Ich beziehe zum ersten Mal ALG II und habe ein paar Fragen zum Erstgespräch bei der "Jobvermittlung"

whyohwhy

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Liebe Leute,

ich bin zum ersten Mal im Forum - falls mein Thema an der falschen Stelle gelandet sein sollte, bitte ich vielmals um Entschuldigung. Ich fühle mich von den ganzen Informationen hier noch etwas erschlagen.

Ich hab am Freitag den Bescheid im Briefkasten gehabt, beziehe also seitdem "offiziell" (zum ersten Mal) ALG II. Mittwoch hab ich den ersten Vor-Ort-Termin in der Abteilung Jobcenter/Personalvermittlung. Ich hab, ehrlich gesagt, wahnsinnige Angst davor. Ich hab schon zu viele Horrorgeschichten gehört/gelesen - vielleicht könnt ihr mir ein paar Fragen beanworten und so etwas die Angst nehmen?

1) Ich soll vorab einen "Fragebogen für Eingangsgespräche nach Antragstellung auf Leistungen der [...]" ausfüllen. Darin wird nach aktuellen gesundheitlichen Einschränkungen gefragt und man muss explizit ankreuzen, ob es sich z. B. um eine psychische Erkrankung handelt. Ist das in dieser Form überhaupt zulässig? Die allgemeine Frage nach gesundheitlichen Einschränkungen macht für mich schon Sinn - aber was geht's irgendeinen Sachbearbeiter an, welche Einschränkung ich genau habe? Zumal gerade psychische Erkrankungen mitunter ein schlimmes Stigma sind. Hallo, Vorurteile.

2) Ich soll auch Unterlagen mitbringen, u. a. Zeugnisse etc. - kann ich die im Original vorzeigen oder wird von mir erwartet, dass ich Kopien mitbringe und abgebe? Normalerweise wäre das kein Problem, unglücklicherweise hat sich ausgerechnet jetzt mein Drucker/Kopierer verabschiedet. Ich will aber nicht direkt einen schlechten Eindruck hinterlassen und mir so den Unwillen des Mitarbeiters zuziehen.

3) Ich gehe davon aus, dass mir eine dieser Eingliederungsvereinbarungen vorgelegt wird. Ich möchte diese nicht vor Ort unterschreiben, sondern mit nach Hause nehmen und in Ruhe prüfen. Laut Google darf ich das. Wie verhalte ich mich am besten, wenn mein Gegenüber dies jedoch verhindern möchte und Druck auf mich ausübt? Aufgrund der Corona-Pandemie ist es nicht gestattet, eine Begleitperson mitzubringen, d. h. im Zweifelsfall hab ich keinen Zeugen und bin komplett auf mich alleine gestellt.

4) Für meinen Fall vielleicht noch wichtig: ich bin aktuell nicht auf der Suche nach einer Arbeit. Ich suche aktuell nämlich tatsächlich nach Kliniken, um mich dort stationär behandeln zu lassen. Das kann ich bei dem Gespräch aber so wahrscheinlich eher nicht sagen. Eine AU habe ich aktuell nicht - es wird aber kein Problem sein, eine zu bekommen, ich bin seit Jahren lückenlos in Behandlung wegen dieser Erkrankung(en). Die Frage ist jetzt: ist es "geschickter" eine AU einzureichen bevor ich eine Eingliederungsvereinbarung unterschreibe oder danach?
(Dass man mich nicht falsch versteht: ich will nicht nicht arbeiten - ich kann's nur momentan und in nächster Zeit einfach nicht. Ich hab die letzten 20 Jahre in Sachen Gesundheit immer zurückgesteckt, immer sind Schule, Berufsausbildung, Arbeit, Studium, mein Pflichtgefühl vorgegangen, jetzt will (und muss) ich einmal meine Gesundheit priorisieren. Das ist natürlich aber sehr schwierig, wenn man ständig Angst vor Sanktionen hat oder mit Bürokratie erschlagen wird.)

Vielen Dank für eure Aufmerksamkeit.

