ich bin als Pflegeperson durch die KK anerkannt, Pflegestufe2, in welchem Rahmen und mit welchen Pflichten muß ich der Arbeitsaufnahme nachkommen?

Besucher und registrierte Nutzer in diesem Thema...

Status

Dieses Thema ist geschlossen.
Geschlossene Themen können, müssen aber nicht, veraltete oder unrichtige Informationen enthalten.
Bitte erkundige dich im Forum bevor du eigenes Handeln auf Information aus geschlossenen Themen aufbaust.

Themenstarter können ihre Themen erneut öffnen lassen indem sie sich hier melden...

teamelo

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
1 Mai 2016
Beiträge
43
Bewertungen
16
Moin in die Runde,

seit Dezember 2018 bin ich als Pflegeperson für einen Angehörigen/Pflegestufe II/ keine BG/ mit mindestens 11 Stunden an 2 Tagen pro Woche durch die KK anerkannt und versichert.
Meistens ist der Aufwand insgesamt weitaus größer, denn Dinge wie Einkauf, Bankgeschäfte, Schriftliches, Recherche im iNet usw erledige ich zusätzlich zu der o.g. Zeit.

Aktuell bin ich Leistungsempfänger von ALGII und habe in den nächsten Tagen einen Termin beim Jobcenter.
Der SB hat grade gewechselt, und die Einladung wurde von der Vertretung des SB ausgesprochen.

In der Einladung steht Gespräch über aktuelle berufliche Situation.

Ich habe zur Arbeitsaufnahme bei Pflege eines Angehörigen Folgendes gefunden:

"Grundsätzlich ist es so, dass das Jobcenter bei Pflegestufe II davon ausgeht, dass die Pflegeperson bis zu 6 Stunden vermittelbar ist.
Zusätzlich ist aber immer die konkrete Situation zu prüfen (Verteilzeit, Betreuungszeit etc.)."


Ich brauche bitte Eure Unterstützung, und bin über jede Hilfe und jeden Tipp dankbar, weil ich momentan nicht weiß, in welchem Rahmen ich welchen Pflichten zur Arbeitsaufnahme nachkommen darf.

Zum Termin im Jobcenter wird mich ein Beistand begleiten.
 

Allimente

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
30 September 2013
Beiträge
1.764
Bewertungen
3.281
So ein Gespräch hatte ich auch schon, fast exakt mit den selben Vorgaben. Ich habe diese https://harald-thome.de/fa/redakteur/BA_FH/FH_10-_30.03.2017.pdf fachliche Weisung mit zum Termin genommen. SB war recht erstaunt und kannte sich anscheinend gar nicht damit aus. Das mit den 6 Std. ist schon grundsätzlich korrekt, aber es gibt durchaus Ausnahmen, die auch die 6 Std. aushebeln würden. Lies dir das mal alles in Ruhe durch. Bei mir ist es so ausgegangen, dass SB mich jetzt anscheinend erstmal komplett in Ruhe lässt.
 

pflegevsjobcenter

Elo-User*in
Mitglied seit
13 März 2019
Beiträge
19
Bewertungen
13
seit Dezember 2018 bin ich als Pflegeperson für einen Angehörigen/Pflegestufe II/ keine BG/ mit mindestens 11 Stunden an 2 Tagen pro Woche durch die KK anerkannt und versichert.
Meldest dich bei der Pflegekasse, damit diese dir ein Schreiben aufsetzt, in dem die Stundenanzahl der Pflege eingetragen ist und das du als Pflegeperson durchgehend eingetragen bist.
In den meisten Fällen trägt die Pflegekasse deine von dir angegebene Stundenanzahl in dieses Schreiben ein und nicht den „Mindestaufwand“ aus dem Pflegegutachten.
Meistens ist der Aufwand insgesamt weitaus größer, denn Dinge wie Einkauf, Bankgeschäfte, Schriftliches, Recherche im iNet usw erledige ich zusätzlich zu der o.g. Zeit
Da es sich nicht um eine BG handelt kommen noch Hin- und Rückfahrt dazu.
"Grundsätzlich ist es so, dass das Jobcenter bei Pflegestufe II davon ausgeht, dass die Pflegeperson bis zu 6 Stunden vermittelbar ist.
Zusätzlich ist aber immer die konkrete Situation zu prüfen (Verteilzeit, Betreuungszeit etc.)."
Hier ist entscheidend um welche Art von Erkrankung es sich handelt.

Ist die zu Pflegende Person z.b. aufgrund eines Unfalls nicht in der Lage sich anzuziehen, bzw. sich zu waschen aber kommt sonst prima alleine klar ?

Hat die auf Pflege angewiesene Person eine Psychische Erkrankung bzw. unregelmäßige „Anfälle“ die eine konkrete Zeitliche Einplanung unmöglich machen ?


Bitte beachte auch folgendes:

Eine Arbeit ist unzumutbar, wenn die „Ausübung“ der Arbeit, also ihre konkreter Vollzug einschließlich der zeitlichen Inanspruchnahme, mit der Pflege eines Angehörigen nicht vereinbar wäre und die Pflege nicht auf andere Weise sichergestellt werden kann. „Pflege“ meint jede Art der auf Grund körperlicher, seelischer oder geistiger Krankheit oder Behinderung erforderlich werdenden Hilfe bei der Alltagsgestaltung, die sich auf Körperpflege, Ernährung, Mobilität und hauswirtschaftliche Versorgung sowie die kommunikativ-emotionale Zuwendung bezieht.

Die „Pflege“, also das Gesamt der konkret erbrachten Pflegeleistungen, darf mit der konkreten Arbeit nicht vereinbar sein, dh, die Pflege muss, wenn die Arbeit aufgenommen wird, nicht mehr wie bisher realisiert werden können.
„Pflege“ muss nicht zwingend unter Inanspruchnahme der Leistungen der sozialen Pflegeversicherung erbracht werden, auch der erwerbsfähige Hilfebedürftige, der den Angehörigen pflegt, muss keine förmliche Pflegeperson sein.

Siehe ebenfalls § 10 SGB II Abs. 1 Nr. 4
Einer erwerbsfähigen leistungsberechtigten Person ist jede Arbeit zumutbar, es sei denn, dass die Ausübung der Arbeit mit der Pflege einer oder eines Angehörigen nicht vereinbar wäre und die Pflege nicht auf andere Weise sichergestellt werden kann.
 

Allimente

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
30 September 2013
Beiträge
1.764
Bewertungen
3.281
Was mich in den Zusammenhang mal interessieren würde ist, ob man als pflegende Person, die kaum noch vermittelbar ist, noch in der AL-Statistik geführt wird oder raus ist!?
 

HermineL

Super-Moderation
Mitglied seit
4 September 2017
Beiträge
6.118
Bewertungen
19.057
Mal zur Übersicht in wieweit man der Vermittlung beim jeweiligen Pflegegrad nocht zur Verfügung steht (Ausnahmen bestätigen die Regel):

Pflege.jpg
 
Status

Dieses Thema ist geschlossen.
Geschlossene Themen können, müssen aber nicht, veraltete oder unrichtige Informationen enthalten.
Bitte erkundige dich im Forum bevor du eigenes Handeln auf Information aus geschlossenen Themen aufbaust.

Themenstarter können ihre Themen erneut öffnen lassen indem sie sich hier melden...
Oben Unten