Hurra, Hurra! Die sozial ungerechte Grundrente ist da (1 Betrachter)

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hansklein

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Klar geht es um die Grundrente. Die Wartezeit muss sowohl bei Grundrente, als auch bei diversen Altersrenten erfüllt werden. Das kann man nicht trennen und verschiedene Regelungen einführen. Das würde den Verwaltungsapparat nochmal kräftig aufblähen. Wobei man beim Bezug von ALG1 noch besch... würde, da ja RV Beiträge mit abgezogen werden. Ursprünglich sollen die Beiträge zur RV vom ALG1 von 80% auf 100% angehoben werden. Wenn das so durchgeführt wird, wird die Rentenberechnung noch komplexer, als sie so schon ist.
 

vidar

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es geht hier um die Grundrente und nicht um die div. Altersrenten.
So sehe ich es auch.

Mit diesen sonst weniger anrechenbaren Beitragszeiten hätte dies ggf. zur Folge, dass hier - wegen der nicht mehr so leicht zu erreichenden 35 Jahre - das JC künftig weniger „Kunden“ in die Zwangsrente verabschieden könnte, selbst wenn deren Rente sich oberhalb des Sozialleistungsniveau befinden sollte.
.
 

hansklein

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Um das aufzudröseln, gäbs dann 3 oder gar 4 "Rentnerklassen", wenn ich das richtig sehe? Diejenigen, die nix für die RV erwirtschaftet haben - bleibt alles wie bisher. Einmal diejenigen, die einen geringen Anspruch erwirtschaftet haben, weil sie zu lange Jobs auf Minijobbasis gemacht haben. Da müsste dann der Freibetrag von 100.-€ greifen, dann die Rentner, die in der Grusi verbleiben, weil sie zwar evtl. eine Wartezeit von 35 Jahre zusammenbekommen, incl. ALG1, aber zuwenig Rente erhalten, um aus der Grusi rauszukommen, da sollte dann der Freibetrag 100€+30% greifen, max 212€ und dann die Rentner, die eine Wartezeit von 35 Jahren ohne Zeiten des Bezugs von ALG, ALHI oder ALG II zusammenbekommen und letztendlich die Grundrente erhalten. Habe ich das richtig eingeordnet?
 

AsbachUralt

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Gerade im SWR mitbekommen, die Grundrente soll mit der Aktien-Transaktionssteuer finanziert werden, die es noch gar nicht gibt. Ein Experte meinte auch, zum vorgegebenen Termin wäre die Einführung nicht zu schaffen und die DRV sagt, es müssten dafür 5000 neue Mitarbeiter eingestellt werden.
Die Grundrente ist, wie die Maut Fantasien von Scheuer, eine Totgeburt.
 

hansklein

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Ich denke da hast du Recht. Es ergeben sich auch zu viele Ungerechtigkeiten in dem Konstrukt, da muss nachgebessert werden, wenn die SPD nicht weiter den Bach runter gehen will. Kleines Beispiel: Warum soll jemand mehr Geld bekommen bzw. in Grundrente statt Grundsicherung, der wenig Geld verdient hat bei wenig Std. Arbeit und weniger eingezahlt hat als jemand der Vollzeit gearbeitet hat, wes. mehr verdient und eingezahlt hat aber nicht auf die 35 Jahre kommt, weil er zwischendurch ALG1 beziehen musste oder gar EM wurde? Eig. müsste eine Grundrente für alle her, verbunden mit Boni, wenn jemand lange gearbeitet / viel eingezahlt hat ( Ob Grundsicherung gezahlt wird oder Grundrente ist nur ne Verschiebung und ein bisschen Obendrauf zu packen, min. 150.- Netto mehr pro Betroffenen), was gegebenen falls nat. auch wieder als ungerecht empfunden würde, aber nach dem Denken der Maßgeblich Verantwortlichen, eh nicht finanzierbar wird.
 
