Ich habe eine ordnungsgemäße und fristgerechte Kündigung erhalten,eine 80 GdB liegt vor,muß ich jetzt schon eine Kündigungsschutzklage einreichen oder ist die Kündigung unwirksam?

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lemmy

Elo-User*in
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Hallo zusammen,

ich habe gestern von meinem AG eine "ordnungsgemäße und fristgerechte" Kündigung erhalten.

Seit April 2018 bin ich ausgesteuert, aber weiterhin krankgeschrieben.
Momentan bei der AfA als arbeitssuchend gemeldet mit Leistungsbezug Alg1.

Meinen GDB von 80G habe ich seit 11/2016.
Ich habe meinen AG aber bis heute nicht darüber informiert.

Frage:
Reicht es, wenn ich jetzt einfach der Kündigung widerspreche und eine Kopie meines Schwerbehindertenausweises
an meinen AG schicke?
Einen BR oder Schwerbehindertenvertreter gibt es in dem Unternehmen (mit über 500 Mitarbeitern) leider nicht.
Brauche ich jetzt schon einen Rechtsbeistand?

Fakt ist, dass ich wahrscheinlich mit meiner Krankheit nicht mehr arbeiten kann.
Ich werde jetzt 60 Jahre alt und habe COPD4, daas weiß mein AG allerdings nicht.
(zumindest nicht von mir)

Muß ich jetzt schon eine Kündigungsschutzklage einreichen, oder ist die Kündigung unwirksam?

Mein Ziel ist es natürlich eine Abfindung zu bekommen!

Viele Grüße
lemmy
 
E

ExUser 2606

Gast
Ein UNternehmen mit mehr als 500 Mitarbeiern ohne BR, ein Arbeinehmer,der freiwillig auf sien Rechte als Schwerbehinderter, zum Beispiel Zusatzurlaub, verzichtet. DA haben sich ja die richtigen gefunden.
 
G

Gelöschtes Mitglied 66109

Gast
Ein UNternehmen mit mehr als 500 Mitarbeiern ohne BR, ein Arbeinehmer,der freiwillig auf sien Rechte als Schwerbehinderter, zum Beispiel Zusatzurlaub, verzichtet. DA haben sich ja die richtigen gefunden.

Also in dem Fall hier, würde ich zum jetzigen Zeitpunkt mit den aktuell vorliegenden Infos dem AG keinerlei Vorwurf machen.

Bei aller Arbeitnehmerbeteiligung und den zugehörigen Rechten, ist es sicherlich nicht die Aufgabe des AG dafür zu sorgen, daß die AN ihre Rechte auch tatsächlich in Anspruch nehmen.

Den Betriebsrat und ggf. die Schwerbehindertenvertretung müssen die AN schon selbst auf die Beine stellen und wählen.
 
E

ExUser 2606

Gast
Stimmt schon, aber es gibt Arbeitgeber, die Finden Wege , eine Arbeitnehmervertretung zu verhindern. Und dass man einen GdB dem Arbeitgeber nicht mitteilt, spricht auch nicht unbedingt füreine besonders gutes Vertrauensverhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer.
 

Seepferdchen 2010

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Hallo lemmy

Ich war so frei und hab' den Titel Deines Fadens mal etwas griffiger gestaltet.
Ich möchte dir noch mal in Erinnerung bringen die Forenregel 11, bitte immer eine aussagekräftige Überschrift

Ein ganzer Satz oder eine vollständige Frage ist immer freundlich und soviel Zeit sollte sein - ergänzend verweise ich auch auf die Forenregel #11

Beim Erstellen neuer Themen/Threads ist darauf zu achten, eine aussagekräftige Überschrift zu wählen. Themen mit nichtssagenden, allgemeinen Überschriften, oder wie z.B. Alle Reinschauen!!! oder Hilfeee!!!oder "Kündigung trotz 80% GDB"

sowie Topics mit irreführenden Angaben werden von den Moderatoren i.d.R ohne Ankündigung entfernt!

Unser TechAdmin hat sich die Mühe gemacht und den Editor für die Überschrift auf 150! Zeichen erweitert. Da passt deutlich mehr als ein bis drei Worte rein ...

und auch im Texteingabefeld bei der Überschrift findest du dazu den Hinweis.

