Ich bin schwerbehindert und pflege meinen Ehemann, dazu habe ich einige Fragen, wer kann mir einen Hinweis geben? (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

Mikado67

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Hallo,
da ich jetzt auch beim Jobcenter angekommen bin, habe ich doch einige Fragen und hoffe, ihr könnt mir da weiterhelfen.
Also ich bin 53 Jahre alt, habe eine Gleichstellung als Schwerbehinderter (GdB 40) und pflege meinen 100% schwerbehinderten Ehemann. Er hat Pflegegrad 3, sitzt im Rollstuhl, hatte 2019 eine Herz-OP, Herzrythmusstörungen, eine Angststörung, posttraumatische Belastungsstörung und schwere Depressionen.
Lt. MDK Gutachten beträgt meine Pflege 32 Stunden in der Woche.
Ich selber habe 2015 eine schwere Rücken-OP hinter mir und leide an Depressionen/Sozialphobie. Es kommen noch diverse Einzelkrankheiten dazu.
Bis 2016 habe ich noch 25 Stunden pro Woche gearbeitet. Dort bin ich aufgrund der Pflege (nicht mehr flexibel) rausgemobbt worden. Danach bekam ich noch stärkere Depressionen. 2017 habe ich 6 Monate gearbeitet, konnte es dort psychisch aber nicht mehr aushalten. 2018 - 2019 habe ich dann einen Minijob gehabt. Er wurde dann in 20 Stunden pro Woche umgewandelt. Alles war gut, aber nach 2 Monaten wurde ich wieder gemobbt und meine Stelle schon in der Jobbörse ausgeschrieben obwohl ich noch dort war. Das ganze hat mich wieder psychisch ziemlich runtergezogen. Dadurch geht es meinem Mann auch wieder schlechter.
Jetzt bin ich seit 3 Monaten zuhause und uns geht es langsam besser.
Am Freitag war ich dann beim Jobcenter. Die Sachbearbeiterin ist sehr nett, will mich aber natürlich in Arbeit bringen.
Meine Fragen nun:
1. Ich soll auch Minijobs annehmen, das ist auch ok für mich. Aber ich soll dafür auch eine Strecke von 20 Kilometer hin und 20 Kilometer zurück in Kauf nehmen.
Das rechnet sich für mich aber gar nicht, da zahl ich ja noch drauf mit Benzingeld.
Muss ich das machen?
2. Meine mögliche Arbeitszeit beträgt 20 Stunden die Woche. Dafür soll ich bis zu 30 Kilometer hin und 30 Kilometer zurück in Kauf nehmen.
Aussage der Sachbearbeiterin: Die Fahrtkosten könnte ich im Lohnsteuerjahresausgleich angeben. Ich zahle keine Steuern, da ich nie soviel verdienen werde
und mein Mann hat eine kleine Erwerbsunfähigkeitsrente. Die Benzinkosten hätte ich alleine zu tragen. Damals bei der AfA hat man mir gesagt, ich bräuchte
nur 20 Kilometer fahren.
Ist das rechtens?
3. Ich bin gelernte Bürokauffrau und suche nun Arbeit im Büro. Wenn ich bis April nix gefunden habe, muss ich auf andere Bereiche übergehen. Die Sachbearbeiterin
meinte als Verkäuferin an der Kasse oder bei Rossmann usw.
Aufgrund meiner Depressionen und Sozialphobie habe ich nun schreckliche Angst, das ich das machen muss.
Gibt es da einen Ausweg?

Ich hoffe, ihr könnt mir helfen. Falls ich mich nicht gut ausgedrückt habe, bitte fragt nach. Habe jetzt alles so auf die schnelle aufgeschrieben.

Liebe Grüße
Mikado67
 

Seepferdchen 2010

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Guten Tag Mikado67 und :welcome:

Er hat Pflegegrad 3, sitzt im Rollstuhl, hatte 2019 eine Herz-OP, Herzrythmusstörungen, eine Angststörung, posttraumatische Belastungsstörung und schwere Depressionen.
Lt. MDK Gutachten beträgt meine Pflege 32 Stunden in der Woche.


