Ich bin lange Krankgeschrieben wegen psychischer Probleme, habe ich Chance auf eine eigene Wohnung?

rainbowpie

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Hi,
ich bin 21 Jahre alt, wohne noch mit meiner Mutter, habe keinerlei Ausbildung, bekomme aber Kindergeld und hatte ab und an einen Minijob.
Nun wurde ich aufgrund diverser psychischer Krankheiten (unter anderem schwere Depressionen) von meiner Psychotherapeutin für 6 Monate krankgeschrieben, es kommt immer wieder zu Streitigkeiten mit meiner Mutter (vor allem deswegen), die mich immer mehr belasten, deswegen wäre es wirklich wichtig für mich, auszuziehen.
Welche Möglichkeiten hätte ich genau, auch mit der Grundausstattung usw.? ALG II bekommt man ja in der Regel erst ab 25, aber es können wohl auch Ausnahmen gemacht werden. Meine Mutter verdient nicht viel (1100€~), und mein Vater der wo anders wohnt bezieht selbst ALG II.
Danke schon mal.
 

Curt The Cat

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Moderation Themenüberschrift:

Hallo rainbowpie,

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Ein ganzer Satz oder eine vollständige Frage, die sich auch auf den Inhalt deines Erstpostings, bzw. dein Anliegen bezieht, soviel Zeit sollte sein.
Ergänzend verlinke ich auf Forenregel #11 und den Hinweis der Administration dazu...

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abcabc

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Hallo und willkommen im Forum.
Nun wurde ich aufgrund diverser psychischer Krankheiten (unter anderem schwere Depressionen) von meiner Psychotherapeutin für 6 Monate krankgeschrieben,
Wie sieht denn die Therapeutin das Problem? Ist sie dafür, dass du in eine eigene Wohnung ziehst?
Am besten wäre, wenn sie dir ein kurzes "Attest" schreibt, dass du aus gesundheitlichen Gründen besser zu Hause ausziehen solltest und eine eigene Wohnung nehmen solltest. Natürlich ohne Diagnosen - die gehen das JC nichts an.

Anschließend beim JC schriftlich und nachweisbar beantragen, dass du eine eigene Wohnung genehmigt bekommst (obwohl du noch U25 bist) mit ner Kopie vom "Attest" im Anhang. Mit etwas Glück bekommst du schnell und ohne weitere Probleme die Genehmigung für eine eigene Wohnung.
 

rainbowpie

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Wie sieht denn die Therapeutin das Problem? Ist sie dafür, dass du in eine eigene Wohnung ziehst?
Am besten wäre, wenn sie dir ein kurzes "Attest" schreibt, dass du aus gesundheitlichen Gründen besser zu Hause ausziehen solltest und eine eigene Wohnung nehmen solltest. Natürlich ohne Diagnosen - die gehen das JC nichts an.
Danke für die Antwort.
Ich habe ihr diesen Wunsch auch schon mitgeteilt. Sie hat gemeint dass ein Neustart mir gut tun könnte, da ich viele Altlasten meines jetzigen Umfeldes mit mir herumschleppe, und eben wegen jener Probleme mit meiner Mutter, aber ich eventuell das ambulant betreute Wohnen (z.B. von der caritas) in Anspruch nehmen sollte, sprich dass ein Betreuer einmal die Woche kommt der nach dem Rechten sieht, mit dem ich reden kann, und der mich ggf. unterstützt bei wichtigen Sachen. Da hätte ich auch nichts dagegen.
Ich denke ich werde sie das nächste Mal konkret auf diese Art von Attest ansprechen, und versuche danach mein Glück beim Jobcenter.
 

Atze Knorke

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Hallo rainbowpie,

auch von mir ein :welcome: hier im Forum.

Aufgrund der familien-dynamischen verhartzten Konstellation ergeben sich Konfliktpotenziale.
Einerseits mit 18 Jahren die Volljährigkeit eintritt andererseits mit u25 eine Verselbstständigung
aus eigener Kraft insofern kaum möglich ist.

Seit Februar 2006 wurde das Aus- und Umzugsverbot bei u25-Jährigen von der Bundesregierung
erlassen, seitdem ist die Sippenhaftung mit dieser 'Sonderregelung' präsent.

Die Sonderregelung des § 22 Abs. 2a SGB II besagt das sogenannte Aus- und Umzugsverbot für u-25-Jährige,
in Verbindung mit der Änderung des § 7 Abs. 3 Nr. 2 SGB II, die Hereinnahme der 'jungen Erwachsenen'
in die Bedarfsgemeinschaft der Eltern und der Änderung des § 20 Abs. 2a SGB II, die Reduzierung des Regelbedarfes bei Umzug OHNE Zusicherung des Jobcenters/Amtes.

Besonderheiten begründen besondere Härtefall-Ausnahmen.
§ 22 Abs. 5 SGB II

Eine Handlungsanweisung aus Wuppertal (ohne Corona-Bedingungen) könnte dir
ggf. dienlich sein:

Weiterhin gibt es hier einige 'Härtefallregelungen':

In diesem Zusammenhang sei auch der geminderte Regelbedarf für u25 erwähnt. Erwachsene Menschen
wurden fortan mit einer Regelleistung (jetzt Regelbedarfe) für Kinder abgespeist.

Außerdem bitte ich zu beachten, je nach Problemlage muss sich der Betroffene darauf einstellen, seine
'Geschichte' bestehend aus intimen Gefühlen, peinlichen Begebenheiten oder schrecklichen Erlebnissen
gegenüber dem Jobcenter/Amt ggf. in Einzelheiten glaubhaft darzulegen. Das allein führt schon zu einer grenzüberschreitenden Verletzung der Intimsphäre und das geht vielen jungen Erwachsenen entschieden
zu weit, wenn es darum geht, den Anspruch auf eine eigene Wohnung durchzusetzen.

Auf diesem Weg bitte Therapeuten und soziale Beratung in Anspruch nehmen, um mit dem Jobcenter eine
verbindliche Klärungsbasis zur vorherigen Zusicherung der KdU-Kostenübernahme glaubhaft zu untermauern.

Der persönliche JC-Termin, falls der in Corona-Zeiten anberaumt wird, sollte sehr GUT vorbereitet sein,
nicht allein, ein Beistand täte gut. Und bitte alles vorab schriftlich und nachweislich per Antrag formulieren.
 
Zuletzt bearbeitet:

Birt1959

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Ja, unbedingt!
Sozial Beratung machen AWO, Caritas, Diakonie und Der Paritätische.
Termine bekommt man meistens schnell, und die Leute begleiten einen manchmal auch als Beistand zum JC.

Das stimmt und wer sich an die Caritas wenden will, aber Corona-bedingt gerade Schwierigkeiten damit hat, kann das auch über die Online-Beratung machen. Sollte das Problem so nicht lösbar sein, wird an die lokalen Caritas-Beratungen weiterverwiesen.
 
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