Ich hatte offenbar Besuch vom Gesundheitsamt in meiner Abwesenheit und nun ein merkwürdiges Schreiben im Briefkasten, in dem mir Leistungseinstellung angedroht wird

Leser in diesem Thema...

Riddick

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
26 März 2015
Beiträge
32
Bewertungen
2
Hallo Freunde,

kurz zu meiner Situation:
Ich bin seit nunmehr 27 Monaten durchgehend AU. Ich habe dieses Jahr immer wieder Einladungen zu einem persönlichen/telefonischen Gespräch im Jobcenter erhalten mit den üblichen Hinweisen darauf, dass über meine berufliche Situation gesprochen werden soll (April, Mai, Juni). Ende Mai kam zusätzlich ein Schreiben mit der Überschrift Leistungen zur Grundsicherung nach dem Sozialgesetzbuch - Zweites Buch (SGB II), in welchem stand, dass das Jobcenter schauen will ob sie Integrationsleistungen erbringen können. Ende Juni kam zusätzlich eine Einladung mit dem Hinweis, dass über meine gesundheitliche Situation gesprochen werden soll und geschaut werden soll, welche Hilfe und Unterstützung nötig und sinnvoll wäre. Nun im Juli habe ich noch ein Schreiben im Briefkasten. Es handelt sich um ein Schreiben vom Gesundheitsamt, in dem steht, dass mir Beratung und Hilfe angeboten werden kann, bevor das Jobcenter mir die Leistung komplett einstellt. Was ich dazu noch erwähnen muss, ist, dass dieses Schreiben handschriftlich verfasst wurde und nicht in einem Briefumschlag steckte. Hier war offenbar in meiner Abwesenheit jemand vor Ort und wollte persönlich mit mir sprechen - also ein Hausbesuch.

Ich finde das alles äußerst merkwürdig und kann mir das nicht erklären. Ich mutmaße, dass die mich zum Sozialamt (Grundsicherung) abschieben wollen. So liest es sich für mich aus dem Schreiben von Ende Mai. Andererseits verstehe ich dann aber nicht, wieso die mich scheinbar so behandeln, als wäre ich geistig/körperlich nicht mehr fähig allein Entscheidungen treffen zu können und mir dann so passiv aggressiv Leistungseinstellung androhen.

Kann sich von euch jemand darauf einen Reim machen?
Wenn mehr Details gebraucht werden, fragt ruhig nach

Danke
 

Piiiter

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
25 März 2020
Beiträge
791
Bewertungen
1.565
Bist bzw warst du denn mit dem JC in Kontakt?
Also warst du bei den Terminen oder hast sie ohne Absage ignoriert?
 

Riddick

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
26 März 2015
Beiträge
32
Bewertungen
2
Das habe ich vergessen, dazu zu schreiben! Ich war nicht bei den Terminen. Bei den Schreiben bzgl. telefonischen Beratungstermins war keine Rechtsmittelbelehrung dabei und ich habe die Termine nicht wahr genommen. Die persönlichen Termine habe ich nicht wahr genommen mit Verweis auf laufende AU.
 

Birt1959

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
18 Juli 2013
Beiträge
1.980
Bewertungen
6.510
Was mir an der Sache extrem komisch vorkommt, ist der ja scheinbar unangekündigte Hausbesuch eines anderen Amtes. Eigentlich wird mitgeteilt, ob der JC ein anderes Amt um Amtshilfe bittet.

Normalerweise schaltet der JC nicht das Gesundheitsamt, sondern den MDK ein. Der lädt dann formell ein und der Ermittlungsdienst des JCs, der auch schon mal unangekündigt vor der Tür steht, hinterlässt bei Abwesenheit wenigstens in meinem Bundesland eine Art Formular mit dem Briefkopf des JC, in dem irgendwas angekreuzt ist. Wenigstens der Anlass des Besuches, denn das der Dienst nicht zum Kaffeetrinken vorbeikommt, ist ja wohl klar.

