Ich habe eine Depression und weitere Erkrankungen. Mir wurde gesagt, dass die (medizinische) Reha auch dafür gedacht ist, um festzustellen ob bei mir eine Erwerbsminderungsrente in Frage käme. Ist dem so?

Hermann80

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Hallo Zusammen,

ich befinde mich in einer etwas schwierigen Lebenssituation und freue mich dieses Forum gefunden zu haben.

Vielleicht kann mir hier jemand Ratschläge geben oder hat selbst Erfahrung mit einer ähnlichen Situation.



Am einfachsten ist es wohl erst mal zu schildern was mich beschwert.



- Ich bin seit Anfang 2019 im Krankenstand nachdem ich ein Burnout erlitten habe.
Dazu kommen mittelgradige rezidivierende Depression und eine Zwangsstörung sowie Angst und Panikattacken.
Dazu noch soziopathische Züge.
Die Depression und die Zwangsstörung wurden schon 2016 ambulant behandelt, gipfelte dann aber eben im Burnout.
Dazu kam dann die Trennung von meiner Frau, woran nicht zuletzt die Symptome meiner Erkrankung schuld waren.
Mitte 2019 fand dann mein erster Aufenthalt in einer Klinik für Psychosomatik statt.
9 Wochen.

- Danach erfolgte ein Wiedereingliederungsversuch in meinem alten beruflichen Umfeld.
Leider scheiterte dieser. Aus diesem Versuch ging ich dann mit noch schlimmeren Symptomen hervor.
Danach folgten etliche psychiatrische und psychotherapeutische Versuche meinen Zustand zu verbessern.
Etliche Medikamente und Sitzungen später war dann klar, dass ich noch ein weiteres Mal stationär behandelt werden muss.

Von der Krankenkasse wurde ich zwischenzeitlich ausgesteuert, und werde jetzt als Arbeitsloser im Krankenstand geführt, und erhalte ALG1.
Der medizinische Dienst der Agentur für Arbeit hat festgestellt, dass ich zu weniger als 15 Std pro Woche zur Arbeit fähig bin.
Meinen Job habe ich aus mehrerlei Gründen selbst gekündigt.
Zum einen ist mir klar, dass ich in diesem Umfeld nicht mehr arbeiten kann, zum anderen sah sich mein Arbeitgeber dann wieder einem langen Krankenstand meinerseits gegenüber, und wurde etwas direkter in seinen Vorstellungen.

- Meine Krankenkasse forderte mich zur Teilhabe auf, bzw. habe ich mich auf deren Wunsch für eine Reha angemeldet die auch umgehend genehmigt wurde. (Medizinische Reha)
Allerdings erfolgt vor der Reha, die im November ansteht erst einmal mein Aufenthalt in der Akutklinik, in der ich im Moment noch bin. (12 Wochen!)
Hier erfolgt die spezielle Behandlung meiner Zwangsstörung.
Letztlich habe ich hier aber folgende Diagnosen erhalten:
o Mittelgradige rezidivierende Depression
o Dysthymie
o Zwanghafte Persönlichkeitsstörung
o Narzisstische Persönlichkeitsstörung
o Ängstliche Persönlichkeitsstörung

Ich lebe wie bereits erwähnt aktuell von ALG1 und einer privaten Berufsunfähigkeitsrente, die allerdings nicht sehr hoch ist.
Ich habe noch eine zweite Berufsunfähigkeitsversicherung, die sich mit dem Bezahlen aber leider ziert. Der Vorgang liegt im Moment bei Gericht.

Als nächstes steht nun die Reha an, die ich im November antreten werde.
Auch nach meinem langen Klinikaufenthalt fühle ich mich leider nicht sehr viel besser und sehe mich nicht in der Lage ein normales Leben zu führen.
An diesem Punkt stelle ich mir einige Fragen, bei denen mir hier möglicherweise jemand weiterhelfen kann.


- Mir wurde gesagt, dass die (medizinische) Reha auch dafür gedacht ist, um festzustellen ob bei mir eine Erwerbsminderungsrente in Frage käme. Ist dem so?
Einen gesonderten Antrag habe ich nicht gestellt, die Agentur für Arbeit meinte, dass die Reha erfolgen muss, um überhaupt einen entsprechenden Antrag stellen zu können.
Das würde dann ggf. sogar direkt während der Reha erfolgen.

