Ich habe bei meiner Arbeitsagentur vor zwei Monaten ein ärztliches Gutachten beantragt. Wie lange darf die Erstellung dauern?

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Hallo,

ich habe bei meiner Arbeitsagentur vor 2 Monaten ein ärztliches Gutachten beantragt. Meine SB meinte, das würde normal 4 Wochen dauern und wäre aber spätestens nach 6 Wochen fertig. Jetzt sind es bereits 8 Wochen und ich höre einfach nichts mehr von meiner SB .

Das Dumme an der Geschichte ist, dass ich mehrfach E-Mails an meine SB geschrieben habe, die einfach nicht beantwortet werden und dass ich bei der Servicenummer um Rückruf gebeten habe, aber da passiert auch nichts. Ich bekomme einfach keine Antwort von der Agentur.

Ich habe bereits vor einigen Jahren schon mal so ein Gutachten beauftragt und das war nach 3 Wochen fertig. Kann ja verstehen, dass momentan alles bisschen anders ist, aber einfach totstellen?

Wie lange dürfen die sich Zeit lassen und wie bekomme ich jemanden dazu, sich bei mir zu melden? Da die Arbeitsagentur zu ist, kann ich ja nicht hingehen und mich beschweren.

Gruß
 

Ruhrpottmensch

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Nabend

Mein eigenes Gutachten vom ÄD ist letztes Jahr im Februar "in die Wege" geleitet worden, Ende Mai 2020 hatte ich dann Teil B in der Hand, bis es dann bei einem Vor-Ort Termin besprochen worden ist, war es Anfang August...

Man sieht... Das kann unter Umständen schon mal etwas dauern.
Corona... Lockdown Part II... Homeoffice...

Ich würde mir da gar keine großen Gedanken machen.
Oder ist es so "dringlich" das dass GA "vorliegt"?
 

Fox29

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Man muss auch folgendes bedenken:
Liegen genug Unterlagen für ein Gutachten auf Aktenlage vor oder ist die Informationslage eher dünn? Wenn zweiteres der Fall ist und der ÄD eine persönliche Untersuchung benötigt, kann es dauern, da durch den lockdown keine Termine gemacht werden. Natürlich stauen sich die ganzen Beauftragungen an, also kann das noch ne ganze Weile dauern.

Ansonsten sind selbst die Gutachten nach Aktenlage langsamer als sonst, die Begründung wurde oben schon gegeben.
 

saurbier

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Ein äD -Gutachten soll laut den fachlichen Weisungen der AfA zu § 145 SGB III binnen 4 Wochen erfolgt sein.

Dauert es länger als voraussichtlich 4 Wochen, dann soll der ALG-I Antrag vorläufig beschieden werden.

Wenn bei dir jetzt die Frist abgelaufen ist, dann solltest du einen schriftlichen Antrag gem. § 328 Abs. 1 Nr. 3 SGB III auf eine vorläufige Entscheidung stellen.

Sofern du seitens der AfA hier Leistungen bekommst, solltest du dich auch auf gar keinen Fall jetzt ans JC abschieben lassen. Gerne setzten die SB 's nämlich den Absatz - Wenn Ihr Lebensunterhalt nicht gesichert ist, sollten Sie Arbeitslosengeld II beantragen - drunter, um so berechtigte Antragsteller loszuwerden - ganz besonders die welche zuvor aus dem KG ausgesteuert wurden.

Dies ist allerdings rechtlich so nicht zulässig, da du so fern du einen Leistungsanspruch auf ALG-I hast, vom JC auch unter Verweis auf § 12a SGB II abgelehnt werden kannst, da das ALG-I eine vorrangige Leistung vor dem ALG-II darstellt. Würde dir in dem Fall tatsächlich ein JC SB ALG-II bewilligen, wäre dies ein offensichtlicher Rechtsmissbrauch.