Dann steckt da ein handgeschriebener Zettel im Briefkasten - höchst seltsam. Konnte an dem Zettel wenigstens erkannt werden, ob das wirklich vom Gesundheitsamt ist? Wenn nicht, würde ich das und den JC umgehend informieren. Denn dann liegt der Verdacht nahe, dass da irgendwo ein Datenleck ist.
 

Riddick

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
26 März 2015
Beiträge
32
Bewertungen
2
Dann steckt da ein handgeschriebener Zettel im Briefkasten - höchst seltsam. Konnte an dem Zettel wenigstens erkannt werden, ob das wirklich vom Gesundheitsamt ist? Wenn nicht, würde ich das und den JC umgehend informieren. Denn dann liegt der Verdacht nahe, dass da irgendwo ein Datenleck ist.
Ja, ich denke das der Zettel echt ist. Der Text war unterschrieben und es war eine Visitenkarte angetackert. Ich habe den Menschen gegoogelt und auch beim Gesundheitsamt gefunden - in der Sparte für sozialpsychiatrische Fälle (Psychische Erkrankungen, Suchtkranke, geistig behinderte Menschen). Der Wortlaut des Textes lässt auch keine Zweifel offen, dass er vom Jobcenter beauftragt worden ist.

Davon abgesehen finde ich dieses Vorgehen absolut unseriös. Ich wurde weder vorab darauf vom JC hingewiesen, noch hat sich diese Person vom Gesundheitsamt schriftlich angekündigt. Das schien mir alles wie ein "Überfall" oder eine "Überraschung" geplant gewesen zu sein. Genauso merkwürdig finde ich die Formulierung im Text, dass meine Leistungen eingestellt werden. Auch das wurde mir vom Jobcenter (noch ?!) nicht angekündigt.
 

HermineL

Super-Moderation
Mitglied seit
4 September 2017
Beiträge
8.533
Bewertungen
24.060
Normalerweise schaltet der JC nicht das Gesundheitsamt, sondern den MDK ein. Der lädt dann formell ein und der Ermittlungsdienst des JCs, der auch schon mal unangekündigt vor der Tür steht, hinterlässt bei Abwesenheit wenigstens in meinem Bundesland eine Art Formular mit dem Briefkopf des JC, in dem irgendwas angekreuzt ist.
Auf den ersten Blick macht das den Anschein das es sich um eine Optionskommune handelt. Das kann nur der TE beantworten. Eine Liste der Optionskommunen gibt es hier.
 

Helga40

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
30 Dezember 2010
Beiträge
9.996
Bewertungen
10.297
Kann aber auch sein, dass das JC aus irgendeinem Grund die Betreuungsbehörde eingeschaltet hat.

So, wie hier

 

Piiiter

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
25 März 2020
Beiträge
791
Bewertungen
1.565
Ich möchte hier nicht der Buhmann sein, aber was soll das JC denn unternehmen, wenn der "Kunde" nicht mit ihnen kommunizieren will oder kann? Hast du die telefonischen Termine in irgendeiner Weise abgesagt?
In begrenzter Form kann ich es schon nachvollziehen, wenn das JC den Sozialpsychiatrischen Dienst des Gesundheitsamtes einschaltet, wenn es für sie unmöglich ist mit dem Kunden zu kommunizieren. Vielleicht macht sich ein Mitarbeiter des JC auch nur Sorgen was mit dem Kunden alles sein kann....

Was ist denn damals aus deiner "Feststellung der Erwerbsfähigkeit" durch den ärztlichen Dienst des JobCenters geworden?
 
E

ExUser 72412

Gast
Einfach abtauchen und weiterhin Unterkunft und Lebensunterhalt gestellt bekommen funktioniert in den seltensten Fällen. Es ist im Zweifelsfall nicht verkehrt, wenn die entsprechende Behörde nachfragt. Es ist nicht zuletzt im Interesse des Betroffenen.
 