Schau bitte in diesen Link, hier hat unser @Admin2 genau erklärt warum eine

aussagekräftige Überschrift so wichtig ist:



Ich wünsche dir weiterhin einen angenehmen Aufenthalt im Forum.
 

lemmy

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Hallo Kerstin_K,

ich bin seit Ende 2016 krankgeschrieben und seit dem habe ich auch den Schwerbehindertenausweis.
(Habe ich mir auf Rat meines Lungenfacharztes ausstellen lassen)
Insofern habe ich auch nicht auf Urlaubstage verzichtet, weil ich ja garnicht mehr in dem Laden war.

Zum AG kann ich nur folgendes sagen:
Leider ist es mittlerweile in Deutschland möglich, dass ein Alleinherrscher ein so großes Unternehmen
leitet.
Der IG Metall ist das auch egal (war früher mal anders)

Vielleicht kannst du dir jetzt so ein bischen das Arbeitsklima in dem Laden vorstellen.
Wenn du da das Wort Betriebsrat in den Mund nimmst, kannst du sofort gehen, und ich meine damit wirklich sofort. (Tasche packen und Betriebsgelände verlassen!)

Das ganze ist ja auch ein Grund, warum ich von diesem "Herrscher" noch eine Abfindung bekommen möchte.

Mir geht es jetzt hauptsächlich darum, ob ich mit einem 3-Zeiler und der Kopie meines Schwerbehindertenausweises die Kündigung unwirksam machen kann.

Gruß
lemmy
 

vidar

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Moin @Allerseits,

schaut euch bitte mal das von mir gerade gepostete Urteil des BAG an.
 

ela1953

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Ruf doch beim Arbeitsgericht an. Die Rechtspfleger sind dort sehr hilfreich.
Eine Nachbarin hat das schon 4x gemacht und darauf hin 3 Klagen eingereicht und gewonnen.

(Verschiedene Wohnorte und verschiedene Arbeitsgerichte)
 

lemmy

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Tschulligung Seepferdchen,

ich habe schon lange nichts mehr hier geschrieben und kam mit dieser für mich neuen Seite erst überhaupt nicht zurecht.
Als ich das Thema reingeschrieben habe, wusste ich noch garnicht, ob das überhaupt angezeigt wird.

Ich gelobe Besserung, brauche aber noch ein bischen Gewöhnung.

Gruß
lemmy
 
E

ExUser 2606

Gast
Mir geht es jetzt hauptsächlich darum, ob ich mit einem 3-Zeiler und der Kopie meines Schwerbehindertenausweises die Kündigung unwirksam machen kann.
WIe hat denn der Arbeitgeber die Kündigung begründet?

Wenn Du schon so lange krank bist, dann kannst du die Kündigung damit nur ausschieben, denn ihc gehe mal davon aus, dass das Integrationsamt zustimmen wird, wenn es in der Firma keien leidensgerechten Arbeitsplatz für dich gibt.

Auf eine Abfinding besteht kein Rechtsanspruch.
 
G

Gelöschtes Mitglied 66109

Gast
Das ganze ist ja auch ein Grund, warum ich von diesem "Herrscher" noch eine Abfindung bekommen möchte.

Auf eine Abfinding besteht kein Rechtsanspruch.

Mit welcher Begründung wurde dir denn jetzt gekündigt? Wie lange hast du in dem Unternehmen gearbeitet und wie lang (alles in ca. Summe) warst du während der Zeit AU?

Es besteht, da hat Kerstin zu 100% recht, nicht mal im Ansatz ein genereller Anspruch auf eine Abfindung.
 

lemmy

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Mit welcher Begründung wurde dir denn jetzt gekündigt? Wie lange hast du in dem Unternehmen gearbeitet und wie lang (alles in ca. Summe) warst du während der Zeit AU?

Es besteht, da hat Kerstin zu 100% recht, nicht mal im Ansatz ein genereller Anspruch auf eine Abfindung.

