IBM bietet gefeuerten Mitarbeitern Jobs in Indien

Status
Für weitere Antworten geschlossen.

Martin Behrsing

Redaktion
Startbeitrag
Mitglied seit
16 Juni 2005
Beiträge
21.601
Bewertungen
4.177

Robert Fraisillach

Elo-User*in
Mitglied seit
17 Januar 2010
Beiträge
183
Bewertungen
32
Lieber Martin

Was ist denn daran so schlecht? Ich verstehe die Kritik nicht? Wenn die Leute in Indien eine Chance bekommen ist es doch besser, als wenn sie gar keine Chance bekommen würden, oder?
Gruß aus OB
Robert
 

ShankyTMW

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
4 Juni 2009
Beiträge
1.697
Bewertungen
288
@Robert
Für Deutschland ist das einfach nur eien schlechte Ironie. HAben wir doch erst im Jahr 200 bis 2004 die Green Card selbst erfunden, um Indischen Computerexperten das LEben und Arbeiten hier zu ermöglichen weil uns angeblich die IT Fachkräfte ausgegangen sind (die damals auch schon zu hauf Arbeitslos auf der Straße standen). Der erste GreenCard Empfänger stammt im übrigen dann doch aus Indonesien, die meisten kamen eher von woanders her als Indien und wer im Ausland die Verhältnisse in Deutschland studiert und verinnerlicht hatte, lehnte dankend ab oder war Dank der eigenen Firma entweder schon in Deutschland oder arbeitete in Indien im Auftrag deutscher Firmen an deutschen Projekten. Ganz zu schweigen das Indiens gesammtaufkommen der damasl unbedingt benötigten IT Spezialisten in D. ungefähr gleich war. Die ganze Geschichte um die Green Card war ein totaler Flop und wurde dann schließlich durch das zuwanderungsgesetz ersetzt.

Guckst du zum Bleistift (weil ich grad auf die schnelle keine besseren Links dazu habe während ich das hier texte):
Greencard (Deutschland) ? Wikipedia
Mit der Greencard nach Deutschland | Wirtschaft | Deutsche Welle | 08.09.2002

Und nun stell ich mir das gerade Bildlch vor: uns fehlen ja immer noch genug qualifizierte Kräfte (angeblich), wir haben genug quzalifizierte Erwerbslose udn IBM Deutschland schickt deutsche jetzt nach Indien damit Sie dort mit weniger Lohn das tun, was sie hier getan haben - ab jetzt läuft die Geschichte wirklich rückwärts.

Das ist einfach nur noch eine Karrikatur life und ich weiß nciht ob ich darüber den Kopf schütteln, bitterlich anfangen soll zu weinen oder vor lachen vom Stuhl kippen soll. :icon_eek: :icon_neutral::biggrin:
 
R

Rounddancer

Gast
Solche Angebote sind doch wie Himmelfahrtskommandos nur dazu da, Mitarbeiter loszuwerden. Dies, weil die in Indien haben auch so schon genug Arbeitslose, Hungernde, Obdachlose.
Und wenn dann wirklich ein paar "Langnasen" kämen, dann wären sie immer die Außenseiter, würden gemobbt, und die Religion paßt dort auch nicht rein.
Das ist so, wie damals vor ca. 25 Jahren der Nestle-Konzern Leute, die sich lange Jahre den Hintern für die Firma aufgerissen hatten, loswerden wollte, der versetzte sie dann vom Außendienst an den zugigen Wareneingang beim Franck in Ludwigsburg. Dort wurden sie krank, und guckten, daß sie woanders einen Job fanden, und kündigten bald selbst.

Nein, so geht man nicht mit Menschen um.

Früher haben IBM, Kodak, und HP Mitarbeiter, auch aus Deutschland, nach den USA geholt. Die bekamen den Umzug für sich und ihre Familien ganz bezahlt, dazu die deutschen Gehälter und Sozialkonditionen für mindestens ein, oft zwei Jahre.
Und wenn sie dann dort bleiben sollten, dann fielen sie auch nicht mehr tiefer, das weniger an Urlaubstagen wurde durch höheres Gehalt kompensiert und Krankenversicherung wurde ihnen auch bezahlt.