Hier frage ich mich: Wie läuft diese Reha ab? Gibt es irgendwelche Tipps wie man sich während dieser „langen Begutachtung“ verhalten soll?
Alle meine Leiden sind ja echt, aber ich habe Angst, dass ich etwas falsch mache und als gesund eingestuft werde.
Das wäre eine Katastrophe. Denn ich bin aktuell gerade mal in der Lage das Haus zu verlassen, um mir Essen zu kaufen.

Des Weiteren kommt mir schon der Fragebogen, den mir die Rehaeinrichtung geschickt hat, spanisch vor.
Ich muss diesen zwar nicht beantworten, aber kommt es dann wohl zu einer Befragung Vor Ort.
Darin wird man zB offen gefragt ob man Mitglied beim VDK ist.
Soll man das wahrheitsgemäß beantworten?
Mitglied beim VDK ist doch nur der der Vorhat irgendeine Absicht durchzusetzen, oder?
Sprich, es wäre auffällig diese Frage mit Ja zu beantworten, oder?
Mir wurde empfohlen beizutreten, und das habe ich auch gemacht.


- Dann wurde mir hier in der Klinik erschreckender Weise eröffnet, dass ich wohl auch schon einen Behinderungsgrad erreicht haben dürfte.
Dabei geht es laut den Ärzten, um meine Unfähigkeit soziale Kontakte zu pflegen bzw. in einer Partnerschaft zu leben.
Ich habe keine Möglichkeit mehr Gefühle oder Bedürfnisse eines anderen Menschen vernünftig wahrzunehmen und bin sozusagen auch selbst emotional verkümmert.
Zudem schränkt mich meine Zwangserkrankung im Tagesablauf so ein, dass man von keinem geregelten Tagesablauf sprechen kann.
Es zeigen sich bereits die ersten physischen Beeinträchtigungen durch die kontinuierliche Überbelastung.


Grundsätzlich stellt sich mir die Frage: Was am besten tun?

Mein Ziel ist es wirtschaftlich über Wasser bleiben zu können, um mich auf meine Genesung konzentrieren zu können.

Nur leider muss ich der Wahrheit ins Auge sehen und feststellen, dass diese möglicherweise nie mehr in ausreichendem Maße eintreten wird.

Speziell die Dysthymie gilt als schlecht bzw. gar nicht behandelbar und entwickelt dann immer wieder depressive Episoden die zunehmend weniger erträglich werden.



Vielen Dank für eure Zeit!
 

Kerstin_K

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nen gesonderten Antrag habe ich nicht gestellt, die Agentur für Arbeit meinte, dass die Reha erfolgen muss, um überhaupt einen entsprechenden Antrag stellen zu können.
Das würde dann ggf. sogar direkt während der Reha erfolgen
Du kannst jederzeit einen Rentenantrag stellen. Es kann aber sein, dass die DRV vorher eine Reha verlangt.

Der Sozialdienst der RehaklinIk kann vielleicht dabei helfen,einen formlosen Rentenantrag zu stellen, mit den umfangreichen Formularen dafür sind die aber sichet überfordert. Damit würde ich nach der Reha zum VDK gehen.

Den Antrag auf GdB wuerde ich über den Sozialdienst der Akutklinik stellen.
 

ABSW

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Hallo Herrmann,

es gilt der Grundsatz "Reha vor Rente"
Rentenversicherung:
das Hauptziel der Rehamaßnahme, dass Du wieder ARBEITEN gehen kannst.
In der Rehamaßnahme gibt es sehr viele "Wunderheilungen"

Ob bei Dir ein Antrag auf die Erwerbsminderungsrente sinnvoll wäre,
müsstest Du mit deinem behandelten Facharzt besprechen.

Zu dem Fragebogen der Rehaklinik:
Gib so wenig wie möglich PRIVATES bekannt.

Wer hat dich aufgefordert in den VdK zu gehen?
 

franzi

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Ich habe meinen Antrag auf EMR selbst gestellt. Man kann sich sämtliche Unterlagen auf der Webseite der DRV herunterladen.
Das ist zwar erstmal viel Papierkram, aber es ist durchaus alleine zu stemmen. Wichtig ist, dass man alle erforderlichen Unterlagen ordentlich abgeheftet und griffbereit hat. Daher ist es - nicht nur deswegen - sinnvoll, wenn man stets alles, auch ärztliche Befundberichte, sauber und chronologisch geordnet sammelt.
Dann lassen sich die Formulare auch zügig ausfüllen. Viel Privates wird dabei nicht abgefragt. Nicht mehr als das, was man bei einer Bewerbung im Lebenslauf auch angeben würde.
Wichtig: Vor dem Absenden alles nochmal kopieren und abheften. Unterlagen grundsätzlich nur per Einschreiben versenden.
Bei der DRV geht gerne mal etwas verloren ...
Keine Originale versenden.
Eine Mitgliedschaft beim VDK ist nicht zwingend erforderlich.
 

