Ich bin im ALG2-Bezug und ortsabwesend, obwohl keine Ortsabwesenheit angemeldet ist. Was kommt jetzt?

Besucher und registrierte Nutzer in diesem Thema...

Patagonia

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
23 Januar 2021
Beiträge
20
Bewertungen
0
Liebe Gemeinde,

ich hoffe, dass das Thema in dieser Kategorie richtig ist, ansonsten bitte ich um Verschiebung in die richtige Kategorie.
Ich habe bzgl. meines Anliegens bereits im Internet gestöbert, aber ich würde dazu gerne die Meinung und Erfahrung von den hier aktiven Mitmenschen hören bzw. lesen.

Ich versuche das Ganze so detailliert wie möglich darzustellen und bitte um Umsicht bei eventuellen Ausschweifungen:

Ich bin seit Februar 2017 arbeitsunfähig geschrieben. Die Diagnostik hat etwas gedauert, da in meinem Fall die Ursache sowohl physischer als auch psychischer Natur sein "kann". Also die bekannte "Henne - Ei - Frage".

Der momentane Stand ist:
1. Persönlichkeitsstörung Typ Borderline
2. Angst- und Panikstörung
3. Psychogene Diarrhö

Im Laufe der letzten Jahre vor der Arbeitsunfähigkeit, hat sich bei mir ein Zustand manifestiert, der es mir nahezu unmöglich macht, am Alltag teilzunehmen. Durch permanente Angst und Panik, haben sich psychosomatische Reaktionen gebildet und ich muss quasi permanent auf die Toilette, sobald ich das Haus verlasse, mit Ausnahmen. Weitere Ausführungen erspare ich mir und euch hier, aber an einen gemütlichen Spaziergang im Wald ist nicht zu denken, es sei denn, ich faste 1-2 Tage vorher.

Ich habe noch zur Zeit des ALG1 einige Psychiater und Psychologen kennengelernt und viel Wartezeit einplanen müssen. Da mir eine vertrauensvolle Bindung zu meinem Therapeuten das Wichtigste bei einer Therapie ist, fiel die Wahl auf einen Therapeuten, der blöderweise 380Km entfernt von meinem Wohnort in Niedersachsen praktiziert.
Empfohlen wurde er mir durch meine Partnerin, mit der ich in einer Fernbeziehung lebe. Wichtig dabei war für mich nicht nur die Vertrauensbasis zu meinem Therapeuten, sondern auch das Therapieangebot, dass neben der Verhaltenstherapie, auch Methoden wie EMDR anbietet. Wer sich damit auskennt weiß, dass dies die besten Behandlungsmethoden für Borderline Patienten sind und dies wird nicht flächendeckend angeboten.
Zudem lag der Fokus allerdings auf der Angst- und Panikstörung und die damit verbundene Psychosomatik.

Zum 01.08.2019 habe ich ALG2 beantragt und auch genehmigt bekommen. Mein Sachbearbeiter war ein sehr netter und fairer Mann, dem ich glaubhaft machen konnte, dass mir mein Therapeut sehr wichtig ist und das die Therapie die ich in Hessen erhalte, zu meiner Genesung beizutragen scheint. Es lagen immer alle Fakten auf dem Tisch. Die Adresse der Praxis meines Therapeuten, samt Belege, dass die Krankenkasse die Therapie übernimmt usw.
Ich habe meinem Sachbearbeiter auch genau erklärt, dass sobald ich einen Termin habe, dass ich dann eben faste oder abführe, um den Weg nach Hessen ohne Malhoer zu überstehen.
Ja, es klingt erst einmal sehr unnötig und kostspielig, diesen Weg auf sich zu nehmen, aber ich hatte wie gesagt meine persönlichen Gründe mich für diese Praxis zu entscheiden und wie gesagt, begann die Therapie bereits in der ALG1 Zeit. Und natürlich lebt ja auch meine Partnerin in der Nähe.

Neben der Therapie habe ich alles mögliche "körperliche" in Betracht gezogen, was als Ursache für meine Problematik in Betracht kommen könnte. So habe ich eine Magen- und Darmspiegelung machen lassen, ich wurde Medikamentös behandelt, ich habe meine Schulddrüse und Hormone überprüfen lassen, sowohl beim Internisten, Nuklearmediziner als auch beim Endokrinologen. Ich habe Privatleistungen in Kauf genommen und mich mit Hypnose behandeln lassen. Ich habe eine Hydro-Colon-Therapie beim Heilpraktiker gemacht, habe mich bei Schamanen vorgestellt und von Wunderheiler zum Aderlass durchgearbeitet. Bislang ohne Erfolg.
Mittlerweile durfte ich mich beim örtlichen Amtsarzt vorstellen, um mich dort einer Untersuchung zu beugen. Im Grunde hat mich der Amtsarzt mit nichts Neuem behelligen können und mir einen Aufenthalt in einer Rehabilitationsklinik aufgetragen.
Also habe ich einen Aufenthalt bei der Rentenkasse beantragt und auch diesen genehmigt bekommen. Mittlerweile bin ich im Übrigen in der Privatinsolvenz gelandet.
Die Klinik bei der ich nun angemeldet bin, ist seit der ersten Corona-Welle eine Corona-Klinik. Da die Wartezeit bereits vorher über einem halben Jahr betrug, wird sich das Ganze weiter hinziehen.
Auf Anfragen von Seiten des Amts bzgl. des Klinikaufenthalts, habe ich immer brav begründet geantwortet und auch auf Aufforderung ein weiteres Attest meiner Hausärztin vorgelegt, indem darauf hingewiesen wird, dass ich so lange außer Dienst gestellt bin, bis es zumindest mal zu einer Reha gekommen ist.

Die Weiterbewilligung der ALG2 Leistungen im letzten Sommer, wurde auf Grund von Corona automatisch vollzogen. Als ich Ende letzten Jahres meinen neuen Weiterbewilligungsantrag samt Kontoauszüge einreichte, meldete sich ein scheinbar neuer Sachbearbeiter bei mir, der mich auf das Geldabheben in Hessen hinwies und eine Erklärung dafür wollte.
Nach einer sehr freundlichen und ausführlichen Mail, in der ich ihm die Situation erklärte und auch darauf hinwies, dass ich nichts verheimliche, alle Unterlagen bereits beim Jobcenter vorliegen, ich hier eine Therapie mache und daher pendle und ich eben auch eine Partnerin habe, die hier lebt und ich natürlich auch Zeit mit ihr verbringe, auch, weil wir alle auf Grund von Corona angehalten sind, weniger zu reisen und ich nicht in meiner Wohnung vereinsamen will, war er augenscheinlich gar nicht von meiner Erklärung angetan und verlangt nun von meiner Therapeuten alle Termine offen zu legen. Ich möchte als Querverweis noch sagen, dass Borderline eine Emotions-Regulations-Störung ist und eine "normale" Beziehung, im gesellschaftlichen Konsens, oftmals schwierig ist. Wir leben daher bewusst nicht in einem Haushalt.

