Ich habe eine Maßnahmezuweisung bekommen, die über meinen Bezugszeitraum hinausgeht. Wie wehre ich diese Maßnahme am besten ab?

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Istanbul

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Hallo Zusammen vielen dank im Voraus für die Unterstützung.

Ich erhalte Arbeitslosengeld gem. § 136 SGB III von 11.07.2021 bis 14.01.2022.
Beworben habe ich mich im Monat mehrmals. Mein Betreuer forderte von mir Bewerbungen die ich ihm immer per Mail zukommen ließ.
Nach einem Telefontermin unterstellte er mir das ich mich nicht beworben hätte und er keine Bewerbungen von mir erhalten haben solle.
Dies ist falsch und auch klar im Mail Postausgang zu sehen. Aber diskutieren wollte ich nicht.
Ich solle deshalb eine Maßnahme absolvieren.

Nun erhielt ich am letzten Freitag folgendes Schreiben.

,,Zuweisung in eine Maßnahme zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung gem. § 45 Abs. 1 S. 1 SGB III des Dritten Buches Sozialgesetzbuch – SGB III „

Maßnahmenbezeichnung PPE Praxis-Profiling-Einstellung von USS GmbH Aushilfen

Zuweisungsbeginn von 13.12.2021 Zuweisungsende bis 04.02.2022

Ich möchte die Maßnahme nicht absolvieren und wollte auch mich dann von der Arbeitsagentur abmelden bzw. es auslaufen lassen. Sauber ausscheiden sozusagen.

Meine Frage lautet nun wie folgt.
  • Ich will den Vertrag nicht unterschreiben, weil ich es sowieso auslaufen lassen will.
  • Ist die Maßnahme anfechtbar da ich bis 14.01.2022 Geld beziehe die Maßnahme aber bis 04.02.2022 läuft.
  • Ich möchte keine Sperre erhalten und würde mich krankschreiben bevor die Maßnahme startet und unterschreiben würde ich es auch nicht wie gesagt.
Nun habe ich leider keine Erfahrung mit sowas und bin ratlos was ein guter Weg ist.
Was ist die beste Möglichkeit um die Maßnahme abzuwenden um noch für den Monat Dezember Geld zu erhalten.
Idealer weiße für den Monat Januar auch noch.

Vielleicht gibt es auch einen Weg den ich nicht kenne.


Vielen Dank für eure Antworten.

Gruß und danke.
 

abcabc

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Hallo und willkommen im Forum.

Mein Betreuer forderte von mir Bewerbungen die ich ihm immer per Mail zukommen ließ.
Nach einem Telefontermin unterstellte er mir das ich mich nicht beworben hätte und er keine Bewerbungen von mir erhalten haben solle.
Steht die Pflicht in der EGV? Wenn nicht, einfach ab sofort nichts mehr einreichen, was nicht sein muss.....

Nun erhielt ich am letzten Freitag folgendes Schreiben.
Kam das per Einschreiben oder normaler Briefpost?

Ich möchte die Maßnahme nicht absolvieren und wollte auch mich dann von der Arbeitsagentur abmelden bzw. es auslaufen lassen. Sauber ausscheiden sozusagen.
Wozu "sauber" abmelden, wenn der Anspruch eh bald endet? Dann kannst du auch versuchen möglichst viel Geld noch mitzunehmen. Gelingt es, ist gut. Gibts ne Sanktion, ist das auch egal. ;)

Ich will den Vertrag nicht unterschreiben, weil ich es sowieso auslaufen lassen will.
Welchen Vertrag meinst du?
Das Blatt, dass bei der Zwangszuweisung dabei ist, unterschreibt man natürlich NIEMALS und da kann garnichts passieren, wenn man das nicht macht.
Wenn du Verträge beim MT meinst: Einfach erstmal nichts anmerken lassen, dir die Unterlagn geben lassen. Sobald du die hast, nehmen, einstecken und sobald die gesichert sind, sagen "Die werde ich erstaml in Ruhe zu Hause prüfen." Egal was der MT sagt, du gibst die Unterlagen nicht wieder raus. Anschließend prüfst du alles in Ruhe zu Hause und bringst zum 2. Termin NUR die Hausordnung (wenn es sich um eine reine Hausordnung handelt die ok ist, sonst alles zusätzliche deutlich durchstreichen) unterschrieben mit und die Corona-Hygiene Belehrung. Für den Rest brauchst du mindestens 2 Wochen zur Prüfung.
Hintergrund: Eigentlich herrscht in Deutschland Vertragsfreiheit - es gab aber schon Richter, die der Meinung waren, dass mindestens Hausordnung (und jetzt vermutlich Corona Krempel) unterschrieben werden muss.
Wenn der MT dich rauswerfen will, bestehe darauf das schriftlich zu bekommen. Viele MTs sind leider dreiste Lügner und behaupten sonst, du wärst einfach gegangen.


Ich möchte keine Sperre erhalten und würde mich krankschreiben bevor die Maßnahme startet und unterschreiben würde ich es auch nicht wie gesagt.
Das wäre die einfachste und Beste Lösung: 10.12. bis 14.01. Krankschreibung. Problem gelöst.
 