EDIT: Eine AU habe ich aktuell nicht, weil ich bisher nirgends eine abgeben musste bzw. niemanden Rechenschaft schuldig gewesen bin - nicht, weil ich nicht tatsächlich AU bin.
 

abcabc

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Hallo und willkommen im Forum.
1) Ich soll vorab einen "Fragebogen für Eingangsgespräche nach Antragstellung auf Leistungen der [...]" ausfüllen. Darin wird nach aktuellen gesundheitlichen Einschränkungen gefragt und man muss explizit ankreuzen, ob es sich z. B. um eine psychische Erkrankung handelt. Ist das in dieser Form überhaupt zulässig?
NEIN, das geht das JC nichts an, woran du erkrankt bist. Hast du denn Atteste über Gesundheitseinschränkungen? Dann gib einfach nur die Folgen der Erkrankung an, z.B. "Kein Auto fahren", "Keine Nachtschichten", usw. usf.. Die Atteste bekommt der SB vom JC natürlich niemals zu sehen (außer du hast Atteste in denen NUR die Auswirkungen der Erkrankungen stehen, aber KEINE Diagnosen) - Diagnosen bekommt nur der ärztliche Dienst der AfA oder die entsprechende Stelle, die für die Begutachtung zuständig ist.
Du kannst auch einfach nur schreiben "Ich habe gesundheitliche Einschränkungen, die bei der Vermittlung zu beachten sind." --> Falls der SB im Gespräch dann nachfragt sagen: "Über Details sage ich nichts, dafür ist der ärztliche Dienst der Agentur für Arbeit zuständig, oder die entsprechende Gutachterstelle, die hier im JC zuständig ist."

2) Ich soll auch Unterlagen mitbringen, u. a. Zeugnisse etc. - kann ich die im Original vorzeigen oder wird von mir erwartet, dass ich Kopien mitbringe und abgebe? Normalerweise wäre das kein Problem, unglücklicherweise hat sich ausgerechnet jetzt mein Drucker/Kopierer verabschiedet. Ich will aber nicht direkt einen schlechten Eindruck hinterlassen und mir so den Unwillen des Mitarbeiters zuziehen.
Man kann dich nicht zwingen Zeugnisse o.ä. vorzuzeigen. Das kannst du frei entscheiden, ob du das möchtest oder nicht.

3) Ich gehe davon aus, dass mir eine dieser Eingliederungsvereinbarungen vorgelegt wird. Ich möchte diese nicht vor Ort unterschreiben, sondern mit nach Hause nehmen und in Ruhe prüfen. Laut Google darf ich das. Wie verhalte ich mich am besten, wenn mein Gegenüber dies jedoch verhindern möchte und Druck auf mich ausübt? Aufgrund der Corona-Pandemie ist es nicht gestattet, eine Begleitperson mitzubringen, d. h. im Zweifelsfall hab ich keinen Zeugen und bin komplett auf mich alleine gestellt.
Einfach abwarten, bis die EGV dir vorgelegt wird. Dann nehmen und sagen "Die werde ich erstmal in Ruhe zu Hause prüfen." Wenn der SB dann druck ausübt, einfach frech sagen: "Geben sie mir das bitte schriftlich, sonst interessiert es mich nicht, dass sie versuchen Druck zu machen." --> Der SB wird dir sicher nichts schriftlich geben, da er sonst in Teufels Küche kommt (versuchte Nötigung).
Du darfst auch in Corona Zeiten einen Beistand mitnehmen. Wichtig: Die Person muss gegenüber dem JC immer als "Beistand" bezeichnet werden (auf keinen Fall von Begleitperson o.ä. sprechen). Verweigert man euch den Zutritt, einfach freundlich um eine schriftliche Bestätigung bitten, dass man dir den Beistand verweigert. Und dann mit oder ohne die Bestätigung gehen - hinterher wird dein Beistand dann zu deinem Zeugen, dass man euch den Zutritt zum JC verweigert hat. --> Sanktion nicht möglich.

Die Frage ist jetzt: ist es "geschickter" eine AU einzureichen bevor ich eine Eingliederungsvereinbarung unterschreibe oder danach?
Wieso unterschreiben? Ist zu 100% freiwillig und du solltest nur unterschreiben, wenn du zu 100% mit dem gesamten Inhalt einverstanden bist. Sonst kannst du als gleichberechtigter Vertragspartner über den Inhalt verhandeln.
 

HermineL

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Moderation Themenüberschrift:

Hallo ,

Ich möchte dir Forenregel 11 in Erinnerung bringen, immer eine aussagekräftige Überschrift für neue Themen zu erstellen.
Ein ganzer Satz oder eine vollständige Frage, die sich auch auf den Inhalt deines Erstpostings, bzw. dein Anliegen bezieht, soviel Zeit sollte sein.
Ergänzend verlinke ich auf Forenregel #11 und den Hinweis der Administration dazu...