Ich habe die Aufforderung der Terminoffenlegung erst nicht verstanden, warum das nun nötig ist und mich erstmal belesen. Jetzt muss ich natürlich zugeben,
dass ich blöderweise nicht auf dem Schirm hatte, dass ich ja scheinbar gar nicht meinen Wohnort auf die Art und Weise verlassen "darf", wie ich es tue https://www.nogo.org/community/images/smilies/emojione/1f610.png
denn mein Sachbearbeiter wird natürlich feststellen, dass ich auch mal 4 Tage nach einem Therapie-Termin, Geld in Hessen abgehoben habe und demnach nicht in Niedersachsen war.
Also ich bin irgendwie verpflichtet, alles dafür zu tun, damit ich wieder gesunde und wieder als menschlicher Rohstoff eingesetzt werden kann. Aber meine Partnerin darf ich nicht sehen, es sei denn ich beantrage dafür "Urlaub"? Gleichzeitig möchte mich der Staat momentan eh gängeln, in dem er mir vorschreibt, wen ich wann mit wie viel Abstand treffen darf, aber zwischen zwei Therapiesitzungen, Zeit mit meiner Partnerin zu verbringen, anstatt tagelang nix zu essen, damit ich mir auf der Autobahn nicht in die Hose kacke, unnötig Kilometer runterschruppe und Rohstoffe verbrenne, nur weil ich irgendwie "erreichbar" sein muss, was im Übrigen überhaupt nicht wirklich definiert ist und scheinbar Bemessenssache ist? Das macht mich schon ziemlich fuchsig muss ich gestehen.
Eigentlich kommt es sogar noch besser. Wenn ich das richtig verstanden habe, dann habe ich für die Tage, an denen ich nachweislich nicht an meinem Wohnort zugegen war, und keine medizinische Maßnahme stattfand, keinen Anspruch auf Leistungen und muss die zurückzahlen? Was zählt da denn genau? Die nachgewiesenen Tage per se? Oder auch bspw. die 4 Tage zwischen zwei Geldentnahmen?
Das Schlimmste dabei ist, dass ich immer offen und ehrlich war und niemandem etwas vorgemacht habe. Jetzt wechselt der Sachbearbeiter und ich muss mir jetzt Sorgen darüber machen, ob ich eventuelle Tage/Wochen/Monate zurückzahlen muss, was ich nicht kann und gleichzeitig meine Privatinsolvenz dadurch aufs Spiel setze und diese am Ende nicht durchgeht.

Ich weiß, wenn ich mir das alles vorher genau durchgelesen hätte, dann wäre ich jetzt nicht in der Lage und stünde nicht so dumm da. Trotzdem hoffe ich, dass mir irgendwer einen Tip geben kann, vielleicht auch ähnliche Erfahrungen gemacht hat oder ähnliches.

Ich bin froh über jegliche Hilfe

Liebe Grüße

Patagonia
 

Liane17

Elo-User*in
Mitglied seit
19 August 2020
Beiträge
81
Bewertungen
60
Lass dir von einem Psychologen ein Attest ausstellen, dass du wegen einer psychischen Ursache nicht in der Lage warst, dich so genau zu informieren, was du darfst.
Wegen dem Durchfall: hast du Nahrungsmittelunverträglichkeiten testen lassen? Laktose, Gluten, Fruchtzucker, Hefe etc.? Isst du viel Weizen? Hinter Durchfällen steckt oft unerkannte Zöliakie. Versuch mal warmen Haferbrei statt Weizenbrot oder Weizenmüsli. Lies dir mal was über Schonkost durch. Vielleicht hast du auch eine CED im Anfangsstadium.
Wenn es eine psychische Ursache hat, helfen vllt Psychopharmaka.
Schau dir mal Videos von den Ernährungsdocs bei youtube an und stell ggf. deine Ernährung um.
 

abcabc

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
30 Oktober 2019
Beiträge
3.225
Bewertungen
6.737
Hallo und willkommen im Forum.

meldete sich ein scheinbar neuer Sachbearbeiter bei mir, der mich auf das Geldabheben in Hessen hinwies und eine Erklärung dafür wollte
Was geht denn aus den Kontoauszügen hervor? Hast du bei jedem Aufenthalt maximal an 2 direkt aufeinanderfolgenden Tagen die EC-Karte verwendet außerhalb deiner Heimat? Immer so, dass es rein theoretisch möglich war, dass du um 0:01 Uhr den Briefkasten gelehrt hast, die 400km gefahren bist, die EC Karte verwendet hast, anschließend die 400km zurückgefahren sein kannst und bis zum darauffolgenden Tag um 23:59 Uhr den Briefkasten gelehrt haben kannst (Ausnahme Wochenende und Feiertage)?
Wieviele Abhebungen gibt es pro Monat durchschnittlich in der 400km entfernten Stadt?

Nach einer sehr freundlichen und ausführlichen Mail, in der ich ihm die Situation erklärte und auch darauf hinwies, dass ich nichts verheimliche, alle Unterlagen bereits beim Jobcenter vorliegen, ich hier eine Therapie mache und daher pendle und ich eben auch eine Partnerin habe, die hier lebt und ich natürlich auch Zeit mit ihr verbringe, auch, weil wir alle auf Grund von Corona angehalten sind, weniger zu reisen und ich nicht in meiner Wohnung vereinsamen will, war er augenscheinlich gar nicht von meiner Erklärung angetan und verlangt nun von meiner Therapeuten alle Termine offen zu legen.
Was hast du in der Mail denn zur Ortsabwesenheit genau geschrieben? Hast zu zugegeben, dass du da öfter mal für mehrere Tage bei ihr bist?
Der SB kann das zwar Wünschen, dass du ihm die Termine nennst, aber das musst und solltest du auf keinen Fall machen, da du ihm sonst Beweismaterial gegen dich selbst lieferst. Das wäre sehr ungeschickt.

nur weil ich irgendwie "erreichbar" sein muss, was im Übrigen überhaupt nicht wirklich definiert ist und scheinbar Bemessenssache ist?
Es gibt die Erreichbarkeitsanordnung in der das drinsteht. http://widerspruch-sozialberatung.de/PDF/Baustelle/Erreichbarkeits-Anordnung - EAO.pdf