Istanbul

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Hallo danke für die Begrüßung und danke für die Ausführlichen Antworten.
Steht die Pflicht in der EGV ? Wenn nicht, einfach ab sofort nichts mehr einreichen, was nicht sein muss.....
Dies wurde mir mündlich so mitgeteilt und da ich eigentlich das erste mal so mit der Arbeitsagentur zu tun habe habe ich es auch weiterhin nicht hinterfragt.
Kam das per Einschreiben oder normaler Briefpost?
Der Brief kam Freitags per Einschreiben.
Welchen Vertrag meinst du?
Das Blatt, dass bei der Zwangszuweisun
Könntest du mir bitte diesen Abschnitt erklären ich verstehe nicht was MT ist.

Also mit Vertrag meinte ich diese Zuweisung in eine Maßnahme zur Aktivierung usw.

Das wäre die einfachste und Beste Lösung: 10.12. bis 14.01. Krankschreibung. Problem gelöst.
Also nehme ich keine Stellung zu der Zuweisung bzw. melde mich Krank und sage daher unterschreibe ich es nicht?
Wie gehe ich hier vor?. Also ich werde es zu 99% mit der Krankschreibung so durchführen vom 10.12 bis 14.01.



Mir kommt es so vor als ob der Bearbeiter mir jetzt kurz bevor mein ALG1 ausläuft was reindrücken will bzw. sein Weihnachtsgeld zu sichern das er leute in Maßnahmen schickt. Aber ich kenne mich quasi in diesm Gebiet gar nicht aus und deswegen ist es nur eine Annahme, ich will niemand etwas unterstellen.

Vielen Dank für die Antwort

Bester Gruß
 

abcabc

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Könntest du mir bitte diesen Abschnitt erklären ich verstehe nicht was MT ist.

Also mit Vertrag meinte ich diese Zuweisung in eine Maßnahme zur Aktivierung usw.
MT = Maßnahmeträger = private Bude, die die Maßnahme (meist in eher minderwertiger Qualität mit mehr oder weniger qualifiziertem Personal durchführt).

Du meinst mit "Vertrag" den Zettel, der im Einschreiben von der AfA mit im Umschlag war oder? Also dass du das Schreiben erhalten hast und dir die Rechtsfolgen bekannt sind?
Da gilt: NIEMALS unterschreiben. Dazu gibt es keine Pflicht der AfA bei irgendwas zu helfen. Abgesehen davon sollte man niemals etwas unterschreiben, wenn man mit dem Inhalt nicht zu 100% einverstanden ist. Es kann keine Konsequenzen haben diesen Zettel oder eine EGV oder sonstiges bei der AfA nicht zu unterschreiben.

Garnichts dazu sagen. Falls der SB es wagt zu fragen, warum du nicht unterschreibst oder versucht dich zur Unterschrift zu nötigen (strengstens verboten), fordere ihn auf dir die ecakte Rechtsgrundlage im SGB zu nennen, in der steht, dass du diesen Zettel unterschreiben musst. Da es keine Rechtsgrundlage dafür im SGB gibt, erzählt der SB Mist falls er irgendwas von Pflicht erzählt.....

Vorgehen:
1. Rechtzeitig Krankschreibung holen.
2. Fax an die AfA schicken, dass du erkrankt bist. Den gelben Schein (ohne Diagnosen!) im Anhang mitschicken. Falls du kein Faxgerät hast: www.simple-fax.de
3. Wenn du eine gültige EGV hast mit der Pflicht die Original AU einzureichen: per Einschreiben hinterherschicken.
4. Steht in der Zuweisung eine Pflicht den MT übet Krankheit zu informieren? Dann bekommt der nur einen 2-Zeiler per Fax, dass du leider erkrankt bist, voraussichtlich bis (Datum der AU). Sonst nix.
5. AU rechtzeitig verlängern und bei der AfA einreichen.
 

Istanbul

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Danke für die Ausführliche Antwort.

Anbei sende ich mal die Unterlagen zu.

Bester Gruß
 

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akaKnut

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Hab die "Zuweisung" nur mal kurz überflogen. Die sollte im Konfliktfall sehr gut angreifbar sein:

Die Maßnahme ist gar nicht beschrieben, ein evtl. beiliegender Flyer genügt dazu nicht.
Es ist keinerlei Ermessensausübung des SB erkennbar, nach deiner Schilderung scheint die Maßnahme eine "Bestrafung" zu sein, weil du dich angeblich nicht beworben hättest.
Und du sollst sanktionsbewehrt Vermittlungsangebote des Trägers annehmen.

Wenn du dich länger krankschreiben lassen kannst, ist das, wie oben schon erwähnt, die einfachste Art.

Aber auch bei Krankschreibung solltest du Widerspruch gegen die Maßnahme einlegen. Ein Einzeiler reicht dafür völlig, Vorschlag:

Sehr geehrte Damen und Herren, gegen die Maßnahmezuweisung vom xx.xx.2021 lege ich hiermit Widerspruch ein. Mit freundlichen Grüßen

Und wie oben schon erwähnt, den Zettel aus der Zuweisung (Empfangsbestätigung) nicht unterschreiben.
 
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