Ruhrpottmensch

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Grundsätzlich stellt sich mir die Frage: Was am besten tun?
Hallo

Wenn nach eigener (!) Einschätzung eine Erwerbsfähigkeit (Nicht zu verwechseln mit einer Arbeitsfähigkeit!) in den nächsten Jahren nicht "machbar" ist, wird ein Antrag auf EMR das beste sein. ALG 1 nach der s.g. "Nahtlosigkeit" (Was übrigens kein Ersatz für das Krankengeld ist!) wird nicht ewig bezahlt. Da gibt es nur zwei Möglichkeiten: Raus aus der "Nahtlosigkeit" kommen und als "normaler" Leistungsbezieher bei der AfA mit allen positiven wie negativen Konsequenzen leben oder Seitens der AfA zur DRV "abgeschoben" werden, eben in den Weg der EMR (Oder in die "Grundsicherung" als "letzte Konsequenz" wenn die DRV eine EMR ablehnt). Es kommt zwar immer auf den Einzelfall an, aber ich persönlich sehe weder EMR oder gar die GruSi als wirklich "wirtschaftlich über Wasser bleiben" an. Eine EMR mit einem zumutbaren "Nebenjob" eventuell noch...

Aus eigener Erfahrung mit ähnlichen Krankheitsbild (Ähnliches "Baujahr", wenn ich jetzt mal Bezug auf den Benutzernamen nehme):
Eine langfristige und/oder endgültige Erwerbsunfähigkeit kommt für mich (!) in meinem (!) Fall nicht in Frage. Dazu habe ich einfach "noch zu viel" vor mir. Daher fahre ich momentan die "Strategie" des "normalen" ALG1, halte mich dabei aber -so gut es geht- "unterm Radar" auf und nutze die (zugegeben: sehr entspannte) Zeit mich ambulant aber ggf. auch nochmals stationär auf meine Genesung zu konzentrieren. Dabei "muss" man aber leider in unserem Gesundheitssystem ein wenig "ausprobieren". Ich habe erst vor kurzem die ambulante Therapie (vorzeitig) beendet, da ich bemerkt habe, dass sie mich nicht "weiter bringt". Ich peile mittelfristig einen Aufenthalt in einer Klinik, die auf mein Krankheitsbild spezialisiert ist, an. In der Zwischenzeit suche ich natürlich parallel noch nach einem neuen Therapeuten, nehme aber auch "niedrigschwellige" Angebote vor Ort (Selbsthilfegruppen, einen Verein der psychisch beeinträchtigte Menschen unterstützt, etc.) in Anspruch.

Das mag in der jetzigen Phase eventuell als unlösbarer Aufgabe erscheinen (Ich kenne diese Phase zu gut!), hilft aber auf Dauer m.E.n. wesentlich besser als sich dem üblichen "Mühlen" des Gesundheitssystem "hinzugeben". In diesen scheinst Du Dich gerade ein wenig zu befinden und bist noch nicht ganz sicher , wohin die Reise gehen soll. Wie hier bereits erwähnt, eine "medizinische Reha" geht oft mit dem Grundsatz "Reha vor Rente" einher. Daher halte ich dies -eigentlich- als kontraindiziert. In einem erneuten (längeren) Aufenthalt in einer Fachklinik sehe ich mehr Sinn.

Im Endeffekt ist es natürlich Deine ganz persönliche Entscheidung. Wenn es aber um einen gewissen "Lebensstandard" gehen soll, sehe ich -auf langfristige Sicht- nicht viele Alternativen zu einer Arbeitsstelle (Die zu Dir und Deinen Einschränkungen passt!).