Nun mal Schritt für Schritt zunächst einmal diese Informationen für dich zum Thema
Zumutbarkeit für eine Tätigkeit, lies bitte mal in diesem Link, Seite 6

(3) Die Beurteilung, in welchem zeitlichen Umfang wegen einer Pfle-getätigkeit keiner Beschäftigung nachgegangen werden kann, er-folgt unter Berücksichtigung des Pflegeaufwandes gemäß der Ein-stufungen der zu pflegenden Person nach Pflegebedürftigkeitsgra-den in Anlehnung an §§ 14, 15 SGB XI.
:


Zu deinen anderen Fragen melden sich bestimmt noch einige.



 

Kerstin_K

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Warst du schonmal beim ärtzlichen dienst, damit festgestellt wird, welche Arbeiten du machen kannst und wlche nicht?

Wie schaffst du das, mit kaputtem Rücken deinen Mann zu pflegen, ist da ein Pflegedienst beteiligt?
 

Mikado67

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Hallo Seepferdchen 2010,
vielen Dank für den Link, aber den kenne ich schon. Es ist mir bekannt, das ich 6 stunden täglich arbeiten kann.
Es ging mir vielmehr um die Tätigkeiten und die Entfernung. Wenn es paßt, würde ich ja auch gerne arbeiten.
Beitrag wurde automatisch zusammengeführt:

Hallo Kerstin K.
vielen Dank für deine Antwort. Nein, beim ärztlichen Dienst war ich noch nie. Ist der vom Jobcenter?
Mein Mann ist nicht querschnittgelähmt, er kann nur nicht laufen, aber noch stehen und mithelfen. Daher geht
das mit meinem Rücken noch.
Da er psychisch so fertig ist, will er auch niemand anderen an sich ranlassen. Das schafft er nicht.
Beitrag wurde automatisch zusammengeführt:

an Seepferdchen 2020,
und es geht um die Stunden der Pflege. Wird das nicht aufgerechnet? Wenn ich 32 stunden die Woche pflege
und noch 20 Stunden arbeite, habe ich eine 52 Stunden woche.
 
Zuletzt bearbeitet:

Kerstin_K

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Der ärztliche Dienst kann von der AfA oder vom JC sein. Der könnte zum Beispiel deiner SB vorgeben, in was sie dich vermitteln darf bzw. in was nicht. Da gibt es dann schonmal solche Aufschlüsse wie kein Publikumsverkehr, keinen Schichtarbeit, nicht schwer heben.....Da hat sich die SB dann dran zu halten.

Entscheidend wegen der Pflege ist nicht nur die Stundenanzahl, sondern auch die zeitliche Verteilung. Wenn Dein Mann zum Beispiel Hilfe bei den Toilettengängen braucht oder wenn wegen der Herzinsuffizienz immer jemand dabei ihm sein muss, dann sieht das schlecht aus mit arbeiten. Auch muss natürlich die Fahrtzeit in einem vernüftigen Verhältnis zur Arbeitszeit stehen. Wenn du 2 Stunden arbeitest und dafür jeweils eine Stunde für An- und Abfahr brauchst, passt das irgendwie nicht.
 

Mikado67

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Kerstin_K
wie bekomme ich denn einen Termin beim ärztlichen Dienst? Meine Sachbearbeiterin hat diesbezüglich nix gesagt.
Mein Mann braucht Hilfe beim Toilettengang, wir haben das bis jetzt mit einer Urinflasche geregelt, wenn ich nicht da bin.
Wegen der Herzrythmusstörungen ist es so, die hat er nicht täglich, manchmal auch Wochen nicht, es kann aber passieren,
das er die über nacht wieder bekommt und dann muss ich natürlich bei ihm bleiben. Das wäre aber kein Grund für mich,
nicht zu arbeiten. Nur kann ich nicht 6 Stunden arbeiten und 2 Stunden pendeln. Das wäre zulange für ihn.
Gibt es da ein Gesetz? Ich habe dazu leider noch nix gefunden....
 

Kerstin_K

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Im Prinzip ist deine SB verpflichtet, diech zum äD zu schicken, sobald ihr bekannt ist, dass du gesundheitliche Beeinträchtigungen hast, die sich auf Deine Arbeit auswirken können. Wenn sie da nicht von selber drauf kommt, solltest du das verlangen, spätestens dann, wenn es zu Diskussionen darüber kommt, was geht und was nicht geht. SB ist kein Arzt und hat das nicht zu entscheiden.

Was die Pflegezeit betrifft, so kommt es immer auf die umstände des Einzelfalles an. Diese Werte, bei Pflegegrad x sind noch y Stunden Arbeit zumutbar, das sind nur Anhaltspunkte.
 
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