Ich habe mehrere Fragen zu Vermittlungsvorschlägen, bitte um Tipps

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FrauStahl

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Liebe ELOs,

im vergangenen Monat sind bei mir einige Vermittlungsvorschläge der Bundesagentur für Arbeit ins Haus geflattert. Ich war zwar vor einigen Jahren schon mal für kurze Zeit in einer Maßnahme, aber mit den VVs habe ich leider wenig Erfahrung und habe daher eine Hand voll Fragen:

1. Das Beiblatt soll ja zurückgesendet werden - dafür entstehen mir ja nun Kosten für Umschläge und Briefmarken. Ich beziehe ALG I und Stocke mit Hartz IV auf. Gibt es eine Möglichkeit die Kosten erstatten zu lassen?
2. Auf dem Beiblatt soll eingetragen werden, ob man eingestellt wurde oder nicht und warum. Nun erhält man von vielen Firmen ja oft nicht einmal eine Absage und wirklich nie einen konkreten Grund. Wie würdet ihr die Anlage denn ausfüllen?
3. Viele VVs sind ziemlich unpassend in der Art und Weise, dass ich keine der geforderten Fertigkeiten und Kenntnisse. Ist dies ein Grund den VV abzulehnen?
4. Zwei der VVs waren örtlich sehr ungünstig gelegen. Einer der Arbeitgeber lag so, dass ich mit öffentlichen Verkehrsmitteln 2 Stunden einfach gebraucht hätte (Führerschein besitze ich aus medizinischen Gründen nicht). Der Zweite lag in einem Ort, wo wohl tatsächlich gar keine Anbindung mit den Öffentlichen besteht, zumindest konnte von Google Maps keine gefunden werden. Ein Bekannter von mir meinte, der Ort bzw. das angeschlossene Gewerbegebiet werde seit einem halben Jahr nicht mehr angefahren, weil Verkehrsverbund und Kommune sich angezickt haben...wie auch immer jedenfalls komme gibt es wohl keinerlei Anbindung. Was mache ich denn in diesen Fällen ? :(
 

Texter50

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Soweit ich weiß:
zu 1) wenn nix weiter schriftlich festgelegt wurde (EGV), dann würde ich die Dinger sammeln, mir Notizen dazu drauf machen, die abheften umd zur Vorsicht zum nächsten Termin mitnehmen (nur auf Aufforderung vorzeigen) = das kostet nix extra; mich hat da allerdings noch nie wer nach gefragt, was nix bedeutet
zu 2) da kannste für Dich eintragen, wann Du Dich beworben hast - auf mehr haste keinen Einfluss, lass es leer
zu 3) wenn ich mich nicht irre, sollst Du nur passende VVs bekommen; absolut unpassende VVs würde ich Rückfragen
zu 4) kannste die Arbeit nicht erreichen, also innerhalb der Zumutbarkeit, würde ich das feststellen - so mit Fahrplan und Fahrtzeit und unmögliche Angebote ebenfalls hinterfragen (das SB wird wissen, dass Du keinen Führerschein hast)

Haben die VVs einen angehängten Zettel mit Rechtsfolgenbelehrung, muss man sich - so mein SB vonner AfA - nicht mal bewerben - habe ich aber nur mündlich.
 

Buerosklave

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Zu 1: Sowas kann man einfach mit zum nächsten regulären Termin mitnehmen. Bei mir hat sich das Amt jedenfalls noch nie beschwert, dass ich sowas nicht oder nicht pünktlich zurückgeschickt hätte.

Zu 2: Inzwischen mache ich die Rückmeldung über den Loginbereich auf der Jobbörsen-Homepage. Dort kann man aus einem Drop-down-Menü verschiedene Punkte auswählen (Beworben, Auswahlprozess läuft, Bewerbung zurückgezogen, Zusage erhalten, Eingestellt ab, abgelehnt). In Papierform würde ich einfach eine gewisse Zeit warten (z.B. 4 Wochen) und dann auf der Rückantwort eingetragen, wann du dich beworben hast und dass zum zum aktuellen Stichtag (Datum vermerken!) noch keine Rückantwort bekommen hast.

zu 3: Dass man keine Lust hat, sich auf unpassende VV nicht zu bewerben, kann ich durchaus nachvollziehen, doch wie Ottokar schon schrieb, gibts im SGB keinen Qualifikationssschutz. Und wenn man sich wissentlich negativ bewirkt, kann das als Sanktionsgrund herangezogen werden, ist also ein Tanz auf dem Vulkan. Im Grunde kann man also nur die üblichen Floskeln nutzen ("...bin mir sicher, mich schnell in den für mich neuen Bereich einarbeiten zu können..."),damit der Arbeitgeber selbst das Interesse verliert. Auch wenns für beide Seiten (Erwerbsloser und Arbeitgeber) lästig ist.

zu 4: siehe 3. Man könnte beispielsweise im Lebenslauf den Punkt, wo es um den Führerschein geht, relativ weit vorne anbringen.
 