Riddick

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
26 März 2015
Beiträge
32
Bewertungen
2
Ich möchte hier nicht der Buhmann sein, aber was soll das JC denn unternehmen, wenn der "Kunde" nicht mit ihnen kommunizieren will oder kann? Hast du die telefonischen Termine in irgendeiner Weise abgesagt?
In begrenzter Form kann ich es schon nachvollziehen, wenn das JC den Sozialpsychiatrischen Dienst des Gesundheitsamtes einschaltet, wenn es für sie unmöglich ist mit dem Kunden zu kommunizieren. Vielleicht macht sich ein Mitarbeiter des JC auch nur Sorgen was mit dem Kunden alles sein kann....

Was ist denn damals aus deiner "Feststellung der Erwerbsfähigkeit" durch den ärztlichen Dienst des JobCenters geworden?
Auf die telefonischen Termine bin ich nicht eingegangen. Allgemein habe ich (auch hier aus dem Forum) eher den Tenor mitgenommen, dass im Falle von "Keine Rechtsmittelbelehrung dabei", man das Schreiben auch gut ignorieren kann. Ich glaube kaum, dass sich da irgend jemand groß Sorgen macht. Jedes Schreiben, das ich vom JC erhalten habe, sei es Telefontermin, persönliche Vorsprache oder auch das Schreiben bzgl. Grundsicherung kamen jeweils von einem anderen Sachbearbeiter.

Aus der "Feststellung der Erwerbsfähigkeit" ist groß nichts geworden. Das war ja so ein Drama und Hin und Her das ganze Jahr über. Da wurden mir die Leistungen komplett gestrichen, weil ich angeblich die Unterlagen nicht eingereicht hätte. Zum Glück hatte ich diese aber persönlich abgegeben und auch quittieren lassen. Nach Monaten kam dann nochmal ein Schreiben, dass die Unterlagen unvollständig seien und ich alles nochmal einreichen solle inkl. Schweigepflichtentbindungen etc pp. Darauf hin habe ich denen mitgeteilt, dass bereits alles Notwendige vorliegt und ich bereit bin zu einem Termin beim ärztlichen Dienst zu erscheinen, falls notwendig. Daraufhin kam nichts mehr. Ich gehe davon aus, dass die meine Unterlagen verschlampt haben und sich nicht die Blöße geben wollen, das zuzugeben.

Ich habe keinen großen Grund gesehen, auf die Einladungen einzugehen, da mit AU ein wichtiger Grund vorliegt, diese eben nicht wahr zu nehmen.

Einfach abtauchen und weiterhin Unterkunft und Lebensunterhalt gestellt bekommen funktioniert in den seltensten Fällen. Es ist im Zweifelsfall nicht verkehrt, wenn die entsprechende Behörde nachfragt. Es ist nicht zuletzt im Interesse des Betroffenen.

Abtauchen finde ich nicht richtig ausgedrückt. Meine AU geht nicht 2x im Jahr 6 Monate lang, sondern die kriegen die immer wieder neu verlängert, weil ich mich ja eben noch in regelmäßiger ärztlicher Behandlung befinde. Außerdem können die doch auch schriftlich mit mir kommunizieren?!
 