Wenn ich das richtig verstanden habe, dann habe ich für die Tage, an denen ich nachweislich nicht an meinem Wohnort zugegen war, und keine medizinische Maßnahme stattfand, keinen Anspruch auf Leistungen und muss die zurückzahlen? Was zählt da denn genau? Die nachgewiesenen Tage per se? Oder auch bspw. die 4 Tage zwischen zwei Geldentnahmen?
In der Theorie müsstest du für jeden einzelnen Tag unerlaubte Ortsabwesenheit (d.h. jeder Tag an dem du zwischen 0:01 Uhr und 23:59 Uhr deinen Briefkasten nicht gelehrt hast 100% der Leistungen zurückzahlen (Regelsatz + Miete anteilig + Krankenkassenbeiträge jeweils anteilig).
In der Praxis muss der SB dir aber die Ortsabwesenheit für jeden einzelnen Tag nachweisen (so lange du nicht so ungeschickt bist etwas zu gestehen - und du musst und solltest dich nicht selbst belasten!!!). Dein Therapeut und die Krankenkasse dürfen gegenüber dem JC (ohne deine Erlaubnis) keinerlei Auskunft geben. Deine Freundin sagt hoffentlich kein Wort, falls das JC sie kontaktieren sollte (oder äußert sich erst, wenn sie mit dir genau abgesprochen hat, welche Tage OAW sich anhand der Kontoauszüge nachweisen lassen. Sie kann ohne Konsequenzen gegenüber dem JC falsche Angaben machen). Bleibt nur noch das übrig, was sich anhand der Kontoauszüge zweifelsfrei als OAW nachweisen lässt.


Was hat eigentlich der Amtsarzt in seinem Gutachten geschrieben zu deiner Erwerbsfähigkeit? Bist du erwerbsunfähig (weniger als 3h tägl.) oder mit Einschränkungen vermittelbar?
 
Zuletzt bearbeitet:

HermineL

Super-Moderation
Mitglied seit
4 September 2017
Beiträge
6.452
Bewertungen
19.540
Interessant ist in erster Linie ob die Therapie durch einen Arzt medizinische angeordnet war und ob es eine Alternative vor Ort gab.
 

Ruhrpottmensch

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
7 August 2020
Beiträge
712
Bewertungen
797
Moin

Ich habe die Aufforderung der Terminoffenlegung erst nicht verstanden, warum das nun nötig ist und mich erstmal belesen. Jetzt muss ich natürlich zugeben,
dass ich blöderweise nicht auf dem Schirm hatte, dass ich ja scheinbar gar nicht meinen Wohnort auf die Art und Weise verlassen "darf", wie ich es tue
:|

denn mein Sachbearbeiter wird natürlich feststellen, dass ich auch mal 4 Tage nach einem Therapie-Termin, Geld in Hessen abgehoben habe und demnach nicht in Niedersachsen war.
Also ich bin irgendwie verpflichtet, alles dafür zu tun, damit ich wieder gesunde und wieder als menschlicher Rohstoff eingesetzt werden kann. Aber meine Partnerin darf ich nicht sehen, es sei denn ich beantrage dafür "Urlaub"? Gleichzeitig möchte mich der Staat momentan eh gängeln, in dem er mir vorschreibt, wen ich wann mit wie viel Abstand treffen darf, aber zwischen zwei Therapiesitzungen, Zeit mit meiner Partnerin zu verbringen, anstatt tagelang nix zu essen, damit ich mir auf der Autobahn nicht in die Hose kacke, unnötig Kilometer runterschruppe und Rohstoffe verbrenne, nur weil ich irgendwie "erreichbar" sein muss, was im Übrigen überhaupt nicht wirklich definiert ist und scheinbar Bemessenssache ist? Das macht mich schon ziemlich fuchsig muss ich gestehen.
Long Story short:
Das interessiert beim JC nicht... 🤷‍♂️

Da Du in der "Beweispflicht" bist, wird sich für die Therapie in einem anderen Bundesland sicherlich etwas machen lassen (Tag der Termins + Anreise).
Aber da Du ja scheinbar auch bei der Partnerin "gelebt" hast, sehe ich für diesen Fakt relativ schwarz. Sorry.
Denn Du bist bewusst in einem anderen Bundesland (!) und eben nicht im Dorf nebenan geblieben... Das widerspricht der EOA (Welche ein JC als "bekannt voraussetzt"). Das könnte noch ein harter Fight werden.

Da hattest Du -um ehrlich zu sein- scheinbar auch richtig Glück mit dem alten SB (Der ja offenbar eine Trantüte war oder Tomaten auf beiden Augen hatte), aber das dass grundsätzlich so läuft, ist im Leistungsbezug ALG2 eben absolut nicht vorgesehen und auch -gesetzlich- gar nicht erlaubt.

Tschuldigung, wenn ich das so knallhart sagen muss...

Sorry für den Doppelpost... Mir ist da aber noch was aufgefallen...

Lass dir von einem Psychologen ein Attest ausstellen, dass du wegen einer psychischen Ursache nicht in der Lage warst, dich so genau zu informieren, was du darfst.
Solche "Vorschläge" halte ich persönlich für ziemlich fahrlässig und nicht wirklich zielführend...

A) Wissen wir hier alle nicht, was genau auf dem "Diagnosen-Teller" eines anderen Users liegt. Somit können wir als Laien/User überhaupt nicht ordentlich abwägen, ob & in welcher Form ein "Attest" überhaupt machbar ist

B) Spricht man mit solch einem Vorschlag dem entsprechenden User seine Selbstkontrolle ab. Das ist... Wow... Ziemlich direkt ins Gesicht.

C) Auch wenn psychische Erkrankungen sicherlich kein "Zuckerschlecken" sind, finde ich es persönlich "befremdlich", wie "leichtfertig" eine solche Erkrankung hier doch von vielen als "Entschuldigung" für irgendein Verhalten genommen wird...

D) Und das ist meine ganz persönliche Meinung dazu: Tragen solche "Vorschläge" ganz & gar nicht dazu bei, psychische Erkrankungen zu ENTstigmatisieren. Ganz im Gegenteil...
 
Zuletzt bearbeitet:

akaKnut

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
9 Juli 2020
Beiträge
687
Bewertungen
993
Gelten die Regeln für die Ortsabwesenheit nicht nur für erwerbsfähige Leistungsempfänger?
Bei der Krankengeschichte und der langen Dauer der AU steht doch die Frage im Raum, ob hier überhaupt eine Erwerbsfähigkeit vorliegt.
 