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ABSW

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In ausnahmslos allen Staaten von Dänemark bis Österreich gibt es eine Art von Mindestrente. Sie ist entweder abhängig von einer Mindestzahl an Versicherungsjahren oder es reicht schon - wie in Holland und Dänemark - die jahrzehntelange Anwesenheit in diesen Ländern. Nirgendwo gibt es eine Bedürftigkeitsprüfung, nirgendwo eine absurde Neiddebatte, die das absolute Minimum für die Menschen im Alter in Frage stellt. Und dieses Minimum liegt in nahezu allen Nachbarstaaten deutlich höher Beispiele: Österreich bekommen alle, die 30 Jahre vorweisen können, 1.223 Euro monatlich. In Luxemburg bekommen alle, die 40 Jahre vorweisen können, mindestens 1.841,51 Euro monatlich. In den Niederlanden bekommt jeder, der 50 Jahre dort gelebt hat, ab 66 eine Grundrente in Höhe von 1.244,75 Euro. Nur in Deutschland gibt es eine unwürdige Neiddebatte, die in zynischer Weise selbst die untere Mittelschicht gegen die Ärmsten aufbringt. Menschenwürdiges Leben im Alter muss für alle gelten.

Die Aufwertung von Minirenten gab es bereits bis 1992.

Der Seniorenaufstand Herr Heyse hat eine sehr aufschlussreiche Analyse ins Netz gestellt.
Grundrente: Ergebnis mit Schwindsucht, aber gesteigerte Begeisterung
 

Zeitkind

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Die Kosten wurden von ursprünglich geplanten 3,8 Milliarden Euro auf 1,1 bis 1,5 Milliarden Euro fast auf ein Drittel gekürzt.
Na klar. Es muß schließlich für "wichtigere" Ziele gespart werden.
 

HermineL

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Hurra, Hurra! Die sozial ungerechte Grundrente ist da
Oder doch nicht ?
AKK will nun die SPD dreist erpressen. Die Grundrente gibt es nur wenn das neue Führungsduo den Fortbestand der Groko zusichert. Eigentlich ist ein solcher Erpressungsversuch in einer Koalition, dann auch noch öffentlich, ein Grund genau diese Koalition umgehend zu beenden.

Kramp-Karrenbauer droht SPD mit Aus für Grundrente

Die CDU will das Thema Grundrente auf Eis legen, bis sich die SPD zum Fortbestand der GroKo bekannt hat. "Bei der Grundrente haben wir gesagt, wir werden in das parlamentarische Verfahren erst dann einsteigen, wenn klar ist, dass diese Koalition auch fortgesetzt wird", sagte CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer den TV-Sendern RTL und n-tv. Die SPD sieht sie mit der neuen Spitze auf einem Linkskurs.

Mit Blick auf den Koalitionspartner sagte die Verteidigungsministerin, dass nach der Entscheidung für die neue Spitze um Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans eine Linksverschiebung der SPD "klar erkennbar ist". Doch eine "Linksverschiebung der SPD kann auf keinen Fall eine Linksverschiebung der Koalition bedeuten", betonte sie.
Quelle: Kramp-Karrenbauer droht SPD mit Aus für Grundrente..
"Bei der Grundrente haben wir gesagt, wir werden in das parlamentarische Verfahren erst dann einsteigen, wenn klar ist, dass diese Koalition auch fortgesetzt wird"
Das wurde in der damaligen Pressekonferenz so aber nicht kommuniziert sondern dort wurde das als großer Wurf bezeichnet und man war angeblich froh das dies nun erledigt ist.
 

JobcenterAffe

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Ich denke, für die Masse der jetzigen und künftigen Armutsrentner spielt es ohnehin keine Rolle, ob diese Grundrente kommt oder nicht. Rechnet man nur einmal einfach nach, wie hoch die monatliche Erhöhung pro Kopf ausfällt, wird einem das zwangsläufig klar: 1,5 Mrd. € jährlich zu verteilende Gelder geteilt durch 1,5 Mio. Berechtigte, ergibt gerade einmal 1.000 € pro Jahr, macht läppische 80 € Rentenerhöhung pro Monat. - Davon kommt nicht ein einziger Bedürftiger aus der Altersarmut heraus.