Um dein Thema wieder allgemein für weitere Antworten zu öffnen, kannst du rechts oben, über deinem Beitrag, in dem 3 Punkte Menü "Deine Themenüberschrift bearbeiten" wählen und selbige aussagekräftiger gestalten.
Danach informiere bitte hier im verlinkten Forum einen Moderator
dass das Thema wieder geöffnet werden kann.

Wir bitten zukünftig um Beachtung und wünschen dir weiterhin einen angenehmen und hilfreichen Aufenthalt im Forum.


Stell dir einfach folgende Situation vor und frage dich selbst, ob du so auch mit deinen Mitmenschen kommunizierst:

Elo: "Hey du, ich brauch mal Hilfe."
Helfer: "Was gibt's denn?"
Elo: "Erstes Mal ALG II | Fragen zum Erstgespräch nach Bewilligungsbescheid | Eingliederungsvereinbarung"
Helfer: "????.Worum geht es dir da jetzt genau?.... Und wie ist jetzt deine Frage?...."
 

Kerstin_K

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2) Ich soll auch Unterlagen mitbringen, u. a. Zeugnisse etc. - kann ich die im Original vorzeigen oder wird von mir erwartet, dass ich Kopien mitbringe und abgebe? Normalerweise wäre das kein Problem, unglücklicherweise hat sich ausgerechnet jetzt mein Drucker/Kopierer verabschiedet. Ich will aber nicht direkt einen schlechten Eindruck hinterlassen und mir so den Unwillen des Mitarbeiters zuziehen.
Du musst krinr Kopien mitbringen. Wenn as JC eine Kopie will (und du bereit bist, eine abzugben), dann kann das vor Ort kopiert weren.
3) Ich gehe davon aus, dass mir eine dieser Eingliederungsvereinbarungen vorgelegt wird. Ich möchte diese nicht vor Ort unterschreiben, sondern mit nach Hause nehmen und in Ruhe prüfen. Laut Google darf ich das. Wie verhalte ich mich am besten, wenn mein Gegenüber dies jedoch verhindern möchte und Druck auf mich ausübt? Aufgrund der Corona-Pandemie ist es nicht gestattet, eine Begleitperson mitzubringen, d. h. im Zweifelsfall hab ich keinen Zeugen und bin komplett auf mich alleine gestellt.
Wenn du gesundheitliche Einschränkungen geltend machst, dann darf dir eigentlich keine EGV vorgelegt werden. Die Einshränkungen, die er ärztlice Dienst feststellt, müssen nämlich in der EGV berücksichtigt werden.
4) Für meinen Fall vielleicht noch wichtig: ich bin aktuell nicht auf der Suche nach einer Arbeit. Ich suche aktuell nämlich tatsächlich nach Kliniken, um mich dort stationär behandeln zu lassen. Das kann ich bei dem Gespräch aber so wahrscheinlich eher nicht sagen. Eine AU habe ich aktuell nicht - es wird aber kein Problem sein, eine zu bekommen, ich bin seit Jahren lückenlos in Behandlung wegen dieser Erkrankung(en). Die Frage ist jetzt: ist es "geschickter" eine AU einzureichen bevor ich eine Eingliederungsvereinbarung unterschreibe oder danach?
(Dass man mich nicht falsch versteht: ich will nicht nicht arbeiten - ich kann's nur momentan und in nächster Zeit einfach nicht. Ich hab die letzten 20 Jahre in Sachen Gesundheit immer zurückgesteckt, immer sind Schule, Berufsausbildung, Arbeit, Studium, mein Pflichtgefühl vorgegangen, jetzt will (und muss) ich einmal meine Gesundheit priorisieren. Das ist natürlich aber sehr schwierig, wenn man ständig Angst vor Sanktionen hat oder mit Bürokratie erschlagen wird.)
Ich denke, dass es am besten wäre, wenn du dich krankschreiben lässt.
 

whyohwhy

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@abcabc @Kerstin_K

Hallo. Vielen Dank, dass ihr euch die Zeit für das Lesen meines Themas und dem Verfassen einer Antwort genommen habt - ich weiß das zu schätzen. :) Es tut mir leid, dass ich erst jetzt antworte. Die letzten Tage sind für mich sehr aufwühlend gewesen, sodass ich mental bisher einfach zu platt gewesen bin. Ich will euch aber natürlich noch ne Rückmeldung geben. :)