So gehört sich das, nicht anders.
 
R

Rounddancer

Gast
@Shanky:

Die Sache mit der "Greencard" floppte schon deshalb, weil GreenCards ganz bewußt nur für mit mindestens 100.000 D-Mark (nach der Umstellung 50.000 EUR) Jahresgehalt dotierte Stellen, und damit wirklich nur für die angeblich so raren Spezialisten ausgegeben wurden.
Doch soviel wollten die großen IT-Spezialistenmangel-Beklager ja nicht ausgeben, die wollten die Inder und mehr zu indischen Konditionen herholen, also als Dumpinglöhner einsetzen, und die dann die schweineteuen Preise hier zahlen, oder vom Staat durchfüttern lassen.

Darum kamen auch nur eine Handvoll, und die wurden dann nach wenigen Wochen oder Monaten wieder heimgeschickt.
 

Hexe45

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
26 November 2006
Beiträge
1.778
Bewertungen
532
*Ironie an--- Das ist doch ne Steilvorlage für die Arge. Es gibt also doch genug Jobs für Alle. Alles nur eine Frage der Flexibilität.

Sehr geehrte/r Frau/Heer.....

Ich freue mich, IHnen heute folgendes Angebot zu unterbreiten.

Die Fa Shen Fui sucht zum schnellst möglichen Termin einen Wanderarbeiter.

Einsatzort: wechselnd im Raum Shanghai

Vergütung: 50€/ Mon.
Arbeitszeit: ca von 5.00 bis 19 Uhr 6tage die Woche- Sonntgas nur von 8.00 bis 16.00

Für Verpflegung und Unterkunft im komfortablen 4 Mann Zelt ist gesorgt.

Dies ist eine Vermittlungsvorschlag nach §34.....

Beachten sie bitte die Rechtsfolgebelehrung auf der Rückseite.

Da es sich um ein außereuropäisches Angebot handelt, können Fahrtkosten zum Vorstellungsgespräch leider nicht übernommen werden.

Diese wären für sie aus dem Regelsatz zu finanzieren.

Mit freundlichen ..... ---

*Ironie aus
 

Robert Fraisillach

Elo-User*in
Mitglied seit
17 Januar 2010
Beiträge
183
Bewertungen
32
Ich kann auch ein Lied davon singen, im Bereich Qualitätsicherung hatten wir 2000 ganz viele Probleme mit der Kommunikation (Softwareentwicklung in Indien).
das wurde dann ganz schnell wieder eingestellt.
 

ShankyTMW

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
4 Juni 2009
Beiträge
1.697
Bewertungen
288
@Heinz
Jep, genau das schrieb und meinte ich ohne jetzt die Zahlen zu nennen :icon_smile:

@Hexe45
Herlich, Deine Ironie gefällt mir :icon_lol:
 

left

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
22 Mai 2006
Beiträge
1.269
Bewertungen
69
Lieber Martin

Was ist denn daran so schlecht? Ich verstehe die Kritik nicht? Wenn die Leute in Indien eine Chance bekommen ist es doch besser, als wenn sie gar keine Chance bekommen würden, oder?
Gruß aus OB
Robert
Da du ja mit hunderten Bewerbungen noch frohgelaunt deine Zukunft als Globalplayer siehts(warum auch nicht in Indien), bewerbe dich doch ganz schnell.
Ich wünsche dir sofortige Arbeitsaufnahme, auch ganz weit weit weg.
 
E

ExitUser

Gast
Lieber Martin

Was ist denn daran so schlecht? Ich verstehe die Kritik nicht? Wenn die Leute in Indien eine Chance bekommen ist es doch besser, als wenn sie gar keine Chance bekommen würden, oder?
Gruß aus OB
Robert
Ich bin zwar nicht der Martin, aber fühle mich auch zum Kommentieren genötigt.

