Ich hatte ein Vorstellungsgespräch bei einer Zeitarbeitsfirma und wir sind nicht als Freunde auseinandergegangen. Was kann die Folge sein? (2 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 2)

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Gelöschtes Mitglied 67980

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Hallo.

Stichwortartig:

- ZAF-VG
- Bewerberbogen: wenige persönliche Daten (Name, Adresse, Geburtsdatum) eingetragen, ansonsten blieb es leer und es wurde auf den Lebenslauf verwiesen; erste Seite nicht unterschrieben, Datenschutzklausel unten auf der ersten Bewerberbogenseite gestrichen, zweite Seite unterschrieben, da aber nur auf Lebenslauf verwiesen (es sollten Fähigkeiten in unterschiedlichen Bereichen bewertet werden)
- Begrüssung, allgemeines Gespräch, Abfragen einiger leergebliebener Punkte
- Fragen meinerseits nach der Stelle mit der Referenznummer, Aussage in etwa: "weiss ich nicht genau, vielleicht ist das Jobcenter auch in der Zeile verrutscht, das Inserat könnte es vielleicht nicht mehr geben"; keinerlei Versuch, die Referenznummer im PC oder anderswo zu suchen
- der Lohn auf dem VV ist falsch, wie mir mitgeteilt wird, da "Mindestlohn" mittlerweile höher (Inserat scheint schon etwas älter zu sein)
- danach allgemeine Schilderung der möglichen Tätigkeiten im Lagerbereich, Firmenphilosophie
- ich benenne grundsätzliches Interesse an Stellen, komme aber immer wieder auf die Referenznummer zurück
- eine Stelle mit Beginn am nächsten Tag wird geschildert

Thema Arbeitsvertrag:

Ich sage, dass ich einen Arbeitsvertrag mit nach Hause nehmen und prüfen würde, was abgelehnt wird, da keine Verträge ausgehändigt werden. Eine Prüfung wäre genügend, indem man den Vertrag zum selben Termin, also sofort, gemeinsam besprechen würde. Ich meinerseits entgegne, dass ich mich nicht allein auf die Information des möglichen AG verlassen, also unabhängig prüfen bzw. prüfen lassen möchte. Das sei aber nicht nötig, da man mir hier nichts Falsches erzählen würde.

Einige Diskussion darüber, dass mündlich nichts bindend ist, ich den Arbeitsvertrag also zumindest vorliegen haben müsste, und über einige andere Dinge, auch die Aussage, ein Arbeitsvertrag könne nicht angefertigt werden ohne bestimmte Angaben und Datenfreigaben (was nicht unverständlich ist). Ich verweigere erst, willige mündlich dann zu, dem zu folgen, damit der Arbeitsvertrag angefertigt werden kann, vermute aber, dass das nur passiert, wenn ich die Unterschrift vorher zusage. Dies wird verneint, nach einer weiteren Diskussion wird dann aber klar gesagt, der Vertrag wird nur angefertigt, wenn vorher entschieden ist, dass das Arbeitsverhältnis auch begonnen wird.

Bei einigen anderen Fragen wurde auf die Internetseite der Firma verwiesen (die ich vor Vertragsanfertigung ja gar nicht mehr betrachten kann), bei einigen anderen Fragen wird sich herumgewunden:

- einsatzfreie Zeiten gäbe es nicht mehr, die Firmen würden nur noch langfristig suchen; auf Nachfrage, was, falls es doch passiert, wieder dieselbe Aussage
. es wird nicht klar, inwieweit sich das Stelleninserat auf eine wirkliche Stelle bezieht (neben der ZAF-Adresse erfolgt nur eine generelle Angabe, die nach Aussage des Disponenten das weitere Innenstadtgebiet umfasst, Lohn wie gesagt auf VV falsch angegeben, auf der Jobbörse aber drei Wochen nach Erstellung des VV richtiggestellt)

- Geplänkel ("ich glaube, sie wollen gar nicht arbeiten", "was haben Sie über Zeitarbeitsfirmen denn so gehört?")

