Ich bin gesundheitlich eingeschränkt und brauche nun Hilfe / Ratschläge beim weiteren vorgehen mit dem Jobcenter.

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Evgenij

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Schönen guten Tag alle zusammen.

Vor 2 Jahren hatte ich mein letztes Gutachten im Ärztlichen Dienst. Damals hatte ich schon massive gesundheitliche Beschwerden, allerdings keine ärztlichen Befunde vorliegen. Der Amtsarzt hat mir das natürlich nicht abgekauft, dass es mir schlecht geht und mich voll arbeitsfähig eingestuft, sprich uneingeschränkt im 3-Schicht-Betrieb. Da das für mich absolut unrealistisch war, habe ich mich die letzten 2 Jahre, also jeden Monat, von meiner Hausärztin krankschreiben lassen.

Letzte Woche hatte ich dann einen Termin bei meiner neuen SB, mit der ich eine erneute Begutachtung im ärztlichen Dienst vereinbart habe. Jetzt hat Sie mir per Post den Gesundheitsfragebogen und die EGV zugeschickt. In der EGV steht: 1. Aufnahme einer versicherungspflichtigen Beschäftigung..., 2. Verbesserung Ihrer Leistungsfähigkeit und 3. Erstellung eines aktuellen ärztlichen Gutachtens. Bisher habe ich immer alles sofort unterschrieben und zurückgegeben. Heute weiß ich aber, dass es auch anders möglich ist. Also Punkt 1 und 2 ist für mich wie schon gesagt absolut nicht machbar, da es mein gesundheitlicher Zustand einfach nicht zulässt. In Zukunft würde ich gerne ohne jegliche Hintergedanken, wie Krankenschein, Jobcenter, Sanktionen ect., in Ruhe an meiner Genesung weiterarbeiten. Nun weiß ich nicht wie ich am besten vorgehen, bzw. was ich meiner SB antworten soll. Bitte um eure Hilfe!

Beste Grüße aus dem Schwarzwald,

Evgenij
 

abcabc

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Hallo,
ja das bedeutet, dass das Ergebnis da ist.
Es gibt keine Pflicht mit der SB zu telefonieren. An deiner Stelle würde ich erst telefonieren, wenn du selbst eine Kopie vom Gutachten hast. Falls du den denn überhaupt Lust hast zu telefonieren...

Du könntest ihr antworten, dass du gemäß Erreichbarkeitsanordnung postalisch erreichbar bist und um Zusendung des Gutachtens bittest.
 

saurbier

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Ich würde es genauso machen wie meine Vorredner beschrieben haben.

Meide den telefonischen Kontakt, denn die SB's sind rhetorisch inzwischen gut geschult um dir so manches am Telefon zu verkaufen, was sich für dich später im Nachhinein als ungünstig herausstellen könnte.

Schreibe der SB einfach per Einschreiben und ggf. zusätzlich per Fax (z.B. Simple-Fax.de als günstige Alternative), daß sie dir das Gutachten ja jederzeit schriftlich zuschicken kann, genauso was sie mit dir gerne besprechen würde.

Parallel schreibst du an den äD-Gutachter per Übergabe-Einschreiben, daß du gem. § 25 SGB X um Übersendung des Teil-A sowie Teil-B seines ärztlichen Gutachtens an deine Postanschrift bittest. Am besten legst du dazu eine Kopie deines Perso bei, damit er sieht, daß du es bist der die Unterlagen anfordert.

Da kannst du selbst sehen wie der äD-Gutachter deine Leistungsfähigkeit eingestuft hat, als auch für welche Arbeiten er bei dir Einschränkungen sieht, an welche sich die/der SB dann bei der Arbeitsvermittlung auch zu halten hat.
 

Evgenij

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Vielen Dank euch, für die schnellen Rückmeldungen!
Meide den telefonischen Kontakt, denn die SB's sind rhetorisch inzwischen gut geschult um dir so manches am Telefon zu verkaufen, was sich für dich später im Nachhinein als ungünstig herausstellen könnte.
Das ist genau das, was ich nicht will. Aber beim persönlichen Gespräch läufte es ja genauso ab oder nicht?
Schreibe der SB einfach per Einschreiben und ggf. zusätzlich per Fax (z.B. Simple-Fax.de als günstige Alternative), daß sie dir das Gutachten ja jederzeit schriftlich zuschicken kann, genauso was sie mit dir gerne besprechen würde.
Am liebsten würde ich gar nicht darauf antworten, weil ich bei der ersten E-Mail (bzgl. EGV) auch nicht geantwortet habe. Irgendwann sollten die mich ja postalisch kontaktieren?