Das Volumen dieser Rentenaufstockung hätte mindestens das 3- bis 4-fache betragen müssen.

Wobei allein die Erhöhung der Rüstungsausgaben von 2017 auf 2019 schon 6,2 Mrd. €/Jahr beträgt. - Die wissen schon, wo die "richtigen" Prioritäten gesetzt werden müssen....

Und nochwas: In den Medien (Fernsehen) habe ich bisher auch kein einziges Berechungsbeispiel gehört. - Wobei das Recherchieren doch zu ihren ureigensten Aufgaben gehörte. - Stattdessen wieder 'mal nur ungeprüftes Nachplappern von Regierungsverlautbarungen.
 
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Realo

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Die grundrente-sowie die beschlossen wurde-ist gar nicht umsetzbar ... eine bedarfsprüfung scheitert alleine daran, dass bei kapitalerträgen die abgeltungssteuer von 15 % direkt abgezogen wird in den meisten Fällen und daher gar nicht bekannt ist, wie viel kapitaleinkünfte jemand hat... Das ist den Herrn aber wohl etwas zu spät eingefallen.... Das nenne ich mal professionell
 

Kerstin_K

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Die sollen nicht rumjammern, sondern einfach mal arbeiten. Der Laden ist sowas von unfassbar langsam....
 

Sowhat

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Aha, und solche wie ich, schon immer in Deutschland (58 Jahre), mittlere Reife, Ausbildung zum Grosshandelskaufmann und 10 Jahre in dem Beruf gearbeitet und dann noch zwei jahre als Sekretärin, zwei Kinder grossgezogen, die schon wieder Steuern zahlen,10 Jahre Minijob in der Firma des Ehemannes, dann Schlaganfall und geschieden nach 20 Jahren Ehe, sehen sowieso wieder mit dem Ofenrohr ins Gebirge.

Jetzt ALGII Empfänger und GdB50 weil Exmann als Selbstständiger nichts zahlen musste.Zu der Zeit als ich den Schlaganfall hatte wurde gerade die 36/60 Regel eingeführt. Also steht mir EMR-Rente trotz meiner Einschränkungen nicht zu und meine Altersrente (um die 600€ trotz ehemals ganz gutem Gehalt ) steht mir trotz Schwerbehinderung erst mit 66 zu.
Solche wie ich fallen sowieso durchs Raster und es gibt da ein paar mehr Frauen und auch Männer denen man wegen Krankheit und/oder Scheidung den Boden unter den Füssen weggezogen hat.
 

grün_fink

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Ja unter dem Gesichtspunkt der Benachteiligung von Frauen und Behinderten hat das scheinbar noch niemand gesehen.
Und die Absicherung ist für viele Leute auch nicht mehr als Sozialhilfe-Höhe, für manche wahrscheinlich noch weniger.

Ich falle auch durchs Raster: viel zuwenig Arbeitsjahre, wegen Krankheit von jungen Jahren an und "verlorener" DDR-Ausbildung, und weil ich in einem anderen Bereich auch permanent durchs Raster falle.
Aber was solls, hauptsache irgendwas wurde wieder mal gemacht, im Sinne dass die Politiker wieder mal gut dastehen.

:mad:
 

Sowhat

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Außerdem wird wohl selbst da jedes Bundesland sein eigenes Süppchen kochen. Ist ja bei fast allem so in Deutschland.
 

grün_fink

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Das dürfte bei einem Gesetz wie dem SGB VI, welches bundesweit ohne Landes-Ausführungsgesetze gilt, ziemlich unmöglich werden. Einzig die unterschiedlichen Lebenshaltungskosten dürften sich darauf auswirken, wie man mit der geringen Grundrente zurecht kommt.
 
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