Letztendliches Auseinandergehen mit folgendem Ergebnis:

- Disponent möchte weitere Unterschriften unter Lebenslauf und Bewerberbogen, welche ich verweigere; mit Zeigen auf das unterschriebene Anschreiben samt daran geheftetem Lebenslauf und den Zeugnissen die Aussage, dass das dann die Dokumente seien

- meinerseits äussere ich, dass ich weitergeben werde, dass mir zu der Ref.-Nr. kein konkretes Jobangebot den Angaben auf dem VV entsprechend gegeben wurde, allerdings ein anderes, dessen Arbeitsvertrag ich mitnehmen und überprüfen wollte, mir seitens des Disponenten allerdings mitgeteilt worden ist, seine mündlichen Angaben und die im Arbeitsvertrag seien für eine Prüfung ausreichend und der Vertrag müsste noch am selbten Termin unterschrieben werden

Klingt alles in allem schwierig, was es auch war, und erwarte eine weniger freundliche Rückmeldung des Disponenten an das Jobcenter.

Interessant wäre die Frage, wann der Mindestlohn bei ZAF für solche Helfertätigkeiten von 9,79 auf die vom Disponenten und dem geänderten Jobbörse-Inserat angegebenen 9,96 gestiegen ist. Kann mir schlecht vorstellen, dass ein lange veraltetes Inserat zulässig ist im Rahmen eines VV, wenn es erst nach Ausstellung des VV aktualisiert wurde. (Anmerkung: geklärt. Wurde am 1.Oktober 2019 auf 9,96 angehoben)

Danke schon einmal für Rückmeldungen.
 

SB Feind

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Hallo.

Der Disponent ist bestimmt sauer auf dich er hat keine entsprechenden Unterschriften bekommen und konnte kein Arbeitsvertrag abschließen mit dir. Vielleicht verliert diese Zaf auch einen Auftrag an einer anderen Zaf weil er nicht schnell genug einen Bewerber für die Stelle hatte. Ich denke der wird sich beim Amt richtig ausheulen über dich.

Ich hatte vor einigen Tagen auch ein Gespräch bei der Zaf und auch wegen Einsatzfreien Zeiten drauf hingewiesen das die das Risiko nicht auf dem Arbeitnehmer abwälzen dürfen. Als Antwort verwies man mich auf Ihre Verträge. Ich darauf am Ende kann ja das Arbeitsgericht im so einem Fall entscheiden.:cool:
 

bitterlemon

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Klingt alles in allem schwierig, was es auch war, und erwarte eine weniger freundliche Rückmeldung des Disponenten an das Jobcenter.
Also ich finde du hast alles richtig gemacht und der Disponent hat nichts gegen dich in der Hand. Du bist jetzt vom Geschehen emotional befangen, aber als Außenstehender (wie ich) sieht man die Sache ganz nüchtern.

1) Der Disponent kann dich nicht festnageln, weil du über (d)einen Lebenslauf & Zeugnisse hinaus nichts persönliches Preis geben wolltest. Wie soll er die angestrebte Pool-Bildung vor dem JC begründen?
2) Über die Sache mit der Referenznummer kann er dir auch keinen Strick drehen, denn genau auf die Referenznummer und der dazugehörige Job kommt es ja an. Alles andere was er dir anbietet wäre ja so eine Art Lockvogelangebot -mit einer niederschwelligen Stelle inserieren damit sich möglichst viele Bewerber melden um ihnen dann wegen Sanktionsangst was anderes anbieten. Wie soll er das begründen, wo er dich auf eine bestimmte Stelle einlädt?
3) Die Sache mit dem Arbeitsvertrag. Auch hier hast du sehr wohl einen Anspruch den Vertrag nach Hause zu nehmen und ggf. z.B. durch einen Anwalt zu überprüfen. Also auch hier hat er nichts in der Hand, da unter Druck vor Ort unterschreiben sogar als Nötigung gewertet werden könnte. Also auch diesbezüglich könnte er nichts melden.

Insofern glaube ich nicht, dass vom Disponenten noch was kommen wird. Denn er weiß: Es geht um viel für dich und du würdest jeden Rechtsweg gehen, wenn du sanktioniert wirst. Was hätte ER denn vom ganzen Stress...?
 

gila

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Die alles entscheidende Frage wäre für mich hier: will ich diesen Job überhaupt? Demnach würde ich mein Handeln auch ausrichten...

