»Ich fürchte, daß unbezahlte Bürgerarbeit eingeführt wird«

Leser in diesem Thema...

götzb

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
5 April 2008
Beiträge
2.070
Bewertungen
2.169
Klar die Möglichkeit besteht, das Zwangsarbeitsdienst eingeführt wird, aber diese ist eher gering, gerade auch deshalb, weil man das ausgelaufene Bürgerzwangsarbeits-Programms nicht weiter laufen lassen möchte, wegen der schlechten Erfolge.

Letztlich würde ein Reichsarbeitsdienst auch verfassungsrechtlich nicht durchkommen, auch wenn solche Forderungen gerade von Mittelstandsvereinigung und neolibs immer mal wieder aufgestellt wird.

Sollte das aber doch eingeführt werden, sollte man sich umfangreich mit Möglichkeiten der Sabotage beschäftigen.
 
G

Gelöschtes Mitglied 41016

Gast
Klar die Möglichkeit besteht, das Zwangsarbeitsdienst eingeführt wird, aber diese ist eher gering, gerade auch deshalb, weil man das ausgelaufene Bürgerzwangsarbeits-Programms nicht weiter laufen lassen möchte, wegen der schlechten Erfolge.
Meiner Ansicht anch liegt das eher an den Kosten, Bürgerarbeit muss ja schließlich nach Tarif bezahlt werden.
 

Schadbär

Elo-User*in
Mitglied seit
5 September 2012
Beiträge
202
Bewertungen
94
Ich überlege schon länger, weswegen aus Klinik-Zusammenschlüssen der Landkreise ganz gerne mal gGmbHs werden. Eine gGmbH ist zumindest auf dem Papier schon einmal berechtigt, im Zuge von sogenannten "Aktivierungsmaßnahmen" scheinbar minderbemittelte, psychisch kranke ALG-II-Empfänger dort arbeiten zu lassen, ohne sie anstellen zu müssen oder gar einen Praktikumsvertrag mit ihnen schließen zu müssen.

Der angebliche Vorteil für die ALG-II-Empfänger: Sie werden aus einer angeblich bestehenden Lethargie (Depression, Verarmungswahn, etc.) herausgeholt. Sie müssen also dankbar sein, dass sie dort arbeiten dürfen. Und wenn's die ehemalige Krankenschwester ist, deren ehemals fester Arbeitsvertrag aufgelöst wurde. :icon_kinn:

Gleichzeitig weiß ich, dass es sich keine Klinik leisten kann, AlG-II-Empfänger mit hängenden Gesichtern und schlurfendem Gang dort arbeiten zu lassen. Schlimmer wären ALG-II-Empfänger, die ihren Frust an kranken Patienten auslassen. Sie möchten Menschen, die im Dienst am Menschen aufgehen, ja regelrecht aufblühen. Deswegen würde ich mir nicht all zu große Sorgen machen. Es werden sowieso nur diejenigen eingestellt, die in der Arbeit aufblühen. Dass die nun im Team keinen guten Stand haben, ist klar: Sie gefährden deren Festanstellungen und Arbeitsplätze. Wer in der Bürgerarbeit zu fröhlich ist, wird so lange gemobbt, bis er es nicht mehr ist. Logisch. Oder ihm wird bei Arbeitsbeginn gleich gesagt: "Machen Sie sich keine Hoffnung, wir stellen sowieso nie irgendeinen ALG-II-Empfänger ein", oder aber "machen Sie sich keine Hoffnungen, wir bekommen hier nie wieder einen neuen Arbeitsplatz genehmigt". So mir bei zwei 1-Euro-Jobs bereits mitgeteilt. Am Schönsten war der Satz: "Leute wie Sie finden wir überall". Höre ich seit dem Jahr 2005 eigentlich immer. Der Gipfel war: "Sie können dankbar sein, dass Sie hier arbeiten dürfen". Das waren höchste Kreise, kulturell wie sozial. Ich hätte gehen sollen und einfach sagen: "Na dann ist ja gut, dann kann ich ja wieder gehen". Und das tat ich dann auch irgendwann. Rumms - Sanktion.

Problematisch wird es nur, wenn man derart frustrierte Menschen dann auf frisch operierte Patienten loslässt. Das darf sich kein Klinikum erlauben..... Insofern: Zurücklehnen und durchatmen. Hannemann ist auch kein Guru.
 

götzb

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
5 April 2008
Beiträge
2.070
Bewertungen
2.169
l Ich hätte gehen sollen und einfach sagen: "Na dann ist ja gut, dann kann ich ja wieder gehen". Und das tat ich dann auch irgendwann. Rumms - Sanktion.
Und das war falsch.
Entweder so arbeiten, das Sabotage eventuell inklusive ist.
Oder krankschreiben; denn durch die Sanktion hast du dir selber geschadet.
 

