Ich habe drei Vermittlungsvorschläge bekommen und nun eine Frage zu Pendelzeiten

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Djang

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Guten Morgen,
gestern habe ich 3 VV bekommen. Die kürzeste Wegezeit zu VV1 sind zu Fuss zum Bus --> Bahnhof --> Zielbahnhof und zu Fuss zum Arbeitsort hin und zurück 152 Minuten. (ggogle Maps)
Wenn ich richtig gerechnet habe 2 Minuten außerhalb der Toleranz......
Die anderen 2 VV`s liegen etwa bei 165 Minuten hin und zurück.

Macht es Sinn die VVs gleich abzulehnen, oder würdet ihr euch bewerben, in der Hoffnung nicht eingestellt zu werden?
 

BerndB

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Meine Meinung:
da du hier die Grenzen nennst, ist dir auch bekannt, dass auch eine längere Pendelzeit zumutbar sein kann. Deshalb macht bewerben immer Sinn.
  1. Auch der Arbeitgeber kann wegen der Entfernung absagen, wenn er eine baldige Kündigung wegen der Entfernung befürchten muss.
  2. Der gezahlte Lohn könnte an der untersten Grenze liegen, sodass er zusammen mit der Entfernung (Kosten) die Arbeitsaufnahme deutlich unzumutbar macht.
  3. Nach dem Vorstellungsgespräch und Kenntnis aller Bedingungen kannst du in der anschl. Bedenkzeit immer noch Kontakt mit der AfA aufnehmen.
Wenn du ohne Kontakt absagst, nimmst du dir auf jeden Fall diese Möglichkeiten. Der Arbeitgeber kann dann immer behaupten, er hätte dich eingestellt und einen Super-Lohn gezahlt.
 
G

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Gast
Grundsätzlich unterschätzen Autofahrer den Pendelaufwand mit Bus und Bahn. Die haben in ihren Daten meist einen km-Radius als Pendelbereich und alles was da reinpasst, wird verschickt.

würdet ihr euch bewerben,

Wenn mir die Stelle ansonsten zusagt, sicherlich. So kleinlich solltest du nicht sein, es sei denn du hast reichlich Angebote, die im näheren Pendelbereich liegen.
 

Djang

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@Djang ... Sind die VV mit RFB Rechtsfolgebelehrung?

Ja

Grundsätzlich unterschätzen Autofahrer den Pendelaufwand mit Bus und Bahn. Die haben in ihren Daten meist einen km-Radius als Pendelbereich und alles was da reinpasst, wird verschickt.

Also ich habe nur ein Sommerauto, welches im Herbst abgemeldet wird, da Cabrio.
Ich würde nie in die Großstadt mit dem Auto rein, weil ich dort gar keinen Parkplatz bekomme. Außerdem, hallo?? Umweltschutz :)
Auf der anderen Seite vergeht kaum ein Tag ohne Nachrichten mit Verspätungen oder Bahnausfällen auf meiner Zugstrecke.

Wenn mir die Stelle ansonsten zusagt, sicherlich. So kleinlich solltest du nicht sein, es sei denn du hast reichlich Angebote, die im näheren Pendelbereich liegen.

Naja ich habe noch ein kleines Nebengewerbe, welches ich ausbauen könnte. Aber eigentlich will ich erstmal ALG1 beziehen.


Moderationshinweis...

2 Beiträge zusammengeführt. Bitte nicht mehrere Beiträge in kurzer Zeit posten. Man kann das eigene Posting innerhalb der Editierzeit (60 Minuten) jederzeit ändern oder erweitern. Des Weiteren lassen sich auch mehrere und auch verschiedene Zitate in einen Beitrag einfügen. Bitte in Zukunft beachten :) LG @HermineL



 

Natrok

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gestern habe ich 3 VV bekommen.

Hast du die gleichzeitig bekommen?

Wenn du gleichzeitigkeit mehrere VVs bekommst, so ist nicht zuerst zu prüfen ob ein Ablehnungsgrund wegen personenbezogenen Gründen im Sinne von § 140 SGB III besteht, sondern ob durch die Massenverwaltungspraxis der Behörde überhaupt der Sperrzeittatbestand im Sinne von § 159 Abs. 1 Satz 2 Nr. 2 SGB III (Sperrzeit bei Arbeitsablehnung) verwirklicht werden kann.