Wie kann ich das mit dem ärztlichen Gutachten am besten formulieren? Bisher habe ich das geschrieben:

Sehr geehrte Frau ***,

den Kontakt mit dem Jobcenter möchte ich gerne in Zukunft weiterhin auf schriftlichem und/oder persönlichem Wege aufrechterhalten, weshalb ich auf die Mitteilung einer Telefonnummer verzichte. Meine postalische Erreichbarkeit besteht nach wie vor unter der Ihnen bekannten Wohnadresse. Bitte kontaktieren Sie mich: Postalisch.

Da der E-Mail-Kontakt für mich keine verlässliche Möglichkeit zur Kontaktaufnahme darstellt, bitte ich um Löschung meiner E-Mail-Adresse aus Ihrem System.

Mit freundlichen Grüßen,

***


Ist das in Ordnung?
Danke, werde ich tun.
 

saurbier

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Am liebsten würde ich gar nicht darauf antworten, weil ich bei der ersten E-Mail (bzgl. EGV) auch nicht geantwortet habe. Irgendwann sollten die mich ja postalisch kontaktieren?
Wozu bitte ein E-Mail Kontakt, der ist gesetzlich gar nicht vorgeschrieben. Den wollen die Herrschaften gerne, weil es die kostengünstigste Möglichkeit ist, nur vergessen sie dabei gerne das damit gegen den Datenschutz verstoßen wird.

Laut Datenschutz darf sowas nur per DE-Mail im Behördenumgang erfolgen, weil diese verschlüsselt abläuft. Also lass die Finger davon.

Mir ist es eh ein Rätsel wieso wir hier inzwischen so viele haben, die hier ständig per E-Mail oder gar Telefon mit den Herrschaften kommunizieren - wohl weil sie meinen das dies am schnellsten geht.

Hallo - was machen die Leute, wenn es plötzlich nicht mehr so einfach und schön mit den SB's läuft und z.B. plötzlich ein Widerspruch oder gar Klage erforderlich wird. Dann wird seitens der SB's alles Mögliche behauptet und man kann es mangels schriftlicher Beweise nicht widerlegen und schwups war's das.

Ich sag es gerne nochmals, ich hab schon einige Prozesse mit AfA und DRV hinter mir und weis daher um die Bedeutung von handfesten schriftlichen Beweisen, denn kaum eine AfA, DRV, KK oder wer auch immer wird freiwillig die Wahrheit bei Gericht sagen, wenn ihnen dadurch ein Nachteil entsteht. Last die Finger von Telefonaten mit SB's oder auch von einfachen E-Mail's, macht es immer nur schriftlich und am besten per Übergabe-Einschreiben und falls möglich noch vorab per Fax. Es geht immer um euer Geld.

Was bitte hat das denn jetzt mit dem ärztlichen Gutachten zu tun.

Da geht es doch ausschließlich um deinen Wunsch, daß man mit dir nur noch per Brief kommuniziert.

Das setzt dann aber voraus, daß bei JC weder eine E-Mail Adresse noch eine Telefonnummer von dir hinterlegt ist. Also so fern noch nicht geschehen, müßtest du demzufolge zuerst einmal die Löschung dessen per schriftlichen Antrag beantragen, als auch das man dir das umgehend schriftlich bestätigen soll.

Dann kannst du z.B. schreiben,

Sehr geehrte Frau ***,

jeglichen weiteren Kontakt mit dem Jobcenter wünsche ich für die Zukunft ausschließlich auf schriftlichem und/oder so fern erforderlich auf persönlichem Wege (Termin). Meine postalische Erreichbarkeit bestand und besteht nach wie vor unter der Ihnen bekannten Wohnadresse.

In dem Zusammenhang fordere ich um umgehende Löschung meiner Telefonnummer sowie E-Mail-Adresse aus meiner Akte incl. der eAkte und bitte um entsprechende schriftliche Bestätigung des Vorganges.

Mit freundlichen Grüßen,


Aber beim persönlichen Gespräch läufte es ja genauso ab oder nicht?
Was bitte läuft bei einem persönlichen genauso ab.

Hallo, bei einem persönlichen Gespräch, für das es ja zuerst einmal einen Termin bedarf, hast du doch das Recht einen Beistand als Zeugen mitzubringen (§ 13 SGB X). Sobald du da mit einem Gesprächszeugen erscheinen solltest, wird sich jeder SB zweimal überlegen, ob er dir irgend einen Blödsinn erzählt. Wenn du dann im Anschluss an dem Gespräch auch noch einen Gesprächsprotokoll anfertigst, in dem du alles gesagte niederschreibst, das du von deinem Beistand unterschreiben läßt, hast du zumindest einen Beweis für den Fall der Fälle das der SB später an einem wundersamen Gedächtnisschwund leidet. Das dürfte alle male sicherer sein, als eine Telefongespräch - oder.
 
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