Vielen Dank für den Hinweis bezüglich der Angabe von gesundheitlichen Einschränkungen. Der ist für mich in der Tat sehr hilfreich gewesen. Ich hab auf dem Fragebogen also lediglich angekreuzt, dass es welche gibt aber nicht angegeben, welcher Art diese sind. Natürlich hat der SB nachgefragt ("Na, ich muss ja wenigstens wissen, ob körperlich oder psychisch!") aber ich bin standhaft geblieben, hab gesagt, dass ich ihm auch das nicht mitteilen möchte, sondern die Details gerne mit dem Ärztlichen Dienst kläre, falls erforderlich. Er hat vermerkt: "will sich nicht äußern". Meiner Bitte, noch dazuzuschreiben, dass ich mich nur ihm gegenüber nicht äußern möchte aber dem ÄD zur Kooperation zur Verfügung stehe, ist er nicht nachgekommen...

Zeugnisse etc. hab ich sicherheitshalber mal dabei gehabt, um den Vorwurf von mangelnder Kooperation entkräften zu können - die hat er aber nicht mal angesprochen.

Auch ne EGV ist nicht angesprochen worden. Ich sollte lediglich unterschreiben, ob ich dem JC gestatte Bewerbungen in meinem Namen mit vollständiger Angabe von Namen und Foto rauszuschicken oder anonymisiert etc. Da hab ich anonymisiert gewählt, was natürlich prompt kommentiert worden ist: ich hätte direkt schlechte Karten, keine Chancen usw. Ja, mag sein, ist dann aber ja erst mal mein Problem. Bei ner Jobsuche würde ich mich sowieso nie auf das JC verlassen. Ich bin vor mehr als 10 Jahren mal eine Zeit lang im ALG I-Bezug gewesen und damals sind mir regelmäßig nur Stellenangebote von Arbeitgebern geschickt worden, bei denen ich mich sowieso selbst schon beworben hatte.
Was die Freiwilligkeit beim Unterschreiben der EGV angeht: die ist eher relativ, oder? Ich will mich ja auch gar nicht per se dagegen wehren. Mir geht's nur darum, dass ich nicht vor Ort zu irgendwas gezwungen werde aber das ist ja - wie gesagt - erst mal nicht passiert.

Ich habe mich vor dem Termin dann auch wie empfohlen an meinen behandelnden Arzt gewandt wegen der AU. Die läuft jetzt erst mal bis 30.11. Hab die auch gleich eingetütet und beim Jobcenter in den Briefkasten geworfen. Dummerweise - und hier kann ich wirklich nur emotionales Aufgewühltsein vom vorherigen Gespräch mit dem Arzt geltend machen - hab ich das Ding vorher nicht kopiert. Das ist sehr blöd von mir gewesen. Bei all der Panik vor Sanktionen, weil ich dem JC vielleicht irgendwas zu spät melde, hab ich wohl nicht mehr klar denken können. Und dann hab ich's auch noch beim falschen JC eingeworfen (das für den Leistungsbezug und nicht das für die Personalvermittlung). Unterschiedliche Gebäude. Luftlinie ungefähr 250 Meter. Argh, ich ärgere mich so über mich selbst.

Bei der Frage nach meiner Telefonnummer bin ich leider irgendwann eingeknickt. Darüber ärgere ich mich jetzt auch sehr. Ich wollte die nicht angeben. Mir reicht eigentlich die Angst vor'm täglichen Blick in den Briefkasten. "Wir müssen Sie ja erreichen können, kann ja mal sein, dass Sie spontan ein Vorstellungsgespräch haben!" Da ist mir dann leider auch kein entsprechendes Gegenargument eingefallen - bei den Laufzeiten, die die Post vom JC bisher so gehabt hat (z. B. Schreiben datiert auf 20.10., bei mir im Briefkasten aber erst am 28.10.) ist's halt wirklich nicht viel mit spontan. Dennoch will ich nicht, dass die mich telefonisch kontaktieren und strebe die Löschung meiner Nummer an. Darüber hinaus hab ich's schon als anmaßend empfunden, dass der SB mich belehren wollte, dass man Handys zum reinen Telefonieren gebraucht schon für 20 Euro bekommt und sich das ja wohl jeder leisten kann und man ja heutzutage unbedingt ein Telefon braucht. (Meins ist sieben Jahre alt und der Akku verabschiedet sich abseits von der Steckdose inzwischen direkt, wenn ich im Telefonat bin oder nachdem ich ein Foto geschossen hab.)