War der VV mit RfB?
 
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Gelöschtes Mitglied 67980

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Der Disponent ist bestimmt sauer auf dich er hat keine entsprechenden Unterschriften bekommen und konnte kein Arbeitsvertrag abschließen mit dir. Vielleicht verliert diese Zaf auch einen Auftrag an einer anderen Zaf weil er nicht schnell genug einen Bewerber für die Stelle hatte. Ich denke der wird sich beim Amt richtig ausheulen über dich.
Zum Ende hin wurde es tatsächlich etwas frostig. Nach den ersten paar Minuten Diskussion über den Arbeitsvertrag hatte es sich wohl auch für ihn wohl schon erledigt.

1) Der Disponent kann dich nicht festnageln, weil du über (d)einen Lebenslauf & Zeugnisse hinaus nichts persönliches Preis geben wolltest. Wie soll er die angestrebte Pool-Bildung vor dem JC begründen?
Ich würde nicht mal sagen, dass ich nichts Persönliches preisgab, aber das passierte eben im Gespräch. Zu Beginn war das Gespräch eigentlich auch recht freundlich.

2) Über die Sache mit der Referenznummer kann er dir auch keinen Strick drehen, denn genau auf die Referenznummer und der dazugehörige Job kommt es ja an. Alles andere was er dir anbietet wäre ja so eine Art Lockvogelangebot -mit einer niederschwelligen Stelle inserieren damit sich möglichst viele Bewerber melden um ihnen dann wegen Sanktionsangst was anderes anbieten. Wie soll er das begründen, wo er dich auf eine bestimmte Stelle einlädt?
Die Einladung war interessanterweise nicht auf die Referenznummer bezogen, sondern allgemein. Nachdem ich mich hier vorher etwas durchgelesen habe, wusste ich, dass darauf zu achten und auch immer mal wieder auf den Job mit der Referenznummer zu verweisen ist. Allerdings war auch im Gespräch selbst schnell klar, dass es seitens der Disponenten als allgemeines Vorstellungsgespräch gedacht ist.

3) Die Sache mit dem Arbeitsvertrag. Auch hier hast du sehr wohl einen Anspruch den Vertrag nach Hause zu nehmen und ggf. z.B. durch einen Anwalt zu überprüfen. Also auch hier hat er nichts in der Hand, da unter Druck vor Ort unterschreiben sogar als Nötigung gewertet werden könnte. Also auch diesbezüglich könnte er nichts melden.
Bestätigt die schlechten Vorurteile über ZAF ja nur. Immerhin hat er nicht lange herumgeredet und gleich gesagt, dass die Angaben der Firma reichen müssen. Es wurde später dann auch auf keine Fragen mehr wirklich konkret geantwortet, sondern immer darauf verwiesen, dass das im Arbeitsvertrag steht - den ich zu dem Zeitpunkt ja aber nur noch zu Gesicht bekommen hätte, hätte ich "glaubhaft mein Interesse am Job" gezeigt.

Insofern glaube ich nicht, dass vom Disponenten noch was kommen wird. Denn er weiß: Es geht um viel für dich und du würdest jeden Rechtsweg gehen, wenn du sanktioniert wirst. Was hätte ER denn vom ganzen Stress...?
Es stellt sich die Frage, wieviel Arbeit es für einen Disponenten wirklich ist. Er wird kaum davon ausgehen, irgendwann mal vor einem Gericht aussagen zu müssen oder ähnliches, und ein Brief ist schnell geschrieben. Allerdings denke ich, dass ich so oder so vor dem SB gut argumentieren kann.
Die alles entscheidende Frage wäre für mich hier: will ich diesen Job überhaupt? Demnach würde ich mein Handeln auch ausrichten...

War der VV mit RfB?
Ja, war mit RFB, sonst hätte ich mich darauf auch nicht beworben. Allein schon aus dem Grund, weil im VV nur die grundlegenden Angaben ohne wirkliche Aussagekraft standen.
 