Und noch etwas, was ich ebenfalls aus eigener Erfahrung sagen kann: der Weg zu Besserung von psychischen Leiden ist kein Sprint! Eher ein Marathon mit sehr kleinen Schritten. Auch wenn es manche Ärzte o. Kliniken vermitteln: Ein Aufenthalt in einer Klinik/Reha kann nicht sofortige Linderung oder gar Genesung bieten! Psychische Erkrankungen haben auch viel mit der "Selbstakzeptanz" (seine Beeinträchtigungen) zu tun... ;)
 

Rennratte

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Dann wurde mir hier in der Klinik erschreckender Weise eröffnet, dass ich wohl auch schon einen Behinderungsgrad erreicht haben dürfte.
Was stellst du dir darunter vor ?
Ob du einen GdB anerkannt bekommst, entscheidet allein das für dich zuständige Versorgungsamt und dafür musst du einen Antrag stellen.

Der medizinische Dienst der Agentur für Arbeit hat festgestellt, dass ich zu weniger als 15 Std pro Woche zur Arbeit fähig bin.
Deshalb fordert die Afa dich dazu auf innerhalb von 4Wochen einen Rehaantrag oder einen Antrag auf Erwerbsminderungsrente zu stellen.
Du hast aber schon einen positiven Bescheid auf deinen Rehaantrag erhalten.
Weiß die Afa, dass dir eine Reha genehmigt wurde ?

Des Weiteren kommt mir schon der Fragebogen, den mir die Rehaeinrichtung geschickt hat, spanisch vor.
Ich muss diesen zwar nicht beantworten, aber kommt es dann wohl zu einer Befragung Vor Ort.
Darin wird man zB offen gefragt ob man Mitglied beim VDK ist.
Soll man das wahrheitsgemäß beantworten?
Mitglied beim VDK ist doch nur der der Vorhat irgendeine Absicht durchzusetzen, oder?
Sprich, es wäre auffällig diese Frage mit Ja zu beantworten, oder?
Mir wurde empfohlen beizutreten, und das habe ich auch gemacht.
Diesen Fragebogen verschickt die Rehaklinik um vorab Informationen über den/die Rehabilitaden*in zu erhalten,sich ein Bild zu machen und am Aufnahmetag Zeit zu sparen.
Ich würde die Fragen (z.B.Mitgliedschaft im VdK) nicht beantworten. Das geht eine Rehaklinik nichts an.
Es gibt im Forum geteilte Meinungen was die Mitgliedschaft im VdK betrifft.
Es kommt wahrscheinlich auf die Kompetenz des/ der jeweiligen Mitarbeiters/in an.

Meine Krankenkasse forderte mich zur Teilhabe auf, bzw. habe ich mich auf deren Wunsch für eine Reha angemeldet die auch umgehend genehmigt wurde. (Medizinische Reha)
Gab es dazu einen rechtsmittelfähigen Bescheid ?

Allerdings erfolgt vor der Reha, die im November ansteht erst einmal mein Aufenthalt in der Akutklinik, in der ich im Moment noch bin. (12 Wochen!)

Als nächstes steht nun die Reha an, die ich im November antreten werde.
Auch nach meinem langen Klinikaufenthalt fühle ich mich leider nicht sehr viel besser und sehe mich nicht in der Lage ein normales Leben zu führen.
Was erwartest du von einer Reha, wenn man dir bisher weder ambulant noch in einer Akutklinik helfen konnte ?
Eine Reha soll deine Erwerbsfähigkeit wiederherstellen bzw. erhalten und gilt für die DRV als sozialmedizinisches Langzeitgutachten.

Grüße
 

HermineL

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Dann wurde mir hier in der Klinik erschreckender Weise eröffnet, dass ich wohl auch schon einen Behinderungsgrad erreicht haben dürfte.
§ 2 Abs. 1 SGB IX definiert: Menschen mit Behinderungen sind Menschen, die körperliche, seelische, geistige oder Sinnesbeeinträchtigungen haben, die sie in Wechselwirkung mit einstellungs- und umweltbedingten Barrieren an der gleichberechtigten Teilhabe an der Gesellschaft mit hoher Wahrscheinlichkeit länger als sechs Monate hindern können.

Es ist natürlich nicht schön wenn man plötzlich Einschränkungen hat aber das ist auch nichts Erschreckendes.
Der Name "Grad der Behinderung" ist, wie ich finde, hierbei unglücklich gewählt. Einfach erklärt ist das dieser "Grad" abbilden soll in wie weit man durch Krankheit oder Unfall gegenüber Gesunden eingeschränkt ist. Anhand des festgestellten Grad kann man dann die Leistungen ablesen die einem als Nachteilsausgleich zustehen. Nichts anderes als die Nachteile von Eingeschränkten gegenüber Gesunden auszugleichen ist der Hauptzweck des "Grad der Behinderung". Zumindest kann man dies grob so erklären.
Also lasse dich nicht von dem Begriff erschrecken.