Ist es normal, dass man vom JC/Personalvermittlung nach (hohen) Schuldensituationen gefragt wird? Aus welchem Grund? Ist ja nicht so, dass die meine Schulden übernehme, also was geht es sie an? Ich hab BAföG- und Studienkreditschulden und ja, die sind hoch und ich werde sie vermutlich bis zu meinem Lebensende abstottern. Das weiß ich selbst, darauf muss mich kein SB mit nem herablassenden Kommentar aufmerksam machen. Ich ärgere mich jetzt, dass ich dazu überhaupt ne Auskunft gegeben habe.

Ich hab vor dem Gespräch Angst gehabt aber ich habe trotzdem versucht möglichst unvoreingenommen an die Sache heranzugehen - "wahrscheinlich wird das gar nicht so schlimm wie befürchtet, wahrscheinlich ist der SB sogar ganz nett" -, höflich aber bestimmt aufzutreten. Leider ist der Termin insgesamt trotzdem unangenehm gewesen. Den SB habe ich als herablassend und anmaßend und auch als etwas Druck ausübend empfunden. Ich hab an einer Stelle auch wirklich anfangen müssen zu weinen, konnte das nicht länger zurückheilten. Ist sicherlich auch meinem Gesundheitszustand zu verdanken, in so einer Situation aber natürlich maximal demütigend/entwürdigend für mich. Im Idealfall hätte ich einen Beistand als Unterstützung mitgenommen, ich konnte aber so schnell keinen mehr auftreiben. Tatsächlich bin ich hier sozial sehr isoliert, ich hab nur einen Freund - das macht zukünftige Begegnungen mit dem JC natürlich nicht leichter.

Puh, tut mir leid, dass das hier jetzt irgendwie ausgeartet ist. Schätze, hab mich irgendwie "in Rage" geschrieben. Long story short: vielen Dank für eure Hilfe!
 

Allimente

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Puh, tut mir leid, dass das hier jetzt irgendwie ausgeartet ist. Schätze, hab mich irgendwie "in Rage" geschrieben. Long story short: vielen Dank für eure Hilfe!
Alles gut!

Vor allem solltest Du an Deinem Selbstbewußtsein arbeiten und Dir darüber klar sein, dass Du kein Mensch zweiter Klasse bist und nicht nur Pflichten, sondern auch Rechte hast. Meiner Erfahrung nach fährt man mit einem selbstbewußten Auftreten wesentlich besser, als wenn man auf Duckmäuser macht. Ich weiß, das ist nicht einfach. Es ist z. B. sehr hilfreich, wenn man sich hier im Forum sehr gut einliest und demensprechend gut vorbereitet in so ein Gespräch geht. Ein SB kocht auch nur mit Wasser. Wichtig ist, dass Du versuchst gelassen zu bleiben, Dir nichts gefallen läßt, dennoch sachlich bleibst und durchblicken läßt, dass Du kein reines Opfer für den SB bist.

Stay strog! Das wird schon....
 

abcabc

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Natürlich hat der SB nachgefragt ("Na, ich muss ja wenigstens wissen, ob körperlich oder psychisch!") aber ich bin standhaft geblieben, hab gesagt, dass ich ihm auch das nicht mitteilen möchte, sondern die Details gerne mit dem Ärztlichen Dienst kläre, falls erforderlich. Er hat vermerkt: "will sich nicht äußern". Meiner Bitte, noch dazuzuschreiben, dass ich mich nur ihm gegenüber nicht äußern möchte aber dem ÄD zur Kooperation zur Verfügung stehe, ist er nicht nachgekommen...
Sehr gut.
Wenn du eine Begutachtung wünschst, kannst du das natürlich auch erzwingen. Wenn in 2-4 Wochen noch nichts kommt, einfach per Fax mit qualifiziertem Sendebericht an den SB schreiben, dass du am xx.xx.xxxx darauf hingewiesen hast, dass du gesundheitliche Einschränkungen hast, die bei der Vermittlung berücksichtigt werden müssen. Du bittest um die Einschaltung des ärztlichen Dienstes zur Abklärung. Dann hat der SB keine andere Wahl, als die Begutachtung zu beauftragen.
Aber ist halt die Frage, ob du wirklich die Begutachtung wünschst. Schließlich kann er dich so lange nicht vermitteln und auch keinen Maßnahmen zuweisen, bis das Gutachten Teil B (ohne Diagnosen, wo nur die Auswirkungen und Einschränkungen der Erkrankung stehen) vorliegt. Kann also besser sein, die Füße still zu halten und erstmal die Ruhe zu genießen. ;)