Ursula66

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Keine Referenznummer, kein konkretes und hinreichend bestimmtes Stellenangebot, welches Du auf Zumutbarkeit überprüfen kannst.
Somit kannst du auch keinen Arbeitsvertrag unterschreiben.

Schau mal, evtl. passt das Urteil ja für Dich (es gibt sicher noch andere Urteile):

LSG Sachsen Az. L 2 B 141/08 AS ER v. 02.04.2008 Beschluss meinte:

Redaktioneller Leitsatz Die Absenkung des ALG II nach § 31 Abs. 1 S. 1 Nr. 1 lit. c) SGB II setzt voraus, dass dem Hilfebedürftigen ein hinreichend bestimmtes Arbeitsangebot vorlag. Im Angebot müssen die Art der Tätigkeit, ihr zeitlicher Umfang, die zeitliche Verteilung und die vorgesehene Entlohnung bezeichnet werden. Es reicht nicht aus, den erwerbsfähigen Hilfebedürftigen lediglich eine Einrichtung oder einem Arbeitgeber zuzuweisen. Daher kann die Nichtbeachtung eines Stellenangebotes, in welchem eine Hauswirtschafterin für die Tätigkeit in Privathaushalten gesucht wird und in dem unter der Rubrik "Arbeitgeberkontakt" eine private Arbeitsvermittlung angegeben ist, keine Sanktionsfolgen auslösen.
ELO-Forum: Vermittlungsvorschlag ohne Adresse #3
Link zum Urteil: L 2 B 141/08 AS-ER · LSG FSS · Beschluss vom 02.04.2008 ·
Was die Prüfung auf Zumutbarkeit betrifft, da gibt es auch mind. ein Urteil, finde es aber gerade nicht.
 
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Gelöschtes Mitglied 67980

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Keine Referenznummer, kein konkretes und hinreichend bestimmtes Stellenangebot, welches Du auf Zumutbarkeit überprüfen kannst.
Somit kannst du auch keinen Arbeitsvertrag unterschreiben.

Schau mal, evtl. passt das Urteil ja für Dich (es gibt sicher noch andere Urteile):



Was die Prüfung auf Zumutbarkeit betrifft, da gibt es auch mind. ein Urteil, finde es aber gerade nicht.
Die Referenznummer auf dem VV gab es ja, sie spielte nur weder auf der Einladung der ZAF noch im VG eine konkrete Rolle. Es wurde gleich zu Anfang des VG deutlich gezeigt, dass sie für den Disponenten im Grunde egal ist.

Der VV gab ausserdem eben noch das Übliche her: Berufsbezeichnung, Anzahl Arbeitsstunden, Stundenlohn, grob die Arbeitsstätte (Adresse der ZAF), Eintrittstermin. Die Stellenbeschreibung und die geforderten Kenntnisse waren dann aber eben sehr knapp und auf dem Niveau von: Sie schleppen eine Sache von hier nach dort. Grundkenntnisse: Schleppen.

Das Jobangebot, das mir im VG gemacht wurde, war natürlich ausführlicher.
 

gila

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Die Referenznummer auf dem VV gab es ja, sie spielte nur weder auf der Einladung der ZAF noch im VG eine konkrete Rolle. Es wurde gleich zu Anfang des VG deutlich gezeigt, dass sie für den Disponenten im Grunde egal ist.
Das unterstreicht nicht gerade die Seriösität dieser ZAF und daher würde ich mir auch von keinem Jobcenter an den Karren fahren lassen nachträglich wenn ich dann aus berechtigtem Zweifel einen möglichen Arbeitsvertrag erst einmal überprüfen lassen will. Alles eine Frage der Argumentation und eben auch der Frage ob du den Job wolltest, willst oder nicht...