ZynHH

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
6 Juli 2011
Beiträge
19.392
Bewertungen
27.016
Da wir freie Arztwahl haben, sind die Arztbesuche nicht das Problem, sehr wohl aber die übrigen Tage, wo er bei seiner Freundin war.... hoffentlich hat er sie nicht auch noch als Partnerin benannt.... wenn richtig doof kommt, versucht er aus euch eine Bedarfsgemeinschaft zu machen.
 

gila

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
20 Dezember 2008
Beiträge
14.302
Bewertungen
22.124
Hallo Patagonia!
Zunächst einmal vielen Dank dass du deine Leidensgeschichte so ausführlich beschrieben und hier geteilt hast. Das trägt schon auch zu einem größeren Verständnis bei. Ich persönlich habe gerade die letzten 15 Jahre des Lebens meiner Tochter in deiner Geschichte gelesen, der es in ihrer Situation ähnlich ging und geht.

Auch wir kennen das auf und ab und hin und her innerhalb dieser Erkrankung und eingeschränkte Bewegungsradius aufgrund von Diarrhoe oder auch nervöser Blasen Geschichten, als auch den Kampf mit Jobcenter, Sozialamt, Rententräger und und und. Wir sind jetzt aber endlich an einem guten und vielversprechenden Weg gelandet.
Vielleicht später mehr mal dazu...

Um es möglichst abzukürzen, hier meine Nachfrage, ob du schon bei dem Ärztlichen Dienst des Jobcenters vorstellig gewesen bist und was über deine grundsätzliche Erwerbsfähigkeit gesprochen hat?
Das wäre jetzt wahrscheinlich der nächste und beste Weg, dem (neuen?) Sachbearbeiter klarzumachen, dass... Jedenfalls momentan... keine Erwerbsfähigkeit vorliegt.

Es ist dem Ärztlichen Dienst durchaus möglich jemanden auch erst einmal vorübergehend bis zu 6 Monaten offiziell aus der Vermittlung herauszunehmen. Du hättest dann rundherum erst einmal deine Ruhe und kannst deinen Therapien in Ruhe nachgehen.

Grundsätzlich unter liegst du einer Erreichbarkeitsverpflichtung auch nur dann, wenn du erwerbsfähig bist und vermittelbar.

Ich vermute mal, dass du ja zumindest dauerhaft krankgeschrieben bist? Wenn nicht, wäre das der nächste Punkt, dir ein Attest zu holen, entweder von deinem Hausarzt oder von deinem Psychologen, der darin ausdrückt, dass du momentan aufgrund vielfältiger schwerwiegender Erkrankungen nicht in der Lage bist am Erwerbsleben teilzunehmen und ebenso gleich die Empfehlung, dass man dich aus der Vermittlung herausnehmen solle.
Das hat vor einigen Jahren bei meiner Tochter auch so funktioniert und so langsam begann dann der Weg durch die verschiedenen anderen Instanzen und Zuständigkeiten.

Du bist auch nicht verpflichtet so sehr ins Detail dich zu erklären, es ist fraglich, ob du überhaupt verpflichtet bist über vergangene Aufenthalte detailliert Auskunft zu geben.

Wichtige Frage hierzu: hast du jetzt eine schriftliche Aufforderung deines Sachbearbeiters bekommen?

Dann wäre es günstig, diese hier anonymisiert, das heißt Namen Orte und so weiter geschwärzt, als Kopie einzustellen, damit man sich über Fragestellung, Ausmaß und auch Rechtmäßigkeit der Aufforderung Gedanken machen kann.

Momentan würde ich mit dem Sachbearbeiter überhaupt nicht mehr in Kontakt treten, außer über ein Attest deines Psychologen siehe oben, ständige Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen und sollte es hier noch mal Schriftverkehr geben von Seiten des neuen Sachbearbeiters, dann genügen hier zwei Sätzchen in denen du erwidert, dass du darum bittest, er möge den ärztlichen Dienst der Bundesagentur für Arbeit einschalten, denn eine Erwerbsfähigkeit liegt deiner Meinung nach und deinen behandelnden Ärzten nach für mindestens eine gewisse Zeit nicht vor.

Dann geht das alles seinen anderen Weg und nimmt dich aus der Vermittlung und aus unangenehmen Dialogen und Rechtfertigungen auch wieder heraus.

Da dein Krankheitsbild sehr komplex ist, wie bei meiner Tochter auch, kann ich dir jetzt schon... leider... sagen, dass das keine Angelegenheit von 6 Monaten ist, das wirst Du selber aber auch wissen.

Hier lag für uns die Lösung aller Probleme darin, dass der ärztliche Dienst festgestellt hat, dass meine Tochter nicht nur für sechs Monate, sondern "mehr als 6 Monate und voraussichtlich auf Dauer" erwerbsunfähig ist und dann eine Überleitung zum Sozialamt stattfand, was in deiner Situation, wo du in der Insolvenz bist und wahrscheinlich kein Vermögen hast, dir auch keine weiteren Nachteile bringen würde, du wärest aber von allem albernen gegängelt werden in dieser Situation durch das Jobcenter befreit.

Klar machen muss man sich, dass das SGB2 ausschließlich für erwerbsfähige Leistungsberechtigte gedacht ist und der Sachbearbeiter hier natürlich auch gewissen Handlungsweisen und Verpflichtungen unterliegt.

Seine erste Pflicht wäre mal, anhand deiner Geschichte, die Du ja schon offengelegt hast, hellhörig zu werden und anstatt auf irgendwelchen Aufenthalten in der Vergangenheit herum zu kacken, hier schon gleich mit dir ein Gespräch zu führen über die Einschaltung des ärztlichen Dienstes.

Dies ist nachzulesen, wenn du selbst mal googeln möchtest... Unter Praxisleitfaden für die Einschaltung des ärztlichen Dienstes, dort wirst du auch fündig werden was du in Sachen Schweigepflichtsentbindungen und Gesundheitsfragebogen zu tun hast oder auch besser nicht tust 😉

Dazu kannst du auch unter meinem Profil ein wenig in den Themen meiner vergangenen Äußerungen hier wühlen...

Für die Sache Ortsabwesenheit und Geldautomat ecetera... Da kann ich dir jetzt nur raten das vollkommen zu ignorieren, wenn du was schriftlich bekommen hast, lege uns das bitte hier vor, notfalls übergibst du das einfach kommentarlos einem Rechtsanwalt.
Aufgrund deiner Situation könntest du hier auch Beratungshilfe beantragen, das heißt man geht zum Amtsgericht legt seinen SGB II Bescheid und deine sonstigen Unterlagen über deine finanzielle Situation vor und beantragst dort einen Beratungsschein, so ist der einen Anwalt für Sozialhilferecht und über gibst ihm die Angelegenheit.