Was du als Chance bezeichnest sehe ich als Nötigung an. IBM geht es nach eigenen Angaben recht gut. Der PC-Markt boomte im letzten Quartal, sodaß überhaupt kein Handlungsbedarf besteht. Hier geht es wieder nur um Gewinnmaximierung. Der Konzern weiß genau, daß kaum einer Gebrauch davon machen wird. Letztendlich sollen Menschen nicht nur aus dem sozialen Umfeld, sondern auch aus dem Heimatland "abgeführt" werden.

Was du daran als "Chance" siehst, ist mir absolut schleierhaft.
 

Robert Fraisillach

Elo-User*in
Mitglied seit
17 Januar 2010
Beiträge
183
Bewertungen
32
Na gut, kann man so sehen, muß man aber nicht. Wenn sie das Angebot nicht gemacht hätten, wäre der Widerspruch um so kleiner. IBM ist ein internationaler Konzern. Er ist überall und nirgends zu hause und er kann sich dort hinbegeben, wo die besten Verwertungsbedingungen des Kapitals existieren. das ist wahrscheinlich dort in Indien der Fall.
Es war ein provozierendes Angebot seitens IBM. Das stimmt und das verstehe ich auch.
Aber klar ist, dass Multis sich einen Dreck um ihre Standorte kümmern, es geht nur um reine Profitmaximierung. Das sollte doch wohl klar sein.
 

Mario Nette

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
13 Dezember 2007
Beiträge
12.325
Bewertungen
847
Lieber Martin

Was ist denn daran so schlecht? Ich verstehe die Kritik nicht? Wenn die Leute in Indien eine Chance bekommen ist es doch besser, als wenn sie gar keine Chance bekommen würden, oder?
Gruß aus OB
Robert
Welche Chance meinst du?
- Die Chance, sein soziales Umfeld zu verlieren?
- Die Chance, soziale Sicherungssystem zu verlieren?
- Die Chance, als "Anderer" beäugt zu werden?

Mit der Logik ist auch ein Aufenthalt im Knast eine Chance: Nämlich die, neue Verhältnisse kennenzulernen, Erfahrungen fürs Leben zu sammeln. Klar, wer das will, der soll seine Chance kriegen. Aber wehe, der, der über die Chance urteilt, verwechselt sie mit Zwang.

Mario Nette
 

Robert Fraisillach

Elo-User*in
Mitglied seit
17 Januar 2010
Beiträge
183
Bewertungen
32
Ich wünsche dir sofortige Arbeitsaufnahme, auch ganz weit weit weg.
Danke, ich bewerbe mich ja schon europaweit. Bisher nur Ablehnungen. Aber ich bleibe dran. Vielleicht klappts in Irland, mal sehen. Die Einstellungswahrscheinlichkeit liegt in meinem Alter unter einem halben Promille. Es besteht nur ein verschwindend geringe Chance.
 
E

ExitUser

Gast
hallole ihr lieben,

erinnert ja ganz und gar an nokia. da gab es doch auch das angebot für die belegschaft, neunen job in rumänien.

hallo robert fraisillach,

mein lebensmittelpunkt liegt aber hier, und nicht in indien :icon_eek:. IBM will mir aber für viele, viele teuros einen PC verkaufen.

die perversion liegt ja wohl hier in der kapitalmaximierung. also in zukunft nix mehr kaufen von IBM, wäre meine schlussfolgerung für mich.
 
R

Rounddancer

Gast
wo die besten Verwertungsbedingungen des Kapitals existieren. das ist wahrscheinlich dort in Indien der Fall.
Das ist, jedenfalls legal, gerade in Indien nicht möglich.
Denn, fußend auf den Indischen Gesetzen, kann zwar jeder in Indien investierern, aber muß das, was er in Indien verdient, auch in Indien belassen. Rausholen geht - jedenfalls legal- nicht.
 

Kerstin_K

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
11 Juni 2006
Beiträge
17.012
Bewertungen
13.166
Nur mal so zu Info: IBM verkauft schon lange keie PCs mehr, das gesamte PC-Geschäft läuft über Lenovo.