Sie schleppen eine Sache von hier nach dort. Grundkenntnisse: Schleppen.
Auch das klingt weder seriös noch in irgendeiner Weise wertschätzend einem Arbeitnehmer gegenüber. Schließlich verdient die ZAF an deiner Schlepperei und an deinem krummen Kreuz für Mindestlohn ihr Geld ohne einen Finger zu rühren
 
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Gelöschtes Mitglied 67980

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Das unterstreicht nicht gerade die Seriösität dieser ZAF und daher würde ich mir auch von keinem Jobcenter an den Karren fahren lassen nachträglich wenn ich dann aus berechtigtem Zweifel einen möglichen Arbeitsvertrag erst einmal überprüfen lassen will. Alles eine Frage der Argumentation und eben auch der Frage ob du den Job wolltest, willst oder nicht...
Bei berechtigtem Zweifel ohnehin, aber auch im besten aller Fälle muss es selbstverständlich sein, so einen Vertrag hinreichend prüfen zu können. Es ist alles rechtlich bindend, gerade bei ALG II-Bezug auch heikel, erst recht, was auch Kündigungen betrifft, usw. Deswegen halte ich meine Argumentationsposition eigentlich auch für gut, allerdings war das Jobcenter bei mir in den letzten paar Monaten sehr aktiv, man könnte den Fall hier also erstmal gegen mich nutzen, indem man erst einmal eine Sanktion verhängt.

Sagen wir mal so: ich bin zufrieden damit, dass ich mich mit dem Disponenten darauf einigen konnte, dass andere den Job mehr wollen als ich.
 

Ursula66

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Die Referenznummer auf dem VV gab es ja, sie spielte nur weder auf der Einladung der ZAF noch im VG eine konkrete Rolle. Es wurde gleich zu Anfang des VG deutlich gezeigt, dass sie für den Disponenten im Grunde egal ist.
Aha. Du hast Dich nur auf diese Stelle beworben. Handelt es sich nicht um exakt diese Stelle, ist ein Arbeitsvertrag hinfällig.

Bei einem Arbeitsvertrag für eine anderes Stellenangebot hat man Dir erst das konkrete Stellenangebot vorzulegen, damit Du es auf Zumutbarkeit prüfen kannst. Und selbstverständlich muss Dir der AG den Arbeitsvertrag zur Prüfung aushändigen. Das Recht kann Dir niemand nehmen. Sanktionieren kann man Dich deswegen nicht.
 
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Gelöschtes Mitglied 67980

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Aha. Du hast Dich nur auf diese Stelle beworben. Handelt es sich nicht um exakt diese Stelle, ist ein Arbeitsvertrag hinfällig.

Bei einem Arbeitsvertrag für eine anderes Stellenangebot hat man Dir erst das konkrete Stellenangebot vorzulegen, damit Du es auf Zumutbarkeit prüfen kannst.
Es wurde von der ZAF ja geschickt gemacht: der VV bezog sich auf eine Helfertätigkeit in einem Bereich, in dem immer gesucht wird, und zwar immer zu denselben Bedingungen, eben denen, die auch auf dem VV stehen. In einer Woche hätte man mir bei einem VG bei der ZAF vermutlich einen anderen Job angeboten, aber der hätte genauso zu den Angaben auf dem VV gepasst.

Vermutlich keine unübliche Praxis.

Und selbstverständlich muss Dir der AG den Arbeitsvertrag zur Prüfung aushändigen. Das Recht kann Dir niemand nehmen. Sanktionieren kann man Dich deswegen nicht.
Denke, darin stimmen wir hier alle überein. Es wunderte mich auch, dass sofort kategorisch nein dazu gesagt wurde.
 

Kerstin_K

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Welnn man einen Vertrag sofort unterschreiben soll und nicht zum Prüfen oder wenigstens mal drüber Schlafen mit nehmen darf, dann gehen bei mir alle Alarmglocken an. Warum wollen die das nicht? Steht da irgendwas unrechtmäßiges oder den Arbeitnehmer extrem benachteiligendes drin? Sowas ist unseriös und meistens st da was faul..
 

SB Feind

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Das sind die gleichen Methoden wie bei so Haustür Geschäften, irgendso ein Versicherungs oder Staubsauger Vertreter will dir was andrehen, und versucht an deiner Unterschrift zu kommen. Die wollten mal meiner Oma den Koran andrehen die habe ich gleich rausgeschickt.
 