Birt1959

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
18 Juli 2013
Beiträge
1.980
Bewertungen
6.510
Auf die telefonischen Termine bin ich nicht eingegangen. Allgemein habe ich (auch hier aus dem Forum) eher den Tenor mitgenommen, dass im Falle von "Keine Rechtsmittelbelehrung dabei", man das Schreiben auch gut ignorieren kann.
Trotzdem kann mensch einen Telefontermin mit Hinweis auf die AU absagen. Einfach per Fax, damit es nachweisbar ist. So wird zumindest verhindert, dass der*die SB*in sich versetzt fühlt und verärgert reagiert.
Ich glaube kaum, dass sich da irgend jemand groß Sorgen macht. Jedes Schreiben, das ich vom JC erhalten habe, sei es Telefontermin, persönliche Vorsprache oder auch das Schreiben bzgl. Grundsicherung kamen jeweils von einem anderen Sachbearbeiter.
Das ist in einigen JCs gängige Praxis. Der JC einer nahen Großstadt hier stellt die Leute immer nur mit Jahresverträgen ein. Da ist ein häufiger Wechsel der zuständigen SB*innen schon beinahe vorprogrammiert. Ich bekam während meines ALG II Bezuges höchstens alle viertel Jahre mal eine Einladung - dazwischen nur irgendwelche VVs mit RFB.
Aus der "Feststellung der Erwerbsfähigkeit" ist groß nichts geworden. Das war ja so ein Drama und Hin und Her das ganze Jahr über. Da wurden mir die Leistungen komplett gestrichen, weil ich angeblich die Unterlagen nicht eingereicht hätte. Zum Glück hatte ich diese aber persönlich abgegeben und auch quittieren lassen. Nach Monaten kam dann nochmal ein Schreiben, dass die Unterlagen unvollständig seien und ich alles nochmal einreichen solle inkl. Schweigepflichtentbindungen etc pp. Darauf hin habe ich denen mitgeteilt, dass bereits alles Notwendige vorliegt und ich bereit bin zu einem Termin beim ärztlichen Dienst zu erscheinen, falls notwendig. Daraufhin kam nichts mehr.
Das wird ja immer kurioser...

Lebst Du in einer Optionskommune? Kann es möglich sein, dass das Sozialamt eingeschaltet wurde, weil Du eventuell aus dem Leistungsbezug aufgrund der Länge der AU fallen könntest? Das würde dann nämlich auch den Besuch des Gesundheitsamtes erklären. Oder erstellte jemand vom ÄD ein Gutachten auf Aktenbasis und das kam nie bei Dir an. Denn wenn da die Einschätzung drinsteht, dass du unter 3 Stunden täglich arbeiten kannst, bist Du aus der Leistung des JCs raus und ein Fall für das Sozialamt und/oder die DRV in Form einer EMR.
Ich gehe davon aus, dass die meine Unterlagen verschlampt haben und sich nicht die Blöße geben wollen, das zuzugeben.
Möglich, aber ich würde auch versuchen, in Erfahrung zu bringen, ob eventuell ein Gutachten des ÄD auf Aktenbasis erstellt wurde.
Ich habe keinen großen Grund gesehen, auf die Einladungen einzugehen, da mit AU ein wichtiger Grund vorliegt, diese eben nicht wahr zu nehmen.
Wie geschrieben - mensch hätte die Termine absagen können. So könnte es den Anschein gegeben haben, dass Du Dich nicht um Deine Belange kümmern kannst. Sich tot-stellen ist keine gute Idee im Umgang mit Behörden jedweder Art.
 

Ruhrpottmensch

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
7 August 2020
Beiträge
2.023
Bewertungen
2.277
Ich denke der @Piiiter hat den Nagel auf den Kopf getroffen! Wird wohl auch (mit) ein Grund sein, warum das "Gesundheitsamt" (auf ungewöhnlichen Wege) beim TE "vorstellig" geworden ist...

Ich würde mich also -schon allein um ein bisschen Dampf aus dem Kessel zu nehmen- zuerst einmal beim JC schriftlich melden, das man weiterhin postalisch erreichbar sei und weiterhin eine Beratung ggü. offen ist und parallel mal beim zuständigen Gesundheitsamt (dem Mitarbeiter der da war) nachfragen, was der Besuch für einen Grund hatte.

Das würde alle mal mehr Licht ins Dunkle bringen, als "wild" in einem Forum zu spekulieren...
 