Auch ne EGV ist nicht angesprochen worden.
Die hätte er dir auch garnicht anbieten dürfen, da du erwähnt hast, dass du gesundheitliche Einschränkungen hast. Erst nachdem das Gutachten da ist, kann er dir eine anbieten.

Ich sollte lediglich unterschreiben, ob ich dem JC gestatte Bewerbungen in meinem Namen mit vollständiger Angabe von Namen und Foto rauszuschicken oder anonymisiert etc. Da hab ich anonymisiert gewählt, was natürlich prompt kommentiert worden ist: ich hätte direkt schlechte Karten, keine Chancen usw. Ja, mag sein, ist dann aber ja erst mal mein Problem. Bei ner Jobsuche würde ich mich sowieso nie auf das JC verlassen.
So eine Einverständniserklärung ist zu 100% freiwillig. Du kannst natürlich jetzt erstmal abwarten, bis die ganzen Sklaventreiber (Zeitarbeitsfirmen) sich bei dir melden. Du kannst (wenn du lieber selbst entscheidest, wo du dich bewirbst) die Einverständniserklärung widerrufen. Dafür einfach schriftlich und nachweisbar (z.B. per Fax mit qualifiziertem Sendebericht) ans JC schreiben: "Hiermit widerrufe ich mit sofortiger Wirkung meine Einverständniserklärung, dass Bewerbungsunterlagen oder andere persönliche Daten an Dritte herausgegeben werden."

Was die Freiwilligkeit beim Unterschreiben der EGV angeht: die ist eher relativ, oder? Ich will mich ja auch gar nicht per se dagegen wehren. Mir geht's nur darum, dass ich nicht vor Ort zu irgendwas gezwungen werde aber das ist ja - wie gesagt - erst mal nicht passiert.
Es darf keine Strafe geben, wenn du die EGV verweigerst. Wenn du die Unterschrift verweigerst, kann maximal der gleiche Inhalt der angebotenen EGV als Verwaltungsakt erlassen werden - der gilt dann auch ohne Unterschrift. Gegen einen Verwaltungsakt hingegen kann man binnen eines Monats Widerspruch einlegen (und ggf. klagen). Da es sich um einen öffentlich-rechtlichen Vertrag zwischen zwei gleichberechtigten Vertragsparteien handelt, macht es Sinn eine EGV niemals sofort zu unterschreiben, sondern immer zur Prüfung mitzunehmen (niemals verweigern). Anschließend schriftlich und nachweisbar deine Änderungswünsche einreichen und einfach genauso kompromisslos wie der SB bleiben. So erreicht man oft, dass einiges abgeändert wird und der VA dann schon viel harmloser ist als die ursprüngliche angebotene EGV (da immer nur die zuletzt angebotene Version als VA erlassen werden darf).
Da VAs ein hochkomplexes Thema sind, findet man fast immer Formfehler für einen erfolgreichen Widerspruch.

hab ich das Ding vorher nicht kopiert. Das ist sehr blöd von mir gewesen.
Du hast doch hoffentlich nur die Ausfertigung für den Arbeitgeber (die ohne Diagnosen) in den Briefkasten geworfen. Dann hast du noch den Teil für die Krankenkasse und den Teil für dich mit den Diagnosen. Reicht doch. Falls das verloren geht, kannst du die immer noch Scannen, die Diagnosen schwärzen und ausdrucken. ;)

Bei der Frage nach meiner Telefonnummer bin ich leider irgendwann eingeknickt. Darüber ärgere ich mich jetzt auch sehr. Ich wollte die nicht angeben. Mir reicht eigentlich die Angst vor'm täglichen Blick in den Briefkasten. "Wir müssen Sie ja erreichen können, kann ja mal sein, dass Sie spontan ein Vorstellungsgespräch haben!"
Das Problem lässt sich doch ganz einfach lösen. Du hast einen Rechtsanspruch darauf, dass Telefonnummer (und Mailadresse) gelöscht werden. Dafür einfach schriftlich und nachweisbar einen Antrag stellen "Hiermit beantrage ich die Löschung meiner Telefonnummer und (Mailadresse). Ich bitte um eine Bestätigung der Löschung. Selbstverständlich bin ich weiterhin gemäß der Erreichbarkeitsanorndung postalisch erreichbar."
Dann muss das JC halt einen Boten bezahlen oder es persönlich in deinen Briefkasten werfen, wenn sie dich schneller erreichen wollen.....