Das Geld aus Indien nherauszubekommen dürfte kein Problem sein. IBM hat weltweit Niederlassungen, auch in Indien. Es wird sich auch kaum exakt trennen lassen, welcher Gewinn in Indien erwirtschaftet wurde und welcher anderswo.

Beispiel: Akqisition erfolgt über ein mit Deutschen besetztes Callcenter in Dublin, Angebot an den Kunden wird in Budapest gschrieben und durch einen Vertriebler in Deutschland übergeben. Die administrative Abwicklung des Auftrages (Einbuchung in de Systeme, Controlling, Rechnungsschreibung, Mahnwesen...) erfolgt in Bratislava, die praktische Auftragsdurchführung erfolgt, soweit remote möglich, durch ein indisches Team mit einem deutschen Teamleiter, der sein Gehalt für einen Aufenthalt von 1-2 Jahren aus Deutschland bekommt, Ort beim Kunden in Deutschland arbeiten deutsche IBM Mitarbeiter, die für diese Mitarbeiter zuständige Personalabteilung sitzt in Ungarn.

Das dei Qualität da oft auf der Strecke bleibt, ist klar. Ich denke auch, dass der Trend zur Verlagerung von Tätigkeiten in "Billiglohnländer" nicht mehr ewig anhlten wird, weil das Gehaltsniveau sich allmählich angleicht, zumindestens in Euopa und langfristig gesehen wohl auch darüber hinaus.
 

Kerstin_K

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
11 Juni 2006
Beiträge
17.012
Bewertungen
13.166
Fangen wir mal bei den Sprachkenntnissen an. Gerade bei schwirigen Sachverhalten, wie z. B. in Angebots- und Verrtragstexten kommt es eventuell auf jedes Wort an. Da sind Missverständnisse vorprogammiert.

Dann ist z. B. in Indien die gesamte Mentalität und damit auch dei Arbeitsauffassung eine andere. Pünktlichkeit z. B. ein ganz heises Thema. Oder sowas wie Reporting der Arbeitsstunden. Ich weiss von eienem Fall, da hat ein deutscher Mitarbeiter in Idien mehrere Monate damit zugebracht, den indischen Kollegen zu vermittel, dass sie die geleisteten Stunden akurat aufzeichnen müssen und diese Zahlen auch zu betimmten Zeiten melden müssen, weil davon die Weiterberechnung an den Kunden abhängt. Resultat der Aktion: Der Deutsche wollte nach einem Jahr um ein weiteres Jahr verlängern, die Inder wollten ihn aber loswerden, weil se einfach nur genervt waren. Als er dann weg war, versank man wieder im alten Chaos. Irgendwann ist der Kunde dann abgesprungen, u. a.weil er die Nase voll hattte von falschen Rechnungen, Stornos, Nachberechnungen usw.

Die globalen Kommunikationsmöglichkeiten sind zwar inzwischen recht gut, aber trotzdem bleiben bei den vielen Beteiligten und den grossen Entfernungen schnell mal Informationen auf der Strecke. Hinzu kommt die Zeitverschiebung. Ver schonmal versucht hat, eine Telefonkonferenz mit Teilnehmern aus USA, Europa und Indien zu organisieren, der weiss, dass man da immer minsestens eine Fraktion zu unatraktiven Zeiten dabei hat. Und müde Mitarbeiter leisten dann auch nicht unbedingt gute Arbeit. Wenn dann noch der Kunde bei so einem Call dabeisein muss...Also ich als Kunde hätte keine Lust, nachts mit menem Lieferanten zu telefonieren, um dem zu vermitteln, was ich erwarte.
 

uljanov

Elo-User*in
Mitglied seit
16 Dezember 2007
Beiträge
313
Bewertungen
4
in den Weiten des Internet habe ich aktuell dazu nichts gefunden. Ist ja schon fast ein Jahr her. Vielleicht weiß einer von Euch wie die Sache weiterging. Mich würde interssieren wieviel das Angebot angenommen haben.
 
Status
Für weitere Antworten geschlossen.
Oben Unten