Es bliebe auch abzuwarten, wie deine AfA -Geschäftsstelle jetzt auf deinen Antrag auf vorläufige Leistung reagiert, sollten sie es unter o.g. Verweis auf's ALG-II ablehnen, dann müßtest du umgehend bei örtlich zuständigen SG ein eA-Verfahren gem. § 86b SGG einreichen. Wichtig dabei ist dann allerdings, daß du dem Gericht auch deine finanzielle Notlage (kein Geld auf dem Konto) per Kontoauszüge nachweisen kannst, ansonsten würde der Antrag abgelehnt. Auch neigen manche Richter leider dazu, trotz der Gesetzeslage ans JC zu verweisen. Da müßtest du dann gleich in deinem eA-Antrag (einstweilige Anordnung als Schnellverfahren vor dem SG ) ausdrücklich darauf hinweisen, daß das JC gem. § 12a SGB II gar nicht deinen Antrag annehmen darf, eben weil du aus deiner Arbeitslosenversicherung heraus einen Rechtsanspruch auf ALG-I hast. Diverse Muster findest du hier im Forum unter Vorlagen, oder nachfolgend,

 

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Elo-User*in
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Ich bekomme ALG 1, das ist nicht das Problem, sondern eine potenzielle Aufnahme in eine Maßnahme der AfA .

Seit ich 2012 das letzte mal ALG 1 war, hat sich meine gesundheitliche Situation maßgeblich verschlechtert und ich habe seither verschiedene Jobs immer wieder abbrechen müssen, weil ich gesundheitliche Probleme bekommen habe.

Da mein letzter Job befristet war, musste ich mich ja 3 Monate vorher arbeitssuchend melden und der SB meinte damals (Sommer 2020) dass ich gute Chancen hätte in eine aktuelle Maßnahme aufgenommen zu werden. Um was es genau ging, wollte er mir zu diesem Zeitpunkt nicht sagen, meinte aber, wenn es soweit ist mit meiner Arbeitslosigkeit, dass ich dann als erstes dieses ärztliche Gutachten benötigen würde. Anhand von diesem Ergebnis würde sich dann entscheiden, ob ich in eine Maßnahme aufgenommen werden könnte.

2013 hatte ich eine Teilhabe bei der AfA beantragt, die aber an die DRV weitergereicht wurde. Wäre ich bei der AfA geblieben, hätte ich von denen eine Umschulung bekommen. Leider kocht aber die DRV ihr eigenes Süppchen und hat mir die Umschulung nicht genehmigt. Ich versuche deshalb jetzt bei der AfA , ob ich bei denen noch irgendwo reinkomme, um meine berufliche Situation zu verbessern. Das ist aber alles von diesem Gutachten abhängig.
 

Ruhrpottmensch

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Eventuell - das ist jetzt meine (!) Idee - kann man ja mal mit dem SB "quatschen", um raus zu finden um was es sich genau für eine Maßnahme handelt. Wenn man dann gut drauf ist, vielleicht auch noch Beginn der Maßnahme erfragen, damit man abschätzen kann, wie viel Zeit einem a) für das GA vom ÄD und b) überhaupt für die Maßnahme im Leistungszeitraum ALG 1 noch bleibt...

Und dann eventuell mal beim ÄD "anklopfen"... ;)
 

Fox29

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Ich versuche deshalb jetzt bei der AfA , ob ich bei denen noch irgendwo reinkomme, um meine berufliche Situation zu verbessern. Das ist aber alles von diesem Gutachten abhängig.
Hast du den Reha Antrag bei der DRV denn zurück gezogen? Wenn nicht kannst du die Umschulung bei der Agentur knicken, da Leistungsverbot besteht und die Agentur nicht fördern darf
 

saurbier

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Seit ich 2012 das letzte mal ALG 1 war, hat sich meine gesundheitliche Situation maßgeblich verschlechtert und ich habe seither verschiedene Jobs immer wieder abbrechen müssen, weil ich gesundheitliche Probleme bekommen habe.
2013 hatte ich eine Teilhabe bei der AfA beantragt, die aber an die DRV weitergereicht wurde. Wäre ich bei der AfA geblieben, hätte ich von denen eine Umschulung bekommen.
So inzwischen haben wir schon 2021 also mehr als 8 Jahre später und offenbar nach deinen eigenen Worten schaffst du es nicht wegen deiner gesundheitlichen Probleme eine dauerhafte Arbeit auszuführen.

Ja was bitte glaubst du dann mit einer Umschulung noch zu erreichen, wenn es doch seit 2012 nicht dauerhaft mal geklappt hat.

Da mein letzter Job befristet war, musste ich mich ja 3 Monate vorher arbeitssuchend melden und der SB meinte damals (Sommer 2020) dass ich gute Chancen hätte in eine aktuelle Maßnahme aufgenommen zu werden. Um was es genau ging, wollte er mir zu diesem Zeitpunkt nicht sagen, meinte aber, wenn es soweit ist mit meiner Arbeitslosigkeit, dass ich dann als erstes dieses ärztliche Gutachten benötigen würde. Anhand von diesem Ergebnis würde sich dann entscheiden, ob ich in eine Maßnahme aufgenommen werden könnte.
Ja und was soll das bitte bringen.

