGB II-Leistungsberechtigten (vgl. SG Schleswig vom 21.2.2005 - S 6 AS 30/05 ER) muss der SGB II-Träger auch dann die neuen Unterkunftskosten im Rahmen der Angemessenheitsgrenzen tragen, wenn der Umzug zwar nicht notwendig, aber von einem vernünftigen Grund gedeckt ist, von dem sich auch ein Nichtleistungsempfänger leiten lassen würde; nicht umsonst unterscheidet auch das Gesetz den "notwendigen" Umzug (§ 22 Abs. 3 SGB II) vom "erforderlichen" Umzug (§ 22 Abs. 2 SGB II).
Erforderlich i. S. von § 22 SGB II ist ein Umzug daher, wenn

■ der Träger ihn veranlasst, um die Unterkunftskosten zu senken;

■ ein rechtskräftiges Räumungsurteil vorliegt;

■ die bisherige Wohnung nicht den gesundheitlichen Anforderungen genügt; zum Fall eines Umzugs zur Ermöglichung einer besseren Heilbehandlung (SG Schwerin vom 1.5.2005 - S 10 ER 29/05 AS);

■ berufliche oder private Gründe (Scheidung) den Umzug erforderlich machen (LSG Berlin-Brandenburg vom 22.11.2006 - L 5 B 760/06 AS ER, Verböserung der Ausbildungsplatzchancen am neuen Wohnort; VG Bremen vom 9.4.2008 - S 3 V 952/08, Pflege der Mutter, auch ohne Pflegestufe, wenn auf regelmäßige Hilfe angewiesen);

■ die bisherige Wohnung zu klein ist, um ein menschenwürdiges Leben sicherzustellen. Ein Wohnraum mit einer Wohnfläche von weniger als 35 qm ist für eine Person unzumutbar (HessLSG vom 12.3.2007 - L 9 AS 260/06);

■ die bisherige Wohnung den besonderen Bedürfnissen von (Klein-) Kindern oder Jugendlichen und deren Eltern nicht gerecht wird (LSG Berlin-Brandenburg vom 16.11.2006 - L 5 B 821/06 AS ER, erforderlicher Auszug aus Zweizimmerwohnung für allein erziehende Mutter mit sechsjährigem Kind nach Geburt eines zweiten Kindes; LSG Niedersachsen-Bremen vom 17.10.2006 - L6 AS 556/ 06 ER, Wohnung mit 46 qm Wohnfläche nach Geburt eines Kindes zu beengt; LSG Berlin-Brandenburg vom 15.12.2006 - L 5 B 1147/ 06 AS ER, erforderlicher Auszug der Eltern aus Einzimmerwohnung mit zweitem Behelfsraum wegen Geburt eines Kindes; LSG Berlin-Brandenburg vom 18.12.2006 - L 10 B 1091/06 AS ER, Zweizimmerwohnung mit 56 qm für Eltern mit 8-jährigem Kind zu beengt; LSG Baden-Württemberg vom 27.9.2006 - L 7 AS 4739/05 ER-B, erforderlicher Auszug der Eltern aus Zweizimmerwohnung (55 qm) wegen Geburt eines Kindes); LSG Berlin-Brandenburg vom 25.6.2007 - L 10 B 854/07 AS ER, 52 qm große 1,5 Zimmer-Wohnung für zwei Erwachsene und ein Kleinkind im Krabbelalter zu klein; LSG Niedersachsen-Bremen vom 11.10.2007 - L 7 AS 623/07 ER, 74 qm Wohnung mit nur einem Kinderzimmer für 2 Erwachsene und zwei Kinder, 6 und 8 Jahre alt zu eng; LSG Berlin-Brandenburg vom 24.8.2007 - L 28 B 1389/07 AS ER, 43,15 qm große 1-Zimmer Wohnung nach Geburt eines Kindes zu klein, weil der Elternteil die Möglichkeit haben muss, sich ohne Einschränkungen und notwendige Rücksichtnahmen, die die Anwesenheit eines Kleinkindes mit sich bringt, in der Wohnung aufzuhalten; LSG Sachsen vom 27.3.2008 - L 3 B 479/07 AS-ER, 3-Zimmer-Wohnung mit 74 qm für 2 Erwachsene und 4 Kinder zu klein;