Enkomion

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
6 März 2020
Beiträge
1.176
Bewertungen
627
Ich denke der @Piiiter hat den Nagel auf den Kopf getroffen! Wird wohl auch (mit) ein Grund sein, warum das "Gesundheitsamt" (auf ungewöhnlichen Wege) beim TE "vorstellig" geworden ist...
Das ganze ist wohl mithin eine Auswirkung der Kooperationsveteinbarung dieses Jobcenters zu "kommunalen Leistungen gem. 16a SGB II", die schon 10 Jahre alt sein soll, laut des Strategiepapiers dieses Jobcenters bis 2022.
Dort wird darin beiont, dass der Einsatz im Bedarfsfall erfolgen soll. Insbesondere sei dies ein entscheidender Baustein bei psychischen Problemen, Suchterkrankungen, um die Vermittlungsbemühungen. MASSNAHMEN zur Eingliederung mittels der IFK zu unterstützen. Dafür sei es wichtig dass sich die ELo Ihrer etwaigen Probleme bewusst seien und an Lösungsmöglichkeiten arbeiten. Steht dort sinngemäss.
Wobei dort nichts steht von etwaiger Leistungseinstellung.
Ich denke, es geht hier darum, den Bedarf zurückzuweisen, den das Jobcenter hier offensichtlich aus höchst eigenem Bedarf konstruiert.
Denn dazu kommt, dass das JC, seit Mai 2021, eine neue Massnahme eingekauft hat. Zielgruppe: Verweigerer, Kontaktabbrecher. Mit Verhaltensauffälligkeiten und ebensolchen Persönlichkeits Auffälligkeiten. Wobei dann noch 10 Problemlagen dazu genannt werden. Dabei auch: Problemlage Motivation.Psychisch, gesundheitlich. Dauer der Massnahme: 6 Monate bis 12 Monate.
Insgesamt könnte das JC die Massnahme als solche, rein theoretisch, letztmalig im Juni 2023 zuweisen.
Insofern ist es gut möglich, dass 16a nur der Wegbereiter für die Zuweisung in die Massnahme sein soll. Ist meine Hypothese dazu.
Wobei dann die Sache mit der Leistungseinstellung eher nur ein unzulässiger Trick wäre, um die 16a Inanspruchnahme vermeintlich zu "gewährleisten".Das ist meine aktuelle Meinung und für mich plausibelste Einschätzung.
 
Zuletzt bearbeitet:

Riddick

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
26 März 2015
Beiträge
32
Bewertungen
2
Das ist in einigen JCs gängige Praxis. Der JC einer nahen Großstadt hier stellt die Leute immer nur mit Jahresverträgen ein. Da ist ein häufiger Wechsel der zuständigen SB*innen schon beinahe vorprogrammiert. Ich bekam während meines ALG II Bezuges höchstens alle viertel Jahre mal eine Einladung - dazwischen nur irgendwelche VVs mit RFB.

Das war bei mir Pre-Erkrankung immer anders. Da hatte ich nur zwei Wechsel, die SB waren sehr sehr lange Zeit immer die/der Gleiche.

Lebst Du in einer Optionskommune?
Laut dem Link von HermineL nicht.

Kann es möglich sein, dass das Sozialamt eingeschaltet wurde, weil Du eventuell aus dem Leistungsbezug aufgrund der Länge der AU fallen könntest? Das würde dann nämlich auch den Besuch des Gesundheitsamtes erklären. Oder erstellte jemand vom ÄD ein Gutachten auf Aktenbasis und das kam nie bei Dir an. Denn wenn da die Einschätzung drinsteht, dass du unter 3 Stunden täglich arbeiten kannst, bist Du aus der Leistung des JCs raus und ein Fall für das Sozialamt und/oder die DRV in Form einer EMR.
Sowas in der Art habe ich auch schon gemutmaßt, aufgrund dieses Grundsicherungschreibens, da kam aber auch nichts mehr nach.

Wie geschrieben - mensch hätte die Termine absagen können. So könnte es den Anschein gegeben haben, dass Du Dich nicht um Deine Belange kümmern kannst. Sich tot-stellen ist keine gute Idee im Umgang mit Behörden jedweder Art.
Wie gesagt, auf die Telefontermine habe ich nicht reagiert. Bei den Einladungen zum persönlichen Gespräch (mit Rechtsmittelbelehrung) habe ich den "Ich nehme den Termin nicht wahr, weil ..."-Zettel immer mit "AU liegt bereits vor" wieder eingereicht. Zudem bekommen sie auch bestimmten Abschnitten immer wieder eine neue AU von mir eingereicht. Die kommt ja nicht von selber dort an. Totstellen ist was anderes finde ich, aber ich kann eure Kritik schon nachvollziehen.