Denn es ist vollkommen sinnfrei, dass jetzt der Sachbearbeiter bemüht ist, aus der Vergangenheit irgendwo ein Fass aufzumachen und womöglich noch ein Verfahren anzustrengen, ob du genehmigt oder ungenehmigt "ortsabwesend" warst oder ob es hier Leistungen zurückzufordern gibt oder nicht.
Sollte es je dazu kommen, dass ein Streit entbrennt hierüber, wird spätestens ein Anwalt oder auch ein Gericht erkennen müssen, dass du hier im Zusammenhang so gehandelt hast wie du auch nur handeln konntest aufgrund deiner verschiedenen Einschränkungen auch im Bewegungs- und Mobilitätsradius.

Auch meine Tochter ist hier aufgrund der gleichen Beschwerden Darm und Blase in ihren Möglichkeiten sehr eingeschränkt, hat es jetzt aber mit Anfang 30 aus all ihren fürchterlichen Befindlichkeiten heraus geschafft auf einen sehr guten erträglichen und stabilen Weg, auch raus wieder aus Sozialamt, raus aus der Erwerbsminderungsrente und macht jetzt im Moment den Versuch einer Ausbildung mit anerkannten Schwerbehinderungen, auf die der Arbeitgeber im öffentlichen Dienst auch sehr Rücksicht nimmt.

Das heißt es ist Licht am Ende des Tunnels und ein Übergang in die Sozialhilfe stellt für dich jetzt nicht das Aus da. Das solltest du dir klar machen. Wohl aber kann es für dich jetzt eine Möglichkeit bieten nicht noch mehr in Druck und Repressalien zu gelangen was deiner angestrebten Genesung keineswegs zuträglich wäre.

Das ist ein sinnfreier Kampf und du kannst es mir glauben, wir haben es über viele viele Jahre mitgemacht.

Völlig Banane diese Baustelle! Und ich bin sehr sicher, wenn das offizielle Gestalt annehmen SOLLTE, dass das Ganze spätestens vor einem Anwalt ein Ende findet... das Wichtigste ist, dass du dich in diesem Punkt nicht mehr dazu äußerst, sondern parallel die Geschichte ärztlicher Dienst anstrebst.

Wie Kollege @Zynn schon anmerkte richtig ist freie Arztwahl und es ist sowieso äußerst schwierig die passende Therapie zu erhalten, nicht nur in Corona sondern auch in normalen Zeiten, das dürfte jedem Deppen klar sein.

Das sind aber politische Entscheidungen und haben damit zu tun, dass zu wenige Therapeuten Kassenzulassung anhaben. Zum Thema außervertragliche Psychotherapie habe ich selbst hier auch einiges hier geschrieben, auch haben wir festgestellt, dass es einige Therapeuten gibt, die mit Borderlinern überhaupt nicht gerne arbeiten weil es zu schwierig ist.. was die Suche nach dem passenden Gegenüber zusätzlich einschränkt.

Da dein Sachbearbeiter hiervon überhaupt keine Ahnung hat würde ich jetzt ab sofort jeden Dialog darüber mit ihm vermeiden!!

war er augenscheinlich gar nicht von meiner Erklärung angetan und verlangt nun von meiner Therapeuten alle Termine offen zu legen.
Keine Chance!
Sollte dir hierüber etwas schriftlich vorlegen, bitte ich noch mal darum dass du es hier einstellst. Gegebenenfalls muss man dem Herrn mitteilen, er soll er eine offizielle Anforderung unter Benennung der Rechtsgrundlagen und auch Benennung der passenden Beschuldigung die er damit verbinden will vorlegen, dann geht das Ganze über den Rechtsanwalt.

Das heißt, er müsste einen konkreten Grund/Vorwurf benennen warum er dich dazu auffordert.

Ich möchte als Querverweis noch sagen, dass Borderline eine Emotions-Regulations-Störung ist und eine "normale" Beziehung, im gesellschaftlichen Konsens, oftmals schwierig ist. Wir leben daher bewusst nicht in einem Haushalt.
Auch das kann mit der Zeit heilen. Mein Töchterchen hat jetzt schon zwei Jahre einen sehr netten Freund, sie möchte gerne zusammen leben aber momentan unterlassen sie das aus guten Gründen wie du selber weißt. Ein anderer "Borderline" - Freund von mir hat sein spätes Glück gefunden und kürzlich geheiratet, was wir nie vorher gedacht haben.
Auch dieses Türchen ist nicht geschlossen.
😉

Tschuldigung, wenn ich das so knallhart sagen muss...
Es mag sein, dass du das glaubst, dass du da was "knallhart" sagen musst, finde ich aber im Zusammenhang mit solch schwerwiegenden Erkrankungen in einer derartigen brisanten Lebenssituation nicht unbedingt für passend. Manchmal ist weniger da mehr ... es geht ja auch nicht nur allein um deine Meinung.

Auch wenn psychische Erkrankungen sicherlich kein "Zuckerschlecken" sind, finde ich es persönlich "befremdlich", wie "leichtfertig" eine solche Erkrankung hier doch von vielen als "Entschuldigung" für irgendein Verhalten genommen wird...
Es gibt ja da den berühmten Satz "Wenn man keine Ahnung hat..."...

Insofern war der Vorschlag sich ein Attest zu holen um einen gewissen Schutz zu haben besonders in einer Phase wo man sich als Borderliner hundertmal mehr schwer tut Hilfe über Therapie anzunehmen als andere, gut und richtig.

Und das ist meine ganz persönliche Meinung dazu: Tragen solche "Vorschläge" ganz & gar nicht dazu bei, psychische Erkrankungen zu ENTstigmatisieren. Ganz im Gegenteil...

Eigentlich war hier jetzt nicht unbedingt eine derartige Meinung gefragt wie das auf einer "politisch korrekten" Ebene zu handhaben ist, sondern der/die Hilfesuchende hat ein ganz konkretes und nicht unbedingt einfaches Problem.

Dieses Problem erfordert ganz konkrete Hinweise und Hilfestellungen und muss jetzt nicht für mehr herhalten.

Gelten die Regeln für die Ortsabwesenheit nicht nur für erwerbsfähige Leistungsempfänger?
Bei der Krankengeschichte und der langen Dauer der AU steht doch die Frage im Raum, ob hier überhaupt eine Erwerbsfähigkeit vorliegt.
Genau!
 
Zuletzt bearbeitet:

Ruhrpottmensch

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
7 August 2020
Beiträge
712
Bewertungen
797
Es gibt ja da den berühmten Satz "Wenn man keine Ahnung hat..."...

Insofern war der Vorschlag sich ein Attest zu holen um einen gewissen Schutz zu haben besonders in einer Phase wo man sich als Borderliner hundertmal mehr schwer tut Hilfe Über Therapie anzunehmen als andere, gut und richtig.
Liebste @gila

Nur etwas am Rande: Du bläst gerade in ein Horn, welches Du vielleicht mal "stecken" lassen solltest...
Ich maße mir als Ex-In einfach mal an, zu wissen wovon ich in Zusammenhang mit einer psychischen Erkrankung spreche...