OldieButGoldie

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Ich denke, man kann nicht zuverlässig sagen, welche Konsequenzen das alles hat. Das kann eine langwierige Sache werden. Viele Disponenten schreiben in das "Anhörungsformular", dass das durch das Verhalten die Anbahnung der Beschäftigung vereitelt wurde. Das muss man dann widerlegen und hat dabei idR schlechte Karten. Wann wird denn mal einem Elo geglaubt? Da man zu VV keinen Beistand mit nimmt, Aussage gg. Aussage.

Das kann durchaus auch dann negativ ausgelegt werden, wenn man einen konkreten, alternativ angebotenen Job nicht annimmt.
Denn grundsätzlich hat man ja alles zu unternehmen, was die Hilfebedürftigkeit beendet.
Dazu kann durchaus auch gehören, dass man ein anderes Angebot des potentiellen AG in Erwägung zieht.
Natürlich muss das Angebot dann konkretisiert sein und auch die Gelegenheit gegeben werden, die Zumutbarkeit zu prüfen.

Alles in allem bin ich eher pessimistisch, wenn eine ZAF einem Elo eine rein drücken will. Daher hängt es aus meiner Sicht maßgeblich davon ab, was die ZAF für eine Rückmeldung gibt. Damit steht und fällt die Chance/Risiko einer Sanktion.
 

gila

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Hier gibt es sehr viel "kann" und "sollte" und "man müsste" - das ist meist die Ebene der Diskussion mit einem SB und oft auch gewisser "Allmachtsfantasien" ...
jedoch "sollte" man sich da auch nichts einfach so gefallen lassen, schon gar nicht das Schrauben am Existenzminimum auf "vage" Vorwürfe -
spätestens das Gericht wird den KONKRET vorgetragenen Fakten auch bezüglich der RECHTE, die man hat, um ein Arbeitsverhältnis/Vertrag einzugehen
dann Gehör schenken müssen.

Auch muss man sich lt. einem VV mit RfB (noch immer) NUR um DIE Stelle bemühen, die im VV (hoffentlich) konkret und richtig benannt wurde.
Man ist durch diesen VV nicht "beschwert", sich um "andere Angebote" zu bemühen - schon gar nicht, wenn der pot. "AG" hier keinen ausreichenden Einblick in seine Verträge gewährt und dadurch kein Vertrauen entstehen kann.

Bei Rückmeldungen durch die ZAF muss man hier glich in der Anhörung Forderungen stellen, wie Nennung von Name und Vorlage des genauen Inhalts des Gespräches der ZAF und die Ankündigung, dass man mangels "Wahrheitsgehalt" dieser Aussagen rechtliche Schritte in Erwägung zieht - auch nicht davor zurück scheut, in den heute ja üblichen Bewertungen im Internet die Angelegenheit zu schildern. Auch, dass man dort seiner elementarsten Rechte (Vertragsprüfung) beraubt wird und das macht keinen guten Eindruck.

Sehr häufig "stockt" spätestens hier dann die Drohhaltung des JC. Oft gibt es nämlich nichts Schriftliches von der ZAF/AG - oder es hat Inhalte, die man nicht unbedingt dem Elo zur Kenntnis bringen möchte, weil man dann selbst ins Visir gerät ;-) ... Unterstellung, üble Nachrede, Datenschutz ...

Ich denke mal der TE hat hier schon sehr viel richtig gemacht und "gesammelt" und wird das sicherlich überstehen.
 

bitterlemon

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Es stellt sich die Frage, wieviel Arbeit es für einen Disponenten wirklich ist. Er wird kaum davon ausgehen, irgendwann mal vor einem Gericht aussagen zu müssen oder ähnliches, und ein Brief ist schnell geschrieben. Allerdings denke ich, dass ich so oder so vor dem SB gut argumentieren kann.
Also ein Disponent, der sinngemäß Sprüche wie "Sie wollen gar nicht arbeiten" drauf hat -weiß er was Sache ist. D.h. ihm ist bewußt, dass wenn er eine Sanktion herbeiführt -dass du dich dann wehren wirst und musst. Ob er jetzt vor Gericht aussagen muss oder nicht -sei mal dahingestellt. Er weiß aber zumindest, dass er gut argumentieren muss. Und jetzt stellt sich die Frage: Warum sollte er so einen Aufwand betreiben um "nur" nachzutreten?