Das würde alle mal mehr Licht ins Dunkle bringen, als "wild" in einem Forum zu spekulieren...
Auch die Meinung kann ich verstehen. Nur haben wir gerade Wochenende und da erreiche ich weder beim Gesundheitsamt, noch beim Jobcenter jemanden. Ich war von diesem Besuch einfach so verwundert, dass ich mich da irgendwem mitteilen wollten und Meinungen einholen wollte, weil ich mir da keinen Reim drauf machen konnte, was hier los ist.

Danke auch an die Beiträge von Helga40 und Enkomion. Das war sehr informativ zu lesen. Mit einer Maßnahme nach §16 SGB II kamen sie ja schon mal, aber nicht nach §16a.

Ich werde kommende Woche versuchen mehr rauszufinden und euch ggf. ein Update mitteilen, wenn ihr interessiert seid. Danke für die vielen Antworten im Thread.:)
 

Woodruff

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
25 Juni 2006
Beiträge
3.927
Bewertungen
3.485
Hallo @Riddick,

Ich will hier die Diskussion nicht unnötig anheizen, bzw. möchte ich Dir auch keine Angst machen.

Einmal etwas zum Thema "Gesetzliche Betreuung":

Voraussetzungen

Die betroffene Person ist nicht in der Lage, ihre Angelegenheiten selbst zu regeln, aufgrund

geistiger, seelischer oder im Ausnahmefall auch körperlicher Behinderung oder
aufgrund einer psychischen Erkrankung.

Der Antrag muss an das Betreuungs-Gericht geschickt werden.

Quelle: https://www.service-bw.de/leistung/...ng+beantragen-792-leistung-0#sb-id-toc-block0

Infos zum Betreuungsrecht

In einem „Betreuungsverfahren“ entscheidet das Gericht über Betreuer, Aufgabenkreise und Einwilligungsvorbehalt. Im Zuge dieses Verfahrens muss Dich der Richter persönlich(!) anhören, und wenn Du das willst, müssen auch Verwandte und Vertrauenspersonen angehört werden. Außerdem wird ein Gutachten eines Sachverständigen eingeholt, in welchem aufgeführt werden muss, aus welchem Grund Du zu welchen Tätigkeiten nicht (mehr) in der Lage bist (angeblich...).

Quelle: http://www.psychiatrie-erfahrene-nrw.de/juristisches/betreuungsrecht.html

So schnell bekommt niemand eine gesetzliche Betreuung, außer es geht beispielsweise um eine psychische Erkrankung:

wenn das eigene Leben gefährdet ist (Suizid),
oder das Leben anderer Menschen gefährdet ist.

Dann kann nach der positiven Beurteilung eines Arztes, die an das Betreungsgericht geht, evtl. auch eine Zwangs- Einweisung erfolgen.
 

Riddick

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
26 März 2015
Beiträge
32
Bewertungen
2
Keine Sorge, vor sowas habe ich keine Angst. :) Ich hatte mich sowieso gewundert, warum vom Gesundheitsamt jemand kommt der auf psychische Fälle, Suchtkranke und geistig Behinderte spezialisiert ist. Trifft ja alles auf mich (nachweislich) nicht zu. Auf die Argumentation wäre ich gespannt.
 

Woodruff

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
25 Juni 2006
Beiträge
3.927
Bewertungen
3.485
Zur Info

In begrenzter Form kann ich es schon nachvollziehen, wenn das JC den Sozialpsychiatrischen Dienst des Gesundheitsamtes einschaltet, wenn es für sie unmöglich ist mit dem Kunden zu kommunizieren. Vielleicht macht sich ein Mitarbeiter des JC auch nur Sorgen was mit dem Kunden alles sein kann....