Das was hier im Forum -oftmals- getan wird (auch von Dir gerade), mag auf emotionaler & menschlicher Ebene sicherlich richtig sein, im Zusammenhang mit "drohenden Ärger" eines "Amtes" ist es aber -in den meisten Fällen- kontraindiziert. Zudem geht es hier nicht um Softskills sondern um -scheinbare- harte Fakten die den Leistungbezieher betreffen.
 

gila

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
20 Dezember 2008
Beiträge
14.302
Bewertungen
22.124
Ich maße mir als Ex-In einfach mal an, zu wissen wovon ich in Zusammenhang mit einer psychischen Erkrankung spreche...
Keine Ahnung, ob du hier als ein "Ex-in" fungiert ... Jedenfalls...
Zudem geht es hier nicht um Softskills sondern um -scheinbare- harte Fakten die den Leistungbezieher betreffen.
Geht es hier um haargenau diese "harten Fakten", denen der Hilfesuchende im Moment ausgesetzt ist

und hierzu sind ganz konkrete Vorschläge und Erfahrungen meinerseits eingebracht worden, die von einem Ex-in ebenso hätten erbracht werden können ...

Über "Entstigmatisierung" kann man außerhalb jeglicher existenzieller Bedrohungslage sprechen.

im Zusammenhang mit "drohenden Ärger" eines "Amtes" ist es aber -in den meisten Fällen- kontraindiziert.

Kontraindiziert? In was für einem Forum bewegen wir uns denn?
 

Ruhrpottmensch

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
7 August 2020
Beiträge
712
Bewertungen
797
Nein... Bei solchen "Vorschlägen" geht es um -falsche- Prioritätenverschiebung... 🤷‍♂️

Um es mal sehr direkt zu sagen: Hier wird oftmals versucht "rumzueiern", mit "Hilfe" von Fachärzten & irgendwelchen "abstrusen" Attesten einen "interimsmäßigen" Schutz vor irgendwelchen (möglichen) "Repressalien" zu erwirken, die am Ende des Tages in den meisten Fällen nichts oder nur sehr wenig bringen...

Du magst Deine ganz eigene Einstellung (auch als Erziehungsberechtigte/r) dazu haben, was menschlich sicherlich auch ein feiner Wesenszug ist, aber in dem "Zusammenhang" mit "Ämtern" oftmals weniger angebracht sind. Und ja, das sage ich auch als Betroffener...

Damit ist aber auch gut... Sonst wird nur wieder ein weiterer Thread (eine Neu-Users) unnötig in die Länge gezogen.
Du kannst mich gerne auf anderem Wege kontaktieren.
 

Patagonia

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
23 Januar 2021
Beiträge
20
Bewertungen
0
Hallo Ihr Lieben,

vielen Dank für die vielen Reaktionen.
Ich versuche mich mal Stück für Stück durch Eure Antworten zu arbeiten.
Beitrag wurde automatisch zusammengeführt:

hast du Nahrungsmittelunverträglichkeiten testen lassen?
Ja ich habe mit meiner Ernährung sehr viel probiert in den letzten Jahren. Unverträglichkeiten, Allergie, ich habe mal den Zucker weggelassen, mal Kaffee, Gluten, Hefe...
Ich habe auch verschiedenste "Diäten" probiert wie Paleo, Keto oder GAPS.
Leider blieb ein langfristiger Erfolg dabei aus.
 

gila

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
20 Dezember 2008
Beiträge
14.302
Bewertungen
22.124
Du magst Deine ganz eigene Einstellung (auch als Erziehungsberechtigte/r) dazu haben, was menschlich sicherlich auch ein feiner Wesenszug ist, aber in dem "Zusammenhang" mit "Ämtern" oftmals weniger angebracht sind. U
Was hat das mit meiner pers. "Einstellung" zu tun?

Aufgrund des Alters meiner Tochter bin ich schon längst nicht mehr als Erziehungsberechtigte anzusehen. Wir haben mit diesem ganzen Kram und konkret mit gleicher Situation seit 15 Jahren zu tun und GERADE "im Zusammenhang mit Ämtern", Betreuern, Psychatrieerfahrenen, JC, Sozialamt, Bezirk etc. war so manches "angebracht" und notwendig, um Rechtswidrigkeiten und schlimmeren Folgen zu begegnen.
Hier geht es nicht um irgendwelche meiner "feinen Wesenszüge" , sondern um knallharte Erfahrungen, Wissen und auch Vorbildung auf sozialrechtlichem Niveau.

Daher auch eine ganz konkrete Äusserung auf eine ebenso konkrete Problemlage.

Um es mal sehr direkt zu sagen: Hier wird oftmals versucht "rumzueiern", mit "Hilfe" von Fachärzten & irgendwelchen "abstrusen" Attesten einen "interimsmäßigen" Schutz vor irgendwelchen (möglichen) "Repressalien" zu erwirken, die am Ende des Tages in den meisten Fällen nichts oder nur sehr wenig bringen...
du magst das als "herumeiern" erfahren haben, ich habe in den letzten anderthalb Jahrzehnten auch in zahlreichen Ämterbegleitungen als Beistand bis hin zu "Runden Tischen" in Geschäftsführung und ärztlichen Dienst bis zu gerichtlichen Auseinandersetzungen erleben können, wie so manch "abstruses Attest (was letztlich aber einen tatsächlichen Zustand gestützt hat), auch verhindert hat, dass sich der Betroffene irgendwann mit schlimmeren Gedanken beschäftigt hat als morgens aufzustehen...
 

