Ich bin in einer arbeitsmarktpolitischen Maßnahme. Muss ich da trotz Corona weiter hin?

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Andreas87

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Ich habe mir die Verordnung für NRW und für meine Stadt Essen angeguckt und wurde daraus nicht schlau, denn nirgendwo werden arbeitsmarktpolitische Maßnahmen erwähnt. Ich bin in einer Arbeitsgelegenheit mit Mehraufwandsentschädigung, das ist quasi ein 1-€-Job für psychisch Kranke, und von den Mitarbeitern des Maßnahmeträgers kam keine Äußerung zum Lockdown, auf mehrmalige Nachfrage diverser Teilnehmer wurde auch nur gesagt dass von Oben keine Änderung für meinen Bereich im EDV geplant war, andere die Kontakt zu Kunden hatten wurden aber geschlossen.

Ich sitze in einem kleinen Büro mit bis zu 5 Leuten zusammen und habe momentan ein mulmiges Gefühl da immer hin zu müssen, aber ich will auch nicht den Eindruck vermitteln mich aus Faulheit drücken zu wollen, zumal es die anderen Teilnehmer nicht zu stören scheint.

Weiß einer von euch vielleicht bescheid? Ich will da nicht zu viel Aufhebens um diese Sache machen, vor allem nicht bei meinem Sachbearbeiter.
 

Onkel Tom

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Ich erstelle Grafiken momentan, ansonsten kann man auch Texte schreiben/korrigieren und in einem hausinternen Magazin veröffentlichen, was dann wahrscheinlich 2 Leute lesen. Fachlich hat das bis auf den gestalterischen Aspekt nichts mit meiner Ausbildung zum technischen Produktdesigner zu tun.
Ah ok.. Kann ich das also so verstenen "Besser 2D-Soft statt 3D-Soft als gar keine Soft ?" (Habe QM intus)
Das Gebot der Zusätzlichkeit scheint ja erfüllt..

Das Ziel dieser Arbeiten ist aber auch eher Tagesstruktur zu haben und an seinen psychischen Problemen zu arbeiten, die verstehen sich da auch als niedrigschwelliges Angebot an Leute die Probleme auf dem ersten Arbeitsmarkt haben, den Leuten an sich wird wenig Druck gemacht und die Atmosphäre an sich ist gut und die Mitarbeiter sind nett.
Nicht nur Tagestruktur sondern auch salopp gesagt von Schwarzarbeit abhalten zu wollen.

Das in rot gefärbte :

Soso, da wird bei Euch eine "kuscheliege Atmosphäre geschaffen", um die Jobber_innen zugänglicher
zu machen.. Schwirrt bei Euch ein Plüschologe oder Arbeitspädagoge rum ?

Trotz allem haben die sich genau darauf ein zu richten, wie auf normalen Arbeitsplätzen..
Ich würde mir das den ersten Tach kurz anschauen, ob Corona-Schutzmaßnahmen getroffen
wurden und wenn nicht, gleich Hacken kehrt, raus aus dem Laden und mit einem Beschwerde-
schreiben reagieren..
 
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0zymandias

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@Onkel Tom Ich erstelle Grafiken momentan, ansonsten kann man auch Texte schreiben/korrigieren und in einem hausinternen Magazin veröffentlichen, was dann wahrscheinlich 2 Leute lesen. [...]
Ich bezweifele, dass ein - auch noch mehrheitlich ungelesenes - Hausmagazin von wem auch immer im öffentlichen Interesse
ist (§ 16d SGB II, (1)).
[...] Das Ziel dieser Arbeiten ist aber auch eher Tagesstruktur zu haben und an seinen psychischen Problemen zu arbeiten, die verstehen sich da auch als niedrigschwelliges Angebot an Leute die Probleme auf dem ersten Arbeitsmarkt haben, den Leuten an sich wird wenig Druck gemacht und die Atmosphäre an sich ist gut und die Mitarbeiter sind nett. [...]
Wer hat denn wie das Fehlen einer Tagesstruktur festgestellt und wo dokumentiert? Wo sind die verpflichtenden gottgefälligen Tagesstrukturen nachzulesen und auf welche Rechtsgrundlage hin ergibt sich die Verpflichtung?
Solange alle das Maul halten und im Takt rudern, können die natürlich leicht nett sein. Das heißt übrigens nicht, dass die Berichte
ans JC nett sind.
Schließlich muss ja die nächste und die übernächste Maßnahme vorbereitet werden.
[...] Vielleicht denken die auch an Leute die suizidal sein könnten und die ein mehrwöchiger Lockdown in Gefahr bringen würde, auch dann kann man aber optionales Homeoffice ermöglichen. [...]
Eine AGH in Heimarbeit.
Zur Lösung schwerster psychischer Probleme. Für die man sonst fachliche und spezialisierte Hilfe braucht.
Damit auch keiner sterben muss.