Vielleicht solltest du dir mal überlegen ob es hier nicht doch besser wäre, bei der DRV einen EMR-Antrag zu stellen.

Sollte die DRV dann meinen, daß du noch zu gesund für eine EMR wärst, könnte sie dir ja immerhin eine LTA-Maßnahme anbieten damit du zumindest eine dauerhafte Beschäftigung findest - oder.

Letzten Endes ist es die Aufgabe der DRV dafür Sorge zu tragen, alles zu unternehmen deine Erwerbsfähigkeit zu erhalten damit du deinen Lebensunterhalt sichern kannst. Wenn du also wegen deinem schlechten Gesundheitszustand ständig deine Arbeit verlierst, dann wäre hier nicht die AfA , sondern eher die DRV zuständig.

Und ja, mit dem neuen Bundesteilhabegesetz wird jetzt inzwischen die AfA hier mit einbezogen, dennoch wäre die DRV sicherlich der bessere Weg.
 

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@saurbier

Außer Geldleistungen, wie finanzielle Förderungen für einen neuen Arbeitsplatz, bekomme ich von der DRV nichts mehr. Alle anderen Leistungen wurden voll ausgeschöpft.

Ich habe ein riesen Problem, mit dem ich schon seit 30 Jahren kämpfe: Ich habe einen aussterbenden Beruf erlernt. Die AfA weis das und deshalb gelte ich bei denen als nicht vermittelbar. Aber die DRV erkennt das nicht an, sondern erklärt stupide, dass mein Beruf zu meiner Behinderung passt und ich deshalb nur eine allgemeine Fortbildung gezahlt bekommen habe. Alles weitere nur noch in Geldleistungen.

Für eine Umschulung wäre ich 2013 noch nicht zu alt gewesen - heute schon und das weis ich auch selbst. Da mache ich mir überhaupt keine Hoffnungen.

Für die DRV gelten nun mal andere Bestimmungen wie für die AfA und was die AfA sagt, ist der DRV sch...egal.

Ich werde keinen LTA beantragen, denn sonst wird sich während der Laufzeit nichts für mich ändern. Das Dumme an den LTA bei der DRV ist, dass alle Integrationsmassnahmen dann bei der DRV liegen und mir das JC nicht mal einen 1 € Job anbieten darf, weil das ebenfalls zur Integration gehört.

Ich mache da jetzt schon 8 Jahre rum und bin auf keinen grünen Zweig gekommen, sogar mit der Hilfe durch den VdK bin ich nicht weitergekommen.

Hatte zwar jetzt 3 Jahre meine Ruhe, weil ich einen entsprechenden Job hatte, aber der ist ja weg. Hab vor ein paar Wochen nachgefragt wie es aussieht, aber mehr wie einen Minijob kann ich bei denen nicht mehr bekommen.

Mein erlernter Beruf passt zu meinen gesundheitlichen Einschränkungen. Darauf beruft sich jeder Rehaberater von der DRV , hatte schon mehrere. Da sagt sogar der VdK , dass in diesem Fall eine Klage sinnlos ist.

Mir wurde jetzt ein Integrationscoaching für Schwerbehinderte von der AfA nach SGB III angeboten. Das werde ich noch versuchen und wenn da auch nichts rauskommen sollte, dann beantrage ich EMR.

Ich will in erster Stelle einen passenden Job. Bei dem ich allerdings hoffe, dass ich den über eine Maßnahme bekomme. Sobald ich mich selbst auf eine Facharbeiterstelle bewerben muss, habe ich wieder das Problem mit meiner Ausbildung. Die will heutzutage einfach niemand mehr, ich habe allerdings keinen Bock auf Mindestlohn bis zur Rente. Das ist meine persönliche Zwickmühle. Also hoffe ich darauf, dass ich über eine Maßnahme in einen Hilfsjob vermittelt werden kann, wo man mehr wie nur Mindestlohn bezahlt.
 
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saurbier

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Mein erlernter Beruf passt zu meinen gesundheitlichen Einschränkungen. Darauf beruft sich jeder Rehaberater von der DRV , hatte schon mehrere. Da sagt sogar der VdK , dass in diesem Fall eine Klage sinnlos ist.
Toll und was bringt dich das jetzt bitte weiter - doch offensichtlich nicht die Spur - oder.