■ ein über 25-jähriger Hilfebedürftiger beengten Wohnverhältnissen im Elternhaus entgehen will (LSG Berlin-Brandenburg vom 28.9.2006 - L 14 B 733/06 AS ER);

■ das Wohnumfeld unzumutbar ist (z.B. drohende Gewalt Dritter, erhebliche Verwahrlosung, Lärmbelästigung (LSG Berlin-Brandenburg vom 6.6.2007 - L 28 B 676/07 AS ER; LSG Berlin-Brandenburg vom 31.3.2008 - L 29 B 296/08 AS ER);

■ Baumängel bestehen, die der Vermieter nicht oder nicht in vertretbarer Zeit beseitigt.
Schimmelbefall macht einen Umzug erforderlich, wenn er gesundheitsgefährdende Ausmaße angenommen hat; der Hilfebedürftige braucht sich dann nicht auf die mögliche Beseitigung baulicher Mängel durch den Vermieter verweisen zu lassen (SG Lüneburg vom 19.6.2007 - S 30 AS 768/07 ER; vgl. auch AG Charlottenburg vom 9.7.2007 - 203 C 607/06). Die Frage, ob Schimmelpilze in Mieträumen die Gesundheit der Bewohner gefährdet, kann in vielen Fällen nur durch ein medizinisches Sachverständigengutachten geklärt werden (vgl. BGH vom 18.4.2007 - VIII ZB 182/06; LSG Berlin-Brandenburg vom 31.3.2008 - L 29 B 296/08 AS ER). Im Streitfall muss der SGB II-Träger den Sachverhalt aufklären. Er kann z.B. eine Kostenzusage für die Einschaltung des Mietervereins geben (LSG NRW vom 6.7.2007 - L 20 B 65/07 SO ER). Hat der Schimmel noch keine gesundheitsgefährdenden Ausmaße angenommen, ist ein Umzug erst erforderlich, wenn die Beseitigung der Mängel fehlgeschlagen ist (LSG Sachsen vom 16.4.2008 - L 3 B 136/08 AS-ER). Hat der Mieter den Schimmel verursacht, kommt anstelle einer Umzugszusage die Übernahme der Kosten für eine Schimmelbeseitigung in Betracht (BayLSG vom 20.3.2007 - LS SO 5/07 ER). Wäre der Schimmel nur durch unzumutbares Wohnverhalten (ungewöhnlich häufiges Lüften, s. dazu BGH vom 18.4.2007, a.a.O.; AG Frankfurt/M. vom 30.7.2007 - 33 C 1906/06) zu beheben, ist ein Umzug erforderlich. Ist die Wohnungseinrichtung durch Schimmelbefall unbrauchbar geworden, besteht kein Anspruch auf Erstausstattung (SG Lüneburg vom 23.4.2007 - S 24 AS 784/06);

■ die sanitären Verhältnisse unzumutbar schlecht sind (SG Berlin vom 4.11.2005 - S 37 AS 10013/05 ER; SG Dortmund vom 22.12.2005 - S 31 AS 562/05 ER);

■ die Benutzung der Kohleheizung dem Hilfebedürftigen schwerfällt (OVG Hamburg vom 16.1.1990 - Bs IV 256/89);

■ die Wohnung sehr ungünstig geschnitten und schlecht beheizbar ist (SG Berlin vom 16.12.2005 - S 37 AS 11501/05 ER).

Nur eingeschränkte Bindung an die angemessenen Unterkunftskosten der früheren Wohnung
Ist der Hilfebedürftige von einer angemessenen in eine teurere Wohnung umgezogen, ohne dass der Umzug erforderlich war, muss der SGB II-Träger nach § 22 Abs. 1 Satz 2 SGB II nur die früheren, angemessenen Unterkunftskosten übernehmen. Ein Ermessen zur Übernahme der neuen Miet- und Heizkosten, auch wenn diese innerhalb der Angemessenheitsrichtwerte liegen, steht ihm nicht zu.