Zu allem anderen wurde dir ja schon einiges ausgeführt.
 

Hermann80

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Schon mal vielen Dank für die Antworten.
Mir ist vollkommen klar weshalb ich eine Reha antreten muss, und dass es sich um eine Langezeitbegutachtung handelt.
Meine zentralen Fragen waren ja ob man der Reha Einrichtung angeben sollte ob man Mitglied beim VDK ist.
Da habe ich bisher allerdings nur die Antwort bekommen dass ich diese Frage besser nicht beantworte. Aber keine Antwort ist doch auch eine Antwort oder? ;)
Hier geht es also konkret darum: Soll ich "Nein" reischreiben obwohl ich Mitglied bin?
Ich könnte mir vorstellen dass da der DRV und der Reha Einrichtung gleich ein Warnlicht aufgeht.
Also einfach diese Frage auslassen obwohl ich die anderen beantworte ist aus genannten Gründen keine Option, finde ich.

Ich selbst erwarte mir von der Reha nicht mehr als von dem Klinikaufenthalt in dem ich mich aktuell befinde. Aber hierbei geht es ja auch weniger um meinen Willen als um den der Krankenkasse.
Nicht die AfA hat mich auf Reha geschickt sondern die Krankenkasse verlangt Teilhabe.
Die Info dass mir bereits eine Reha bewilligt wurde hat die AfA aber erfreut aufgenommen.
Muss ich jetzt noch gesondert einen Antrag auf Erwerbsminderungsrente stellen oder ergibt sich das dann im Laufe der Reha?
Ein Mitpatient hier meinte dass es während der Reha einen Ansprechpartner von der Rentenversicherung gibt der das dann mit einem macht, sollten die Umstände erfüllt sein.

Und ich schrieb vom Erschrecken wenn das Wort Behinderung ins Spiel kommt, nicht weil ich befürchte nicht anerkannt zu werden, sondern erst einmal nur des Umstands wegen.
Als Behindert zu gelten war etwas was ich erst mal verarbeiten musste.
Aber klar. Die eigentliche Bedeutung des Wortes "Behinderung" ist eine andere als das was man im ersten Moment damit assoziert.

Richtig erkannt habt ihr dass ich jetzt noch nicht genau weiß wohin die Reise geht.
Ich weiß nur dass ich auch jetzt nach dem langen langen Klinikaufenthalt nicht arbeiten kann.
Ich bin mir aktuell nicht einmal sicher ob Teilzeit klappen würde.
Meinen alten Job in einer verantwortungsvollen leitenden Position kann ich vollkommen vergessen.
Und obwohl ich weiß dass man keine Wunderheilung in einer psychosomatischen Klinik erwarten sollte, tat ich das aber unbewusst doch ein bisschen.
Die Hoffnung hier raus zu gehen und wieder ansatzweise zu funktionieren war dann wohl doch irgendwo in mir.
Denn jetzt fühl ich mich, ein paar Tage vor der Entlassung hier, ein wenig desillusioniert.
Speziell die Diagnose Dysthymie, also chronische Depression oder Schwermut, beschäftigt mich. Denn hier lese ich vielerorts dass diese nur schwer bzw garnicht therapierbar ist.
Somit sehe ich mich einer gewissen Endgültigkeit gegenüber.
Ja, ich weiß, das muss ja nicht sein dass mir davon was auf Dauer bleibt. Aber 10 Jahre gehts schon, und das klingt halt nicht sehr vielversprechend.
 

Muzel

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Fakt ist doch, dass dich kein Leistungsträger in irgendeine Reha schicken würde, wenn er keine positive Prognose für deine Erwerbsfähigkeit sehen würde. Kopf hoch!!!
 

Hermann80

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Fakt ist doch, dass dich kein Leistungsträger in irgendeine Reha schicken würde, wenn er keine positive Prognose für deine Erwerbsfähigkeit sehen würde. Kopf hoch!!!
Also so kann man das nicht sehen, denke ich. So weit ich weiß ist das ein automatisierter Prozess bei Langzeitkranken, um sozusagen eine Einschätzung vornehmen zu können wie es denn weitergeht. Zum einen als Bemessensgrundlage für die Krankenkasse, dann für die AfA bzw für die Rentenversicherung die ja vor einem evtl Antrag auf Rente steht. So weit ich weiß könnte es sein dass die DRV Zweifel an meiner Erkrankung hat und mich schon vor der Reha Genehmigung zu einem Gutachter schickt. Das ist aber Gott sei Dank nicht passiert.
Aber das Ganze jetzt als positive Prognose zu werten ist vermutlich nicht richtig.
Ich denke hier gilt tatsächlich dieser Leitsatz: Ohne Reha, keine Leistung.
 