Patagonia

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
23 Januar 2021
Beiträge
20
Bewertungen
0
Was hast du in der Mail denn zur Ortsabwesenheit genau geschrieben? Hast zu zugegeben, dass du da öfter mal für mehrere Tage bei ihr bist?
Ja ich habe blöderweise von mir aus gesagt, dass ich, wenn ich Termine habe, natürlich auch Zeit mit meiner Partnerin verbringe. Ich habe keine konkrete Dauer genannt, aber durch die Blume wird er wohl verstanden haben, dass ich auch mal "längere Zeit" hier war/bin.
Ich habe einfach nach dem Prinzip "Ehrlichkeit wert am längsten" agiert, weil mir die Thematik der Ortsabwesenheit nicht bewusst war. Aus Eigenverschulden versteht sich.
Dein Therapeut und die Krankenkasse dürfen gegenüber dem JC (ohne deine Erlaubnis) keinerlei Auskunft geben.
Mir wurden ganz zu Anfang bei der Erstbeantragung von ALGII, auf Grund der Krankheit, einen Batzen Einverständniserklärungen für meine Ärzte, die Krankenkasse usw. vorgelegt. Ich glaub das Ding ist damit durch.
Hinzu kommt noch, was ich bei meinem Erstpost gar nicht erwähnt habe, dass mein Therapeut seit Juli letzten Jahres schwer erkrankt ist und ich seitdem keine Termine mehr bei ihm hatte.
Zuerst war allerdings nur die Rede davon, dass er sich einer OP unterziehen muss und in wenigen Wochen wieder praktiziert.
Mittlerweile weiß ich, dass er in der Chemo steckt und wohl erst im Frühling, wenn alles gut geht, wieder praktiziert.
Ich habe gestern mit ihm telefoniert bzgl. der Therapienachweise und wie ich da weiter verfahren soll. Er selbst steht momentan aus "ruhend" und darf mir auch gar keine Unterlagen zuschicken. Die Frage ist halt nur, ob ich nun verpflichtet bin durch die Einverständniserklärungen, dass ich die Therapienachweise bei der Krankenkasse anfrage und weitergebe. Ich selbst habe natürlich kein Buch geführt.
Interessant ist in erster Linie ob die Therapie durch einen Arzt medizinische angeordnet war und ob es eine Alternative vor Ort gab.
Nein. Ich befand mich bereits in der Therapie als ich ALGII beantragt habe.
 

Ruhrpottmensch

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
7 August 2020
Beiträge
712
Bewertungen
797
Mir wurden ganz zu Anfang bei der Erstbeantragung von ALGII, auf Grund der Krankheit, einen Batzen Einverständniserklärungen für meine Ärzte, die Krankenkasse usw. vorgelegt. Ich glaub das Ding ist damit durch.
Gab es denn zum Erstantrag eine Untersuchung des ÄD (Ärztlichen Dienst) auf Deine Leistungsfähigkeit?
 

Patagonia

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
23 Januar 2021
Beiträge
20
Bewertungen
0
Um es möglichst abzukürzen hier meine Nachfrage ob du schon bei dem Ärztlichen Dienst des Jobcenters vorstellig gewesen bist und wann über deine grundsätzliche Erwerbsfähigkeit gesprochen hat?
Ich war bereits während der ALGI Zeit beim medizinischen Dienst und nun während ALGII beim Amtsarzt im Gesundheitsamt. Dieser hat mich dann für 6 Monate AU erklärt und mir angeordnet, mich in diesen Monaten um einen Klinik-Platz zu kümmern.
Zusätzlich habe ich aber auch ein Attest meiner Hausärztin, dann ich momentan grundsätzlich AU bin.
Also im Grunde war es bislang so, dass ich von meinem "alten" SB in Ruhe gelassen wurde. Ich bin in Einzeltherapie und warte parallel auf das "Go" von der Klinik, was sich ja nun durch Corona hinzieht.
wenn du was schriftlich bekommen hast, lege uns das bitte hier vor
Ich hoffe man kann es lesen?!
 

Anhänge

  • Bildschirmfoto 2021-01-24 um 12.02.18.png
    Bildschirmfoto 2021-01-24 um 12.02.18.png
    513 KB · Aufrufe: 78

HermineL

Super-Moderation
Mitglied seit
4 September 2017
Beiträge
6.452
Bewertungen
19.540
Mal vorweg zu dem Anhang mit der Aufforderung zur Mitwirkung den du eingestellt hast.

Nichts von den dort gestellten Fragen geht das Jobcenter irgendetwas an. Das betrifft alles medizinische Daten und wenn hier überhaupt mitgewirkt werden muss dann gegenüber dem ärztlichen Dienst der AFA. Diese, teilweise unter die Schweigepflicht fallenden Informationen, haben nichts auf dem Schreibtisch eines Sachbearbeiters verloren.

Bildschirmfoto 2021-01-24 um 12.02.18.png


Bei den letzten beiden Punkt (Pfeile) ist folgendes anzumerken:
Eine Einschätzung über die Erwerbsfähigkeit hat temporär der ÄD zu stellen und abschließend die DRV. Dein Arzt hat damit überhaupt nichts zu tun und ist dazu auch nicht verprflichtet.
Nachweise zur Arbeitsunfähigkeit kannst du wenn du willst freiwillig erbringen aber es gibt solange keine Pflicht dazu bis das dies in einer Eingliederungsvereinbarung vereinbart wurde. Selbige kann man aber nur mit Leistungsempfängern abschließen deren Erwerbsfähigkeit gegeben ist und nicht unklar ist.
 
Zuletzt bearbeitet:

abcabc

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
30 Oktober 2019
Beiträge
3.225
Bewertungen
6.737
Ja ich habe blöderweise von mir aus gesagt, dass ich, wenn ich Termine habe, natürlich auch Zeit mit meiner Partnerin verbringe. Ich habe keine konkrete Dauer genannt, aber durch die Blume wird er wohl verstanden haben, dass ich auch mal "längere Zeit" hier war/bin.
So lange du das nur mündlich gesagt hast und nicht geschrieben hast, ist das egal. Worte sind nur Schall und Rauch. Einfach bestreiten, dass du gesagt hast und schon kann der SB nichts mehr machen. ;)
Mir wurden ganz zu Anfang bei der Erstbeantragung von ALGII, auf Grund der Krankheit, einen Batzen Einverständniserklärungen für meine Ärzte, die Krankenkasse usw. vorgelegt. Ich glaub das Ding ist damit durch.
Du meinst den Gesundheitsfragebogen mit den Schweigepflichtsentbindungen für den ärztlichen Dienst? Das ist egal.....
Und falls du gegenüber dem JC irgendwas unterschrieben hast, einfach per Fax mit qualifiziertem Sendebericht einen 2-Zeiler einreiche:
"Hiermit widerrufe ich mit sofortiger Wirkung ALLE Schweigepflichtsentbindungen, die ich dem JC jemals gegeben habe. Außerdem weise ich auf das Sozialgeheimnis hin und Untersage die Kontaktaufnahme mit Dritten."

Hinzu kommt noch, was ich bei meinem Erstpost gar nicht erwähnt habe, dass mein Therapeut seit Juli letzten Jahres schwer erkrankt ist und ich seitdem keine Termine mehr bei ihm hatte.
Gibt keinen Grund, das dem JC zu verraten.

Da hat dein SBchen vom JC aber viele Wünsche, von denen er vergeblich träumen kann. ;)
- Mitteilung über die Häufigkeit der Termine: Geht den NICHTS an!
- Einzelnachweise der Praxis: Geht den NICHTS an!
- Stellungnahme vom Arzt/Therapeuten: Geht den NICHTS an! Wenn SBchen was wissen will, muss er auf kosten des JC den ärztlichen Dienst einschalten für eine Begutachtung.
- Stellungnahme Erwerbsfähigkeit: Dafür muss SBchen ebenfalls auf eigene Kosten den äD einschalten.
- Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen: Wären sehr sinnvoll, weil SBchen dann kaum was mit dir machen kann, so lange du krankgeschrieben bist.