Für alle Interessierten

Aufgabenbereiche des Sozial- Psychiatrischen Dienstes

Beispiel: Stadt Münster / NRW


Wir bieten Betroffenen, Angehörigen, Freunden, Nachbarn und allen anderen, die Menschen mit psychischen Problemen beistehen wollen, Rat und Hilfe an.

Unsere Angebote sind kostenlos. Wir behandeln alle Gespräche vertraulich und unterliegen der Schweigepflicht.
Wir führen keine Therapiemaßnahmen durch, aber bei Bedarf vermitteln wir Sie gern an fachkundige Einrichtungen.

Quelle: https://www.stadt-muenster.de/gesundheit/psychische-gesundheit/sozialpsychiatrischer-dienst
 

Piiiter

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
25 März 2020
Beiträge
791
Bewertungen
1.565
"Hilfe in Krisensituationen" wird dort auch genannt.
Hier besteht wohl eine AU wegen physischer, nicht wegen psychischer Probleme. SBs sind gewohnt, dass Kunden mit psychischen Problemen nicht zu Terminen erscheinen, bei reinweg physischen Erkrankungen ist das sehr ungewöhnlich. Dies wird beim SB den Verdacht des "Drückebergers" oder "Der hat bestimmt psychische Probleme haben" auslösen.
Jahrelang um Termine drücken funktioniert selten.
 

Woodruff

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
25 Juni 2006
Beiträge
3.927
Bewertungen
3.485
Hallo Riddick,

Es handelt sich um ein Schreiben vom Gesundheitsamt, in dem steht, dass mir Beratung und Hilfe angeboten werden kann, bevor das Jobcenter mir die Leistung komplett einstellt. Was ich dazu noch erwähnen muss, ist, dass dieses Schreiben handschriftlich verfasst wurde und nicht in einem Briefumschlag steckte. Hier war offenbar in meiner Abwesenheit jemand vor Ort und wollte persönlich mit mir sprechen - also ein Hausbesuch.

Konntest Du in der Zwischenzeit den ungebetenen Besuch abwehren, oder geht das munter so weiter?
 

Riddick

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
26 März 2015
Beiträge
32
Bewertungen
2
Hi!

Ich war persönlich beim Gesundheitsamt und habe mit einem Mitarbeiter gesprochen. Der zuständige Mitarbeiter war jedoch im Urlaub und eine Kollegin musste sich in die Sache einlesen um mir weiterzuhelfen. Es hat sich rausgestellt, dass das Gesundheitsamt vom Jobcenter beauftragt wurde sich mit mir in Verbindung zu setzen, weil das Jobcenter "keine Möglichkeit habe mich zu kontaktieren" (keine Telefonnummer oder Email) um ggf. Hilfeleistungen anzubieten (Sozialpsychiatrischer Dienst - psychische Erkrankungen, Suchterkrankungen, geistige Behinderungen). Ich habe mich mit der Dame ein paar Minuten nett unterhalten und bin dann mit ihr so verblieben, dass ich mich um alles weitere selber kümmer und vom Gesundheitsamt keinerlei Tätigkeit stattfinden muss. Warum das Jobcenter davon ausgeht, dass ich in diese Kategorie falle, konnte sie mir auch nicht wirklich beantworten - sie mutmaßte nur dass das Jobcenter möglicherweise davon ausgeht, dass mit mir "psychisch" was sein könnte, weil ich auf die Einladungen nur per AU reagiere und keine Möglichkeit zur Kontaktaufnahme beim Jobcenter hinterlegt habe (Tel, Email). Ich versuche nun seit ~2 Wochen, die Person vom Jobcenter telefonisch zu kontaktieren, die das in Auftrag gegeben hat. Ich wollte hier ein Update zu schreiben, wenn ich beim Jobcenter auch was erreicht habe, aber die Damen und Herren sind offenbar so überarbeitet, dass sie nicht ans Telefon gehen können. Daher gibts von Jobcenter leider noch nichts zu berichten.
 

Ähnliche Themen

Oben Unten