Klar. :biggrin:
Wahrscheinlich stellen sie auch bald einen Punsch-Automaten auf.
Für das Arbeitsklima, Und gegen die Suizide derer, die gegen ihren Willen
Tüten kleben sollen.
 

Draisine

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@Andreas87. Ohne Aufhebens geht es nicht. Besonders, wenn die Hygiene nicht optimal beachtet wird. AGH wird bundesweit gleich gehandhabt. Nur in Hinsicht auf die Berücksichtigung in Zeiten von Corona nicht. Ich weiss, dass das JC Vorpommern Rügen mit Änderung der Coronaverordnung seit 15.12 alle AGH als Präsenzmassnahme für nicht zulässig erklärt hat und die sofortige Einstellung verfügt hat. Das Schreiben dazu kannst Du auf der Homepage von diesem JC finden. Damit würde ich an Deiner Stelle vorrangig Deinen Sachbearbeiter konfrontieren und fragen, wieso das nicht ebenso vor Ort gehandhabt wurde und wann dann sonst. Nachweislich schriftlich.
 
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Tripod

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Ich hab das Problem vorgetragen und jeweils den gleichlautenden Hinweis bekommen, wenn ich nicht mag kann ich mich ja krank schreiben lassen - das ist ziemlich doof, aber zumindest eine Kollegin hat das getan, auch sie gehört zur Gruppe der mehrfach Risikobehafteten und sie Jobbt neben her ehrenamtlich und da war es wohl naheliegend, den Unsinn hinter sich zu lassen.
 

Onkel Tom

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Ich bezweifele, dass ein - auch noch mehrheitlich ungelesenes - Hausmagazin von wem auch immer im öffentlichen Interesse
ist (§ 16d SGB II, (1)).
Muss es in dem Fall auch nicht, weil es eine zusätzliche Tätigkeit ist.
AGH haben nur zusätzliche oder im öffentlichem Interesse liegende Tätigkeiten zu verrichten.
Ob es diese Hauszeitung gäbe oder nicht, wäre wohl kaum ein Unterschied bis auf die
Bespaßung der Leserschaft.. :unsure:
 

0zymandias

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[...] AGH haben nur zusätzliche oder im öffentlichem Interesse liegende Tätigkeiten zu verrichten.
[...]
Mit ein wenig Mühe kann man an geeigneter Stelle das Wort "und" durchaus finden.

Sozialgesetzbuch (SGB) Zweites Buch (II) - Grundsicherung für Arbeitsuchende - (Artikel 1 des Gesetzes vom 24. Dezember 2003, BGBl. I S. 2954)
§ 16d Arbeitsgelegenheiten​


(1) Erwerbsfähige Leistungsberechtigte können zur Erhaltung oder Wiedererlangung ihrer Beschäftigungsfähigkeit, die für eine Eingliederung in Arbeit erforderlich ist, in Arbeitsgelegenheiten zugewiesen werden, wenn die darin verrichteten Arbeiten zusätzlich sind, im öffentlichen Interesse liegen und wettbewerbsneutral sind. § 18d Satz 2 findet Anwendung.
Ob das Dingens of Bumens tatsächlich zusätzlich ist, müsste man sich genauer anschauen.
Man könnte vielleicht das Argument konstruieren, dass das Führen eines hausinternen
Mitteilungswesen durchaus zu den originären Aufgaben gehört und damit mitnichten
zusätzlich ist.
Das macht allerdings mehr Mühe, als alles im Vorhinein als wasserdicht zu behaupten.
 