Schadbär

Elo-User*in
Mitglied seit
5 September 2012
Beiträge
202
Bewertungen
94
Und das war falsch.
Entweder so arbeiten, das Sabotage eventuell inklusive ist.
Oder krankschreiben; denn durch die Sanktion hast du dir selber geschadet.

Naja, über "falsch" oder "falsch" kann man sich streiten. Gibt ja noch Anwälte und ähnliches. Krankschreiben ist nicht so einfach, die meisten Ärzte können (mit Recht) keine Krankheit erkennen, wenn man eine Maßnahme verlässt. Aber das ist ein weites Feld, worüber man ewig diskutieren könnte.

Mit Sabotage gegen Zwangsarbeit und Shicejobs oder sei strunzdoof und besitze 2 Linke Hände im Hungerlohn Job

:icon_lol: (Sorry, eben erst entdeckt).
 

hartaber4

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
8 September 2011
Beiträge
11.611
Bewertungen
2.633
Klar die Möglichkeit besteht, das Zwangsarbeitsdienst eingeführt wird, aber diese ist eher gering, gerade auch deshalb, weil man das ausgelaufene Bürgerzwangsarbeits-Programms nicht weiter laufen lassen möchte, wegen der schlechten Erfolge.

Letztlich würde ein Reichsarbeitsdienst auch verfassungsrechtlich nicht durchkommen, auch wenn solche Forderungen gerade von Mittelstandsvereinigung und neolibs immer mal wieder aufgestellt wird.

Sollte das aber doch eingeführt werden, sollte man sich umfangreich mit Möglichkeiten der Sabotage beschäftigen.


Ein "Erfolg" ist ja der (subtile) Druck...und der soll wohl sicher erhalten bleiben....

Sicher wird man das SGB-Kind aus dem "löchrigen Zwangsarbeits-Kartoffelsack" rausnehmen in ein "schickes Teilhabekleidchen" stecken....
 

Wasnun

Elo-User*in
Mitglied seit
24 September 2013
Beiträge
484
Bewertungen
2
Glaub ich gerne, dass Pinkel-Paule davor Angst hat - dann kann er seinen Katastrophenticker im Forum nicht mehr ausleben.
Davon mal ab: schlecht wärs nicht.......
......und mal nebenbei : "Junge Welt" sagt ja eigentlich alles, wer dahinter steckt ist ja bekannt......
 

utafu

Elo-User*in
Mitglied seit
16 Juli 2013
Beiträge
371
Bewertungen
95
Schülern?

Ja, das passiert schon jetzt. Wir in Hamburg wurden immer wieder aufgefordert, über 15jährigen Schülern Nebenjobs anzubieten, damit sie ihre Eltern unterstützen. Zudem vermute ich, daß die Bundeswehr größeren Spielraum zum Werben bekommt. Noch können Jugendliche nicht zwangsrekrutiert werden. Aber Einladungen zu Berufsmessen, wo das Militär wirbt, dürfen sie nicht ablehnen.
Ja erst wie bei uns,die Kinder das ABI madig machen, mit Einladungen und Sanktionsdrohungen. Im Gespräche die "Familienverantwortung "erwähnen die Kinder zu einer Lehre überreden wollen ("so würdet ihr die Bedürftigkeit der Fam. senken).
Und zeitgleich kommt der Karriereberater der Bundeswehr in die Klasse und wirbt mit einem einstigesgehalt von 1600€...ein Schelm wer da einen Zusammenhang sieht .
 

ZynHH

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
6 Juli 2011
Beiträge
19.407
Bewertungen
27.112
Alle Gesetzbücher, die das bisher verhindert haben. Insbesondere das GG, welches bisher ein Existenzminimum garantiert ohne Zwangsarbeit.


Dir ist schon aufgefallen, was das gefährlichste an der grossen Koalition ist?

Sie verfügt über die Möglichkeit das GG zu ändern, sowohl im Bundestag als auch im Bundesrat.
 

Kikaka

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
1 April 2008
Beiträge
3.238
Bewertungen
702
- Müntefering (SPD) führt meine Rangliste der Zwangsarbeitsoperateure unbestritten an
"wer essen will soll arbeiten"
Dieser Stiefellecker Merkels gehörte aus der SPD zwangsematrikuliert, er schleicht sich immer noch in der SPD umher, wenn man den nur sieht könnte man..:icon_kotz2:...