Also da musst du ihn schon richtig auf Palme gebracht haben, als nur einen Vertrag nach Hause nehmen zu wollen oder nach der Referenznummer zu fragen....
 

ZynHH

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Fragen meinerseits nach der Stelle mit der Referenznummer, Aussage in etwa: "weiss ich nicht genau, vielleicht ist das Jobcenter auch in der Zeile verrutscht, das Inserat könnte es vielleicht nicht mehr geben"; keinerlei Versuch, die Referenznummer im PC oder anderswo zu suchen
An der Stelle wäre ich gegangen und hätte meine Unterlagen wieder mitgenommen, da ich mich auf eine konkrete Stelle beworben habe.
 

gila

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Weil Disponenten per se widerwärtige Widerlinge sind. Sie machen es weil sie es können.
Na na ... ich meine mal, das gleitet hier dann doch ein wenig ab. "Per se" kann man nur dann behaupten, wenn man wirklich "alle" Disponenten
durch hat und diese Erfahrung gemacht hat. Ich habe auch durchaus sehr seriöse Disponenten kennengelernt - kommt auch darauf an, was für eine
ZAF es ist.
 

OldieButGoldie

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Für mich klang es so, als hätte der TE nichts zu befürchten. Ich wollte keine "Panik" verbreiten.
Es ging mir nur darum, dass man sich nicht in absoluter Sicherheit wähnt, sondern sich innerlich auf einen möglichen GAU vorbereitet.
Man steckt einfach nicht drin, wie sich die Sache entwickelt. Hängt vom Disponenten ab, wie der drauf ist. Und der kann einem ziemlichen Stress bereiten.
Was aber nicht bedeutet, dass man diesen Kampf grundsätzlich verliert! Es kann, muss aber nicht! zu enormen Stress kommen.
 

gila

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@OldieButGoldie:

Hier gibt es sehr viel "kann" und "sollte" und "man müsste" - das ist meist die Ebene der Diskussion mit einem SB und oft auch gewisser "Allmachtsfantasien" ...
Das betraf nicht DEINE "kanns und solltest" - das IST schon leider so - sondern die genannte Ebene ELO-SB, wo genau solche Auseinandersetzungen jedes Mal ausgefochten werden! Und man sich leicht von diesem "könnte-hätte-müsste" beeindrucken lässt und in die Diskussion einsteigt - und die TATSACHEN nicht benennt und abwehrt.
 

SB Feind

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je nach Aussage des Disponenten wird ja eine eventuelle Anhörung und danach meist Sanktion ausgelöst. Deswegen kann man den Disponenten auch wegen übler Nachrede bzw Verleumdung dran kriegen. Und mir kommt es so vor das nach einer Anhörung grundsätzlich sanktioniert wird auch wenn die vom Amt wissen das die damit vor Gericht nicht durchkommen. Also wäre hier auch Vorsätzlich Körperverletzung mit bei.
 
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Gelöschtes Mitglied 67980

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Das kann durchaus auch dann negativ ausgelegt werden, wenn man einen konkreten, alternativ angebotenen Job nicht annimmt.
Denn grundsätzlich hat man ja alles zu unternehmen, was die Hilfebedürftigkeit beendet.
Dazu kann durchaus auch gehören, dass man ein anderes Angebot des potentiellen AG in Erwägung zieht.
Natürlich muss das Angebot dann konkretisiert sein und auch die Gelegenheit gegeben werden, die Zumutbarkeit zu prüfen.
Angehört habe ich es mir ja, es war erst eine allgemeine Darstellung möglicher Tätigkeiten und dann die einer konkreten. Allerdings wurde die Überprüfung des Arbeitsvertrages ja generell ausgeschlossen.

An der Stelle wäre ich gegangen und hätte meine Unterlagen wieder mitgenommen, da ich mich auf eine konkrete Stelle beworben habe.
Das war mir zu unsicher. Ich wollte nicht derjenige sein, der das Gespräch beendet, damit es nicht so gedeutet werden kann, dass ich anderen Stellenangeboten gegenüber nicht aufgeschlossen bin.
 
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