Ich bitte um Hilfe für den ALG II Antrag. Meine Erwerbsfähigkeit steht in Frage und ich bin in zwei Wochen obdachlos. Wer kann mir Hinweise geben?

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rhabarberbarbara

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Guten Tag,

kurzgesagt bin ich derzeit ohne festen Wohnsitz, vorübergehend untergebracht bei einer befreundeten Person.
Die Wohnung ist bereits gekündigt und in 2 Wochen bin ich obdachlos, sollte bis dahin kein Wunder geschehen.
Ich habe eine Wohnung in Aussicht, die sozialleistungsangewiesene Menschen in meiner Situation bevorzugt (und nicht kategorisch ausschließt), wenn das Jobcenter das Wohngebot akzeptiert. Ich habe im Februar einen Antrag auf ALG gestellt und bis heute noch am Bangen, ob dieser angenommen wird.

Nun kam die Aufforderung zur Mitwirkung, da ich in meinem Antrag angegeben hatte, dass ich nach eigener Einschätzung derzeit nicht imstande bin, täglich 3h zu arbeiten. Diese Angabe hatte ich vor Monaten bereits ausführlich begründet, mitunter damit, dass ich mit meiner psychischen Verfassung (SVV, Depression, Essstörungen, Zwangsstörungen, Traumatisierung aufgrund sexueller und emotionaler Gewalt etc) in Kombination (wichtig!) mit der derzeitigen Lage der Wohnungslosigkeit und des nicht versichert seins mich nicht in der Lage fühle, täglich 3h zu arbeiten. Die Arbeit von 3h täglich wäre mir nach eigener Einschätzung möglicher, wenn ich diese von einem festen Wohnsitz aus verrichten könnte. Eine Arbeit, bei der ich nicht die Kamera auf mich richten muss und auch in einer psychisch sehr schwierigen Phase, in der immer auch die körperliche Hygiene auf der Strecke bleibt, arbeiten kann. Wenn mir die Kraft fehlt mich zu waschen und herzurichten, kann ich theoretisch auch vom Bett aus noch Arbeiten verrichten. Das geht natürlich nicht in einem Job wo man persönlichen Kontakt zu Menschen hat und zusätzlich zur Arbeit auch noch eine Fassade aufrecht erhalten uss.
Ich möchte damit sagen, dass ich meiner Einschätzung nach 3h Arbeit täglich versuchen könnte, aber wenn ich dazu das Haus verlassen muss wird mich das möglicherweise schnell wieder in den Abgrund stürzen. Psychologische Unterstützung habe ich derzeit nicht, da ich auch nicht mehr krankenversichert bin und mir privat Zahlungen nicht leisten kann. Es ist ein verzwickter Teufelskreis. Denn ich bin mir sicher, dass es langsam aber stetig bergauf ginge, wenn ich die finanzielle Grundlage hätte und nicht jeden Tag Existenzangst haben müsste. Ich bin sehr dankbar um die Unterkunft bei der befreundeten Person, aber die fällt bald weg und ich brauche einfach Starthilfe in Form von Grundsicherung meiner menschlichen Bedürfnisse (Geld für Wohnung und Essen), um wieder auf die Beine zu kommen.

Das Jobcenter möchte wahrscheinlich, dass ich eine Erwerbsminderungsrente benatragen soll.. darauf wäre ich von selbst nie gekommen, da ich unbedingt gesund werden möchte und der Meinung bin, dass das mit einer Grundsicherung meiner Existenz und psychologischer und medikamentöser Begleitung langsam aber sicher funktioneiren könnte. Nun habe ich viel Arbeit in den Antrag gesteckt, Attests und Diagnoseblätter eingereicht und mich nackt gemacht, es ist viel Zeit vergangen, und 2 Wochen vor meiner drohenden Obdachlosigkeit erfahre ich, dass der Antrag wohl abgelehnt wird, wenn ich meine Selbsteinschätzung nicht revidiere derzeit nicht 3h täglich arbeiten zu können.

Ich kann das nochmal genauer erklären und darauf hinweisen, dass 3h täglich von zu Hause aus meiner Einschätzung nach möglich wären. Aber dazu müsste man einen solchen Job erst einmal finden und ein zu Hause haben. Auch wird meine Situation immer schlimmer und mein psychischer Zustand verschlechtert sich dadurch, ich kann angeben über die Arbeitsfähigkeit was ich will, aber mein Zustand verschlimmert sich tag für tag nur mehr aufgrund des psychischen Drucks und der Hoffnungslosigkeit in meiner derzeitigen Situation. Sollte ich den ALG Antrag aufgeben und eine Erwerbsminderungsrente beantragen ?
War jemand schon in vergleichbarer Situation? Kennt jemand Strukturen mit schnellen Nothilfen?

Ist es besser zu lügen und zu behaupten, ich wöre plötzlich zu 3h täglich Arbeit imstande? Ich weiß mir gerade einfach nicht mehr zu helfen und habe das Gefühl mir fehlen die Strukturen und Einsichten in die Möglichkeiten. Ich hoffe ihr könnt mir helfen.

Vielen herzlichen Dank im Vorraus für die Zeit die aufgewandt wurde meine Worte zu lesen. Danke für die Hilfe und das Verständnis
 

ABSW

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Deine Probleme sind sehr komplex und ich denke du benötigst Hilfe vor Ort.

Es gibt Sozialberatungsstellen wie Caritas, Diakonie usw.

Unter folgendem LINK kannst Du in deiner Nähe welche finden:

Beratungsstellen findet Du unter:



Mit dem Thema ALG II Antrag kenne ich mich nicht aus:

Aber die Voraussetzung wäre mindestens 3 Stunden arbeitsfähig.

Alles Gute für dich und viel Kraft.
 

rhabarberbarbara

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Deine Probleme sind sehr komplex und ich denke du benötigst Hilfe vor Ort.
Vielen Dank für den Link und deine Nachricht und guten Wünsche!
Ich wünsche dir auch alles Gute.

Ich habe mich selbst nicht als behindert wahrgenommen und daher gedacht, das Jobcenter sei für mich zuständig. Damit habe ich sehr viel Zeit verloren, leider.
 

Woodruff

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Hallo @rhabarberbarbara,

vielleicht käme auch für Dich erstmal ein zeitlich begrenztes Betreutes Wohnen in Frage? So könntest Du vorrangig erstmal Deine Gesundheit stabilisieren und hast Wohnraum.

Beispiel

Ihnen wird eine Betreuungsperson zur Seite gestellt. Zusammen können Sie alle notwendigen Schritte zur Erreichung Ihrer Wünsche und Zielsetzungen planen und umsetzen.
Unser Betreuungsteam besteht aus unterschiedlich qualifizierten Berufsgruppen. Gemeinsam können wir Sie so bestmöglich in den Lebensbereichen Wohnen, Arbeit, Beschäftigung sowie Freizeit begleiten.


Alles Gute fur Dich
 
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