Ist es normal, dass man vom JC/Personalvermittlung nach (hohen) Schuldensituationen gefragt wird? Aus welchem Grund? Ist ja nicht so, dass die meine Schulden übernehme, also was geht es sie an? Ich hab BAföG- und Studienkreditschulden und ja, die sind hoch und ich werde sie vermutlich bis zu meinem Lebensende abstottern. Das weiß ich selbst, darauf muss mich kein SB mit nem herablassenden Kommentar aufmerksam machen. Ich ärgere mich jetzt, dass ich dazu überhaupt ne Auskunft gegeben habe.
Nein, die Angaben zu Schulden sind 100% freiwillig.
Es kommt halt auf den SB drauf an, warum er das wissen will und was er mit der Info macht. Die Frage kann auch wirklich gut gemeint sein und der SB könnte dir auf JC Kosten eine Schuldnerberatung vermitteln.

Den SB habe ich als herablassend und anmaßend und auch als etwas Druck ausübend empfunden. Ich hab an einer Stelle auch wirklich anfangen müssen zu weinen, konnte das nicht länger zurückheilten. Ist sicherlich auch meinem Gesundheitszustand zu verdanken, in so einer Situation aber natürlich maximal demütigend/entwürdigend für mich.
Probiers mal mit einem Beistand. Dann wird der sich vermutlich anders verhalten. ;)


Kleiner Tipp: Falls du kein Faxgerät hast, schau mal nach Online Faxdiensten. Da gibts z.B. www.simple-fax.de wo man 5€ einzahlt und dann für 7 Cent pro Seite faxen kann. Das Guthaben hält unbegrenzt und es gibt keine Grundgebühr o.ä. Mit den qualifizierten Sendeberichten hast du dann sogar gerichtsfestes Beweismaterial, was und wann du ans JC geschickt hast.
 

Kerstin_K

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ch sollte lediglich unterschreiben, ob ich dem JC gestatte Bewerbungen in meinem Namen mit vollständiger Angabe von Namen und Foto rauszuschicken oder anonymisiert etc. Da hab ich anonymisiert gewählt, was natürlich prompt kommentiert worden ist: ich hätte direkt schlechte Karten, keine Chancen usw.
SOwas hätte ich überhapt nicht unterschrieben. Du bist doch schon gross und kannst dich selber bewerben. So hast du keinerlei Kontrolel, wo deine Unterlagen überall hingehen.
"Wir müssen Sie ja erreichen können, kann ja mal sein, dass Sie spontan ein Vorstellungsgespräch haben!" Da ist mir dann leider auch kein entsprechendes Gegenargument eingefallen - bei den Laufzeiten, die die Post vom JC bisher so gehabt hat (z. B. Schreiben datiert auf 20.10., bei mir im Briefkasten aber erst am 28.10.) ist's halt wirklich nicht viel mit spontan. Dennoch will ich nicht, dass die mich telefonisch kontaktieren und strebe die Löschung meiner Nummer an. Darüber hinaus hab ich's schon als anmaßend empfunden, dass der SB mich belehren wollte, dass man Handys zum reinen Telefonieren gebraucht schon für 20 Euro bekommt und sich das ja wohl jeder leisten kann und man ja heutzutage unbedingt ein Telefon braucht. (Meins ist sieben Jahre alt und der Akku verabschiedet sich abseits von der Steckdose inzwischen direkt, wenn ich im Telefonat bin oder nachdem ich ein Foto geschossen hab.)
Das sind die üblichen Argumente. Dann muss das JC eben mal den Postvrsand optimiern und nicht nur Bulliganbieter mit der Zustellung beuftragen.

Die meisten Arbeitgeber, die was augen haben es eh nicht so eilig, dass es notwendig wäre, dass das JC dich telefonisch errreicht. LÖschen lassen und Ende.
 
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