Örtlicher Wohnungsmarkt
Um einen unverhältnismäßigen Eingriff in das nach Art. 11 GG geschützte Recht auf Freizügigkeit im ganzen Bundesgebiet zu vermeiden, kann es für die Frage, welche Wohnkosten nach einem nicht erforderlichen Umzug an einen neuen Wohnort als angemessen übernommen werden, nur auf die Angemessenheit der Unterkunftskosten auf dem Wohnungsmarkt am Zuzugsort ankommen. Der Zweck der Regelung des § 22 Abs. 1 Satz 2 SGB II, Umzüge innerhalb eines Wohnungsmarktes zur missbräuchlichen Erhöhung von Leistungsansprüchen abzuwenden, bleibt gewahrt. Es ist auch kein sachlicher Grund dafür erkennbar, SGB II-Bezieher bei Umzügen im Bundesgebiet stärker zu beschränken als Hilfebedürftige nachdem SGB XII, das eine § 22 Abs. 1 Satz 2 SGB II vergleichbare Vorschrift nicht kennt (SG Berlin vom 26.3.2007 - S 37 AS 5804/07 ER; LSG NRW vom 27.6.2007 - L 20 B 81/07 AS; vom 6.8.2007 - L19 B 83/07 AS ER; LSG Niedersachsen-Bremen vom 26.10.2007 - L 19 AS 168/07 ER).
 

neovit

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@Mambo

vielen Dank für deinen ausführlichen Beitrag! Damit dürfte ich gute Argumente haben.
Die werden mich langsam auch für verrückt erklären, da ich diese Wohnung..bzw. die Abstellkammer im Flur erst seit anderthalb Monaten habe, aber ich habe der Frau gleich gesagt, dass das nur provísorisch ist, damit ich spontan und intensiv nach einer neuen Wohnung suchen kann, ohne wieder Druck wegen Kündigungsfrist zu haben.

Wegen Menschenunwürdigen Verhältnissen stimmt fast jeder Punkt zu
- ein kaputter Kohleofen
- eine Toilette ohne Tapete oder irgendwas an den Wänden...
- 35 m^2, davon würd ich träumen..und vieles mehr

Bei meiner Sachbearbeiterin muss ich sagen, habe ich richtig Glück. Sie ist nett, freundlich und gibt aus Zuschüsse bei Möbeln..hat mir jetzt sogar einen Monat doppelt ;Miete bezahlt, wegen dem Umzug, in die provisorische Wohnung.

Das klingt ja alles ganz optimistisch. Ich werde ihr am Montag gleich eine e-mail schreiben und dann am Dienstag persönlich hingehen, da ich eh zum Fallmanagment muss, wegen evtl Arbeitsrehamaßnahmen.

Wenn ich es bei meiner Sachbearbeiterin beantragt habe, muss ich dann den Antrag in der neuen Stadt stellen, oder geht das dann automatisch weiter?

LG und ich sag auf jeden Fall bescheid, wie es ausgeht:icon_daumen:
 

neovit

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wie versprochen melde ich mich, wenn ich etwas neues weiß.:icon_smile:

Ich habe eine e-mail an meine SGB II betreuerin geschrieben, mit den vorliegenden Gründen, war am nächsten Tag da und habe die Erlaubnis bekommen, umzu ziehen.

Ich habe mich jetzt an das neue Amt gewandt und diese meinten:
Vor dem Unterschreiben des Mietvertrages sollten Sie zur Vermeidung leistungsrechtlicher Nachteile über Ihren derzeitigen Träger der Grundsicherungnoch die Sozialverträglichkeit der Wohnung abklären lassen.


Ich habe wie gesagt ein Schreiben erhalten, in dem mir der Umzug bewilligt wurde und ich Anspruch auf eine Förderung der Wohung nach den dort üblichen kommunale Wohnungspreisen habe, meinen sie das damit?

LG
 

Kikaka

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Ich habe mich jetzt an das neue Amt gewandt und diese meinten:
Zitat:
Vor dem Unterschreiben des Mietvertrages sollten Sie zur Vermeidung leistungsrechtlicher Nachteile über Ihren derzeitigen Träger der Grundsicherungnoch die Sozialverträglichkeit der Wohnung abklären lassen.
- Du kannst das Mietangebot ( Kaltmiete, Nebenkosten, Heizkosten separat ) bei Deiner alten Arge einreichen. Die klären die KdU über die neue Arge ab.
- Danach kannst Du einen Mietvertrag unterschreiben, vorausgesetzt KdU ist bewilligt.
-dann kannst Du zum Einzugstermin eine Leistungsabmeldung bei alter Arge machen lassen, mit dieser mußt Du dann zur neuen Arge und neuen Antrag auf Alg 2- Leistung stellen.
- Bitte Umzug nicht vergessen.Anträge sollten eigentlich zuerst gestellt werden. Aber o.k., diese Reihenfolge läßt sich oft nicht so einhalten.
 

