HZL aufgeben und Sozialamt zugunsten einer Arbeit verlassen

Sevenpriest

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Guten Morgen,

ich habe eine Frage, um die Situation ein wenig zu umreißen, hole ich etwas aus.

Ich bin schon seit meinem 10 Lebensjahr in stetiger Therapie gewesen, erst wurden mir schwere depressive Episoden und dann später nach dem Abbruch meines zweiten Ausbildungsversuches eine Soziale Phobie diagnostiziert.
Über mehrere Jahre hinweg wurde ich von Therapeut zu Therapeut gereicht und war 2 mal vor und 2 Mal nach der Sozialen Phobie Diagnose in einer Psychatrie.
Anschließend kam ich für ca 4 Jahre in ein betreutes Wohnen, was absolut grausam war.
Mit 18 wurde ich als unheilbar erklärt.
Mit 20 dauerhaft arbeitsunfähig geschrieben und mit 23 bin ich nach einem guten Klinikaufenthalt wieder nach Hause gezogen.

Dann hier in die Grundsicherung und zum Sozialamt.
Mit 23 habe ich alle Therapien abgebrochen und mich dazu entschieden, dass ich nicht akzeptieren möchte, dass dies nun schon mein Leben gewesen sein soll.

Ich habe mich langsam wieder raus gewagt, mit extrem viel Hilfe von einem guten Freund, habe mir innerhalb eines Jahres einen winzigen Sozialen Kreis aufgebaut, den ich stetig besuche und in dem ich mich Wohlfühle.
Danach habe ich versucht mich auf einen Job von zu Hause aus zu bewerben, um zu sehen, ob ich mich an eine Belastung gewöhnen kann, damit ich mein Abitur nachmachen und irgendwann arbeiten kann.

Mit 24 habe ich durch Zufall einen Job als Texter gefunden, mal abgesehen davon, dass ich mit dem Sozialamt noch nie soviel Stress hatte, im Prinzip 50 € im Monat mehr hatte und dann noch die Arbeit, war es sehr schön dort und nach einem halben Jahr habe ich mich immer öfter in den Betrieb begeben um dort innerhalb der Menschen zu arbeiten.

Mit 25, Anfang diesen Jahres, habe ich eine Diagnostik bei einer sehr erfahrenen Psychologin gemacht, um endlich das Kern Problem herauszufinden.
Nach unendlich vielen Tests und Gesprächen, mit mir und auch meiner Familie, habe ich jetzt die Diagnose "Asperger Autist" bekommen.

Davor, Anfang des Jahres, weil der Stress mit dem Amt zuviel wurde, habe ich die Nebenbeschäftigung aufgegeben, um auch mein Abitur als Fernabitur angehen zu können, da ich aufgrund der Krankheit keine öffentlichen Verkehrsmittel nutzen kann.

Durch einen Zufall, vor ca 4 Wochen, sprach ich meinen ehemaligen Arbeitgeber an, ob ich wieder arbeiten und mehr arbeiten könnte.

Nach einer langen Autobahnfahrt und 6 Stunden Gespräch mit ihm, hat er mir dann eine Stelle angeboten.
Nachdem ich darüber nachgedacht habe, kürzt es den Weg, den ich eh einschlage, um mindestens 6 Jahre ab und bringt mich direkt in ein sozialversicherungspflichtiges unbefristetes Arbeitsverhältnis, mit einem fairen Stundenlohn, für jemanden, der vollkommen ungelernt ist.

Durch meine Schwerbehinderung kann er einen Eingliederungszuschuss erhalten, was er auch beantragen wollte.
Um für mich selbst Hilfe zu beantragen, war ich nun bei meinem Reha helfer, der Arge, bei dem ich vorsprechen durfte, nachdem ich mich als nichtleistungsempfangender Arbeitsloser gemeldet habe.

Er sagte, dass er mir gerne den höchsten Satz des EGZ für 4 Jahre bewilligen würde, weil es so unwahrscheinlich ist und so eine einmalige Chance, dass jemand mit meinem Backround einen unbefristeten Vertrag bei einer firma bekommt, bei der er freiberuflich schon gearbeitet hat, mit der er sich versteht und wo die Tätigkeit vom interesse her sehr gut passt.

Das Problem ist nur, er kann es nicht bewilligen, da ich noch Hilfe zum Lebensunterhalt bekomme.
Ich wurde dann zum Sozialamt mit einem als sehr dringend deklariertem Schreiben geschickt.
Heute morgen war ich dort und mir wurde gesagt meine Sachbearbeiterin ist im Urlaub, sie kümmert sich drum, wenn sie wieder da ist.

Ich gab meinem Reha Bearbeiter eine entsprechende Info und daraufhin rief er dort die Leitung an.
Nun schrieb er mir, ich müsse warten, bis die Frau wiederkommt.

Zudem müssten "andere Fachdienste hinzugezogen werden, um meine Arbeitsfähigkeit zu beurteilen"., was ggf. etwas dauern kann.

Nun meine Frage:
Was bedeutet das?

Klar, ich habe noch Probleme, bin nicht gut im Umgang mit Menschen, aber ich habe einen Arbeitgeber, der das alles weiß, der meine Geschichte kennt und trotzdem meine Fähigkeiten so sehr schätzt, dass er mich einstellen will und auch wollte, bevor er das mit der Schwerbehinderung und den möglichen Zuschüssen erfuhr (unter 20 Mitarbeiter, keine Pflicht einen SB anzustellen)
Der eine Gleitzeit einrichtet und mir die Möglichkeit gibt, wann ich will, zu Arbeiten, egal ob Tags, Nachts oder am Wochenende, nur um meinen Erkrankungen entgegen zu kommen.

Ist es nicht im Sinne des Amtes, mich wieder in Arbeit zu vermitteln?
Was soll ich dem Arbeitgeber denn sagen..

Wenn nun noch irgend ein Amt meine Arbeitsfähigkeit überprüft, wenn ich sage, ich will das Sozialamt verlassen, könnte sich das ganze noch ewig hinziehen und geplant war ein Start am 01.04.
Nur einen Arbeitsvertrag kann ich auch nicht unterschreiben, solange der EGZ nicht bewilligt ist.

Ich bin etwas ratlos, vielleicht könnt ihr mir das erklären oder mir Tipps geben.

Und ich bin mir meiner Entscheidung absolut bewusst, ich weiß, was ich aufgebe und ich hatte 2 Jahre Zeit darüber gründlich nachzudenken.

Vielen Dank und liebe Grüße
Seven
 

Kerstin_K

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Du kannst den AV unterschreiben, Voraussetzung ist nicht, dass der EGZ bewilligt ist, er muss nur vorher beantragt sein. Ist natuerlich Risiko fuer deinen Arbeitgeber.
 

gelibeh

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Ich denke nicht, dass es da einen anderen Weg gibt, denn der Arbeitgeber will ja den Zuschuss haben und da gibt es wohl klare Vorgaben, dass diese nur für Erwerbsfähige gezahlt werden dürfen. Das bist Du ja eben offiziell nicht. Das können nur die Ärzte entscheiden.
 
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