Und jetzt nochmal zur Frage: Was "beweisen" die Kontoauszüge? Davon hängt alles ab. Wenn das vereinzelte Abbuchungen (maximal 2-3 im Monat sind), beweisen die GARNICHTS. Dann kannst du auch am morgen hingefahren sein, mit deiner Partnerin Kaffee getrunken haben, den Therapeuten aufgesucht haben und am abend zurückgefahren sein. Und irgendwann mal Geld abgehoben haben.... Der SB muss dir alles nachweisen. Aber das wird ihm nicht gelingen, so lange du nichts zugibst und die Kontoauszüge nicht belegen, dass du über längere Zeiträume dort warst. ;)
 

Patagonia

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
23 Januar 2021
Beiträge
20
Bewertungen
0
Mal vorweg zu dem Anhang mit der Aufforderung zur Mitwirkung den du eingestellt hast.

Nichts von den dort gestellten Fragen geht das Jobcenter irgendetwas an. Das betrifft alles medizinische Daten und wenn hier überhaupt mitgewirkt werden muss dann gegenüber dem ärztlichen Dienst der AFA. Diese, teilweise unter die Schweigepflicht fallenden Informationen, haben nichts auf dem Schreibtisch eines Sachbearbeiters verloren.
Aber widerspricht das nicht der Tatsache, dass ich bereits 2019 beim Erstantrag mein Einverständnis für die Informationsbeschaffung von Ärzten, Krankenkasse usw. gegeben habe? Oder war dass das Einverständnis, dass der ÄD Einsicht auf die Patientendaten haben darf?
 

gila

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
20 Dezember 2008
Beiträge
14.302
Bewertungen
22.124
Dieser hat mich dann für 6 Monate AU erklärt und mir angeordnet, mich in diesen Monaten um einen Klinik-Platz zu kümmern.
Zusätzlich habe ich aber auch ein Attest meiner Hausärztin, dann ich momentan grundsätzlich AU bin.
Ist das jetzt noch geltend?

Somit kann hier nicht einfach mit Ortsabwesenheit argumentiert werden. Laut dem Schreiben geht es dem SB vorwiegend aber darum, die örtliche Zuständigkeit abzuschütteln. Gegebenenfalls einen Umzug in die Umgebung deiner Freundin unterzujubeln. Das hat ja nun überhaupt gar keine Grundlage.

Wie auch Hermine eben mitgeteilt hat, entbehrt diese Nachfrage wirklich jeglicher Grundlage.
Hier würde es einfach genügen zu erklären, dass dein Wohnsitz und dein Mittelpunkt der Lebensbeziehung nach wie vor in deiner jetzigen Meldeadresse sich befindet und jegliche weitere Erklärungen zu unterlassen.
Dann wäre der SB am Zuge weiteres zu antworten und fordern... dann legt man das einfach einem Anwalt auf den Tisch.

eventuell handelt es sich bei deiner Heimat um eine Optionskommune, die haben keinen eigenen ärztlichen Dienst und dann ist das Gesundheitsamt zuständig. Kommt aber unterm Strich auf das Gleiche raus.

Stellungnahme Erwerbsfähigkeit: Dafür muss SBchen ebenfalls auf eigene Kosten den äD einschalten.
Wurde hier schon durch das Gesundheitsamt erledigt.
 

HermineL

Super-Moderation
Mitglied seit
4 September 2017
Beiträge
6.452
Bewertungen
19.540
Aber widerspricht das nicht der Tatsache, dass ich bereits 2019 beim Erstantrag mein Einverständnis für die Informationsbeschaffung von Ärzten, Krankenkasse usw. gegeben habe? Oder war dass das Einverständnis, dass der ÄD Einsicht auf die Patientendaten haben darf?
Du musst unterscheiden zwischen ÄD und Sachberarbeitung. Beim ÄD unterliegen alle der ärztlichen Schweigepflicht und beim Jobcenter nichts. Der ÄD darf diese Daten einsehen aber das Jobcenter nicht.
 

Patagonia

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
23 Januar 2021
Beiträge
20
Bewertungen
0
So lange du das nur mündlich gesagt hast und nicht geschrieben hast, ist das egal. Worte sind nur Schall und Rauch. Einfach bestreiten, dass du gesagt hast und schon kann der SB nichts mehr machen. ;)
Ja ne, hab es ihm per Mail geschrieben :( Da bin ich wohl zu blauäugig gewesen...
Da hat dein SBchen vom JC aber viele Wünsche, von denen er vergeblich träumen kann. ;)
- Mitteilung über die Häufigkeit der Termine: Geht den NICHTS an!
- Einzelnachweise der Praxis: Geht den NICHTS an!
- Stellungnahme vom Arzt/Therapeuten: Geht den NICHTS an! Wenn SBchen was wissen will, muss er auf kosten des JC den ärztlichen Dienst einschalten für eine Begutachtung.
- Stellungnahme Erwerbsfähigkeit: Dafür muss SBchen ebenfalls auf eigene Kosten den äD einschalten.
- Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen: Wären sehr sinnvoll, weil SBchen dann kaum was mit dir machen kann, so lange du krankgeschrieben bist.
ok, wie sollte ich nun vorgehen?
Reicht da eine Email, dass ihn das alles nichts angeht und er den ÄD beauftragen soll?
Und jetzt nochmal zur Frage: Was "beweisen" die Kontoauszüge? Davon hängt alles ab. Wenn das vereinzelte Abbuchungen (maximal 2-3 im Monat sind), beweisen die GARNICHTS. Dann kannst du auch am morgen hingefahren sein, mit deiner Partnerin Kaffee getrunken haben, den Therapeuten aufgesucht haben und am abend zurückgefahren sein. Der SB muss dir alles nachweisen. Aber das wird ihm nicht gelingen, so lange du nichts zugibst. ;)
Ich habe zu meinem WBA Kontoauszüge der letzten 3 Monate mitgeschickt. Ich hebe i.d.R. 1-3 mal Geld ab im Monat. Könnte also so aussehen: 01.09.2020, 03.09.2020 und 17.09.2020 Geld in Hessen abgehoben.
Beitrag wurde automatisch zusammengeführt:

Ist das jetzt noch geltend?
Also in dem Attest steht, dass ich bis auf weiteres AU bin und ein Klinikaufenthalt aussteht. Dadurch brauchte ich auch keine Regelmäßigen Krankmeldungen einreichen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Oben Unten