Höhe meines ALG - haben die sich vertan? (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

fluffi

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Habe Bescheid bekommen, dass ich 570 Euro ALG 1 erhalte und habe Zweifel, dass das stimmt. Die Berechnung ist bei mir aber leider etwas komplizierter als sonst:

Ich habe länger fest gearbeitet, zuletzt ein halbes Jahr eine 100%-Stelle gehabt (1500 netto), dann halbes Jahr 50% Stelle (950 netto), dann 1,5 Jahre Krankengeld.

Wenn ich richtig gelesen habe, wird ein Querschnitt der letzten 12 Monate genommen (vor Krankengeld) und dann mal 0,6 gerechnet? (Stimmt das?)

Also 1225 x 0,6 und das müsste doch eigentlich 735 sein?

Habe ich irgendwo einen Denk- oder Rechenfehler gemacht? Oder haben die Dummbratzen vom Amt tatsächlich einfach nur die letzten 6 Monate berücksichtigt? Rechnerisch käme das nämlich hin.

Und falls die sich geirrt haben: Wie teile ich denen das wirksam mit? MIt einem Widerspruch?
 

xxyyzz

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Habe Bescheid bekommen, dass ich 570 Euro ALG 1 erhalte und habe Zweifel, dass das stimmt. Die Berechnung ist bei mir aber leider etwas komplizierter als sonst:

Ich habe länger fest gearbeitet, zuletzt ein halbes Jahr eine 100%-Stelle gehabt (1500 netto), dann halbes Jahr 50% Stelle (950 netto), dann 1,5 Jahre Krankengeld.

Wenn ich richtig gelesen habe, wird ein Querschnitt der letzten 12 Monate genommen (vor Krankengeld) und dann mal 0,6 gerechnet? (Stimmt das?)

Also 1225 x 0,6 und das müsste doch eigentlich 735 sein?

Habe ich irgendwo einen Denk- oder Rechenfehler gemacht? Oder haben die Dummbratzen vom Amt tatsächlich einfach nur die letzten 6 Monate berücksichtigt? Rechnerisch käme das nämlich hin.

Und falls die sich geirrt haben: Wie teile ich denen das wirksam mit? MIt einem Widerspruch?
Die Berechnung ist denke ich in Ordnung, soweit ich das aus der Schilderung entnehmen kann.

Die Berechnung erfolgt grs nach dem Arbeitseinkommen der letzten 12 Monate. Dafür müssen mindestens 150 Tage mit Arbeitsentgelt vorhanden sein. Bei Ihnen ist das nicht der Fall wegen des Krankengeldbezuges. In diesem Fall erweitert man den Betrachtungszeitraum auf 24 Monate vor Beginn ALG.
In diese Zeit fällt dann Ihre Teilzeitbeschäftigung, welche dann eben Grundlage für das ALG wäre.
Ausgehend von 950 Euro netto und einem Leistungssatz von 60 Prozent, scheint der bewilligte Betrag korrekt zu sein.

Das Entgelt aus der Vollzeitbeschäftigung fließt hier nicht ein, da es mehr als zwei Jahre zurück liegt (seit Beginn ALG).
 

fluffi

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Das heißt es wird 24 Monate zurückgeguckt? Und da davon 1,5 Jahre KG sind, bleiben eben nur die 6 Monate Teilzeitarbeit? Und davon wird das dann berechnet. Boah, ist das bitter, ich hab vorher so lange Vollzeit gearbeitet und nun kommt so wenig raus.
 

xxyyzz

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Das heißt es wird 24 Monate zurückgeguckt? Und da davon 1,5 Jahre KG sind, bleiben eben nur die 6 Monate Teilzeitarbeit? Und davon wird das dann berechnet. Boah, ist das bitter, ich hab vorher so lange Vollzeit gearbeitet und nun kommt so wenig raus.
Ja, das ist so. Irgendwo ist halt mal eine Grenze beim "zurückschauen".

Was noch möglich wäre, ist eine Berechnung nach § 150 Abs. 2 Nr. 5 SGB III. Das ist eine Spezialvorschrift, wenn jemand von Vollzeit auf Teilzeit geht und sollte eben diese Härten bei der Berechnung dann ausgleichen. Denn wenn die Voraussetzungen der Vorschrift erfüllt sind, bleibt die Teilzeit bei der Berechnung dann außen vor.

§ 150 SGB III*Bemessungszeitraum und Bemessungsrahmen

Fragen Sie am besten mal nach, ob diese Vorschrift geprüft wurde bei der Ermittlung der Höhe Ihres Alg.

Ansonsten eben Widerspruch gegen den Bewilligungsbescheid einreichen (am besten mit Verweis auf die genannte Vorschrift).
 

xxyyzz

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Ja, das ist so. Irgendwo ist halt mal eine Grenze beim "zurückschauen".

Was noch möglich wäre, ist eine Berechnung nach § 150 Abs. 2 Nr. 5 SGB III. Das ist eine Spezialvorschrift, wenn jemand von Vollzeit auf Teilzeit geht und sollte eben diese Härten bei der Berechnung dann ausgleichen. Denn wenn die Voraussetzungen der Vorschrift erfüllt sind, bleibt die Teilzeit bei der Berechnung dann außen vor.

§ 150 SGB III*Bemessungszeitraum und Bemessungsrahmen

Fragen Sie am besten mal nach, ob diese Vorschrift geprüft wurde bei der Ermittlung der Höhe Ihres Alg.

Ansonsten eben Widerspruch gegen den Bewilligungsbescheid einreichen (am besten mit Verweis auf die genannte Vorschrift).
Ergänzung:

Wenn die gennannte Spezialvorschrift greift, und somit die Zeit der Teilzeit außer betracht bleibt, bedeutet dies, dass dann innerhalb der letzten 24 Monate kein Arbeitsentgelt für die Berechnung des Alg zur Verfügung steht.

Dann würde das Alg fiktiv berechnet.

§ 152 SGB III Fiktive Bemessung

Das Alg kann dann höher sein als jetzt.

Da müsste dann verglichen werden, mit welcher Variante das Alg höher wäre.
 

fluffi

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Danke, nach genau so einem Paragraphen hab ich gesucht.

Ihr seid super!
 
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