Ich habe kurzfristig eine Maßnahme zugewiesen bekommen, die ich nicht antreten kann und möchte. Eine Eingliederungsvereinbarung wurde erst mit der Zuweisung überstellt. Wie gehe ich vor?

Lkshvy

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Hallo zusammen,

Ich hoffe, dass das Forum noch aktiv genug ist, mir zeitnah bei diesem Thema zu helfen, da alles sehr kurzfristig vom Amt eingefädelt wurde.

Ich bin psychisch durch somatoforme Störungen und Verdacht auf Autismus und ADHS seit Juli 2020, also nunmehr 3 Monate, arbeitslos. Aufgrund von Corona hat bisher nur ein kurzes persönliches Beratungsgespräch stattgefunden, in dem ich meine gesundheitliche Entwicklung seit dem letzten Gespräch (Ende 2018), sowie Anforderungen was Arbeitszeit und -umfeld angeht, sowie den Wunsch geäußert, mein Abitur nachzuholen. Es wurde keine Eingliederungsvereinbarung unterschrieben.
Mit 22 fehlen mir bisher jegliche Qualifikationen, außer Joberfahrungen in Callcentern, sowie als Mediengestalter. Besonders die Callcenter-Berufe haben ihre Spuren hinterlassen, daher sehe ich im Abitur meine einzige Möglichkeit, aus diesem "Sumpf" zu entkommen, Mediengestalterberufe fallen aufgrund fehlender Ausbildung reihenweise weg.

Nun zum eigentlichen Problem;
Letzten Freitag hat mich meine SB angerufen, und mir natürlich floskelhaft "vorgeschlagen", an einer Maßnahme zum Bewerbungscoaching teilzunehmen, 3 Tage wöchentlich in Vollzeit, 4 Wochen lang. Auf Nachfrage war dies natürlich kein Vorschlag, sondern eine Zuweisung.
Aufgrund meiner Symptome bin ich von vornherein nicht in der Lage, 8 Stunden am Tag für eine Beschäftigung aufzubringen. Ich beziehe ALG I für 30 Wochenstunden, habe meiner SB klar gemacht, dass dies nur bei 5x6 Stunden in der Woche zu realisieren ist, auch dieses Argument stieß auf taube Ohren ("Sie haben ja 30 Stunden angegeben, dann müssen Sie auch 30 Stunden zur Verfügung stehen").

Ich bin nun aus mehreren Gründen nicht bereit, diese Maßnahme anzutreten.
- Mein gesundheitlicher Zustand, der es mir nicht erlaubt, mich in einem unzumutbaren Umfeld zu konzentrieren, sowie die psychosomatischen Probleme, die bei Stress und Druck auftreten.
- Die Willkür in der Auswahl der Maßnahme; auf sämtliche meiner Bewerbungen wurde geantwortet, der desolate Arbeitsmarkt (besonders aktuell) hat mich dazu gezwungen, mich auf Jobs zu bewerben, die ich von vornherein nicht annehmen würde.
EDV-Systeme und die Nutzung unterschiedlicher Medien sind auch nicht zuletzt aufgrund meines Alters nicht sonderlich fremd.
- Damit einhergehend der Verdacht, dass ich lediglich zum Aufhübschen von Statistiken in eine Maßnahme gesteckt werde, die mich von meinem tatsächlichen beruflichen Vorankommen und dem Schreiben von Bewerbungen abhalten. Dazu bin ich nicht bereit.

Die Maßnahme soll am 3. November starten, am 9. Novemver habe ich einen Termin bei einer Psychiaterin, wo ich das weitere Diagnoseverfahren bezüglich Autismus und ADHS abklären möchte. Auch dies habe ich meiner SB mitgeteilt, ich solle doch "einfach den Tag verschieben". Die Tatsache, dass es sich dabei um eine lebensverändernde Diagnose handelt, die auch arbeitsrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen kann, sehe ich nicht ein, mich während diesem Schritt, auf den ich jetzt seit Jahren hinarbeite, von irgendeiner Beschäftigungstherapie ablenken zu lassen.