Und wie bitte kommt der VdK auf die Idee das eine Klage sinnlos ist. Schon mal darüber nachgedacht das dort jemand offenbar gar keine Lust hat sich für sowas die Arbeit zu machen.
Ist schon sehr bemerkenswert, wenn die AfA dich für deinen erlernten Beruf als nicht mehr vermittelbar sieht.

Letzten Endes wäre das auch egal, denn die AfA hat die Aufgabe dich bestenfalls auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu vermitteln und da spielt dann ein erlernter Beruf eine Rolle, wenn es dafür auch Stellenangebote gibt, ansonsten wie gesagt gilt der allgemeine Arbeitsmarkt, erst recht wenn es in deinem Beruf keine Stellenangebote mehr gibt - wie du ja schreibst.

Aber die DRV erkennt das nicht an, sondern erklärt stupide, dass mein Beruf zu meiner Behinderung passt und ich deshalb nur eine allgemeine Fortbildung gezahlt bekommen habe.
Tja, da dürfte dann ja bereits vor vielen Jahren schon so einiges arg schiefgelaufen sein, denn ab einem gewissen Punkt (alter) gibt es bei der DRV keine teure Umschulung mehr. Dann zahlt die DRV im besten Fall noch eine Fortbildung die auf dem erlernten Beruf basiert. Da dürftest du dir dann ggf. 2013 warum auch immer ein eigenes Bein gestellt haben.

Mir wurde jetzt ein Integrationscoaching für Schwerbehinderte von der AfA nach SGB III angeboten.
Und was soll dich das jetzt bitte großartig weiter bringen. In deinem Beruf gibt es nichts, eine Umschulung zahlt die DRV nicht. Da wird in meinen Augen nur noch mehr Zeit verschwendet um dann am Ende was bitte festzustellen.

Das werde ich noch versuchen und wenn da auch nichts rauskommen sollte, dann beantrage ich EMR.
Genau, dann kommt nach x-Wochen bzw. Monaten heraus, daß du schlicht eine EMR beantragen sollst.

Da kannst du dir das ganze Spiel auch gleich sparen und jetzt schon einen EMR-Antrag stellen. Dann liegt der Ball erneut bei der DRV und dann soll sie zusehen wie man dich noch in eine Arbeit bekommt. Wenn sich deine gesundheitliche Situation in den letzten Jahren weiter verschlechtert hat - wie du ja schreibst - dann dürften dein Chancen ggf. gar nicht so schlecht stehen auch eine EMR zu erhalten.

Nach deinen bisherigen Aussagen könnte da ja bereits eine Teil-EMR dazu reichen, daß du über diese dann sogar durch die Hintertür eine volle EM-Arbeitsmarktrente bekommen könntest, nämlich wenn die AfA es nicht schaffen sollte dich, als Teil-EMR innerhalb von 1 Jahr in eine sozialversicherungspflichtige Teilzeitarbeitsstelle zu vermitteln.

Ich will in erster Stelle einen passenden Job.
Ja genau - und ich - möchte am Wochenende einen 6er im Lotto.

Hallo, wir haben hier kein Wunschkonzert.

Das spiel mit dem passenden Job, hast du doch seinerzeit bereits mit der DRV exerziert oder. Woher soll ihn denn jetzt plötzlich die AfA nehmen. Fraglich ist inzwischen allenfalls, wie sich die AfA aufgrund des neuen Bundesteilhabegesetz aufstellen wird, denn damit will die Bundesregierung ja den weiteren Zugang in die EMR erschweren, weshalb nun im Vorfeld die Zusammenarbeit zwischen KV-AfA und DRV intensiviert werden soll. Da hat man am grünen Tisch im Berliner Glaskasten sich was Tolles ausgedacht, was wohl nur leider wieder einmal mehr an der Lebensrealität vorbeigehen dürfte, da hier die Arbeitgeber ein erhebliches Wörtchen mitreden dürften. Schon in den letzten Jahrzehnten zeigten die Arbeitgeber doch gar kein Interesse an all den Förderinstrumenten für behinderte und kranke Arbeitnehmer, wieso also jetzt plötzlich.