Mir wurde einfach nur ordnungsgemäß und fristgerecht gekündigt.
Ich bin seit 2005 im Unternehmen und seit 11/16 AU
 
G

Gelöschtes Mitglied 66109

Gast
Mir wurde einfach nur ordnungsgemäß und fristgerecht gekündigt.
Ich bin seit 2005 im Unternehmen und seit 11/16 AU

Naja gut, zwingend ist die Angabe eines Grundes bei der ordentlichen Kündigung ja auch nicht erforderlich.

Bei der Beschäftigungsdauer könnten je nach Lage der Dinge und dem Arbeitsgericht, wenn es eine Abfindung für angemessen hält, so zwischen 6 bis 12 Monatsgehälter zusammen kommen.
 
G

Gelöschtes Mitglied 66109

Gast
Das Integrationsamt wird sich aber schon für den Kündigungsgrund interessieren und das Arbeitsgericht sowieso.

Ja, wenn der TE seinen GdB dann mal offenlegt.

Bis zum jetzigen Zeitpunkt weiss der AG nichts davon also mußte er in der Kündigung auch nichts begründen. Das er das nu nachholen muß bzw. ergänzen muß, steht auf einem anderen Blatt.
 

ela1953

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Von Ausgesteuert, ALGI und Arbeitsverhältnis hat Doppeloma schon viel drüber geschrieben.
Sie antwortet meist nachts.
 
E

ExUser 2606

Gast
Das hilft uns aber hier nicht weiter. Das Arbeitsverhältnis ruht, beastet den Arbeitgeber also eigentlich nicht. Umso interessanter wäre der Grund, warum der Arbeitgeber jetzt kündigt.
 
G

Gelöschtes Mitglied 66109

Gast
Also ich denke, bevor jetzt durch den TE schwere Geschütze aufgefahren werden, sollte er erstmal gegenüber dem AG seinen GdB offen legen und dann mal bis Mitte nächster Woche abwarten, wie der AG reagiert.

Dann hätte der AG ja auch die Möglichkeit, die Kündigung zurück zu nehmen. Wobei ich davon ausgehe, daß dies nicht mal im Sinne des TE wäre. Nimmt der AG die Kündigung nicht zurück, bzw. spricht sie erneut unter Einbezug des Integrationsamtes aus, muß halt ggf. entsprechend dagegen vorgegangen werden.
 

lemmy

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Was hat dann da den AG auf einmal gebissen jetzt zu kündigen?

Ich habe auch keine Ahnung. Eigentlich müsste dem AG auch klar sein, dass alles bei mir auf eine Verrentung hinausläuft und er dann ohne Abfindung aus der Nummer raus ist.

Ein Mitarbeiter aus meiner Abteilung (ich hatte eine Anstellung als Vorgesetzer) hat mich vor kurzem besucht und mir gesagt, dass der alte Firmeninhaber sich zurückgezogen hat und nun der Sohn am Ruder ist und der auch dem Betriebsleiter Prokura erteilt hat.
Die Beiden denken nicht unbedingt immer rationell, und dem Sohnemann vom Chef ist es auch völlig scheißegal wie eine Kündigung abläuft und was der Spass evt. kostet. (Kohle ist genug vorhanden)

Ich habe in meinem ganzen Leben noch nie eine Kündigung bekommen und weiß jetzt nicht wie ich damit umgehen soll.
Brauche ich jetzt einen Anwalt, oder nicht?

Gruß
lemmy
 
G

Gelöschtes Mitglied 66109

Gast
Brauche ich jetzt einen Anwalt, oder nicht?

Die Kündigung hast du gestern erhalten? Du hast ab Zugang der Kündigung 3 Wochen lang Zeit, Kündigungsschutzklage beim Arbeitsgericht zu erheben.

Ich rate dir, lege die Tatsache, daß du einen GdB von 80 hast sofort und nachweislich deinem AG offen. Damit ist die vorliegende Kündigung eigentlich hinfällig. Vielleicht ist ja auch ein Gespräch mit der Personalabteilung möglich?

Ich würde dann bis Ende kommender Woche abwarten, ob und wie der AG reagiert und davon das weitere Vorgehen abhängig machen.
 

lemmy

Elo-User*in
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Ich rate dir, lege die Tatsache, daß du einen GdB von 80 hast sofort und nachweislich deinem AG offen. Damit ist die vorliegende Kündigung eigentlich hinfällig. Vielleicht ist ja auch ein Gespräch mit der Personalabteilung möglich?
Danke für den Rat.