ABSW

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Du musst keine Angaben machen ob Du VdK-Mitglied bist.
Ob Du einen Schwerbehindertenantrag stellst, ist deine persönliche
Entscheidung.
 

Kerstin_K

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Nee, bei der KK hat das nur einen Grund, wenn sie dich zur Rehaantragstellung auffordert:Geld sparen. Hat nur bei dir nicht ganz geklappt.

Entscheidende Weichenstellung bringt der Rehaabschlussbericht.
 

Rennratte

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Muss ich jetzt noch gesondert einen Antrag auf Erwerbsminderungsrente stellen ....
Das müsstest du. Warte die Reha ab, dann weißt du wie dein zuständiger Arzt/deine zuständige Ärztin dein Leistungsvermögen beurteilt. Unter 3h, 3-6h oder über 6h auf dem allgem. Arbeitsmarkt.
Hier geht es also konkret darum: Soll ich "Nein" reischreiben obwohl ich Mitglied bin?
Ich könnte mir vorstellen dass da der DRV und der Reha Einrichtung gleich ein Warnlicht aufgeht.
Also einfach diese Frage auslassen obwohl ich die anderen beantworte ist aus genannten Gründen keine Option, finde ich.
Ob du nun Mitglied in einem Sozialverband bist oder nicht, imponiert weder der Krankenkasse noch der DRV.

Ein Mitpatient hier meinte dass es während der Reha einen Ansprechpartner von der Rentenversicherung gibt der das dann mit einem macht, sollten die Umstände erfüllt sein.
Während der Reha unwahrscheinlich, da nach deiner Entlassung der Rehabericht
(sozialmed.Gutachten)erstellt und an die DRV übersandt wird. Es können einige Wochen ins Land gehen.

Zum einen als Bemessensgrundlage für die Krankenkasse...
Was soll das sein ? Du bist ausgesteuert. Die Krankenkasse interessiert sich nicht mehr für deine Arbeitsunfähigkeit.

Also so kann man das nicht sehen, denke ich. So weit ich weiß ist das ein automatisierter Prozess bei Langzeitkranken, um sozusagen eine Einschätzung vornehmen zu können wie es denn weitergeht.
Darüber solltest du dir zeitnah Gedanken machen und nicht von einem "automatisierten Prozess" ausgehen, denn dein Anspruch auf ALG 1 dauert nicht ewig und der Weg zu einer EMR kann lang und holprig sein.

So weit ich weiß könnte es sein dass die DRV Zweifel an meiner Erkrankung hat und mich schon vor der Reha Genehmigung zu einem Gutachter schickt. Das ist aber Gott sei Dank nicht passiert.
Die DRV zweifelt nicht an deinen Erkrankungen. Es geht um die Beurteilung deiner Erwerbsfähigkeit, nicht um deine Arbeitsunfähigkeit.
Der Aufenthalt in einer Reha ist ein Gutachten. Nur eben über einen längeren Zeitraum.
 
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Hermann80

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@Rennratte
Ich drücke mich offenbar sehr missverständlich aus, denn fast alles was ich geschrieben habe wurde missinterpretiert.
Aber das ist jetzt eigentlich egal.
Meine zentrale Frage ist weiterhin, und so eindeutig hat die immer noch keiner beantwortet : Auf dem Anamnese Bogen der Klinik steht: " Sind Sie Mitglied beim VDK oder einer ähnlichen Institution?"
Da kann ich dann "Ja" oder "Nein" angeben, oder das Feld frei lassen, letzteres ist aber dann auch eine Antwort , zumal die anderen Felder ja ausgefüllt sind.
Es geht mir dabei nicht darum jemandem zu imponieren, sondern die Befürchtung dass eine Mitgliedschaft beim VDK als klare Absicht in Sachen Rente gewertet wird.
Diese Absicht habe ich ja nicht zwangsläufig, aber es sieht halt aktuell so aus als würde ich diesen Weg gehen müssen.
Wenn die aber von mir denken dass ich mich schon mal beim VDK eingeschrieben habe weil ich die Nummer mit allen möglichen Mitteln durchpauken möchte könnte das doch Argwohn wecken der mir zum Nachteil wird.
Oder denke ich da so verkehrt?
Beitrag wurde automatisch zusammengeführt:

Die DRV zweifelt nicht an deinen Erkrankungen. Es geht um die Beurteilung deiner Erwerbsfähigkeit, nicht um deine Arbeitsunfähigkeit.
Der Aufenthalt in einer Reha ist ein Gutachten. Nur eben über einen längeren Zeitraum.