Sobald ich mich selbst auf eine Facharbeiterstelle bewerben muss, habe ich wieder das Problem mit meiner Ausbildung.
Genau und nichts anderes passiert, wenn dir die AfA entsprechende Arbeitsangebote zukommen läßt. Man muß sich leider immer um eine Arbeitsstelle bewerben, da fliegen keinem die bereits gebratenen Tauben zu. Und das dir die AfA eine deinen gesundheitlichen Einschränkungen passgenaue Stelle anbieten wird bzw. anbieten kann, darauf solltest du eher mal nicht vertrauen. Bei mir waren sie 2002 nicht mal in der Lage ein perfektes Stellenangebot zu unterbreiten, was bei einem anderen SB (Nachbarzimmer meines AfA SB 's) seit Monaten bereits vorgelegen hat (nämlich mein alter Arbeitgeber suchte Ersatz für mich). Das nur zur Vermittlungsqualität der AfA /JC .

Die will heutzutage einfach niemand mehr, ich habe allerdings keinen Bock auf Mindestlohn bis zur Rente.
Ja genau, ich hätte auch ungern zum Mindestlohn bis zur Rente arbeiten wollen und muß es dank der vollen EM-Arbeitsmarktrente ja auch nicht. Nur Pech das sowas niemanden bei der AfA oder sonst wo ernsthaft interessiert. Du kannst dich ja inzwischen glücklich schätzen, dass es heute zumindest mal einen Mindestlohn gibt, ich hab noch Zeiten erlebt, wo man Minijobber mit weit unter 5,-€/Std. abgespeist hat. Allerdings hat mir mein alter Arbeitgeber damals als Teil-EMR über Tariflohn bezahlt und mein Minijob wurde anfänglich mit 7,-€/Std. bezahlt bis dann der Mindestlohn kam.

Das ist meine persönliche Zwickmühle.
Nochmals, egal was jetzt deine persönliche Zwickmühle auch sein mag, darauf wird wohl kaum jemand ernsthaft Rücksicht nehmen, erst recht nicht bei der AfA /JC oder DRV .

Also hoffe ich darauf, dass ich über eine Maßnahme in einen Hilfsjob vermittelt werden kann, wo man mehr wie nur Mindestlohn bezahlt.
Tja das dürfte dann wohl nur ein Wunschtraum bleiben.

Und wie du ja selbst ausgeführt hast, erstaunt es schon sehr, das du jetzt hier von einem Hilfsjob schreibst, hast du zuvor noch von einer anständig bezahlten Arbeit gesprochen. Im übrigens dürften die Chancen eher schlecht aussehen, bei einem Hilfsjob mehr wie den Mindestlohn zu erhalten, erst recht wenn du aus ja offensichtlich gesundheitlichen Gründen nicht einmal voll belastbar bist, denn das ist schon ein Widerspruch in sich selbst.

Stelle einen EMR-Antrag und hoffe das deine jetzt vorliegenden gesundheitlichen Einschränkungen für die DRV insoweit ausreichen, daß man dir mindestens eine Teil-EMR bewilligt. Dann könntest du wie bereits erwähnt, zumindest darauf hoffen - sofern die AfA dich nicht in deinen erlernten Beruf noch auf den allgemeinen Arbeitsmarkt infolge deiner gesundheitlichen Einschränkungen in eine sozialversicherungspflichtige Teilzeitarbeitsstelle vermitteln kann - das dir dann seitens der DRV ggf. eine volle EM-Arbeitsmarktrente bewilligt wird, wer weis. Nur das ganze dürfte dann auch davon abhängen, wie ggf. bei einer zuvor laufenden Reha das sozialmedizinische Gutachten dort ausfällt.
 

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Mein Gutachten ist fertig, aber da muss ich dagegen angehen. Obwohl der Gutachter eine Funktionsstörung der Beine und der Wirbelsäule attestiert, empfiehlt er bei der Arbeitshaltung beim Stehen und Gehen überwiegend . Das passt absolut nicht zusammen und ist bei mir auch nicht möglich.

@saurbier

Mit passendem Job meinte ich, was die gesundheitlichen Einschränkungen betrifft. Mir ist im Prinzip jede Art von Arbeit egal, hauptsache sie passt gesundheitlich zu mir. Und da mache ich mir eben Hoffnungen, dass ich über Praktika bei der Integrationsmassnahme etwas vernünftiges finde. Ich habe deshalb zugesagt, auch wenn momentan alles online abläuft.

