Ich möchte Einspruch gegen Minderung meines GdB einlegen. Bitte um Hilfe.

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Skyhopper

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Hallo Forum,

zu mir: nach einer OP wegen eines Hirntumors erhielt ich einen Schwerbehindertenausweis mit einem Grad der Behinderung (GdB) von 80. Einmal wurde der GdB schon auf 70 abgesenkt. Damals musste ich zuvor einen Amtsarzt aufsuchen. Jetzt soll der Gdb erneut gesenkt werden. Diesmal auf 20. Das schreiben vom LaGeSo hat aber gravierende Mängel und zu einem Amtsarzt soll ich diesmal auch nicht.

Nach meiner OP damals hatte ich eine Halbseitenlähmung. Zwar habe ich mich gut erhohlt aber Handicaps habe ich immer noch und werde diese wohl auch immer haben: Störung der Koordination/Balance, Doppelbilder beim Sehen, Schwerhörigkeit rechts, Tinnitus rechts, Hyperakusis rechts. Gesichtslähmung rechts.

Laut dem Schreiben des LaGeSo's habe ich einzig und allein nur noch die Gesichtslähmung. Ein Witz.

Wie soll ich mich jetzt am besten verhalten?

Habe den Brief vom LaGeSo eingescannt und anonymisiert, falls sich den jemand mal ansehen möchte.

Viele, vielen Dank im Voraus für eure Antworten

LG
Skyhopper
 

timilu

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Hallo, zuerst einmal steht am Ende der dritten Seite dein Name(?) und Geburtsdatum. Falls du das nicht preisgeben möchtest, dann bitte schwärzen.

Widerspruch würde ich auf jeden Fall einlegen und eine Stellungnahme dazu verfassen. Hast du denn einen Arzt, der dich dabei unterstützt?
Die angeschrieben Ärztin scheint ja anderer Meinung zu sein, als du.

Viel Glück und alles gute....
 

Doppeloma

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Hallo Skyhopper,

zu mir: nach einer OP wegen eines Hirntumors erhielt ich einen Schwerbehindertenausweis mit einem Grad der Behinderung (GdB) von 80. Einmal wurde der GdB schon auf 70 abgesenkt. Damals musste ich zuvor einen Amtsarzt aufsuchen. Jetzt soll der Gdb erneut gesenkt werden. Diesmal auf 20. Das schreiben vom LaGeSo hat aber gravierende Mängel und zu einem Amtsarzt soll ich diesmal auch nicht.

Das ist zunächst mal eine Anhörung (§ 24 SGB X) also noch KEIN "Absenkungsbescheid", dazu kannst (und solltest) du dich ausführlich äußern, damit die vorgesehene Entscheidung gar nicht erst getroffen wird.

Zumindest nicht in diesem Ausmaß, denn GdB 20 ist eigentlich NICHTS mehr wert ... :icon_evil:

Du solltest aber zunächst diese "gutachterliche Stellungnahme" anfordern, die dort erwähnt wird vom 08.09.2017, damit du auch weißt wer da was zu deinem Befinden festgestellt haben will.

Ich denke, dass du in Zuge der Akteneinsicht (§ 25 SGB X) einen Anspruch darauf hast, ehe du dich (unter entsprechender Fristverlängerung) abschließend zu der Anhörung äußern kannst.

Von wann ist der im Schreiben erwähnte Befundbericht, kennst du den Inhalt ... sonst auch in Kopie anfordern.

Der Satz mit dem fehlenden aktuellen neurologischen Befund ist natürlich eher nachteilig für dich, ist es wahr, dass du zuletzt in 3/2016 beim entsprechenden Facharzt gewesen bist ???

Oder hast du neuere Befunde, den Arzt gewechselt oder Ähnliches, das wäre wohl schon wichtig, um deine fortbestehenden Beeinträchtigungen auch medizinisch nachweisen zu können.

Zwar habe ich mich gut erhohlt aber Handicaps habe ich immer noch und werde diese wohl auch immer haben: Störung der Koordination/Balance, Doppelbilder beim Sehen, Schwerhörigkeit rechts, Tinnitus rechts, Hyperakusis rechts. Gesichtslähmung rechts.

So umfangreich sieht man aber offenbar beim Versorgungsamt deine Einschränkungen inzwischen nicht mehr, es ist an dir das anders zu schildern und auch medizinisch zu belegen, dass diese Probleme aktuell immer noch vorhanden sind.

Es wäre also gut wenn du recht aktuelle medizinische Befunde (vom Hausarzt / vom Facharzt) in Kopie dazu vorlegen kannst (der Anhörung dann beifügen), wie es dir JETZT geht.

Welche Schwierigkeiten du im Alltag immer noch hast, solltest du zusätzlich mit eigenen Worten beschreiben, das steht nicht in Arztberichten, die können das nur ergänzen.

Wie soll ich mich jetzt am besten verhalten?

Gab es denn eine Befristung für den aktuellen GdB und die Merkzeichen ???

Da wäre es vermutlich besser gewesen rechtzeitig selber zu reagieren und die Verlängerung einzufordern, weil es noch nicht so viel besser ist, in der Regel werden GdB nach erfolgreichen Behandlungen (und eine sogenannten "Heilungsbewährung") auch irgendwann angepasst, wenn man beim Amt der Ansicht ist, dass nun (fast) alles wieder in Ordnung sein sollte.