Ein Gespräch mit der Personalabteilung möchte ich nicht unbedingt führen.
Ich war in dem Betrieb als Vorarbeiter tätig und ein paar Kollegen aus meiner Abteilung besuchen mich auch noch. Daher weiß ich, dass in meier Abteilung ein Arbeitsplatz für einen Meister eingerichtet wurde, der zufälliger Weise verwandt ist mit jemandem aus der Personalabteilung.
Das Gespräch würde eh der Betriebsleiter führen, und der ist nicht gerade mein bester Freund.

Ich habe meinen Schwerbehindertenausweis kopiert (beide Seiten).
Muß ich denn auch noch ein Schreiben dazulegen, dass ich der Kündigung widerspreche, oder sie ablehne, oder sowas?

Gruß
lemmy
 

eloole

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Sorry, habe jetzt nur "halbgares" Wissen, aber:
Warum geht ihr alle davon aus, dass in diesem Fall eine "fristgerechte und ordentliche Kündigung" ohne Angabe von Gründen rechtens ist ?
Bei einer Betriebsgröße von 500 Mitarbeitern und einer Betriebszugehörigkeit des TE von 11 Jahren würde ich doch davon ausgehen, dass hier grundsätzlich das Kündigungsschutzgesetz gilt und die entsprechenden Regelungen anzuwenden wären.
Dies heißt, die Kündigung muss grundsätzlich "sozial gerechtfertigt" sein und verhaltensbedingte, personenbedingte oder betriebsbedingte Gründe anführen.
Verhaltensbedingter Grund, also Fehlverhalten des TE, kann man wohl ausschließen, da er ja seit längerem schon nicht mehr arbeitet. Einzige Verpflichtung dürfte noch sein, regelmäßig die AU-Bescheinigungen dem AG vorzulegen.
Vor Aussprache einer solchen Kündigung müsste wohl auch erst mindestens eine Abmahnung erfolgen.
Betriebsbedingter Grund wäre z.b. länger andauernder Auftragsmangel, weniger Arbeit und daher die Notwendigkeit zum Personalabbau.
Allerdings scheint dies hier nicht der Fall zu sein, da die Stelle/Position scheinbar mit einem "Meister" neu besetzt wurde.
Zudem müsste vorab eine Sozialauswahl getroffen, also Dauer der Betriebszugehörigkeit, Alter, Familienstand, etc. berücksichtigt werden.
Personenbedingter Grund könnte z.B. tatsächlich die Krankheit des TE sein.
Jedoch wäre hier vorab ein sogenanntes BEM (Eingliederungsmanagment) durchzuführen, um zu schauen, ob ein "leidensgerechter Arbeitsplatz" zur Verfügung steht und der TE an bzw. in anderer Position im Betrieb noch arbeiten könnte. Dieses BEM hätte von Seiten des AG initiert werden müssen.
Auch hätte er z.B. durch die Krankenkasse bzw. deren MDK feststellen lassen können (oder müssen ?), inwieweit eine "negative Prognose" vorliegt, also ob längerfristig oder dauerhaft dem TE eine Wiederaufnahme der Arbeit nicht mehr möglich sein wird.

Ich würde daher davon ausgehen, dass die Kündigung, auch ohne Berücksichtigung des GdB, nicht rechtens ist.
Würde darum auf jeden Fall Kündigungsschutzklage erheben.
Und dies eben zum einen schon allein grundsätzlich aus oben genannten Gründen, und zum anderen speziell in Bezug auf den GdB.
Und erst wenn die Klage bei Gericht eingegangen ist, den AG über deinen GdB informieren.
Ob sich allerdings aus der Klage oder vielleicht auch "freiwillig" seitens des AG eine Abfindung ergibt, vermag ich nicht zu beurteilen. Würde es aber nicht grundsätzlich ausschließen.

Ich würde aber in Erwägung ziehen, sich sicherheithalber an einen Fachanwalt für Arbeitsrecht zu wenden.
Zumindest für eine Beratung, für die Klage selber ist ja nicht zwingend ein Anwalt nötig.
 
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