Ich habe die letzten 3 Jahre für Mindestlohn gearbeitet und sogar die Zeitarbeit zahlt mehr wie Mindestlohn. Hätte ich auch kein Problem damit, die stellen aber keine Schwerbehinderten ein.

Habe noch eine Frage: Wenn ich die Maßnahme mache, bekomme ich dann eine Förderung nach SGB III oder läuft einfach nur mein ALG1 weiter? Ich frage deshalb, weil ich jetzt finanziell auf Hartz4 Niveau bin und sogar das JC zahlt beim Besuch eines Lehrgangs einen Zuschuss. Ich hätte dann weniger Geld wie ALG2 + Zuschuss.
 

saurbier

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Mein Gutachten ist fertig, aber da muss ich dagegen angehen.
Da dürftest du wohl schlechte Karten haben.

Gegen ein Gutachten selbst kann man leider nichts machen, allenfalls gegen einen Bescheid, der aufgrund eines Gutsachterergebnisses erfolgt, wäre die Möglichkeit des Widerspruches und ggf. Klage möglich.
Mit passendem Job meinte ich, was die gesundheitlichen Einschränkungen betrifft. Mir ist im Prinzip jede Art von Arbeit egal, hauptsache sie passt gesundheitlich zu mir.
Da müßtest du dann aber auch mal eine Arbeit finden, die zu deinen gesundheitlichen Einschränkungen bzgl. der Wirbelsäule und Beine passt.

Habe noch eine Frage: Wenn ich die Maßnahme mache, bekomme ich dann eine Förderung nach SGB III oder läuft einfach nur mein ALG1 weiter? Ich frage deshalb, weil ich jetzt finanziell auf Hartz4 Niveau bin und sogar das JC zahlt beim Besuch eines Lehrgangs einen Zuschuss. Ich hätte dann weniger Geld wie ALG2 + Zuschuss.
Tja eine gute Frage.

Eigentlich wäre ja die DRV für die Rehabilitation und damit dann weiter verbunden für den erneuten Einstieg in Arbeit zuständig - nicht aber die AfA .

Da kommt es dann darauf an, was ggf. früher in der Hinsicht so abgelaufen ist.

Ich persönlich könnte mir gut vorstellen, daß die AfA hier keine großartigen Kosten übernehmen will und versucht dich an die DRV zwecks Umschulung bzw. LTA zu verweisen. Seitens der AfA selbst dürfte es kaum mehr geben als ALG-I, beim JC hingegen gibt es ja einen Zuschlag für die Zeit einer Maßnahme § 21 Abs. 4 SGB II in Höhe von 35% bzw. 156,10€.

Nun ja, daß ganze ist halt kein Wunschkonzert, da zahlt der zuständige Leistungsträger schlicht das was er lt. Gesetz zu zahlen hat.
 

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@saurbier

Ich kann freudestrahlend Neues verkünden:

Meine Hartnäckigkeit hat sich ausgezahlt, denn meine SB hat ein weiteres Sozialmedizinisches Gutachten in Auftrag gegeben. Da ich ja das alte Gutachten noch vorliegen hatte, konnte ich meiner SB beweisen, dass das andere Gutachten falsch sein muss. Sie hat es es jetzt kapiert, dass unheilbare Chronische Krankheiten nicht einfach verschwinden.

Jedenfalls wurde ich aufgefordert die Hälfte der bereits eingereichten Befunde nochmals zu schicken und die entsprechenden Schweigepflichtsentbindungen ebenfalls wieder einzureichen. Aber nur die Sachen, die im Gutachten gefehlt haben.

So wie es aktuell für mich aussieht, hat der Ärztliche Dienst sämtliche Unterlagen zu meiner Gehbehinderung verschlampt und deshalb nur den Rest begutachtet. Leider bekomme ich aber dazu von niemanden eine Auskunft, ist wohl zu peinlich :p

Was mich allerdings immer noch wundert ist, warum hat der Gutachter die entsprechende chronische Krankheit für meine Gehbehinderung, im Eingangstext erwähnt, sie aber nicht mit in die Begutachtung reingenommen? Das hätte doch sogar jeder Blinde merken müssen, dass da etwas fehlt im Gutachten.

Jedenfalls konnte ich durchsetzen, dass ein neues Gutachten erstellt wird und kann nur hoffen, dass diesmal alle Befunde beachtet und bewertet werden.

Ich melde mich wieder, wenn das nächste Gutachten fertig ist.
 
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