Das Gegenteil zu beweisen ist dann deine Aufgabe, das Versorgungsamt muss dich dafür nicht jedes Mal begutachten wollen. :icon_evil:

Aktell kannst du noch keinen Widerspruch schreiben, der Hinweis ist etwas "unglücklich" in dem Anhörungsschreiben untergebracht und bezieht sich eigentlich nur auf den fett gedruckten Satz.

An deiner Stelle würde ich die Akteneinsicht (nach § 25 SGB X) einfordern (Zusendung von Kopien der erwähnten Unterlagen verlangen, die zu dieser Überlegung geführt haben sollen) und mit dem Hinweis auf die nötige Zeit zur Prüfung eine angemessene Fristverlängerung für deine Stellungnahme einfordern.

Das sollte zunächst reichen, um die Unterlagen zu bekommen und etwas Zeit zu gewinnen in der du dir auch noch aktuelle Medizinische Unterlagen bei deinen Ärzten zur Ergänzung der Stellungnahme holen kannst.

Bitte nachweislich per Übergabe -Einschreiben schicken, damit du auch was in der Hand hast dazu.

MfG Doppeloma
 

Skyhopper

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AW: Ich möchte Einspruch gegen Minderung meines GdB einlegen. Bitte um Hilfe.

Danke sehr, timilu. Da habe ich wohl was übersehen. Falls noch jemand einen Blick darauf werfen möchte, ich habe den Anhang jetzt komplett anonymisiert und auf meine Dropbox hochgeladen:
Dropbox - Dokument2.pdf


Gab es denn eine Befristung für den aktuellen GdB und die Merkzeichen ???
Nein.

Von wann ist der im Schreiben erwähnte Befundbericht, kennst du den Inhalt ... sonst auch in Kopie anfordern.

Der Satz mit dem fehlenden aktuellen neurologischen Befund ist natürlich eher nachteilig für dich, ist es wahr, dass du zuletzt in 3/2016 beim entsprechenden Facharzt gewesen bist ???
Der Befunbericht ist von meiner Neurologin. Ich war noch nie bei einer anderen. Von wann der genau ist, kann ich nicht sagen. Ich bin auch nicht mehr aktiv bei ihr in Behandlung. Ich war 03/2016 bei ihr weil mich andauernde Muskelschmerzen plagen und ich das mal aufgrund meiner Vorerkrankung auch von einem Neurologen abklären lassen wollte. Mehr nicht. Wieso genau ist der Satz mit dem fehlenden aktuellen neurologischen Befund eher nachteilig für mich?


Ich setze jetzt erstmal einen Zweizeiler auf, in dem ich Akteneinsicht in die gutachterliche Stellungnahme sowie den Befundbericht anfordere und Fristverlängerung beantrage. Und dann warte ich auf Antwort vom LaGeSo.
 

Doppeloma

Super-Moderation
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Hallo Skyhopper,

Der Befunbericht ist von meiner Neurologin. Ich war noch nie bei einer anderen. Von wann der genau ist, kann ich nicht sagen. Ich bin auch nicht mehr aktiv bei ihr in Behandlung.

Dann kann zumindest was sie geschrieben hat nicht mehr so "taufrisch" sein, wenn du zuletzt in 03/2016 bei ihr gewesen bist.
Also fordere ihren Bericht unbedingt mit an, damit du den Inhalt kennst.

Ich war 03/2016 bei ihr weil mich andauernde Muskelschmerzen plagen und ich das mal aufgrund meiner Vorerkrankung auch von einem Neurologen abklären lassen wollte.

Ich kann natürlich nicht beurteilen, ob das für dich noch sinnvoll ist regelmäßig einen Neurologen aufzusuchen, aber irgendwer muss ja deine Einschränkungen auch noch medizinisch aktuell beurteilen, einschätzen und bestätigen können.

Das Versorgungsamt muss wissen was JETZT FAKT ist und nicht was mal letztes Jahr gewesen ist ... gerade wenn dann auch noch deutliche "Besserungen" beschrieben werden von den Ärzten, ist das für die Beurteilung deines GdB und ob der so hoch bleiben muss sehr relevant.

Mehr nicht. Wieso genau ist der Satz mit dem fehlenden aktuellen neurologischen Befund eher nachteilig für mich?

Wenn es eine wichtige Fachrichtung ist im Bezug auf die früheren Bewertungen deines GdB, dann kann das dazu beigetragen haben, dass du schon über ein Jahr nicht mehr in neurologischer Behandlung bist.

Dann gehen die eben mal "davon aus", dass es dir wohl wieder blendend geht und ein GdB soll ja nur vorhandene (langfristige / dauerhafte) Einschränkungen berücksichtigen, was (vermeintlich) geheilt ist, geht da nicht mehr mit rein. :icon_evil:

Ich setze jetzt erstmal einen Zweizeiler auf, in dem ich Akteneinsicht in die gutachterliche Stellungnahme sowie den Befundbericht anfordere und Fristverlängerung beantrage. Und dann warte ich auf Antwort vom LaGeSo.

Völlig richtig und in der Wartezeit schreibst du am Besten schon mal möglichst ausführlich auf, was konkret dich immer noch (ständig) im Alltag beeinträchtigt und im GdB daher weiter zu berücksichtigen wäre.

MfG Doppeloma
 

Muzel

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Vielleicht solltest du nicht selber deine Beeinträchtigungen im Alltag aufschreiben, sondern jemand, der dich gut kennt.
 
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