Die Eingliederungsvereinbarung, die als einzige Maßnahme, an der ich teilzunehmen habe, dieses Bewerbungscoaching aufführt, wurde gleich mit der Zuweisung mitgeschickt.

Nun also meine Frage, wie soll ich am besten weiter vorgehen?

Soll ich zunächst das Gespräch suchen, um die Maßnahme von vornherein zu verhindern oder aufzuschieben?

Da keine Vorabsprache über die Eingliederungsvereinbarung stattgefunden hat, müsste diese ja meines Verständnisses stattfinden, bevor ein Verwaltungsakt für die EGV erlassen werden kann. Wenn ich dieses Gespräch suche, die EGV dann nicht unterschreibe, wie lange habe ich Zeit, bis ein Verwaltungsakt erlassen wird? Habe ich in der Zeit eine Sperrzeit zu befürchten, wenn ich die Maßnahme nicht antrete?

Soll ich Widerspruch unter Angabe der oben genannten Gründe gegen die einreichen, sowie die Unterschrift der EGV unter Risiko einer Sperrzeit verweigern?

Soll ich einfach die beiden Dokumente unterschreiben, einen Tag auf der Maßnahme erscheinen, und mich dann von meiner Psychiaterin über die restliche Dauer krankschreiben lassen.

Alternativ die Unterschriften unter dem Vorschlag verweigern, das Ganze zu versuchen, und mich dann krankschreiben lassen? Hierbei natürlich hilfsweise Widerspruch einreichen?

Wie man merkt, befinde ich mich in einer schwierigen Situation, ich hoffe, man kann mir hier weiterhelfen.
Ich freue mich auf eure Vorschläge!

F N
 

HermineL

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Wir bitten zukünftig um Beachtung und wünschen dir weiterhin einen angenehmen und hilfreichen Aufenthalt im Forum.


Stell dir einfach folgende Situation vor und frage dich selbst, ob du so auch mit deinen Mitmenschen kommunizierst:

Elo: "Hey du, ich brauch mal Hilfe."
Helfer: "Was gibt's denn?"
Elo: "Kurzfristige unzumutbare Maßnahme ohne EGV - ALG I"
Helfer: "????.Worum geht es jetzt genau?.... Und wie ist jetzt deine Frage?...."
 

Ghansafan

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Hallo @Lkshvy,

eine postalische Übersendung der EGV zur Unterschrift erachte ich nicht für korrekt.

§ 37 SGB III:

2) 1In einer Eingliederungsvereinbarung, die die Agentur für Arbeit zusammen mit der oder dem Ausbildungsuchenden oder der oder dem Arbeitsuchenden trifft, werden für einen zu bestimmenden Zeitraum festgelegt...

Eine EGV muss man nicht unterschreiben, dann wird ein Verwaltungsakt erlassen, gegen den man Rechtsmittel einlegen kann, Widerspruch beim Amt, Antrag auf Rechtssschutz beim Sozialgericht.

Steht also erstmal die Zuweisung im Raum, könntest Du diese mal anonymisiert hier hochladen ?

Eine Maßnahme kann abgelehnt werden, so dafür im Sinne des § 159 III ein wichtiger Grund vorliegt, eben z.B. aus gesundheitlichen Gründen. Das muss dann im Zweifelsfall aber nachgewiesen werden, z.B. Gutachten, Attest.

Verschieben musst Du wegen der Maßnahme keinen ärztlichen Termin, Gesundheit hat oberste Priorität

Wäre vielleicht nicht verkehrt, Dich mit einer AU aus dem Verkehr ziehen zu lassen. Bei Krankheit hat man weiterhin bis zu 6 Wochen Anspruch auf Alg I.
 
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