-Die wichtigsten Akteure die sich den Hut am Thema Arbeitspflicht verbrannt haben :
Z.Bsp.
-Müntefering (SPD)
-Prof. (Un)Sinn den heute keiner mehr für voll nimmt.
-Roland Koch (CDU)
-Westerwelle (FDP) mit Selbstdemontage


-Jeder Politnik der nicht die Reise ins Nirwarna antreten will wird sich hüten dieses Thema anzufassen

-
 

Ein Hartzianer

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
25 Juli 2009
Beiträge
1.681
Bewertungen
708
Kikaka sagte:
Jeder Politnik der nicht die Reise ins Nirwarna antreten will wird sich hüten dieses Thema anzufassen
Nirwana ? Träum weiter.
Die ganze Sache läuft sehr real: Macht einer in der "Politik" Mist,
landet der oder die weich in der Wirtschaft. Und von da aus gehts dann
wieder in die Politik. Der ewige Kreis, nech ? :icon_kotz2:

Zum Thema: Diese unbezahlte Bürgerarbeit kommt.
Ist nur eine Zeitfrage. Die Leute müssen ja erstmal an die "Vorzüge"
dieser Sklavereiform herangeführt werden.
In der Endphase davon läuft das etwa wie Hartz IV.
Gezielte Falsch- oder Nichtinformation vor einer Kulisse
aus Arbeitsplatzverlusten und anderer Unbill.
 

hartaber4

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
8 September 2011
Beiträge
11.611
Bewertungen
2.633
-Jeder Politnik der nicht die Reise ins Nirwarna antreten will wird sich hüten dieses Thema anzufassen

-

Muss er ja auch nicht.... die Lobby arbeitet ja ganz oft passende Gesetzesentwürfe aus (ready for use).....

"Arm heben und gut ist"....
 

Texter50

Super-Moderation
Mitglied seit
1 März 2012
Beiträge
7.660
Bewertungen
8.834
Dir ist schon aufgefallen, was das gefährlichste an der grossen Koalition ist?
Sie verfügt über die Möglichkeit das GG zu ändern, sowohl im Bundestag als auch im Bundesrat.
Dachte ich auch schon dran.
Aber: im Bundesrat sitzen Länder mit Beteiligung der LINKEN oder den Grünen. Da isset mit die Mehrheiten nicht so einfach. :icon_pfeiff:
 

Texter50

Super-Moderation
Mitglied seit
1 März 2012
Beiträge
7.660
Bewertungen
8.834
Zum Thema: Diese unbezahlte Bürgerarbeit kommt. Ist nur eine Zeitfrage. Die Leute müssen ja erstmal an die "Vorzüge" dieser Sklavereiform herangeführt werden.
In der Endphase davon läuft das etwa wie Hartz IV. Gezielte Falsch- oder Nichtinformation vor einer Kulisse aus Arbeitsplatzverlusten und anderer Unbill.
Den Leuten mit den 1 Euro Jobs oder inne MAEs wird ja auch vorgeworfen, sie sollten dankbar sein für die Zusatzknete, weil sie ja bereits Leistungen beziehen. Da wird dann flugs hochgerechnet und das Lügengebilde hat ein zusätzliches Standbein. :eek:

Geh davon aus, wenn das mit der Wirtschaft deutlich mieser wird, kommt die kostenlose Bürgerarbeit wieder ins Gespräch. Das ist jetzt erst mal die Vorankündigung, das ruht dann ein paar Monate und komt wieder ans Tageslicht. Alt eingeübtes Verfahren. :icon_kratz:
 

götzb

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
5 April 2008
Beiträge
2.070
Bewertungen
2.169
Es bringt auch irgend wie nichts, sich jetzt heiß zu reden, als wäre diese Art von Zwangsarbeit schon quasi beschlossene Sache.
Natürlich kann das kommen.
Es kann aber morgen auch der böse Towahu kommen, und alle Menschen auffressen.
 

hartaber4

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
8 September 2011
Beiträge
11.611
Bewertungen
2.633
Es bringt auch irgend wie nichts, sich jetzt heiß zu reden, als wäre diese Art von Zwangsarbeit schon quasi beschlossene Sache.
Natürlich kann das kommen.
Es kann aber morgen auch der böse Towahu kommen, und alle Menschen auffressen.

Erstmal kommt "downsizing"....dann suchen die Leute sich schon "Arbeit".....

An Hand der Wanderbewegung in weiten Teilen Afrika´s kann sich der westliche Europäer schon mal angucken:

Hunger macht sehr kreativ und mutig!

Da ist dann selbst eine kleine "Mittelmeerrundfahrt" nur eine Etappe...


(Ironie off)


Die aktuelle "Schmerzgrenze" in Deutschland kann man sich idR in den üblichen Pflegeheimen angucken...

ca. € 100,00 als Barbetrag (27% vom Regelsatz) zur persönlichen Verfügung...

Und oft ist das auch nur eine andere Bezeichnung für "Massenunterkunft" (Dach überm Kopp und Happahappa).....

Das Modell ist als sozialrechtlich nicht unmöglich wie man sieht...das Ganze gibt es dann demnächst in der "SGB-2-Edition"....

UND ?

Geht doch!

Quakt doch kaum einer.....
 
Oben Unten