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Onkel Tom

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Das macht allerdings mehr Mühe, als alles im Vorhinein als wasserdicht zu behaupten.
Das lag auch nicht in meinen Sinn.. An dem Thema "Kriterium der Zusätzlichkeit" haben
wir uns in einer Elo-ini schon zur Einführung der AGHs beschäftigt und nur ein Teil von
Schwammigkeit bekämpfen können..

Zwischen Theorie (rechtlich vorgeschriebenes) und Praxis (vertraglicher Übertragungen der
Verantwortung zu der Zusätzlichkeit beim Kunden) liegen Welten.. o_O

Um Verstößen auf dem Grund zu kommen, musste ich mich in einer AGH einschleusen und
ganz straff handschriftliches Arbeitstagebuch führen und vieles mehr (täglich ca. 2h oben drauf).

Die meisten Ein Euro Jobber_innen machen sowas nicht und wenn es bremslich wird, ist es
meistens zu spät, zumal Anleiterschaft darauf aus ist, Solidarisierung unter Ein Euro Jobber_innen
zu verhindern, beziehungsweise zu sabotieren..

Ich glaube auch kaum, das Threadstarter_in dazu bereit ist noch mehr Aufwand zu betreiben, obwohl
sowas sehr spannend ist und immer noch Kontakte bestehen, Ganoven aus der Erwerbslosenindustrie
das Handwerk legen zu können..
Aber solange es keine "Maulwürfe" (Innenkonzept) gibt, nutzen Bekämpfungsstrategien aus dem
Außenkonzept rein gar nichts.. :(
 

0zymandias

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Das Irre dabei ist, dass 2012 schon überlegt wurde, die AGHen abzuschaffen,
da sie einerseits keinen rechtfertigenden Nutzen bringen und andererseits
mehrheitlich rechtswidrig ausgeführt werden.

Widerstand ist und bleibt machbar, auch wenn es die AGHen 2022 noch
geben wird. :biggrin:
 

Draisine

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@Onkel Tom. Es sollen alle Elo nunmehr die Zielgruppe für AGH in 2022 werden, zumindest schon, was Hamburg betrifft. Es lohnt sich deshalb für alle Interessierte die Rahmendaten Ausschreibung zu studieren und ggf. abzuspeichern. Suchmodus: Hamburg, AGH 2022 eingeben Auf der angezeigten Seite des JC Hamburg zum Interessenbekundungsverfahren AGH 2022 findet man mittig die Dokus zum Download. Schöne Bescherung. @Andreas87. Schau mal auf die Homepage des Trägers bei Dir, ob dort irgendwo eine ESF Förderung angezeigt wird. Denn es gibt auch AGHen mit solcher Förderung. Denn die dürfen nicht verordnet werden.Oder mit Sanktionen bedroht werden.
 
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Zarko

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Halo Andreas87!

Nehmen wir nur theoretisch an, das du dich auf Corona testen lässt.
Es soll ja Leute geben, die wenig oder gar keine Symptome zeigen.
Solltest du dann leichte Anzeichen irgend einer Erkältung haben und
du dann positiv getestet sein solltest, sag denen Bescheid. Mal sehen
wie lange du diese Maßnahme dann hast........

Nix für unguat:
 

Onkel Tom

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Schöne Bescherung.
Du sagst es.. Danke :)

Erster Dorn im Auge beim Überfliegen sind die Tätigkeiten, die EEJ "ausfüllen" sollen..
Da kommen wir wieder auf meine Betonung ...
AGH haben nur zusätzliche oder im öffentlichem Interesse liegende Tätigkeiten zu verrichten.
zurück. GaLa rückt da immer flott in Verdacht des Verstoßes und das war schon
2006 schonn(immer wieder mal) so..

Der gelbe Sternchienkreis auf blauen Hintergrund (ESF) sieht keinen Bedarf an
Kontrahierungszwang zu Maßnahmen. Genau so wenig an Sanktionen.. :wink:
 
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