Achja.... das stimmt so nicht. In meinem Bekanntenkreis war die Genehmigung einer Reha vom Urteil eines Gutachters notwendig.
Erst als der die Notwendigkeit bestätigt hat, hat die DRV die Freigabe gegeben.
 
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ABSW

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Zum VdK

Du kannst es einfach frei lassen


Du hast das Recht auf informationelle Selbstbestimmung für deine Daten.

Viele User haben Dir geantwortet.

Der Weg in eine Erwerbsminderungsrente ist nicht einfach.

Die Ratschläge kannst Du annehmen oder auch nicht.

Vielleicht lässt Du dich vom VdK beraten.
 

Hermann80

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Zum VdK

Du kannst es einfach frei lassen


Du hast das Recht auf informationelle Selbstbestimmung für deine Daten.

Viele User haben Dir geantwortet.

Der Weg in eine Erwerbsminderungsrente ist nicht einfach.

Die Ratschläge kannst Du annehmen oder auch nicht.

Vielleicht lässt Du dich vom VdK beraten.


Natürlich lasse ich mich als VDK Mitglied beraten, aber ich dachte eben dass ich mir hier schon mal ein paar Meinungen einholen kann.
Und ja, viele haben geantwortet dass ich das Feld freilassen kann, bzw keine Angabe machen muss.
Und das ist mir auch klar!
Aber wenn ich das Feld als einziges im Bogen frei lasse dann ist das sozusagen ein passives "Ja".
Welchen Grund sollte ich sonst haben dieses Feld leer zu lassen?
Und wenn ich den ganzen Bogen nicht ausfülle werden die Informationen in einem persönlichen Gespräch am Anfang der Reha eingeholt.
Und was sag ich dann da? "Sag ich nicht!" ?

Mir geht es halt darum dass diese Frage im Bogen ja nicht aus Lust und Laune gestellt wird.
Für mich liest sich das so als würde da gleich mal ausgelotet worauf ich es abgesehen habe, bzw was ich erreichen möchte.
Denn ich denke dass keiner beim VDK Mitglied ist wenn er nicht "etwas vor hat".
Bei mir ist es ja wie gesagt nicht zwangsläufig so. Aber ich möchte mir nicht schon durch diese Angabe ins Bein schießen.
Aber ein "nein" ist halt gezielte Fehlangabe..... das fühlt sich auch nicht gut an, und könnte doch auch irgendwie zum Nachteil werden?
 

Krautkopf

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Die Frage nach dem VdK kann sich auch auf die Reha beziehen.

Der VdK berät
- zu Reha-Berechtigung
- zu Dauer der Reha
- Ort der Reha
- Kostenübernahme
- was passiert bei einem Reha-Abbruch
- im Falle einer Ablehnung oder vorzeitigem Ende der Reha (z.B. weil die Erwerbsfähigkeit nicht wieder hergestellt werden kann. Wer Mitglied im VdK ist, könnte eine Verlängerung der Reha mittels Anwalt einfordern).

Es muss also nicht direkt um einen Rentenantrag gehen.
 

Lucky Luke

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Hallo Herrmann80,

ob deine Befürchtungen, dass dir bzgl. der Mitgliedschaft im VdK die Reha-Klinik sogleich ein "Rentenbegehren" unterstellt, zutreffen, kann ich nicht beurteilen. Auch, dass dir das negativ ausgelegt werden würde, also ich weiss nicht...

Möglicherweise würde ja auch andersrum "ein Schuh draus"... Evtl. wäre man dir gegenüber etwas vorsichtiger, (was unqualifizierte und/oder falsche Aussagen angeht) weil du dir durch die Mitgliedschaft soz. jederzeit kostenlosen sozialrechtlichen Rat holen kannst?

Ûbrigens ist meine Schwägerin seit Jahrzehnten (bereits lange VOR ihrem Renteneintritt) Mitglied beim VdK, und zwar aus dem Grund, weil die (Ortsgruppe in einem recht ländlichen Raum) sehr preisgünstige Wander- und Skiausfahrten anbieten und sie eben gerne wandert und skifährt 😉 - Tatsache jetzt!