FrauStahl

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Zu 3.
Das SGB kennt bei der Zumutbarkeit von VV keinen Qualifikationsschutz.
Also kein (formaler) Grund (allein) einen VV abzulehnen.

zu 3: Dass man keine Lust hat, sich auf unpassende VV nicht zu bewerben, kann ich durchaus nachvollziehen, doch wie Ottokar schon schrieb, gibts im SGB keinen Qualifikationssschutz. Und wenn man sich wissentlich negativ bewirkt, kann das als Sanktionsgrund herangezogen werden, ist also ein Tanz auf dem Vulkan. Im Grunde kann man also nur die üblichen Floskeln nutzen ("...bin mir sicher, mich schnell in den für mich neuen Bereich einarbeiten zu können..."),damit der Arbeitgeber selbst das Interesse verliert. Auch wenns für beide Seiten (Erwerbsloser und Arbeitgeber) lästig ist.

Auch wenn schon etwas Zeit vergangen ist wollte ich nochmal nachhaken:
Es ging mir weniger um "Unzumutbarkeit".
Es ging einfach darum, dass der Arbeitgeber ja hier und da schon sehr konkret sagt, was er sucht und welche Kenntnisse er mindestens haben möchte. Letzteres steht ja auch oft auf der zweiten Seite nochmal ganz konkret. Natürlich erfüllt man eher selten alle Anforderungen, aber es ist leider auch regelmäßig der Fall, dass ich keine einzige davon erfülle und auch oft "erweiterte Kenntnisse" in Bereichen oder mit Werkzeugen gefragt sind, mit denen ich wirklich keinerlei Kenntnisse habe. Oder zum Beispiel auch einfach "Führerschein Klasse B zwingend erforderlich", den ich ja leider aus medizinischen Gründen abgeben musste.
 

Zermürbt38

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Dann beantrage eine Maßnahme zum Erwerb des Führerscheins.
Hallo der musste aus gesundheitlichen Gründen abgegeben werden nicht gelesen? Für was dann eine Maßnahme zum Erwerb eines Führerscheines! Und selbst wenn, könnte man keinen zwingen für einen Job seinen Führerschein zu machen. Das ist immer noch Privatsache und jeder kann für sich entscheiden. Soweit käme es noch!
 

Buerosklave

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Natürlich erfüllt man eher selten alle Anforderungen, aber es ist leider auch regelmäßig der Fall, dass ich keine einzige davon erfülle und auch oft "erweiterte Kenntnisse" in Bereichen oder mit Werkzeugen gefragt sind, mit denen ich wirklich keinerlei Kenntnisse habe. Oder zum Beispiel auch einfach "Führerschein Klasse B zwingend erforderlich", den ich ja leider aus medizinischen Gründen abgeben musste.

Also rein vom logischen Standpunkt her sollte man erwarten, dass der bloße Hinweis an den Vermittler reicht, dass man die Anforderungen nicht erfüllt. Die Praxis sieht leider eher so aus, dass die JC-Schergen für logische Argumente in der Regel nicht sonderlich empfänglich sind, sondern dann gerne mal von Fahrgemeinschaften oder der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel fantasieren, was -je nach individuellem Wohnort- mehr oder weniger schlecht umsetzbar ist. Ist ja schön, wenn man in den Schulzeiten den Schulbus nutzen kann,um seinen Arbeitsort zu erreichen....und was macht man in den Ferien ? Ebenso ist es mit Fahrgemeinschaften: was macht man,wenn die Mitfahrgelegenheit krank ist oder Urlaub hat ? Auch Urlaub nehmen oder krank machen ? Will sagen: ich halte solche Vorschläge, dass man so einen Job ja trotzdem annehmen könnte, für ziemlich fragwürdig.

Ähnlich ist es bei den fachlichen Fähigkeiten. Längst nicht jede Fähigkeit kann man mal eben in 3-4 Tagen Anlernzeit erlernen. DEN Arbeitgeber möchte ich sehen, der bereit ist, einen Arbeitnehmer einzustellen, den er erst noch ausbilden muss,wenn gleichzeitig 3 andere vor der Tür stehen, bei denen er das nicht machen muss.
 
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