Sabira

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hallo alle zusammen.. also bei mir ist es sehr ähnlich nur ist bei mir der unterschied das ich in ein anderes bundesland ziehen möchte.. also ich bin 21 jahre alt kann un dmöchte in der stadt in der ich lebe nicht mehr wohnen bleiben aus psychischen , arbeitstechnischen und der pläne meiner zukunft. es ist so das ich mich in bremen schon an einer schule angemeldet habe wo ich allerdings noch leider keine zusage bekommen habe. arbeit könnte ich shcnell finden da dort ein neuss einkauszentrum eröffet wurde in dem noch sehr viele mitarbeiter gesucht werden. das es hier nicht mehr weitergeht habe ich dem arbeitsamt hier schon erklärt und auch bestätigt bekommen. alles schien glatt zulaufen die zusagen hatte ich schon alle. ich hatte sogar schon eine wohnung die mir dann allerdings immer weiter reserviert werden musste da sich die ämter über die kaution nicht einig wurden. bis gestern war die wohnung nun noch reserviert und die bagis in bremen hat bis jetzt strikt abgelhnt eine kaution für mich zu übernehmen obwohl ich ein ausnhame fall bin da ich hier bedroht werde und mein exfreund sogar schon vor meiner tür stand mit einem messer. momentan ist er im gefängnis kommt aber im juni wieder raus ich wollte bis dahin eigentlich schon weg sein nun machen die mir aber einenstrich durch die rechnung und behauoten steif ich hätte keine triftigend gründe umzuziehen und die würden sowieso keine mietkautionen übernhemen (auch nicht als darlehen wie es ja immer ist) bei wohnungsbaugesellschaften... wisst ihr was ich da machen kann ? und gibt es irgendwelche paragraphen mit denn ich kontern kann? also ich habe schon ein bisschen rumgeguckt aber ich finde keine passenden paragraphen zu speziell meinem fall und ich weiss nicht woher ich die bekomme ohne ein dickes gesetzbuch zu wälzen... bitte helft mir ich weiß echt nicht mehr weiter :confused:
 

Sabira

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ok dann weiß ich ja bescheid das wenn echt wichtige fragen gestellt werden das da nicht wirklich interesse da ist mit der person das problem zu lösen aber wenn ein vollidiot ne dumme frage stellt werden zig antworten hingeballert... danke schön
 

physicus

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nun, bevor du andere als vollidioten hinstellst solltest du viell. mal das von dir besagte gesetzbuch hernehmen und anfangen zu lesen...

möglicherweise ist dir ja auch aufgefallen das du deinen text unterstrichen gepostet hast, das wird als hyperlink erkannt und nervt beim drüberfahren extremst.
viell. ist das auch ein grund warum sich niemand damit befasst hat, oder aber es weis niemand etwas was dir weiterhilft und zwar auch rechtlich hinterlegt.
alles andere hätte auch wenig sinn finde ich.

änder deinen ton und dann wird dir eventuell einer helfen, vorausgesetzt es kann jemand wie oben schon beschrieben.

gruß physicus
 

Arania

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aber wenn ein vollidiot ne dumme frage stellt werden zig antworten hingeballert..
Und Du entscheidest wer ein Vollidiot ist und wessen Frage wichtig ist oder nicht? Für jeden der eine Frage stellt ist seine die wichtigste, das ist völlig normal
Und da Deine Frage bereits am 21.04. eine Deadline hatte, war die Beantwortung auch schon hinfällig
 

Drueckebergerin

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ok dann weiß ich ja bescheid das wenn echt wichtige fragen gestellt werden das da nicht wirklich interesse da ist mit der person das problem zu lösen aber wenn ein vollidiot ne dumme frage stellt werden zig antworten hingeballert... danke schön
Ich lese so ein Geschreibsel nicht (da streiken meine Augen!), also bevor man andere als Vollidioten bezeichnet vielleicht mal seinen eigenen Beitrag in lesbare Form setzen.
Absätze, Groß- und Kleinschreibung sowie Satzzeichen erleichtern das Lesen ungemein.
So ein Hingeschmiere zeugt auch nicht gerade von Respekt gegenüber anderen Menschen, aber Dein zweiter Beitrag zeigt ja, daß das wohl für Dich ein Fremdwort ist.
 
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