Ich kann aber dein Dilemma verstehen, ich persönlich würde diese Frage zunächst "freilassen" und dann persönlich nachfragen, was der Grund der Frage ist bzw. nach der Zulässigkeit eines solchen Auskunftsbehrens fragen - hat ja nun mit deiner Gesundheit rein gar nichts zu tun.
Oder fragen sie auch nach deiner evtl. Parteizugehörigkeit oder ob du in einer Gewerkschaft bist oder einer kirchlichen Organisation angehört?
Je nachdem würde ich dann die Auskunft verweigern - möglicherweise hast du dann natürlich gleich einen Ruf als "Querulant" weg😁. Wäre mir persönlich dann aber auch egal...

Alles Gute!
 

Rennratte

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Für mich liest sich das so als würde da gleich mal ausgelotet worauf ich es abgesehen habe, bzw was ich erreichen möchte.
Denn ich denke dass keiner beim VDK Mitglied ist wenn er nicht "etwas vor hat".
Auch bei Differenzen mit deiner Krankenkasse oder dem Versorgungsamt kannst du Kontakt mit dem VdK aufnehmen. Er bedient das gesamte Sozialrecht.
Deine Mitgliedschaft muss nicht unbedingt etwas mit einem Antrag auf eine Erwerbsminderung zu tun haben.
 
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Hermann80

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Ja, vermutlich mache ich mir da zu viele Gedanken und fürchte hinter jeder Kleinigkeit eine Katastrophe.

und ja, tatsächlich kann es auch sein dass mir die VDK Mitgliedschaft etwas mehr Respekt verschafft.
Ich denke ich frag einfach beim VDK nach.
Die sollten es ja am besten wissen.

Und grundsätzlich?
War schon mal wer auf Reha in Bezug auf psychischer Probleme?
Man liest ja zum Teil Horrorgeschichten von Ärzten die einem gezielt „Fallen“ stellen, einer „verdeckten“ Begutachtung auch außerhalb der Therapiebehandlungen usw...
 

Kerstin_K

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Wichtig ist, dass die Klinik zu deinem Krankheitsbild passt. Eine Bekannte von mir war auch in eines psychosomatischen Reha. Man konnte ihr dort nicht helfen, weil ihre Deutschkenntisse dafür nicht ausreichen. Aber auch das war eine Erkenntnis, zu der sie erstmal kommen musste. Jede Klinik ist anders, jedes Krankheitsbild ist anders. Meine Bekannte bekam nach der Reha die volle Erwerbsminderung bewilligt.

Du darfst schon davon ausgehen, dass auch das Pflegepersonal in der Reha dich im Auge hat. Aber das hat nicht unbedingt was mit Fallen stellen zu tun.

Es gibt allerdings auch Kliniken, die alles daransetzen, dich als erwerfaehig zu entlassen.
 

Hermann80

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Wichtig ist, dass die Klinik zu deinem Krankheitsbild passt. Eine Bekannte von mir war auch in eines psychosomatischen Reha. Man konnte ihr dort nicht helfen, weil ihre Deutschkenntisse dafür nicht ausreichen. Aber auch das war eine Erkenntnis, zu der sie erstmal kommen musste. Jede Klinik ist anders, jedes Krankheitsbild ist anders. Meine Bekannte bekam nach der Reha die volle Erwerbsminderung bewilligt.

Du darfst schon davon ausgehen, dass auch das Pflegepersonal in der Reha dich im Auge hat. Aber das hat nicht unbedingt was mit Fallen stellen zu tun.

Es gibt allerdings auch Kliniken, die alles daransetzen, dich als erwerfaehig zu entlassen.

Also ich denke wenn die Deutschkenntnisse schlecht sind hat man zumindest bei einer psychosomatischen Reha überall Probleme.
Schließlich besteht die Reha bzw Therapie hauptsächlich aus Gesprächen, Gruppensitzungen usw.

Und die Auswahl der Klinik ist ja nicht mir überlassen. Die DRV hat mich direkt bei einer angemeldet und ich denke nicht dass ich da Einfluss gehabt hätte
 

Kerstin_K

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Doch, du haettest eine Wunschklinik angeben koennen. Dafür gibt es kein Feld im Antrag, das muss man extra dazudchreiben.
 
Vom Fragesteller als beste Lösung gewählt.
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