§ 159 Abs. 1 Satz 2 Nr. 2 SGB III:

"die bei der Agentur für Arbeit als arbeitsuchend gemeldete (§ 38 Absatz 1) oder die arbeitslose Person trotz Belehrung über die Rechtsfolgen eine von der Agentur für Arbeit unter Benennung des Arbeitgebers und der Art der Tätigkeit angebotene Beschäftigung nicht annimmt oder nicht antritt oder die Anbahnung eines solchen Beschäftigungsverhältnisses, insbesondere das Zustandekommen eines Vorstellungsgespräches, durch ihr Verhalten verhindert (Sperrzeit bei Arbeitsablehnung),"

Die Frage ist ob du über die Rechtsfolgen konkret, richtig, vollständig und verständlich belehrt wurdest? Im Sinne der gefestigten Rechtsprechung des BSG, der Vorgaben des Gesetzgebers und der Sichtweise in der Literatur. Die Belehrungen müssen in jedem Fall einzelfallbezogen sein, so schon die Gesetzesbegründung zum Arbeitsförderungsgesetz (AFG):

„Satz 1 Nr. 2 bestimmt abweichend vom Regierungsentwurf (§ 115), daß eine Sperrzeit wegen Ablehnung einer Arbeit nur dann eintritt, wenn die Arbeit vom Arbeitsamt angeboten worden ist. Hierdurch soll sichergestellt werden, daß der Arbeitslose in jedem Einzelfall über die Rechtsfolgen belehrt wird.“

Vgl. BT-Drs. zu V/4110, Begründung zu § 108a Abs. 1 Satz 1 Nr. 2, S. 21.


Dies ist beispielsweise nicht erfüllt, wenn du drei Mal die exakt gleiche Rechtsfolgenbelehrung hast. Lade Mal anonymisiert die drei RFBs hoch. Da musst du nur zwei Nummern anonymisieren.
 

Djang

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Hast du die gleichzeitig bekommen?
t
Ja, war vor Ort bei der Sachbearbeiterin. Belehrt wurde ich jetzt nicht explizit über die Folgen. Sie hat mr nach einem >1 stündigen Gespräch die 3 VV's mit der daran geklipsten RFB in die Hand gedrückt. Also für jeden VV eine extra RFB.
Ich werde sie nicht hier anonymisiert einfügen, weil die Scanfunktion an meinem Drucker nicht funktionert.

Ich habe mich auf die Stellen beworben. Wenn es tatsächlich zu einem Vorstellungsgespräch kommt, hoffe ich, dass dieses spätestens mit meinem Gehaltswunsch beendet wird. Wahrscheinlich ist mein ALG1 höher als das vorgeschlagene Gehalt. Die Monatskarte für die Bahnfahrt kostet auch nochmal 225€/Monat. Dass ich bei einer Vollzeitstelle auch meine geringfügige Selbständigkeit nicht mehr ausüben könnte kommt noch hinzu. Das müsste ich dem Interviewer ja auch noch erzählen......
 
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karuso

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Eigendlich sollte der SB die VV vorher auf Zumutbarkeit prüfen machen die in der Regel aber nicht war bei mir auch so. Habe vor einer Woche auch mehrere VV mit RFB erhalten. Eine VV war eine ZAF deren Niederlassung war von meiner Haustür 550 km weg.Diese VV hatte auch eine RFB werde sie aber als unzumutbar ablehnen. Sollte der SB eine Sanktion mir auferlegen wollen dann muß man halt vor dem SG ziehen.
 

Natrok

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@karuso, ja eigentlich müssten die das. In den Anhörungsschreiben und später im Sperrzeit- und Widerspruchsbescheid, schreiben die auch das die Beschäftigung zumutbar war, ohne es jemals geprüft zu haben. Aber hier ist die Sichtweise, die die AfA vertritt, in dem Rechtsstreit, den ich gerade wegen einer Sperrzeit zu Arbeitsablehung führe.

"Zum Tatbestand des § 159 Abs. 1 Satz 2 Nr. 2 SGB III gehört es nicht, dass das Angebot den Anforderungen an eine sachgerechte Vermittlung entspricht. Die Grundsätze einer sachgerechten Vermittlung bzw. Fragen der leistungsrechtlichen Zumutbarkeit werden dann relevant, wenn es um die Feststellung einer Sperrzeit geht."

und wegen der Prüfung der Zumutbarkeit:

"Die Höhe des tariflichen Stundenlohnes der Zeitarbeitsbranche ist langjährigen Arbeitsvermittlern bekannt, so dass bereits einfache gedankliche Operationen genügen, um beim Vergleich der bekannten Löhne mit dem Arbeitsentgelt des Alg-Bezuges die Zumutbarkeit erkennen zu können."
 
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